2015

  • Imleria_badia_2015-11-04_1Stiel fein braun gemasert
  • Imleria_badia_2015-11-04_2Fraßstelle rot-braun überzogen
  • Imleria_badia_2015-11-04_3Huthaut kastanienbraun
  • Imleria_badia_2015-11-04_4Röhren jung gelblich
  • Imleria_badia_2015-10-17_1Poren auf Druck blauend
  • Imleria_badia_2015-10-17_2Fleisch weiß, im Stiel teils braun
  • Imleria_badia_2008-09-06_1Wuchs auf finalmorschem Holz
  • Imleria_badia_2015-11-14_1Huthaut lange überstehend
  • Imleria_badia_2015-11-14_2Frk. im bodensauren Nadelwald

Funddaten

Kollektion: 6 von 7 Fruchtkörpern   Bestimmung: Imleria badia Fr. 1818 : Fr. 1821) Vizzini 2014   Funddatum: 4.11.2015   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Donau-Ries − Mertingen − Mertinger Forst, westsüdwestlich der Waldkapelle   Messtischblatt: 7330/4.1.4   Höhe über NN: 451 m   Ökologie: saurer sandiger Boden, rings um eine Wald-Kiefer (Pinus sylvestris), außerdem Fichten (Picea abies) und Birken (Betula pendula) im Einzugsbereich

Merkmale

Hut: 3−6 × 2,7−5,5 cm im Durchmesser, 1,5−2,5 cm hoch, zunächst halbkugelig, dann polsterartig gewölbt, nie kreisrund, bisweilen mit Einschnürung, Huthaut die Röhren überragend und schmal eingekrempelt, Oberfläche jung fein-samtig und matt, bei Berührung Fingerabdruck hinterlassend, gummiert anfühlend, feucht etwas schmierig-klebrig und glänzend, gleichmäßig bis zum Rand kastanien- bis dunkelbraun marmoriert, ältere Frassstellen mit bräunlicher Schicht überzogen (nachgewachsene Hutdeckschicht?)

Röhren: 2–8 mm lang, ausgebuchtet bis breit angewachsen und mit Zähnchen kurz herablaufend, bogig bis etwas s-förmig (zum Rand hin bogig und zum Stiel hin bauchig), blassgelb mit olivfarbener Nuance, im Alter bei Druck oder Verletzung schnell blauend, Röhrenboden gelb

Poren/Röhrenmündungen: eng, 2−3 pro mm, rundlich bis länglich, wie die Röhren gefärbt, bei Berührung rasch blauend

Sporenpulver: kein Abdruck angefertigt; laut Literatur oliv-braun (Ladurner & Simonini 2003)

Stiel: 8–10 cm lang, apikal 1–1,3 cm dick, mittlerer Stielbereich 1,2–2,7 cm, zylindrisch, leicht geschwungen bis s-förmig, bisweilen auch gekniet, basal ausspitzend, Stielrinde bräunlich längs gemasert, am Röhrenansatz blasser, Basis ocker-filzig bekleidet

Fleisch: im Stiel längsfaserig, voll, fest, weiß, basal ocker, Stielrinde bis zu 2 mm dick und schwach ocker getönt; im Hut in der Mitte 9–17 mm dick, fest, weiß; sowohl im Hut als auch im Stiel bei Kontakt mit Luftsauerstoff nicht blauend

Geruch: angenehm säuerlich

Anmerkungen

Typische Merkmale

Der Maronen-Röhrling ist durch den kastanienbraunen Hut, die gelblichen sowie bis auf junge Exemplare auf Druck/bei Verletzung blauenden Röhren, den fein und braun längsgemaserten Stiel und das weißliche bis gelbliche, bisweilen schwach blauende Fleisch unverkennbar. Dennoch kommen einige Röhrlinge mit braunen Hutfarben, gelben Poren und Stielen ohne Netz- oder Flockenzeichnung als potenzielle Doppelgänger infrage. Sogar ein Lamellenpilz kann auf den ersten Blick ähnlich aussehen.

