• Entoloma_cf_cetratum_agg_2013-05-05_01Frk. bei einem Fichtenstumpf
  • Entoloma_cf_cetratum_agg_2013-05-05_02Stiel drehwüchsig und bereift
  • Entoloma_cf_cetratum_agg_2013-05-05_03Hutunterseite mit Lamellen

Funddaten

Kollektion: 2 Fruchtkörper, abzüglich 1/2 Hut   Bestimmung: Entoloma cetratum (Fries 1818 : Fries 1821) M.M. Moser 1978   Funddatum: 5.5.2013   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Donau-Ries − Mertingen − Mertinger Forst, nahe der Waldkapelle   Messtischblatt: 7330/4.2.1   Höhe über NN: 441 m   Ökologie: Auslichtung im Fichtenforst auf saurem, sandigem Boden; ein Exemplar am Fuß eines Fichtenstubbens (Picea abies), das andere ca. 1 m davon entfernt auf dem bemoosten Boden zwischen etwas Reisig fruktifizierend

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Habitus: helmlingsartig (mycenoid)

Hut: 20−28 mm im Durchmesser, 10−12 mm hoch, stumpf gebuckelt, Rand bis zur Hälfte des Radius' durchscheinend gerieft, bei einem Exemplar an einer Stelle eingebuchtet, Huthaut die Lamellen überragend, am Rand blasser und nach unten umgeschlagen, rötlich-braun, etwas glasig erscheinend, im Zentrum weißlich, hygrophan, zum Rand radialstreifig hellocker ausblassend

Lamellen: ausgebuchtet angeheftet bis frei, bauchig, mit Lamelletten untermischt, dicklich, an der Fläche gerunzelt, am Grund queraderig verbunden, vereinzelt gegabelt, rosa-bräunlich, Schneiden wellig-gesägt und wie die Fläche gefärbt

Sporenpulver: kein Abwurfpräparat angefertigt

Stiel: 5,5–9 cm lang, 5–6 x 3,5–4 mm dick, zylindrisch, basal abgeflacht, untere Hälfte mit Mittelfurche, ein Exemplar gekniet, drehwüchsig, längsfaserig, ockerbräunlich, glasig, Basis weiß überfasert, am Lamellenansatz weißflockig besetzt

Fleisch: im Stiel ocker-bräunlich, längsfaserig, hohl, Rinde bis zu 2 mm dick; im Hut am Stielansatz bis zu 3 mm dick, nach außen dünner, ocker-weißlich, am Rand praktisch fehlend

Geruch: etwas säuerlich mit schwach fruchtiger Komponente

Mikroskopische Merkmale

Basidien [95 % • 15 • LQP • v • H2O (nat)]: 30,0–36,5–43,5(–44,5) x 9,0–11,5–13,5 µm; keulig, 2–4-sporig, Basis von 2-sporigen Elementen schnallenlos, 4-sporige dagegen mit Basalschnallen

Sporen [95 % • 40 • LQP • v • H2O (nat)]: 9,0–11,0–13,0(–13,5) x 6,5–8,0–9,5(–9,5) µm, Quotient = 1,1–1,7; Mittelwert-Konfidenzgrenzen (95 %): 11 ±0,3 x 8 ±0,2 µm (Länge av x Breite av), Quotient av = 1,4 ±0,04; 5–6(–7)-eckig, heterodiametrisch, reif mit einem oder zwei größeren und unreif mit vielen kleineren Öltröpfchen gefüllt

Hutdeckschicht [nonstat • 10 • QPr • v • H2O (nat)]: Hyphen 3,5–8,0 µm breit, schnallenlos, Endzellen vereinzelt auf 17,5–39,5 µm im Durchmesser aufgeblasen, in der Form an einen Zeppelin erinnernd, Pigment intrazellulär

Legende:
95 % = Konfidenzintervall; Messwerte wurden statistisch mit Smaff ausgewertet
nonstat = Messwerte wurden nicht statistisch ausgewertet
LQP = Lamellenquetschpräparat
QPR = Quetschpräparat
v = vitales Untersuchungsmaterial
H2O (nat) = Präparation in Leitungswasser

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 530.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 562
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2003): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 4. Ständerpilze: Blätterpilze II (Hell- und Dunkelblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 204−206..
  • Ludwig, E. (2007): Pilzkompendium, Bd. 2. Beschreibungen. Fungicon, Berlin: 348–350.
  • Noordeloos, M. E. (1992): Entoloma s. l. Fungi Europaei, Vol. 5. Candusso, Saronno (I): 270–274.

