Blüten der Sumpf-GladioleAn Frischpilze ist auf den besonnten und trockenen Schotterheiden momentan nicht zu denken. Zeit für einen kurzen Blick auf markante Blütenpflanzen in der Königsbrunner Heide: Die alljährliche Massenblüte der bundesweit und in Bayern stark gefährdeten Sumpf-Gladiole (Gladiolus palustris) [siehe Artenschutzmerkblatt des Bayerisches Landesamts für Umwelt] ist vorüber, lediglich in den schattigen Bereichen der Auslichtung zwischen Hasen- und Kernheide halten sich noch frische Blüten. Dort sind sie in ein Meer aus fragilen, weißen Blüten der Ästigen Graslilie (Anthericum ramosum) eingebettet, eine typische Art kontinentaler Steppenrasen.

Für einen gelben Farbaspekt sorgen das Gelbe Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium) und das Echte Labkraut (Galium verum) – letztere Pflanze enthält wie alle Gattungsvertreter das Labferment und wird heute immer noch zur Herstellung des gelblich-orangefarbenen Chesterkäses genutzt. Kräftig rosa-rot präsentieren sich die Blüten des Klebrigen Leins (Linum viscosum), der nördlich der Alpen über den Lech als Florenbrücke den Weg in die Lechheiden gefunden hat. Von den Orchideen blüht in der Kernheide nur noch die Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea), soweit ich das anhand einer kürzlichen Stippvisite beurteilen kann. Eine regnerische Witterung wäre jetzt ideal, um etliche Rötlinge aus der Untergattung Leptonia „erblühen“ zu lassen.

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