Artabgrenzung

Gewöhnlicher Steinpilz

Von Anfängern wird der Pilz oft für einen Gewöhnlichen Steinpilz (Boletus edulis) gehalten. Dieser hat jedoch einen Stiel mit weißer Netzzeichnung, insbesondere oben nahe des Hutansatzes, und keine feine bräunliche Längsmaserung. Außerdem bleiben die Röhren des Steinpilzes auf Druck oder bei Verletzung unverändert, wohingegen die des Maronen-Röhrlings blau verfärben.

Gewöhnlicher Gallenröhrling

Daneben sind auch Verwechslungen mit dem Gewöhnlichen Gallenröhrling (Tylopilus felleus), der klassische Doppelgänger des Steinpilzes, denkbar. Dessen Röhren haben jedoch eine zunächst weiße und später schmutzig rosa Farbe und blauen ebenfalls nicht auf Druck oder bei Verletzung. Markant ist ferner das braune, erhabene Stielnetz auf bräunlichem Grund. Das Fleisch von T. felleus schmeckt zudem gallebitter. Allerdings gibt es Menschen mit beeinträchtigtem Geschmackssinn, die das Bittere nicht schmecken können. Darüber hinaus soll es auch mild schmeckende Exemplare geben.

Zedern-Kastanienröhrling

Imleria heteroderma, auf Deutsch fände ich „Zedern-Kastanienröhrling“ passend, sieht dem Maronen-Röhrling ähnlich, kann aber anhand dem blasser gefärbten, trocken-samtigen Hut, der an den Hasen-Röhrling (Gyroporus castaneus) oder den Mährischen Röhrling (Aureoboletus moravicus) erinnert, unterschieden werden. Außerdem hat der Gattungskollege keine gelatinisierte Hutdeckschicht. Letztere besteht zudem aus Pilzfäden (Hyphen) mit zahlreichen Körnchen, die sich mit Kongorot anfärben lassen. Die Art ist mit der Atlas-Zeder (Cedrus atlantica) vergesellschaftet. (Assyov 2017) Der Zedern-Kastanienröhrling wurde in Deutschland meines Wissens aber noch nicht nachgewiesen (Stand April 2017).

Brauner Filzröhrling

Dem Braunen Filzröhrling (Xerocomus ferrugineus) fehlt die feine braun längsgemaserte Stielzeichnung. Dagegen ist der Stiel oben grobflockig beschaffen, unterhalb befinden sich meist Längsrippen. Außerdem blauen die Fruchtkörper nicht oder allenfalls schwach. Die Poren der Röhrenschicht bräunen etwas auf Druck. Das Basalmyzel ist gelblich gefärbt. Die Art kommt an denselben Standorten wie der Maronen-Röhrling vor.

Mährischer Röhrling

Boris Assyov führt noch den in Deutschland relativ seltenen Mährischen oder Löwengelben Röhrling (Aureoboletus moravicus) als potenziellen Doppelgänger an. Dieser lässt sich von I. badia durch das weiße, über den Röhren und unter der Huthaut ockerfarbene bis bräunliche Fleisch, das bei Luftkontakt nicht blaut, und die ebenso unveränderlichen gelben Poren abgrenzen. Auch die Habitate unterscheiden sich: Frieder Gröger (2006) skizziert A. moravicus als Bewohner von Laubwäldern an offenen, sehr wäremebegünstigten Standorten auf neutralen bis basischen Böden. Der Maronen-Röhrling besiedelt dagegen hauptsächlich Nadelwälder mit Fichten und Kiefern, seltener Laubwälder, und stets auf sauren Böden.

Braunhütige Schmierröhrlinge

Bei feuchter Witterung wird die sonst trocken-filzige Hutoberfläche des Maronen-Röhrlings schmierig-klebrig, weshalb er auch mit einem der braunhütigen Schmierröhrlinge verwechselt werden kann. Die gelblich-weiße Stieloberfläche des Körnchen-Röhrlings (Suillus granulatus) hat keine Längsmaserung und ist mit gleichfarbigen Körnchen besetzt (Name!). Außerdem befinden sich auf der Röhrenschicht junger Exemplare feine Tröpfchen. Der Ringlose Butterpilz (S. collinitus) ist ebenfalls ein Kiefernbegleiter, hat jedoch eine rosafarbene Stielbasis, weshalb er auch „Rosafüßiger Körnchen-Röhrling“ genannt wird. Ein weiterer Doppelgänger ist der bei Kiefern vorkommende Butterpilz (S. luteus), der jedoch am Stiel einen weißlichen, häutigen Ring besitzt.

