• Lactarius_circellatus_2016-06-21_1Fruchtkörper recht kompakt
  • Lactarius_circellatus_2016-06-21_2Hut mehrfach dunkel zoniert
  • Lactarius_circellatus_2016-06-21_3Lamellen gedrängt und ocker
  • Lactarius_circellatus_2016-06-21_4Verschieden alte Exemplare
  • Lactarius_circellatus_2016-06-21_5Fruktifikation bei Hainbuche

Funddaten

Kollektion: 5 Fruchtkörper   Bestimmung: Lactarius circellatus Fries 1838   Funddatum: 11.6.2016   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Donau-Ries − Donauwörth-Neudegger Siedlung, Stauferpark, südlich des Stadions unweit der Altglascontainer   Messtischblatt: 7230/4.3.1   Höhe über NN: 401 m   Ökologie: Grünanlage mit Hainbuche (Carpinus betulus), auf dem mit Rasen bewachsenen und teils mit Grasschnitt bedecktem Boden  Begleitfunga: Hainbuchen-Täubling (Russula carpini) und Netzstieliger Hexen-Röhrling (Suillellus luridus)

Merkmale

Hut: 7,5−10(−15) × 8−10(−15,5) cm breit, 1,5−2(−3,5) cm hoch, rundlich, selten kreisrund, jung flach gewölbt, dann flach ausgebreitet, in der Mitte nabelingsartig vertieft, Rand lange umgebogen, bisweilen eingeschnürt, ungerieft, zuletzt trichterartig vertieft, Rand wellig verbogen, allenfalls partiell schwach höckerig-gerieft, Oberfläche bei feuchter Witterung glänzend und schmierig, aber nicht schleimig, abtrocknend etwas klebrig, trocken matt und etwas rau anfühlend, ocker-grau, zum Rand hin mehrfach konzentrisch violettlich-grau gezont

Lamellen: breit angewachsen, bisweilen schwach ausgebuchtet und mit Zähnchen kurz herablaufend, bogig, später s-förmig (in Stielnähe leicht bauchig, zum Rand hin bogig), bis zu 8 mm breit, dicht gedrängt, mit Lameletten untermischt, bisweilen gestaucht-wellig, auch querverbunden und gegabelt, Schneiden glatt und wie die Lamellenfläche gefärbt, jung weißlich-cremefarben, später durch das ausfallende Sporenpulver ockerfarben

Sporenpulver: ocker

Stiel: 5−7 cm lang, 1,5−2(−3 x 4) cm dick, unregelmäßig zylindrisch, meist invers schlank-keulig verdickt, bisweilen gequetscht, basal auch längs gefurcht, gerade bis schwach wellig verbogen, basal mit bis zu zwei Fruchtkörpern verwachsen, Oberfläche matt, deutlich blasser als der Hut gefärbt, weißlich, später hellocker-gräulich

Fleisch: weiß, später basal und unter der Stielrinde auch blass ocker getönt; im Hut bis zu 18 mm dick; im Stiel ohne Faserrichtung, zunächst voll, später hohl

Milchsaft: reichlich, weiß, sehr langsam blass gelblich verfärbend

Geruch: würzig

Geschmack: zunächst mild mit leicht bitterer Komponente, nach etwas Kauen schärflich

Anmerkungen

Artabgrenzung

Der Doppelgänger des Gebänderten Hainbuchen-Milchlings ist der Scharfe Hasel-Milchling (Lactarius pyrogalus). Beide Arten haben mehr oder weniger gleiche Hut- und Lamellenfarben, auch die zebra-artig gemusterte Sporenornamentation ist nahezu identisch, wenngleich bei L. circellatus stärker ausgeprägt. L. pyrogalus hat schlankere Fruchtkörper, einen kaum oder nur andeutungsweise gezonten Hut mit einer schmierigeren Oberfläche, entfernter stehende und noch stärker ocker gefärbte Lamellen und ist mit Haseln (Corylus sp.) vergesellschaftet. Darüber hinaus besitzt der Scharfe Hasel-Milchling längere sterile Elemente auf der Lamellenfläche (Pleuromakrozystiden) als die hier vorgestellte Art: Gröger (2014) gibt für L. circellatus 50−70(−80) µm und für L. pyrogalus 50−100(−110) µm an.

Ähnlich können auch der Graugrüne Milchling (L. blennius) und der Braunfleckende Milchling (L. fluens) aussehen. Sie haben aber blassere Lamellen und wachsen bei Rot-Buche (Fagus sylvatica), letzterer seltener auch bei Hainbuche. Auffallend sind bei L. fluens die namensgebenden braunfleckenden Lamellen und oft eine weißliche Zone am Hutrand. Außerdem besitzen beide Milchlinge eine andere Sporenornamentation aus mehreren verbundenen Graten und vereinzelten geschlossenen Maschen.

