• Russula_aurea_2016-06-23_1Stiele lebhaft gelb überhaucht
  • Russula_aurea_2016-06-23_2Hüte freudig orange-gelb
  • Russula_aurea_2016-06-23_3Lamellen blass gelblich
  • Russula_aurea_2016-06-23_4Lamellenschneiden chromgelb
  • Russula_aurea_2016-06-23_5Fruchtkörper verschieden alt

Funddaten

Kollektion: 3 Fruchtkörper (Rest aufgrund von Schimmelbefall entsorgt)   Bestimmung: Russula aurea Persoon 1796   Funddatum: 23.6.2016   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Donau-Ries − Donauwörth-Parkstadt, Grünanlage an der Ecke Schlesier- und Andreas-Mayr-Straße   Messtischblatt: 7230/4.2.3   Höhe über NN: 505 m   Ökologie: Hainbuche (Carpinus betulus), Rot-Buche (Fagus sylvatica) und Eiche (Quercus sp.) auf spärlich bewachsenem Boden

Merkmale

Hut: 2,5−8 cm breit, 1,5−2,5 cm hoch, jung annähernd kugelig, dann gewölbt und mittig abgeflacht bis eingesenkt, später am Rand nach oben gewölbt und etwas gewellt, scharfrandig, Rand jung ungerieft, doch bald schon höckerig-gerieft, Oberfläche matt, schwach klebrig, teils mit Erdpartikeln behaftet, Huthaut bis zur Hälfte des Hutradius´ abziehbar und erreicht bisweilen nicht den Rand, ungleichmäßig blutrot, marsrot, orange und gelb-orange gefleckt, am Hutrand mit mehr Gelbtönen, jung auch mit dunkelrotem Randbereich

Lamellen: spröde, ausgebuchtet angewachsen, jung schwach und im Alter ausgeprägt bauchig, dicht gedrängt, vereinzelt mit Lamelletten untermisch, ungegabelt, am Grund queraderig verbunden, jung weiß, bald gelblich, Schneiden gerade, glatt und zur Lamellenfläche kontrastierend chromgelb gefärbt

Sporenpulver: ocker

Stiel: 2,5−5 cm lang, zylindrisch, zur Basis hin verjüngt, am oberen Ende etwas erweitert, (oberes Stielende 11−22 cm und unteres Stielende 10−20 × 22 mm dick), selten umgekehrt keulig, gerade bis etwas geschwungen, Stielrinde schwach längs gefasert und bisweilen längs gefurcht, weiß, gelb überlaufen

Fleisch: im Hut 6−11 mm dick, nur jung fest, dann weich, weiß, unter der Huthaut bis zu 2 mm tief gelblich gefärbt; im Stiel ohne Faserrichtung (brüchig wie Käse), zunächst fest und voll, bald schon schwammig-weich bis beinahe wattig ausgefüllt, abgesehen von der bis zu 3 mm dicken Stielrinde, weiß

Geruch: unspezifisch, im Anschnitt mit fruchtiger Komponente

Geschmack: in allen Teilen mild, auch nach längerem Kauen

Anmerkungen

Artabgrenzung

Typische Formen des Gold-Täublings, wie hier vorgestellt, lassen sich durch das gelb gefärbte Fleisch unter der der Huthaut, die zitronen- bis chromgelben Lamellenschneiden und den von der Basis aus zitronengelb überlaufenen Stiel leicht erkennen. Seltene völlig dunkelrote Exemplare zeigen meist chromgelbe Flecken. Daneben existiert noch die Form axantha gänzlich ohne gelbe Pigmentierung, deren Abgrenzung von anderen rothütigen Täublingen eine mikroskopische Untersuchung erfordert: R. aurea hat ein Sporenornament aus gratig bis netzig verbundenen Warzen und die Huthaut weist weder Dermatozystiden noch inkrustierte Hyphen auf (Bon 2016).

Namen

Viele Jahre wurde der Gold-Täubling unter dem wissenschaftlichen Namen Russula aurata geführt. Das Taxon wurde von dem englischen Naturforscher William Withering als Agaricus auratus erstbeschrieben und von Elias Magnus Fries im Jahr 1838 in die Gattung Russula gestellt. Die Art wurde aber bereits 1796 von Christian Hendrik Persoon als Russula aurea beschrieben: Der Name ist älter und hat deshalb Priorität.