Europäisches Goldblatt

Das Europäische Goldblatt (Phylloporus pelletieri) erinnert durchaus einem Maronen-Röhrling, jedenfalls solange man nicht die entfernt stehenden und querverbundenen lamellenartigen Strukturen auf der Hutunterseite erblickt. Der Pilz ist der einzige europäische Vertreter der Gattung der Blätterröhrlinge. Jene Arten stellen den Übergang von Fruchtkörpern mit Lamellen hin zu denen mit Röhren dar.

Samtfuß-Holzkrempling

Kaum erwähnt wird in der Literatur der Samtfuß-Holzkrempling (Tapinella atrotomentosa) als möglicher Doppelgänger. Dies erscheint zunächst allein aufgrund der enorm großen Fruchtkörper absurd. Allerdings haben die gewölbten Hüte junger und kleiner Exemplare den annähernd selben Braunton wie der Maronen-Röhrling und können ihm von oben gesehen täuschend ähnlich sehen. Davon zeugen immer wieder umgedrehte und liegen gelassene Fruchtkörper bei meinen Exkursionen in bodensauren Fichten-Kiefernwäldern. Erst beim Blick auf die Unterseite fallen den Sammlern die Lamellen und der braunsamtige Stiel auf.

Gattungsüberblick

Die Gattung Imleria umfasst weltweit fünf Arten, von denen der Maronen-Röhrling (I. badia) und der Zedern-Kastanienröhrling (I. heteroderma) in Europa vorkommen.

Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Autorenzitat
Maronen-Röhrling Imleria badia (Fries 1818 : Fries 1821) Vizzini 2014
Zedern-Kastanienröhrling Imleria heteroderma (J. Blum 1970) T. Rödig 2015 non Singer 1989
  Imleria obscurebrunnea (Hongo 1979) Xue T. Zhu & Zhu L. Yang 2014
  Imleria parva Xue T. Zhu & Zhu L. Yang 2014
  Imleria subalpina Xue T. Zhu & Zhu L. Yang 2014

 

Verwandtschaft und Systematik

Bereits die molekularbiologischen Ergebnisse von Binder und Hibett (2004, 2006) haben deutlich gemacht, dass der Maronen-Röhrling nicht den Filzröhrlingen im engeren Sinn (Xerocomus s. str.) zuzuordnen ist. Šutaras (2008) morphologische Angaben und die molekularbiologischen Ergebnisse von Gelardi et al. (2013), Nuhn et al. (2013) und Wu et al. 2014 bestätigten dies und ergaben zudem, dass der Maronen-Röhrling weder zu den Steinpilzen (Boletus s. str.) noch den Rotfußröhrlingen (Xerocomellus) gehört, sondern stammesgeschichtlich eine gesonderte Position einnimmt. Vizzini (2014) hat deshalb für die Art die Gattung Imleria aufgestellt. Als deutsche Bezeichnung böte sich „Kastanienröhrlinge“ an. Zhu et al. haben im selben Jahr I. parva und I. subalpina beschrieben und I. obscurebrunnea von den Filzröhrlingen umkombiniert. Rödig hat in 2015 I. heteroderma von Boletus umkombiniert, nachdem Riva 2011 das Taxon – nicht nachvollziehbar – zu den Filzröhrlingen gestellt hatte.

Verbreitung

Der Maronen-Röhrling (Imleria badia) ist in den nördlich gemäßigten Regionen von Europa und Nordamerika verbreitet. I. parva wurde im tropischen Yunnan, eine Provinz im Südwesten Chinas, gefunden. I. obscurebrunnea kommt in den subtropischen Regionen Chinas und Japans vor. I. subalpina stammt dagegen aus den submontanen Bergregionen im Nordwesten Chinas.