Namen

Fries' Originaldiagnose von L. circellatus erlaubt verschiedene Interpretationen, weshalb sich Heilmann-Clausen, Verbeken und Vesterholt (2000) dazu entschlossen haben, der Interpretation von Neuhoff (1956) zu folgen, um nomenklatorische Verwirrungen zu vermeiden. Dies entspricht auch dem gegenwärtigen Gebrauch der Namen.

Literatur

  • Fries, E. M. (1838): Epicrisis Systematis Mycologici: 338.
  • Gröger, F. (2014): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil II. Regensb. Mykol. Schr. 17: 483.
  • Heilmann-Clausen, J. et al. (2000): The genus Lactarius. Fungi of Northern Europe, Vol. 2. Svampetryk, Tilst (DK): 50−51.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 136.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2000): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 2. Ständerpilze: Leisten-, Keulen-, Korallen- und Stoppelpilze, Bauchpilze, Röhrlings- und Täublingsartige. Eugen Ulmer, Stuttgart: 399−400 (Darin fälschlicherweise mit dem Scharfen Hasel-Milchling (Lactarius pyrogalus) vermengt.)
  • Laux, H. E. (2015): Der große Kosmos Pilzführer. Kosmos, Stuttgart: 442.
  • Neuhoff, W. (1956): Die Milchlinge (Lactarii). Die Pilze Mitteleuropas, Bd. 2b. Klinkhardt, Bad Heilbrunn.

Violetter Fächer

Violettblättriger Zwergknäueling (Panellus violaceofulvus)

Im Winterhalbjahr, gerne nach der Schneeschmelze im Frühling, fruktifiziert an den Ästen von Weiß-Tannen und anderen Nadelhölzern der Violettblättrige Zwergknäueling. Der kurze Stiel ist weiß zottig-behaart.

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Schotterpionier

Gefalteter Adermoosling oder Geröllnabeling (Arrhenia rickenii)

Der Gefaltete Adermoosling besiedelt auf der Fröttmaninger Heide kiesige, teils moosige Ruderalstellen, sekundär auch Mauerreste. Markant ist der gerieft-faltige Hut mit ausgeprägt querverbundenen Lamellen.

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Weicher Ritter

Weißblättriger Weichritterling (Melanoleuca rasilis var. leucophylloides)

In der Königsbrunner Heide am Rand eines Trampfelpfads wächst standorttreu der Weißblättrige Weichritterling. Er besitzt einen ockerfarbenen, bereits jung flach ausgebreiteten Hut mit weißen und eng stehenden Lamellen.

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Mottenkugeln im Wald

Mottenkugel-Lederrindenpilz (Scytinostroma portentosum)

Trotz des rindenpilzartigen Aussehens ist der Mottenkugel-Lederrindenpilz um ein paar Ecken mit den Täublingen verwandt. Er ist relativ bunt, bereift, oftmals großflächig und riecht penetrant nach Naphtalin.

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Rezension: Handbuch für Pilzsammler

Doppelseite mit SteinpilzartenAndreas Gminders „Handbuch für Pilzsammler“ richtet sich an ambitionierte Einsteiger, die mehr wollen, als ihre Funde mit den abgedruckten Fotos zu vergleichen. Die darin enthaltenen Bestimmungsschlüssel und Artporträts ermöglichen es den Leserinnen und Lesern rund 340 mitteleuropäische Arten anhand von Merkmalen und Lebensräumen zu bestimmen. Ist eine Art nicht enthalten, lassen sich die Funde oft für weitergehende Recherchen einer Gattung oder Artengruppe zuordnen.

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Besucherlenkung: Pilzaufsteller aus Holz

Anleitung: Pilzmotive aus Holz selbst gemachtAufstellbare Pilztafeln aus Holz sind ideal, um Pilzausstellungen, Beratungsstellen und mykologische Tagungen zu promoten. Zunächst wird eine Schablone erstellt – hierzu stehen mehrere Vorlagen kostenlos als Download parat. Nach dem Übertragen auf eine Holzplatte wird das Motiv mit einer Stichsäge ausgesägt. Danach werden die scharfen Kanten mit einer Oberfräse gebrochen. Es folgt das Grundieren und Bemalen der Tafeln. Dann werden sie mit Ständern aus Holzleisten verschraubt und aufgestellt.

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