• Dichomitus_campestris_2007-01-07_1Fruchtkörper an einem Erlenast
  • Dichomitus_campestris_2007-01-07_2Typische Schwärzung am Rand
  • Dichomitus_campestris_2007-01-07_3Basidien
  • Dichomitus_campestris_2007-01-07_4Sporen #1
  • Dichomitus_campestris_2007-01-07_5Sporen #2
  • Dichomitus_campestris_2007-01-07_6Generative Hyphen
  • Dichomitus_campestris_2007-01-07_7Verzweigte Skeletthyphen
  • Dichomitus_campestris_2007-01-27_1Polsterförmiges Exemplar
  • Dichomitus_campestris_2007-01-27_2Gestufte Porenschicht

Funddaten

Bestimmung: Dichomitus campestris (Quélet 1872) Domański & Orlicz 1966   Funddatum: 7.1.2007   Fundort: D – BY – Oberbayern – Lkr. Weilheim-Schongau – Peißenberg – (neue) Bergehalde   Messtischblatt: 8232/1.2.2   Höhe über NN: ca. 600 m   Ökologie: Südhang; diverser, humusarmer und feuchter Boden aus Kalkschotter, Kohle und anderem Gestein; Erlenbruchwald mit bemoostem aber sonst kargem Bodenbewuchs, an der Hangoberseite durch einen Gürtel aus Kiefern (Pinus sp.) und westlich durch eine Parzelle Jungfichten (Picea abies) flankiert   Substrat: am Boden liegender Erlenast (Alnus sp.)

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Habitus: resupinat, polsterförmig

Maße: 18 mm im Durchmesser, 6 mm hoch

Fleisch: korkig-zäh, nahezu vollständig aus Röhren bestehend

Röhren: rundlich, ca. 1,5–2 Poren pro mm, gelb bis rostbräunlich, vom Rand her schwärzend

Geruch: fein-säuerlich

Mikroskopische Merkmale

Hyphensystem: dimitisch

Generative Hyphen: 2,5–3–4 µm breit; dünnwandig, gefüllt, mit kleinen Tröpfchen, Septen mit Schnallen

Skeletthyphen: 1,5–2,5–4 µm breit; dickwandig, hyalin, Septen ohne Schnallen, dichotom verzweigt

Basidien: 18–25,5–32 x 7–9,5–12 µm; keulig, 4-sporig, mit Basalschnallen

Sporen: 11–12–13 x 4–5–5,5 µm, Quotient = 2,8–2,4–2,3; schmal-elliptisch, glatt, hyalin, mit meist 1–2 Tröpfchen

Anmerkungen

Ökologie

Laut Krieglsteiner (2000) findet man die Art in unserem Nachbarland meist in Haselvorwäldern und -gebüschen, Hainbuchen-Eichenwäldern, Hartholzauen, wärmebedürftigen Eichenmischwäldern, an lichten Waldrändern und selten auch in Buchenwäldern mit eingemischter Eiche. Laux (2001) schreibt, dass die Art in Südfrankreich Eichen (Qercus sp.) bevorzugt. Der Pilz fruktifiziert auf abgestorbenen Stämmen und oft noch ansitzenden, selten wie in diesem Fall auch auf am Boden liegenden Ästen. Bevorzugtes Substrat ist Hasel (Corylus avellana), mit deutlichem Abstand gefolgt von Eiche. Aufgrund der Verwandtschaft von Hasel und Erle verwundert es nicht, dass das Substrat bei diesem Fund ein Erlenast war.

Bildmaterial

Die Beschreibung bezieht sich auf den Fruchtkörper und die mikroskopischen Merkmale auf den Fotos 1–7. Die letzten beiden Bilder zeigen einen Fund bei Unterirsingen am östlichen Wertachufer südlich der Straße und nördlich der Bahnlinie und dokumentieren zusätzlich die Variabilität dieser Art:

Funddatum: 27.1.2007   Fundort: D – BY – Schwaben – Lkr. Unterallgäu – Türkheim, Ortsteil Irsingen   Messtischblatt: 7929/4.2.2   Höhe über NN: 605 m   Ökologie: Auwaldartiger Ufersaum überwiegend aus Eschen (Fraxinus excelsior) und Grau-Erlen (Alnus incanum)   Substrat: luftig ansitzender Erlenast

Literatur

  • Jülich, W. (1984): Die Nichtblätterpilze, Gallertpilze und Bauchpilze. Kleine Kryptogamenflora, Bd. IIb/1. Basidiomyceten, 1. Teil. Gustav Fischer, Stuttgart/New York: 363.
  • Laux, H. E. (2001): Der große Kosmos Pilzführer. Franckh Kosmos, Stuttgart: 564.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2000): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 1. Allgemeiner Teil. Ständerpilze: Gallert-, Rinden-, Stachel und Porenpilze. Eugen Ulmer, Stuttgart: 608−609.
  • Ryvarden, L. & R. L. Gilbertson (1993): European Polypores, Part 1. Abortiporus-Lindtneria: 238−239.

Violetter Fächer

Violettblättriger Zwergknäueling (Panellus violaceofulvus)

Im Winterhalbjahr, gerne nach der Schneeschmelze im Frühling, fruktifiziert an den Ästen von Weiß-Tannen und anderen Nadelhölzern der Violettblättrige Zwergknäueling. Der kurze Stiel ist weiß zottig-behaart.

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Schotterpionier

Gefalteter Adermoosling oder Geröllnabeling (Arrhenia rickenii)

Der Gefaltete Adermoosling besiedelt auf der Fröttmaninger Heide kiesige, teils moosige Ruderalstellen, sekundär auch Mauerreste. Markant ist der gerieft-faltige Hut mit ausgeprägt querverbundenen Lamellen.

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Weicher Ritter

Weißblättriger Weichritterling (Melanoleuca rasilis var. leucophylloides)

In der Königsbrunner Heide am Rand eines Trampfelpfads wächst standorttreu der Weißblättrige Weichritterling. Er besitzt einen ockerfarbenen, bereits jung flach ausgebreiteten Hut mit weißen und eng stehenden Lamellen.

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Mottenkugeln im Wald

Mottenkugel-Lederrindenpilz (Scytinostroma portentosum)

Trotz des rindenpilzartigen Aussehens ist der Mottenkugel-Lederrindenpilz um ein paar Ecken mit den Täublingen verwandt. Er ist relativ bunt, bereift, oftmals großflächig und riecht penetrant nach Naphtalin.

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Rezension: Handbuch für Pilzsammler

Doppelseite mit SteinpilzartenAndreas Gminders „Handbuch für Pilzsammler“ richtet sich an ambitionierte Einsteiger, die mehr wollen, als ihre Funde mit den abgedruckten Fotos zu vergleichen. Die darin enthaltenen Bestimmungsschlüssel und Artporträts ermöglichen es den Leserinnen und Lesern rund 340 mitteleuropäische Arten anhand von Merkmalen und Lebensräumen zu bestimmen. Ist eine Art nicht enthalten, lassen sich die Funde oft für weitergehende Recherchen einer Gattung oder Artengruppe zuordnen.

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