Ökologie

Als Charakterart der bodensauren Nadel- und Laubwälder ist die Art vor allem in Fichten-Tannen- und Fichten-Kiefern-Gesellschaften anzutreffen, kommt aber auch in Buchen- und Eichenwaldgesellschaften mit überwiegend sauren bis neutralen, seltener auch basischen Böden vor. Ansonsten werden sandige und lehmige Böden gleichermaßen besiedelt, auch gibt es keine Präferenz beim Feuchtigkeitsgehalt des Bodens. Selbst mäßige Mengen an Stickstoff soll die Art gut vertragen, während die Bildung von Fruchtkörpern bei einer Überbelastung sofort zurückgeht. In „Fichtenplantagen“ kann die Art im Herbst massenhaft Fruchtkörper bilden. Außerhalb von Wäldern, wie z. B. in Parks, Alleen und dergleichen Standorten ist der Pilz hingegen kaum einmal anzutreffen. Gelegentlich fruktifiziert die Art sogar auf morschem Nadelholz, beispielsweise Baumstümpfe. (Gminder 2000)

Namen

Der erste Teil des wissenschaftlichen Artnamens (Epithet) „Imleria“ ehrt den belgischen Mykologen Louis Imler (1900–1993). [Vizzini 2014, BGM] Der zweite Namensteil (Epitheton) „badius“ stammt aus dem Lateinischen, bedeutet „braun, kastanienbraun“ und bezieht sich auf die entsprechend gefärbte Hutoberfläche. (Genaust 2005, Werner 1972)

Oft findet man in Pilzbüchern noch die wissenschaftlichen Namen Boletus badius und Xerocomus badius. Die Gattungen der Dickröhrlinge (Boletus) und Filzröhrlinge (Xerocomus) erwiesen sich jedoch als polyphyletisch, weshalb etliche Arten in andere Gattungen überstellt wurden. Inzwischen umfassen die Dickröhrlinge nur noch die Artengruppe um den Gewöhnlichen Steinpilz (Boletus edulis), weshalb heute für die Gattung die deutsche Bezeichnung „Steinpilze“ treffender ist (Hahn 2015), und die Filzröhrlinge beschränken sich auf die Artengruppe um die Ziegenlippe (X. subtomentosus).

Speisepilz des Jahres 2016

Der Maronen-Röhrling wurde im Rahmen des Europäischen Pilztags von Karin Montag, die Herausgeberin der pilzkundlichen Zeitschrift Der Tintling, zum „Speisepilz des Jahres 2016“ proklamiert. Den Speisepilz des Jahres charakterisieren eine gute Wiedererkennbarkeit des Pilzes, ein hoher kulinarischer Wert und eine relative Häufigkeit. Er wird jeweils am Europäischen Pilztag für das Folgejahr ernannt.

Radioaktive Belastung

Die radioaktive Belastung des Maronen-Röhrlings durch das radioaktive Cäsium-137-Isotop lag auch 20 Jahre nach der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl gebietsweise über dem EU-Grenzwert für Lebensmittel von 600 Becquerel pro Kilogramm Frischpilzmasse. Dies gilt vor allem für die Gegend um München, die seinerzeit stark durch das Abregnen der radioaktiven Wolken kontaminiert wurde. (Bresinsky & Jahn 2011, Hacker & Wurzbacher 2005, Steiner & Hiersche 2011)

Das Cäsium wird in den Fruchtkörpern vor allem durch die Hutfarbstoffe Badion A und Norbadion A angereichert, die Cäsium komplexieren können. (Aumann et al. 1989, Kuad et al. 2009) Durch das Abziehen der Huthaut kann die radioaktive Belastung beim Verzehr deutlich verringert werden. Im Steinpilz sind diese beiden Derivate der Pulvinsäure übrigens nicht vorhanden, was in einer deutlich niedrigeren radioaktiven Belastung resultiert. (Steffan & Steglich 1984)

Untersuchte Kollektion

Die Beschreibung bezieht sich auf die Fruchtkörper, die auf den Bildern 1−6 zu sehen sind. Die Bilder 7−9 sollen die Variabilität der Art verdeutlichen und einen Eindruck vom Habitat verschaffen.

