Exzentrischer Rötling (Entoloma excentricum)Auf den Kalkmagerrasen der Gras- und Schotterheiden entlang des Lechs ist der Exzentrische Rötling (Entoloma excentricum) daheim. Der Name ist hier Programm, da der Stiel gerne dezentral am Hut angewachsen ist. Der porträtierte Fund stammt aus dem Südteil des Naturschutzgebiets Firnhaberauheide, der im Norden Augsburgs an die A8 grenzt. In den Roten Listen (Bayern und Deutschland) wird die Art als "stark gefährdet" (Kategorie 2) geführt.

Vermutlich der Mehl-Rötling...

Drei Tage nach der Exkursion im Südteil stattete ich dem nördlich der Autobahn gelegenen Areal der Firnhaberauheide einen Besuch ab. Dort gingen mir der Trichter-Glöckling (Entoloma sericeoides), der Raustielige Ackerling (Agrocybe pediades) und vermutlich der Mehl-Rötling (Entoloma cf. prunuloides) ins Netz. Letzterer Blätterpilz konnte wegen eines Kühlschrankunfalls leider nicht mehr mikroskopiert werden und blieb deshalb unbestimmt. Zum Beifang gehörten ein Bläuling und zwei Orchideen. Details habe ich im Exkursionsbericht dokumentiert.

Kleinsporiger Nabeling

Im Nordteil der Firnhaberauheide fruktifizierten ein paar Ellerlinge (Cuphophyllus sp.) und Weichritterlinge (Melanoleuca sp.). Im südlichen Teil ging mir noch der Ausblassende oder Heide-Scheintrichterling (Pseudoclitocybe cf. expallens) ins Netz. Der trichterlingsartige Blätterpilz ist um diese Jahreszeit in mageren Offengrashabitaten ein recht häufiger Geselle. Der Top-Fund des Tages ließ dann bis zum Schluss auf sich warten: der Kleinsporige Adermoosling (Arrhenia cf. baeospora) mit ausgeprägtem Geruch nach Mehl bzw. Salatgurke. Der lt. Roter Liste gefährdeter Großpilze Bayerns extrem seltene Winzling ist neu für die Schotterheiden im Augsburger Raum. Einzelheiten enthält der Exkursionsbericht.

Trockenrasen-SchwindlingBei Sonnenschein und gelegentlichen Regenschauern hatte die Firnhaberauheide bereits Ende Mai erste Blätterpilze zu bieten, wie beispielsweise den Safrangelben Saftling (Hygrocybe acutoconica), sehr wahrscheinlich den Trockenrasen-Schwindling (Marasmius cf. anomalus) und den Trichter-Glöckling (Entoloma sericeoides). Darüber hinaus fanden sich auch ein paar Flechten: die Falsche Rentierflechte (Cladonia rangiformis) und vermutlich die Bereifte oder Rötliche Schildflechte (Peltigera cf. rufescens). Details liefert der Exkursionsbericht.

Gruben-Lorchel im MagerrasenSüdbayern bekommt derzeit viel Regen ab: Prinzipiell gutes Pilzwetter, aber es könnte wärmer sein. Gestern Abend fuhr ich trotz meiner Erkältung mit dem Rad in die Firnhaberauheide, um nach Pilzen zu fahnden. Leider blieb kaum eine Stunde Zeit, dann war es bereits dunkel. Dennoch konnte ich einige Arten aufspüren wie beispielsweise den Waldfreund-Rübling (Gymnopus dryophilus), den Safrangelben Saftling (Hygrocybe acutoconica) und die Gruben-Lorchel (Helvella lacunosa). Gefreut habe ich mich über einen massigen Wiederfund des mutmaßlichen Fuchsigen oder Sandgruben-Risspilzes (Inocybe vulpinella), der wohl mit dem Gelben Sonnenröschen (Helianthemum nummularium) vergesellschaftet ist. Viel Spaß mit dem bebilderten Exkursionsbericht!

Schafe auf der FirnhaberauheideVergangenen Freitag konnte ich die vierbeinigen Landschaftspfleger der Lechheiden live in Aktion erleben: Im Nordteil der Firnhaberauheide labten sich Schafe und Ziegen an den Gräsern, Kräutern sowie den Blättern der Busch- und Baumsäume. Dadurch verhindern sie eine Verbuschung der Offengrasflächen und gewährleisten einen hageren Boden, wie er von vielen der dort heimischen Großpilzen und Blütenpflanzen beansprucht wird.

Risspilz in einem Feld aus SonnenröschenVor der mehrtägigen Hitzewelle aus Afrika stieß ich in der Firnhaberauheide auf einen Risspilz. Obgleich sich die Art erst mit Hilfe einer mikroskopischen Untersuchung bestimmen lässt, konnte die Gattungsspezialistin Dr. Ditte Bandini bereits im Vorfeld den Olivgelben Risspilz (Inocybe dulcamara) aufgrund des weißen Velums und des Habitats ausschließen. Bemerkenswert war der Wuchs in einem Feld aus blühenden Gelben Sonnenröschen (Helianthenum nummularium). Denn wie zum Beispiel Fichten über ihre Wurzeln mit dem Myzel des Steinpilzes im Boden in Symbiose leben, vermag auch der unscheinbare Halbstrauch mit Großpilzen eine ektotrophe Mykorrhiza zu bilden.

Trichter-Glöckling (Entoloma sericeoides)Während auf den Kalkmagerrasen in und um Augsburg die teils farbenprächtigen Rötlinge der Untergattung Leptonia wegen der kühlen Witterung noch auf sich warten ließen, fruktifizierte Ende Mai in der Firnhaberauheide mit dem Trichter-Glöckling (Entoloma sericeoides) ein unauffällig braun gefärbter Gattungsvertreter der Ug. Clitopiloides. Die Art ist weit verbreitet, insgesamt jedoch eher selten anzutreffen. Der Blätterpilz besiedelt relativ trockene und sonnenbeschienene Offengrashabitate, gerne in Gesellschaft mit Rosengewächsen wie Weißdorne (Crataegus sp.) und Prunus-Arten. Er bevorzugt Kalkböden oder zumindest neutralen Untergrund.

Zum Seitenanfang