• Firnhaberauheide_Nord_2013-10-23Herbst im Norden der Heide
  • Melanoleuca_1_sp_2013-10-23Weichritterling #1
  • Melanoleuca_2_sp_2013-10-23Weichritterling #2
  • Cuphophyllus_fuscescens_2013-10-23_1Bräunlicher Ellerling
  • Cuphophyllus_fuscescens_2013-10-23_2Herablaufende Lamellen
  • Cuphophyllus_ochraceopallidus_2013-10-23Ockerblasser Ellerling
  • cf_Pseudoclitocybe_expallens_2013-10-23Ausblassender Scheintrichterling?
  • Arrhenia_baeospora_2013-10-23_1Kleinsporiger Adermoosling
  • Arrhenia_baeospora_2013-10-23_2Zweites Gruppenfoto

Der goldene Oktober bescherte mir am Dienstag, den 22.10.2013, wunderbares Herbstwetter mit Sonnenschein, blauem Himmel und ein paar Schleierwolken. Zunächst steuerte ich den Teil der Firnhaberauheide an, der nördlich der A 8 liegt. Als erstes stieß ich auf ein Trio Weichritterlinge (Melanoleuca sp.) mit braunem Hut und braunem Stielfleisch. Ein paar Meter sammelte ich noch zwei weitere Fruchtkörper auf, deren Hüte dunkler gefärbt und noch nicht voll aufgeschirmt waren. Die Gattung ist durch die geraden Stiele, flach ausgebreiteten Hüte und dicht gedrängt stehenden, zur Hutfarbe meist kontrastierenden Lamellen relativ leicht zu erkennen. Um welche Art es sich handelt und ob die zweite Kollektion ein und dieselbe Art ist, wird im Winterhalbjahr eine mikroskopische Untersuchung zeigen.

Ein paar Ellerlinge
Als nächstes erspähte ich einen Ellerling mit brauner Hutmitte: der Bräunliche Ellerling (Cuphophyllus fuscescens). Die Art wird genau wie der Ockerblasse Ellerling (C. ochraceopallida) – eine Gruppe Frk. fand ich später noch im Südteil der Heide – von Boertmann (2010) nur als Varietät des Jungfern-Ellerlings (C. virgineus) angesehen.

Anschließend stattete ich dem südlichen Teil einen Besuch ab. Dort stieß ich mehrfach auf einen geruchlosen, braunen Blätterpilz mit Trichterlingshabitus, dessen Hüte überwiegend weißlich ausgeblasst waren. Auch er wurde für eine Nachuntersuchung eingesackt. Im Verdacht steht der Ausblassende oder Heide-Scheintrichterling (Pseudoclitocybe expallens). [Ludwig 2001]

Winziger Nabeling mit Mehlgeruch
Das Highlight war jedoch ein fragiler Blätterpilz mit ungegabelten Lamellen und auffallendem Geruch nach Mehl bzw. Salatgurke. Die Sporen maßen im Schnitt statistisch ausgewertet 7 ±1,05 x 3,3 ±0,52 µm, weshalb es sich um den seltenen Kleinsporigen Adermoosling (Arrhenia cf. baeospora) handeln dürfte. (Ludwig 2001, Gröger 2006) Im Gröger-Teilschlüssel f, der graue oder braune Nabelinge mit stärker länglichen Sporen [Quotient = 1,5–2 oder mehr], aber mit Schnallen an den Hyphen umfasst, findet sich bei dem Taxon noch ein Hinweis auf den ähnlich aussehenden Mehlgeruch-Nabeling (Omphalina farinolens), der jedoch größere Sporen hat. Klasse Fund – der Ausflug hat sich gelohnt!

 

Literatur

  • Boertmann, D. (2010): The genus Hygrocybe, 2nd rev. ed. Fungi of Northern Europe, Vol. I: 60–61.
  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa. Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 411.
  • Ludwig, E. (2001): Pilzkompendium, Bd. 1, Beschreibungen. IHW-Verlag, Eching: 467.

 

Stattlicher Rotporer

Blaufleckender Kaiserröhrling (Imperator rhodopurpureus agg.)

Im Eichelgarten, eine ehemalige Huteweide, wächst der Gelbhütige Purpur-Röhrling. Er blaut intensiv auf Druck oder bei Verletzung, hat einen rot genetzten Stiel und ebenso gefärbte Röhrenmündungen.

Zum Porträt...

Trockenkünstler

Steppen-Trichterling (Infundibulicybe glareosa)

Im Sommer erscheint auf den kurzgrasigen Flächen der Fröttmaninger Heide der Steppen-Trichterling. Der Pilz gilt als Indikator für nährstoffarme und wärmebegünstigte Trockenrasen auf Kalkböden.

Zum Porträt...

Schotterpionier

Gefalteter Adermoosling oder Geröllnabeling (Arrhenia rickenii)

Der Gefaltete Adermoosling besiedelt auf der Fröttmaninger Heide kiesige, teils moosige Ruderalstellen, sekundär auch Mauerreste. Markant ist der gerieft-faltige Hut mit ausgeprägt querverbundenen Lamellen.

Zum Porträt...

Gold-Nuggets

Conocybe aurea - Gold-Samthäubchen

Das Gold-Samthäubchen leistet dem Oleander meiner Mutter seit 2011 Gesellschaft. Der freudig gefärbte Pilz fruktifiziert vorwiegend bei sommerlichen Temperaturen, sofern die Erde feucht gehalten wird.

Zum Porträt...

Rezension: Pareys Buch der Pilze

Pareys Buch der Pilze 2005 vs. 2016Das „Pareys Buch der Pilze“ wird auch heute noch in Kursen zur Pilzbestimmung eingesetzt. Seine Stärke sind die Bestimmungsschlüssel und insbesondere die gezeichneten Fruchtkörper. Anders als bei Fotos, die Pilze nicht immer typisch zeigen, lassen sich so alle arttypischen Merkmale herausarbeiten. Im Jahr 2016 hat der Kosmos Verlag eine Neuauflage des Klassikers herausgebracht. In der Rezension erfahrt ihr, ob sich der Kauf im Vergleich zur vorherigen Ausgabe lohnt.

Zur Buchbesprechung...

Besucherlenkung: Pilzaufsteller aus Holz

Anleitung: Pilzmotive aus Holz selbst gemachtAufstellbare Pilztafeln aus Holz sind ideal, um Pilzausstellungen, Beratungsstellen und mykologische Tagungen zu promoten. Zunächst wird eine Schablone erstellt – hierzu stehen mehrere Vorlagen kostenlos als Download parat. Nach dem Übertragen auf eine Holzplatte wird das Motiv mit einer Stichsäge ausgesägt. Danach werden die scharfen Kanten mit einer Oberfräse gebrochen. Es folgt das Grundieren und Bemalen der Tafeln. Dann werden sie mit Ständern aus Holzleisten verschraubt und aufgestellt.

Zur Bauanleitung...

Zum Seitenanfang