Danksagung

Mein Dank gilt dem röhrlingskundigen Mykologen Thomas Rödig von der Pilzkundlichen Arbeitsgemeinschaft Berlin-Brandenburg e.V. (PABB) e.V. (PABB), der mir detaillierte Hinweise lieferte und bei der Literaturrecherche behilflich war.

Literatur

  • Hygrophoropsis_aurantiaca_2015-09-20_1Gruppenfoto
  • Hygrophoropsis_aurantiaca_2015-09-20_2Fleisch elastisch, orange-gelb
  • Hygrophoropsis_aurantiaca_2015-09-20_3Wiederholt gegabelte Lamellen

Funddaten

Kollektion: 9 Fruchtkörper   Bestimmung: Hygrophoropsis aurantiaca (Wulfen 1781) Maire 1921   Funddatum: 20.9.2015   Fundort: D − BY − Oberbayern − Lkr. Dachau − Schwabhausen-Oberroth − Riedholz   Messtischblatt: 7733/2.2.2   Höhe über NN: 502 m   Ökologie: Fichtenforst (Picea abies) mit Strauchschicht aus Faulbaum (Frangula alnus), Vogelbeere (Sorbus aucuparia) und jungen Fichten, im lichten Randbereich mit Brombeeren (Rubus sect. Rubus) bewachsen   Substrat: am Fuß einer Kiefer (Pinus sp.) im Bohrmehl eines Borkenkäfers

Merkmale

Hut: 11−42 mm breit, 6−13 mm hoch, jung fast halbkugelig, bald schon flacher gewölbt, am Rand lange zum Stiel hin umgebogen oder herabgebogen, rundlich, selten kreisrund, bisweilen mit Einschnürungen, Oberfläche matt, feinfilzig (10x-Lupe), gummiert anfühlend, Huthaut am Rand etwas überstehend, leuchtend bis gelblich-orange, zum Rand hin blasser gefärbt

Lamellen: 1−3 mm lang, herablaufend, dicht gedrängt, gerne wellig verbogen, mehrfach gegabelt, leicht vom Hutfleisch ablösbar, intensiv orange

Sporenpulver: weißlich mit blass gelblicher Komponente

Stiel: 30−42 mm lang, 2−6 mm dick, nach unten bis zu 8 x 11 mm keulig verbreitert, zylindrisch, zur Basis hin unförmiger, Stielrinde gleichmäßig blass orange, im Alter von der Basis aus allmählich schwärzlich verfärbend

Fleisch: im Hut und Stiel schwammig-weich, zunächst weißlich mit oranger Nuance, bald schon blassorange; von der Stielbasis aus im Alter schwärzlich gefärbt

Geruch: säuerlich

Literatur

  • Gminder, A. & G.J. Krieglsteiner (2001): Tricholomataceae. In: Krieglsteiner, G.J. [Hrsg.] (2001): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 3. Ständerpilze: Blätterpilze I (Hellblättler): 273−274.
  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 116.
  • Knudsen, H. & A. Taylor (2012): Hygrophoropsis (J. Schröt.) Maire. In: Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 196.
  • Kunze, A. (2012): Der Falsche Pfifferling und andere Afterleistlinge in Europa. Der Tintling 77: 86–99.
  • Ludwig, E. (2001): Pilzkompendium, Bd. 1. Beschreibungen. IHW-Verlag, Eching: 190−191.
  • Xerocomellus_chrysenteron_2015-09-20_1Schwaches Blauen im Anschnitt
  • Xerocomellus_chrysenteron_2015-09-20_2Rissige Huthaut im Alter

