• Morchella_esculenta_agg_1_2010-05-01_01Braune Speise-Morchel
  • Morchella_esculenta_agg_1_2010-05-01_02Große, gleichmäßige Gruben
  • Morchella_esculenta_agg_2_2010-05-01_01Graue Speise-Morchel
  • Morchella_esculenta_agg_2_2010-05-01_02Zwei junge Fruchtkörper
  • Morchella_esculenta_agg_2_2010-05-01_03Irregulär strukturierte Gruben
  • Morchella_esculenta_agg_2010-05-22_01Gelbe Speise-Morchel
  • Morchella_esculenta_agg_2010-05-22_02Exemplar in der Nadelstreu
  • Morchella_esculenta_agg_2010-05-22_03An einem geschotterten Weg

Das Bestimmen von Morcheln auf Artniveau ist aufgrund der farben- und formenreichen Fruchtkörper sehr anspruchsvoll. Erbgutanalysen ergaben, dass sich allein hinter der Speise-Morchel in Deutschland und Frankreich eine Gruppe aus drei Arten verbirgt: Morchella crassipes, M. esculenta s. str. und M. spongiola. (Kellner at al. 2005) Leider ist eine Abgrenzung der Spezies anhand morphologischer Merkmale kaum möglich. Deshalb bin ich im Zuge meiner Recherchen mit dem deutschen Wissenschaftler Harald Kellner in Kontakt getreten. Er hat angeboten, zugesandte Speise-Morcheln im Winterhalbjahr zu sequenzieren, solange er an seinem Institut die Möglichkeit dazu hat. Aus diesem Grund habe ich einen bundesweiten Sammelaufruf gestartet – nachstehend einige Fragen und Antworten (Stand 30.4.2013)

 

1.) Welche Arten sollen gesammelt werden?
Die Sammelaktion betrifft ausschließlich Speise-Morcheln (siehe Bildergalerie am Seitenanfang), explizit keine Spitz-Morcheln im weiteren Sinne und Käppchen-Morcheln, keine Verpeln und auch keine Lorcheln.

2. Aus welchen Ländern müssen die Aufsammlungen stammen?
Gesucht werden Fruchtkörper von Fundorten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

3.) Wie viele Fruchtkörper sollen gesammelt werden?
Pro Aufsammlung genügen 2 bis 3 Exemplare, mehr als 5 brauchen es nicht zu sein.

4.) Wie alt sollen die Fruchtkörper sein?
Idealerweise umfasst eine Aufsammlung verschiedene Altersstufen – Primordien/unterirdische Fruchtkörperanlagen ausgenommen: jung und alt – aber nicht angegammelt – und ggf. ein Exemplar oder mehrere, dessen/deren Entwicklung dazwischen liegt.

5.) Was ist bei der Dokumentation zu beachten?

5.1) Idealerweise drei Fotos pro Kollektion:

- die Gruppe am Standort, also die Fruchtkörper in ihrer natürlichen Umgebung,
- die Gruppe im "Studio", sprich die ganzen Frk. und die Hälfte eines längs halbierten Exemplars zusammen mit einem Lineal, Meterstab o. ä. drapieren oder das Ganze einfach über kariertes Papier auslegen
- und ein Standortfoto, d. h. eine (Weitwinkel-)Aufnahme von der Umgebung mit den vergesellschafteten Pflanzen
Zusätzliche Detailfotos sind natürlich immer willkommen!

5.2) Beschreibung der Fruchtkörper und ökologischen Parameter:
Angaben über den Boden, die Meereshöhe und die Begleitpflanzen/ -pilze etc. können hilfreich sein, um Merkmalsunterschiede zu erkennen. Auf Anfrage versende ich gerne ein paar digitalisierte Beschreibungen per E-Mail zur Orientierung.

6.) Muss ich meine Fundstellen verraten?
Nein bzw. nur grob: Es reicht der nächstgelegene Ort ergänzend zur Beschreibung der Ökologie. Wer mag, kann selbstverständlich genauere Positionsdaten wie Messtischblatt, Quadrant und Unterquadranten oder GPS-Koordinaten angeben.

7.) Soll ich die Morcheln frisch oder getrocknet verschicken?
Ausschließlich getrocknet. Die Fruchtkörper bitte bei niedriger Temperatur dörren (30 bis maximal 40 Grad Celsius), und besser nicht erst ein oder mehrere Nächte lang im Kühlschrank lagern. Wer luftgetrocknetes Material versendet, möge der Sendung einen Zettel mit einem Hinweis beilegen, damit das Material ggf. nachgetrocknet werden kann.

8.) Wie sollen die Fotos und Beschreibungen übermittelt werden?
Am besten digital per E-Mail – bei umfangreichem Bildmaterial versende ich auf Anfrage die Zugangsdaten für einen FTP-Zugang, damit die Fotos und Beschreibungen direkt auf meinen Webserver hochgeladen werden können. Alternativ einfach die Daten auf eine CD brennen und den Datenträger der Sendung mit den Fruchtkörpern beilegen.

9.) An wen soll ich die Morcheln schicken?
Die Sendungen bitte (anders als im Vorjahr 2013) direkt an Harald Kellner adressieren:

Harald Kellner
Umweltbiotechnologie
Internationales Hochschulinstitut Zittau, TU Dresden
Markt 23
D - 02763 Zittau

11.) Isst der Empfänger meine Morcheln auf?
Nein. Die Trockenpilze werden ausschließlich für die Forschung verwendet. Nach Abschluss der Bearbeitung ist eine Lagerung in einem öffentlichen Herbarium angedacht.

12.) Bekomme ich Geld für die Morcheln?
Nein. Es stehen leider weder fürs Sammeln, Dokumentieren, Trocknen noch fürs Versenden finanzielle Mittel zur Verfügung.

 

Bei weiteren Fragen zögern sie nicht, mich zu kontaktieren.
Wer lieber anonym etwas erfragen will, kann dies im Diskussionsforum auf pilzforum.eu tun.

Danke an alle Teilnehmer im Voraus für ihre Unterstützung!

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