• Lactarius_subdulcis_2015-10-24_1Lamellen bräunlich gefleckt
  • Lactarius_subdulcis_2015-10-24_2Hutrand oft heller und gekerbt
  • Lactarius_subdulcis_2015-10-24_3Fleisch weißlich, im Stiel hohl
  • Lactarius_subdulcis_2015-10-24_4Fruchtkörper im Buchenfalllaub
  • Lactarius_subdulcis_2015-10-17_1Hut rot-braun bis fleischbraun
  • Lactarius_subdulcis_2015-10-17_2Milch weißlich, etwas wässrig

Funddaten

Kollektion: 11 Fruchtkörper   Bestimmung: Lactarius subdulcis (Persoon 1801) Gray 1821   Funddatum: 24.10.2015   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Donau-Ries − Mertingen-Druisheim − Mertinger Forst   Messtischblatt: 7330/4.2.3   Höhe über NN: 440 m   Ökologie: Nordwestlich exponierter Hang mit einem Mischwald aus Buchen (Fagus sylvatica) und Lärchen (Larix decidua) mit einzelnen Weiß-Tannen (Abies alba), Moor-Birken (Betula pubescens) und Rot-Eichen (Quercus rubra), durchsetzt mit schmalen Streifen Fichtenbeständen; im Süden, Südwesten und Nordwesten von Fichtenparzellen gesäumt   Begleitfunga: Maronen-Röhrling (Imleria badia), Violetter Lacktrichterling (Laccaria amethystea), Eichen-Milchling (Lactarius quietus), Kahler Krempling (Paxillus involutus agg.)

Merkmale

Hut: 19−55(−77) × 19−51(−67) mm breit, 4−19 mm hoch, jung schon flach gewölbt, am Rand herabgebogen, mittig gerne mit +/- ausgeprägtem Buckel, rundlich, selten kreisrund, auch eingeschnürt und teils lappig fast senkrecht nach oben gebogen, im Alter trichterartig vertieft, uneben, Rand gewellt und stellenweise gerippt, scharfrandig, Oberfläche matt, trocken, nicht klebrig, vor allem mittig gerne fein runzelig, rötlich-braun, mittig häufig dunkler braun getönt, hygrophan, vom Rand her hell ocker-gräulich ausblassend, dann zweifarbig erscheinend

Lamellen: breit angewachsen bis schwach herablaufend, bogig, später in Stielnähe auch leicht bauchig, dünn, dicht gedrängt, mit Lameletten untermischt, Schneiden glatt und wie die Lamellenfläche zunächst fast weißlich, später hell schmutzig-ocker gefärbt, auch mit bräunlichen Flecken

Sporenpulver: weißlich

Stiel: 28−65 mm lang, im unteren Drittel (7-)8−15 x (4-)7−15 mm dick, apikal verjüngt und 6−13(−16) × 6−11(−14) mm dick, nur an der Spitze zylindrisch, sonst unregelmäßig, nach unten häufig gequetscht, auch mit Mittelfurche, selten gerade, gerne ein wenig wellig verbogen, in der unteren Hälfte auch undeutlich längs gerillt, basal selten büschelig verwachsen, stets in der Falllaubschicht und dort mit Buchenblättern verwachsen, dort weißfilzig, Oberfläche matt, zur Stielbasis dunkler und mit mehr Brauntönen

Fleisch: weißlich; im Stiel ohne Faserrichtung, zur Stielrinde hin fein bräunlich marmoriert, im Alter hohl werdend

Milchsaft: weiß, reichlich

Geruch: wie der Eichen-Milchling (Lactarius quietus) nach Blattwanzen, nur etwas schwächer

Anmerkungen

Typische Merkmale

Der Braune Buchen-Milchling besitzt einen rot-braunen bis blass fleischbräunlichen, auch zweifarbig erscheinenden Hut mit einer bei Feuchtigkeit fettigen Oberfläche, eine wässrig weißliche sowie milde bis bittere Milch und riecht mehr oder weniger deutlich nach Blattwanzen. Typisch ist sein Vorkommen unter Rotbuche im Falllaub.

Artabgrenzung

Milchlinge mit ± braunen Hüten

Der Kampfer-Milchling (Lactarius camphoratus) hat einen ähnlich rot-braunen Hut, der beim Trocknen etwas ausblasst. Er riecht jedoch nach Liebstöckel bzw. Maggi-Würze, insbesondere getrocknete Fruchtkörper. Der Rotbraune Milchling (L. rufus) besitzt eine deutlich scharf schmeckende Milch und besiedlt Nadelwälder. Der meist blasser bräunliche Flatter-Milchling (L. tabidus) milcht wie der Braune Buchen-Milchling wässrig weiß, der Milchsaft verfärbt sich aber an der Luft langsam bzw. auf weißem Papier rasch schwefelgelb. Sein Fleisch schmeckt erst mild und dann scharf. Auch der nah verwandte Eichen-Milchling (L. quietus) sieht ähnlich aus und riecht zudem ebenfalls nach Blattwanzen. Er hat einen stets matten, nicht hygrophanen und oft leicht gezonten Hut. Seine creme-gelbliche Milch schmeckt mehr oder weniger mild und im Nachgang bitter. Der Milchling ist ausschließlich mit Eichen vergesellschaftet.