Funddaten

Kollektion: 6 Fruchtkörper   Bestimmung: Xerocomellus chrysenteron (Bulliard 1791) Šutara 2008   Finder: Christian Kunze   Funddatum: 20.9.2015   Fundort: D − BY − Oberbayern − Lkr. Dachau − Schwabhausen-Oberroth − Riedholz   Messtischblatt: 7733/2.2.2   Höhe über NN: 502 m   Ökologie: Fichtenforst (Picea abies) mit Strauchschicht aus Faulbaum (Frangula alnus), Vogelbeere (Sorbus aucuparia) und jungen Fichten, im lichten Randbereich mit Brombeeren (Rubus sect. Rubus) bewachsen   Begleitfunga: Falscher Pfifferling (Hygrophoropsis aurantiaca)

Merkmale

Hut: 18−55 mm breit, 10−15 mm hoch, jung fast halbkugelig, bald schon flach gewölbt, mittelbraun mit olivem Beiton, Oberfläche matt, samtig, Huthaut gerne felderig aufgerissen, am Rand etwas überstehend und blass gefärbt, Fraßstellen rötlich verfärbend

Röhren: 3−8 mm lang, ausgebuchtet angewachsen, meist langgestreckt bis strichförmig kurz herablaufend, leicht vom Hutfleisch ablösbar, jung blassgelb, später grün-gelb

Poren/Röhrenmündungen: relativ groß, jung 4 pro mm, im Alter 1,5−2 pro mm, eckig, jung blassgelb, später grün-gelb, auf Druck schwach blau-grün verfärbend

Sporenpulver: kein Abwurfpräparat angefertigt − oliv-braun nach Literaturangaben

Stiel: 45−65 mm lang, 6−12 mm dick, nach unten bis zu 15 mm keulig verbreitert, basal etwas zugepitzt, zylindrisch, Stielrinde auf gelbem Grund rot punktiert/fein beflockt, mit bis zu 30 mm langen, 3 mm breiten und 1 mm tiefen Längsrissen, apikal gelb, Basis weißlich mit ockerfarbenem Basalmyzel

Fleisch: im Hut jung blassgelblich, später weißlich, nicht oder nur schwach blauend, unter der Huthaut dünn rötlich; im Stiel intensiver gelb gefärbt, stellenweise auch intensiver blauend, oft weinrot durchgefärbt, basal blassbräunlich

Geruch: säuerlich

Literatur und Weblinks

  • Cortinarius_cf_bivelus_2015-09-26_1Komplette Kollektion
  • Cortinarius_cf_bivelus_2015-09-26_2Zwei junge Exemplare im Detail
  • Cortinarius_cf_bivelus_2015-09-26_3Blick auf Lamellen und Cortina
  • Cortinarius_cf_bivelus_2015-09-26_4Längs aufgeschnittener Frk.

Funddaten

Kollektion: 3 Fruchtkörper   Bestimmung: Cortinarius cf. bivelus (Fries 1818) Fries 1838   Funddatum: 26.9.2015   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Donau-Ries − Mertingen − Mertinger Forst   Messtischblatt: 7330/4.2.1   Höhe über NN: 421 m   Ökologie: zwischen einer Birke (Betula sp.) und einer Espe (Populus tremula), wenige Meter entfernt standen noch Rotbuchen (Fagus sylvatica) und Gemeine Fichten (Picea abies)

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Hut: 35−45(−85) mm breit, 11−20(−40) mm hoch, jung halbkugelig, dann gewölbt, rund, im Alter gewellt und mit dem Rand stark nach oben gebogen, rostbraun, hygrophan, ockerfarben ausblassend, Randbereiche weit mit hellgrauem Velum befasert

Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, mit Zahn marginal herablaufend, bauchig, entfernt stehend, mit Lameletten untermischt, Schneiden glatt, im Alter mit Rissen sowie vereinzelten Scharten und wie die Lamellenfläche zunächst grau, später braun bis orange-braun gefärbt, partiell mit rostfarbenen Sporenpulverablagerungen, beim überalterten Frk. teils weißlich bereift (Schimmelbefall?), hygrophan, ocker ausblassend   Cortina: deutlich ausgeprägt, hellgräulich

Sporenpulver: rostfarben

Stiel: 75−85 mm lang, 14−16 mm dick, zylindrisch, basal bis zu 21 mm keulig verdickt, gerade bis geschwungen, Oberfläche matt, grau bis schmutzig gräulich, mit hellgräulichem Velum längs überfasert