Beide Namensbestandteile „auratus“ bzw. „aurata“ und „aurea“ leiten sich vom lateinischen Adjektiv „aureus“ (= vergoldet, vergolden) ab, zu lat. „aurum“ (= Gold), und beziehen sich auf das goldgelbe Fleisch unter der Huthaut. (Genaust 2005)

Literatur

  • Bon, M. (2016): Pareys Buch der Pilze. Kosmos, Stuttgart: 68.
  • Einhellinger, A. (1994): Die Gattung Russula in Bayern. Bibliotheca Mycologica, Bd. 112. Cramer, Berlin-Stuttgart: 34–36. (geführt als R. aurata)
  • Genaust, H. (2005): Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3. Aufl. Nikol, Hamburg: 87.
  • Gröger, F. (2014): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil II. Regensb. Mykol. Schr. 17: 514.
  • Knudsen, H., J. Ruotsalainen & J. Vauras (2012): Key L: Sect. Polychromae Maire subsect. Polychromae (incl. subsect. Auratinae Bon). In: Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 182–183.
  • Krieglsteiner, G.J. [Hrsg.] (2000): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 2. Leisten-, Keulen-, Korallen- und Stoppelpilze, Bauchpilze, Röhrlings- und Täublingsartige. Eugen Ulmer, Stuttgart: 497−498.
  • Laux, H. E. (2015): Der große Kosmos Pilzführer. Kosmos, Stuttgart: 412.
  • Sarnari, M. (2005): Monografia illustrata del Genere Russula in Europa, Tomo Secondo. AMB, Centro Studi Micologici, Trento: 1072−1078.
  • Schaeffer, J. (1933): Russula-Monographie. Annales Mycologici 31(3): 305–516. (geführt als R. aurata)

Violetter Fächer

Violettblättriger Zwergknäueling (Panellus violaceofulvus)

Im Winterhalbjahr, gerne nach der Schneeschmelze im Frühling, fruktifiziert an den Ästen von Weiß-Tannen und anderen Nadelhölzern der Violettblättrige Zwergknäueling. Der kurze Stiel ist weiß zottig-behaart.

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Schotterpionier

Gefalteter Adermoosling oder Geröllnabeling (Arrhenia rickenii)

Der Gefaltete Adermoosling besiedelt auf der Fröttmaninger Heide kiesige, teils moosige Ruderalstellen, sekundär auch Mauerreste. Markant ist der gerieft-faltige Hut mit ausgeprägt querverbundenen Lamellen.

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In der Königsbrunner Heide am Rand eines Trampfelpfads wächst standorttreu der Weißblättrige Weichritterling. Er besitzt einen ockerfarbenen, bereits jung flach ausgebreiteten Hut mit weißen und eng stehenden Lamellen.

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Mottenkugeln im Wald

Mottenkugel-Lederrindenpilz (Scytinostroma portentosum)

Trotz des rindenpilzartigen Aussehens ist der Mottenkugel-Lederrindenpilz um ein paar Ecken mit den Täublingen verwandt. Er ist relativ bunt, bereift, oftmals großflächig und riecht penetrant nach Naphtalin.

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Rezension: Handbuch für Pilzsammler

Doppelseite mit SteinpilzartenAndreas Gminders „Handbuch für Pilzsammler“ richtet sich an ambitionierte Einsteiger, die mehr wollen, als ihre Funde mit den abgedruckten Fotos zu vergleichen. Die darin enthaltenen Bestimmungsschlüssel und Artporträts ermöglichen es den Leserinnen und Lesern rund 340 mitteleuropäische Arten anhand von Merkmalen und Lebensräumen zu bestimmen. Ist eine Art nicht enthalten, lassen sich die Funde oft für weitergehende Recherchen einer Gattung oder Artengruppe zuordnen.

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Besucherlenkung: Pilzaufsteller aus Holz

Anleitung: Pilzmotive aus Holz selbst gemachtAufstellbare Pilztafeln aus Holz sind ideal, um Pilzausstellungen, Beratungsstellen und mykologische Tagungen zu promoten. Zunächst wird eine Schablone erstellt – hierzu stehen mehrere Vorlagen kostenlos als Download parat. Nach dem Übertragen auf eine Holzplatte wird das Motiv mit einer Stichsäge ausgesägt. Danach werden die scharfen Kanten mit einer Oberfräse gebrochen. Es folgt das Grundieren und Bemalen der Tafeln. Dann werden sie mit Ständern aus Holzleisten verschraubt und aufgestellt.

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