Publikationen

Zuletzt veröffentlicht:

  • Kunze, A. (2018): Maronne lecker! Der Tintling 112. Heft 2/2018: 9–16.

In Vorbereitung:

  • Bayerische Schotterpilze im Spätherbst II. Auf Entdeckungstour in der Fröttmaninger Heide

In Planung:

  • Tremellodendropsis tuberosa – ein seltener, entfernter Verwandter des Judasohrs auf einem initialen Kalkmagerrasen bei Augsburg

Frühlingsbote

Melanoleuca cognata - Frühjahrs- oder Falber Weichritterling

Der Frühjahrs-Weichritterling ist einer der ersten Speisepilze im Jahr. Der Blätterpilz fruktifiziert vorwiegend in Nadelwäldern. Markant sind die freudig orange- bis lachsfarbenen Töne in den Lamellen der Fruchtkörper.

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Violetter Fächer

Violettblättriger Zwergknäueling (Panellus violaceofulvus)

Im Winterhalbjahr, gerne nach der Schneeschmelze im Frühling, fruktifiziert an den Ästen von Weiß-Tannen und anderen Nadelhölzern der Violettblättrige Zwergknäueling. Der kurze Stiel ist weiß zottig-behaart.

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Trockenkünstler

Steppen-Trichterling (Infundibulicybe glareosa)

Im Sommer erscheint auf den kurzgrasigen Flächen der Fröttmaninger Heide der Steppen-Trichterling. Der Pilz gilt als Indikator für nährstoffarme und wärmebegünstigte Trockenrasen auf Kalkböden.

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Schotterpionier

Gefalteter Adermoosling oder Geröllnabeling (Arrhenia rickenii)

Der Gefaltete Adermoosling besiedelt auf der Fröttmaninger Heide kiesige, teils moosige Ruderalstellen, sekundär auch Mauerreste. Markant ist der gerieft-faltige Hut mit ausgeprägt querverbundenen Lamellen.

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Rezension: Pareys Buch der Pilze

Pareys Buch der Pilze 2005 vs. 2016Das „Pareys Buch der Pilze“ wird auch heute noch in Kursen zur Pilzbestimmung eingesetzt. Seine Stärke sind die Bestimmungsschlüssel und insbesondere die gezeichneten Fruchtkörper. Anders als bei Fotos, die Pilze nicht immer typisch zeigen, lassen sich so alle arttypischen Merkmale herausarbeiten. Im Jahr 2016 hat der Kosmos Verlag eine Neuauflage des Klassikers herausgebracht. In der Rezension erfahrt ihr, ob sich der Kauf im Vergleich zur vorherigen Ausgabe lohnt.

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Besucherlenkung: Pilzaufsteller aus Holz

Anleitung: Pilzmotive aus Holz selbst gemachtAufstellbare Pilztafeln aus Holz sind ideal, um Pilzausstellungen, Beratungsstellen und mykologische Tagungen zu promoten. Zunächst wird eine Schablone erstellt – hierzu stehen mehrere Vorlagen kostenlos als Download parat. Nach dem Übertragen auf eine Holzplatte wird das Motiv mit einer Stichsäge ausgesägt. Danach werden die scharfen Kanten mit einer Oberfräse gebrochen. Es folgt das Grundieren und Bemalen der Tafeln. Dann werden sie mit Ständern aus Holzleisten verschraubt und aufgestellt.

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