Fleisch: im Hut bis zu 7 mm dick, hellgrau mit ockerfarbener Nuance; im Stiel längsfaserig, voll, basal im Alter etwas schwammig, wie Hutfleisch gefärbt, apikal auch wässrig-dunkelgrau, basal jedoch mehr ockerfarben

Geruch: im Anschnitt deutlich nach Rettich

Mikroskopische Merkmale

Sporen [95 % • 20 • SAP • v • H2O (nat)]: 7,9−9,5−11,1(−11,7) x 4,9−5,9−6,8(−7,1) µm; mandelförmig, braun, warzig

Anmerkungen

Dokumentation

Siehe auch die Kollektion aus dem Folgejahr.

Literatur

  • Niskanen, T. & I. Kytövuori (2012): Key I: Subgen. Telamonia sects Belaustini Moënne-Locc. & Reumax, Lanigeri Melot and Niveoglobosi Kytöv., Liimat. & Niskanen. In: Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 860−862.
  • Krieglsteiner, G. J. & A. Gminder [Hrsg.] (2010): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 5. Ständerpilze: Blätterpilze III (Dunkelblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 216−217.

Violetter Fächer

Violettblättriger Zwergknäueling (Panellus violaceofulvus)

Im Winterhalbjahr, gerne nach der Schneeschmelze im Frühling, fruktifiziert an den Ästen von Weiß-Tannen und anderen Nadelhölzern der Violettblättrige Zwergknäueling. Der kurze Stiel ist weiß zottig-behaart.

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Schotterpionier

Gefalteter Adermoosling oder Geröllnabeling (Arrhenia rickenii)

Der Gefaltete Adermoosling besiedelt auf der Fröttmaninger Heide kiesige, teils moosige Ruderalstellen, sekundär auch Mauerreste. Markant ist der gerieft-faltige Hut mit ausgeprägt querverbundenen Lamellen.

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Weicher Ritter

Weißblättriger Weichritterling (Melanoleuca rasilis var. leucophylloides)

In der Königsbrunner Heide am Rand eines Trampfelpfads wächst standorttreu der Weißblättrige Weichritterling. Er besitzt einen ockerfarbenen, bereits jung flach ausgebreiteten Hut mit weißen und eng stehenden Lamellen.

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Mottenkugeln im Wald

Mottenkugel-Lederrindenpilz (Scytinostroma portentosum)

Trotz des rindenpilzartigen Aussehens ist der Mottenkugel-Lederrindenpilz um ein paar Ecken mit den Täublingen verwandt. Er ist relativ bunt, bereift, oftmals großflächig und riecht penetrant nach Naphtalin.

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Rezension: Handbuch für Pilzsammler

Doppelseite mit SteinpilzartenAndreas Gminders „Handbuch für Pilzsammler“ richtet sich an ambitionierte Einsteiger, die mehr wollen, als ihre Funde mit den abgedruckten Fotos zu vergleichen. Die darin enthaltenen Bestimmungsschlüssel und Artporträts ermöglichen es den Leserinnen und Lesern rund 340 mitteleuropäische Arten anhand von Merkmalen und Lebensräumen zu bestimmen. Ist eine Art nicht enthalten, lassen sich die Funde oft für weitergehende Recherchen einer Gattung oder Artengruppe zuordnen.

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Besucherlenkung: Pilzaufsteller aus Holz

Anleitung: Pilzmotive aus Holz selbst gemachtAufstellbare Pilztafeln aus Holz sind ideal, um Pilzausstellungen, Beratungsstellen und mykologische Tagungen zu promoten. Zunächst wird eine Schablone erstellt – hierzu stehen mehrere Vorlagen kostenlos als Download parat. Nach dem Übertragen auf eine Holzplatte wird das Motiv mit einer Stichsäge ausgesägt. Danach werden die scharfen Kanten mit einer Oberfräse gebrochen. Es folgt das Grundieren und Bemalen der Tafeln. Dann werden sie mit Ständern aus Holzleisten verschraubt und aufgestellt.

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