• Leccinellum_carpini_2016-07-03_1Untere Stielenden verwachsen
  • Leccinellum_carpini_2016-07-03_2Exemplar mit kompakter Statur
  • Leccinellum_carpini_2016-07-03_3Randbereich grubig-eingedellt
  • Leccinellum_carpini_2016-07-03_4Poren eng, auf Druck grauend
  • Leccinellum_carpini_2016-07-03_5Ganze Kollektion im Überblick
  • Leccinellum_carpini_2016-07-03_6Fleisch erst rosa anlaufend
  • Leccinellum_carpini_2016-07-03_7...zuletzt grau, teils bläulich
  • Leccinellum_carpini_2009-07-04_1Huthaut am Rand überstehend
  • Leccinellum_carpini_2009-07-04_2Stiel unten etwas genetzt

Funddaten

Kollektion: 4 von 5 Fruchtkörpern   Bestimmung: Leccinellum carpini (R. Schulz 1924) Bresinsky & Manfred Binder 2003   Funddatum: 3.7.2016   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Donau-Ries − Donauwörth-Riedlingen, Riedlinger Holz   Messtischblatt: 7230/3.4.3   Höhe über NN: 508 m   Ökologie: Hainbuche (Carpinus betulus)
 

Merkmale

Hut: 4–6,5(–9) cm breit, 1(–2,5) cm hoch, polsterförmig, Oberfläche runzelig bis gedellt-grubig, insbesondere im Randbereich, Huthaut matt, feucht etwas klebrig, am Rand leicht überstehend, braun mit dunkelbraunen Gruben

Röhren: tief ausgebuchtet angeheftet, jung gerade, im Alter deutlich bauchig, bis zu 10–15(–18) mm lang, schmutzig weißlich bis blass gelblich, Fraßstellen grau, im Anschnitt langsam grau-schwärzlich verfärbend

Poren/Röhrenmündungen:  klein, 3−4 pro mm, rundlich bis schwach eckig, wie die Röhren schmutzig weißlich, bis blass gelblich gefärbt, auf Druck grauend

Sporenpulverfarbe: kein Abdruck angefertigt; laut Literatur oliv-braun (Ladurner & Simonini 2003)

Stiel: zwei Exemplare am unteren Stielende miteinander verwachsen, 6,5−12,5 cm lang, zylindrisch, dickste Stelle 18−29 cm und schmalste 8-15 mm breit, meist umgekehrt schlank keulig und am Hutansatz etwas erweitert, seltener kompakt und an einen Dickröhrling erinnernd, auf weiß-hellgrauem Grund mit feinen, dunkelgrauen bis grau-schwärzlichen Schüppchen bekleidet, lediglich unmittelbar an der Stielbasis weißfilzig ohne Schüppchen und mit Streuelementen verwachsen

Fleisch: im Hut zunächst fest, bald schon schwammig weich, 1−2,5 cm dick, weiß; im Stiel härter als im Hut, voll, längsfaserig, Stielrinde bis zu 1,5 mm dick, weißlich bis blass hellgräulich; Hut- nahtlos ins Stielfleisch übergehend, sowohl im Hut als auch im Stiel bei Luftkontakt langsam schmutzig rosa und zuletzt dauerhaft grauend, im Stiel auch stellenweise grau-schwärzlich fleckend, im unteren Stielbereich bläulich getönt

Geruch: angenehm säuerlich
 

Anmerkungen

Typische Merkmale

Die Hutoberfläche wirkt so, als sei sie mit der spitzen Seite eines Hammers bearbeitet worden. Das rings um den Stiel ausgebuchtete Röhrenpolster ist zuerst schmutzig-weißlich und dann grau-oliv gefärbt. Der festfleischige Stiel ist mit schwarz-bräunlichen Schüppchen bekleidet. Das Fleisch verfärbt nach Anschnitt grau-violett und wird nach kurzer Zeit schwarz.
 

Artabgrenzung

Der mit dunklen Schüppchen bekleidete Stiel und der braune Hut des Hainbuchen-Raufußes können an den Gewöhnlichen Birkenpilz (Leccinum scabrum). erinnern. Letztgenannter ist jedoch mit Birken und nicht mit Hainbuche oder selten auch Hasel vergesellschaft. Ebenso hat er eine ebene, homogene Hutoberfläche wohingegen die des Hainbuchen-Raufußes oft grubig-runzelig beschaffen ist. Der Gefleckthütige Röhrling (Hemileccinum depilatum) besitzt ebenfalls einen wie mit der spitzen Seite eines Hammers bearbeiteten Hut und lebt mit Hainbuche in Symbiose. Die Art besitzt jedoch anders als der Hainbuchen-Raufuß gelbe Röhren und Poren, eher gleichfarbige Stielschüppchen und eine nach Jodoform riechende Stielbasis.
 

Namen

Der Name Leccinellum griseum ist mehrdeutig: Quélet beschrieb den Hainbuchen-Raufuß 1902 als Gyroporus griseus und Saccardo & D. Saccardo kombinierten das Taxon 1905 zu Boletus griseus um. Aber bereits 1878 hat Frost mit Boletus griseus eine andere Pilzart beschrieben.
 

Literatur und Weblinks

  • Assyov, B.: Leccinum pseudoscabrum (Kallenb.) Šutara. Abgerufen am 6.7.2016.
  • Gminder, A. (2000): Boletales. In: Krieglsteiner, G. J. et al. (2000): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 2. Ständerpilze: Leisten-, Keulen-, Korallen- und Stoppelpilze, Bauchpilze, Röhrlings- und Täublingsartige. Eugen Ulmer, Stuttgart: 275−276.
  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 100.
  • Knudsen, H. & A. Taylor (2012): Leccinum Gray. In: Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 224
  • Ladurner, H. & G. Simonini (2003): Xerocomus s.l. Candusso, Alassio SV (IT): 92−97.

Publikationen

Zuletzt veröffentlicht:

  • Kunze, A. (2018): Maronne lecker! Der Tintling 112. Heft 2/2018: 9–16.

In Vorbereitung:

  • Bayerische Schotterpilze im Spätherbst II. Auf Entdeckungstour in der Fröttmaninger Heide

In Planung:

  • Tremellodendropsis tuberosa – ein seltener, entfernter Verwandter des Judasohrs auf einem initialen Kalkmagerrasen bei Augsburg

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