Milchlinge mit ± orange-braunen Hüten

Der Milde Milchling (Lactarius aurantiacus) hat einen orange-braunen, glatten, ungezonten Hut und einen kaum wahrnehmbaren, unspezifischen Geruch. Der Orangefuchsige Milchling (L. fulvissimus) besitzt einen leuchtend orange-braunen Hut und keine netzig-gratigen Sporen. Der Rotgegürtelte Runzel-Milchling (L. rubrocinctus) hat ein bitter-schärflich schmeckendes Fleisch und unterscheidet sich mikroskopisch durch einen anderen Aufbau der Hutdeckschicht.

Geruch nach Blattwanzen

In der pilzkundlichen Literatur bezeichnet der Begriff „Blattwanzen“ keine bestimmte Art sondern mehrere blattfressende Wanzen aus unterschiedlichen Gattungen und Familien. Viele dieser Wanzen besitzen u. a. zur Abschreckung ihrer Fressfeinde Stinkdrüsen, aus denen sie bei Gefahr ein unangenehm riechendes Sekret absondern, das diesen charakteristischen Wanzengeruch verursacht. Typische Blattwanzen sind beispielsweise die Bunte Blattwanze (Elasmostethus interstinctus) aus der Familie der Stachelwanzen und die Grüne Stinkwanze (Palomena prasina) aus der Familie der Baumwanzen. Es werden noch weitere Wanzenarten aus anderen Familien und Gattungen als Blattwanzen bezeichnet.

Untersuchte Kollektion

Die Beschreibung bezieht sich auf die Fruchtkörper auf den Bildern 1−4; die Bilder 5−6 stammen vom selben Fundort am 17.10.2015 und sollen die Variabilität der Art veranschaulichen.

Literatur

  • Gröger, F. (2014): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil II. Regensb. Mykol. Schr. 17: 492−493.
  • Heilmann-Clausen, J. et al. (2000): The genus Lactarius. Fungi of Northern Europe, Vol. 2. Svampetryk, Tilst (DK): 194−195.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2000): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 2. Ständerpilze: Leisten-, Keulen-, Korallen- und Stoppelpilze, Bauchpilze, Röhrlings- und Täublingsartige. Eugen Ulmer, Stuttgart: 426−427.
  • Verbeken, A. & J. Vesterholt (2012): Lactarius Pers. In: Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 141.

Stattlicher Rotporer

Blaufleckender Kaiserröhrling (Imperator rhodopurpureus agg.)

Im Eichelgarten, eine ehemalige Huteweide, wächst der Gelbhütige Purpur-Röhrling. Er blaut intensiv auf Druck oder bei Verletzung, hat einen rot genetzten Stiel und ebenso gefärbte Röhrenmündungen.

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Trockenkünstler

Steppen-Trichterling (Infundibulicybe glareosa)

Im Sommer erscheint auf den kurzgrasigen Flächen der Fröttmaninger Heide der Steppen-Trichterling. Der Pilz gilt als Indikator für nährstoffarme und wärmebegünstigte Trockenrasen auf Kalkböden.

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Schotterpionier

Gefalteter Adermoosling oder Geröllnabeling (Arrhenia rickenii)

Der Gefaltete Adermoosling besiedelt auf der Fröttmaninger Heide kiesige, teils moosige Ruderalstellen, sekundär auch Mauerreste. Markant ist der gerieft-faltige Hut mit ausgeprägt querverbundenen Lamellen.

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Gold-Nuggets

Conocybe aurea - Gold-Samthäubchen

Das Gold-Samthäubchen leistet dem Oleander meiner Mutter seit 2011 Gesellschaft. Der freudig gefärbte Pilz fruktifiziert vorwiegend bei sommerlichen Temperaturen, sofern die Erde feucht gehalten wird.

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Rezension: Pareys Buch der Pilze

Pareys Buch der Pilze 2005 vs. 2016Das „Pareys Buch der Pilze“ wird auch heute noch in Kursen zur Pilzbestimmung eingesetzt. Seine Stärke sind die Bestimmungsschlüssel und insbesondere die gezeichneten Fruchtkörper. Anders als bei Fotos, die Pilze nicht immer typisch zeigen, lassen sich so alle arttypischen Merkmale herausarbeiten. Im Jahr 2016 hat der Kosmos Verlag eine Neuauflage des Klassikers herausgebracht. In der Rezension erfahrt ihr, ob sich der Kauf im Vergleich zur vorherigen Ausgabe lohnt.

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Besucherlenkung: Pilzaufsteller aus Holz

Anleitung: Pilzmotive aus Holz selbst gemachtAufstellbare Pilztafeln aus Holz sind ideal, um Pilzausstellungen, Beratungsstellen und mykologische Tagungen zu promoten. Zunächst wird eine Schablone erstellt – hierzu stehen mehrere Vorlagen kostenlos als Download parat. Nach dem Übertragen auf eine Holzplatte wird das Motiv mit einer Stichsäge ausgesägt. Danach werden die scharfen Kanten mit einer Oberfräse gebrochen. Es folgt das Grundieren und Bemalen der Tafeln. Dann werden sie mit Ständern aus Holzleisten verschraubt und aufgestellt.

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