Dies und das

  • buntes_sahnegemoerch_1Morchelbecherlinge, Morcheln
  • buntes_sahnegemoerch_2Schnitzel, Nudeln, Sahnegemörch

Zutaten: „Gemörch“ nach Wahl (Morchelbecherlinge, Käppchen-, Speise- und/ oder Spitzmorcheln), Butter, Sahne, Salz, gemahlener Pfeffer und Paprika, Bandnudeln

Zubereitung:  Die Pilze säubern, die Morcheln halbieren und die Morchelbecherlinge in kleine Stücke reißen. Die Pilze in einer Pfanne mit einem Esslöffel Butter bei schwacher bis mittlerer Hitze kurz andünsten, dann die Sahne dazugießen und vor sich hinköcheln lassen. Wichtig: Zwiebeln oder Schalotten weglassen, denn sie zerstören den feinen Morchelgeschmack. Anschließend nach eigenem Gusto salzen, dezent pfeffern und mit gemahlenem, süßem Paprika abschmecken. Der stechende Chlorgeruch der Morchelbecherlinge verliert sich übrigens beim Kochen – geschmacklich stehen sie den Morcheln in nichts nach, persönlich halte ich sie sogar für besser!
Auf Bandnudeln gebettet, entweder solo oder zusammen mit einem Putenschnitzel ein Gedicht!

 

Aderiger Morchelbecherling – Disciotis venosa

  • disciotis_venosaAderiger Morchelbecherling

Die Fruchtkörper sind zunächst becherartig geformt, später meist weitgehend flach auf dem Boden ausgebreitet, weshalb der Pilz auch als Flatschmorchel bezeichnet wird. Er misst 3–18 cm im Durchmesser, hat eine bis zu 3 mm dicke Wandung und ist in der Mitte häufig hirnartig gerundet-gerunzelt. Sowohl die Innen- als auch die Außenoberfläche sind matt. Innen hat der Frk. eine gelb- bis rot-braune Farbe, wohingegen die Außen- bzw. Unterseite deutlich heller, oft sogar weißlich aussieht und im Gegensatz zur Innen- bzw. Oberseite manchmal eine feinkleiig-geschuppte Struktur aufweist. Mit dem Boden ist der Fruchtkörper über einen recht kurzen, furchig zusammengezogenen Stielansatz verbunden. Das brüchige Fleisch riecht mehr oder weniger stark nach Chlor, vor allem an verletzten Stellen, und schmeckt mild.

Zu den Begleitpilzen des Morchelbecherlings zählen häufig Morcheln, die vergleichbare ökologische Ansprüche stellen. Wie seine Verwandten besiedelt er kalkhaltige Böden vorwiegend in Auwäldern entlang von Flüssen und Seen. Er wächst aber auch auf Dämme und Streuobstwiesen hinaus. Die Fruchtkörper können von März bis Mai gefunden werden. Sie kommen einzeln, oft jedoch in ergiebigen Gruppen vor. Auf dicht mit Bärlauch bedeckten Stellen sind die Pilze nur schwer zu entdecken, sie fruktifizieren aber auch an Stellen mit spärlicher oder fehlender Bodendeckung.

Sehr ähnlich sieht die Scheiben-Lorchel bzw. der Größte Scheibling (Gyromitra ancilis) aus. Der Doppelgänger des Morchelbecherlings wächst jedoch auf Nadelholz und hat keinen Chlorgeruch.

 

Spitz-Morchel – Morchella elata s.l.

  • morchella_elataSpitz-Morchel

Die Spitzmorchel bildet 5–15 cm, in Ausnahmefällen bis 30 cm hohe, hohle Fruchtkörper, die in Hut und Stiel gegliedert sind. Der 10 cm hohe und bis zu 4 cm breite Hut ist walzenförmig bis spitzkegelig geformt, die Oberfläche besitzt eine durch mehr oder weniger parallele Längsrippen und diese verbindende, etwas niedrigere Querrippen gegliederte Oberfläche. Die Oberfläche des Hutes ist grau bis olivbraun gefärbt, die Längsrippen nehmen im Alter eine schwärzliche Farbe an. Der Hutrand ist mit dem Stiel verwachsen. Der Stiel der Spitzmorchel wird bis zu 6 cm lang und 4 cm breit. er ist wie der Hut hohl, seine Oberfläche ist grubig-runzelig, kleiig-körnig und weißlich bis hellbräunlich gefärbt.

Die Spitzmorchel wächst als Saprobiont in Auwäldern, Gärten, Parks, Laub- und Nadelwäldern, oft auf verletzten Böden, auf Holzlagerplätzen und Brandstellen. Sie kommt auch gern auf mit Rindenmulch bedeckten Flächen vor, dadurch ist sie häufig im Bereich von Siedlungen zu finden. In Mitteleuropa erscheinen ihre Fruchtkörper von März bis Mai.

 

Speise-Morchel – Morchella esculenta s.l.

  • morchella_esculentaSpeise-Morchel

Die Speise-Morchel bildet bis zu 12 cm hohe und 3–8 cm breite, in Hut und Stiel gegliederte Fruchtkörper (Komplexapothecien). Der Hut ist rundlich eiförmig, manchmal stumpfkegelig. Seine Oberfläche ist hellbräunlich, hellocker oder graugelb. Die Hutoberfläche ist unregelmäßig wabenartig gekammert, die einzelnen Waben sind durch sterile Rippen voneinander getrennt. Auf der Innenfläche ist der Hut rau und körnig. Der Hutrand ist mit dem Stiel verwachsen, der Stiel selbst ebenfalls hohl, an der Basis häufig verdickt, wellig gefurcht, 3-9 cm lang und 2–4 cm breit. Seine Oberfläche ist weiß bis blassgelb und kleieartig-körnig strukturiert. Die Speise-Morchel ist sehr vielgestaltig, die verschiedenen Formen wurden in der Literatur zum Teil als eigene Arten und Unterarten beschrieben.

Die Speise-Morchel wächst als Bodensaprobiont in Laubwäldern, Auenwäldern und Gebüschen. Sie bevorzugt humusreiche, kalkhaltige Böden, zuweilen wächst sie auch auf sandigen Böden. Sehr gern wächst sie unter Eschen, manchmal auch unter Obstbäumen. In Mitteleuropa erscheinen ihre Fruchtkörper von April bis Juni.

 

Käppchen-Morchel – Morchella semilibera

  • morchella_semiliberaKäppchen-Morchel

Die Käppchen-Morchel bildet 10–20 cm hohe in Hut und Stiel gegliederte, hohle Fruchtkörper. Der Hutteil ist im Vergleich zum Stiel klein, käppchenförmig und nur am oberen Teil mit dem Stiel verwachsen, er ist durch mehr oder weniger senkrecht verlaufende Längsrippen und unregelmäßige, schwächer ausgebildete Querrippen gegliedert. Die Hutoberfläche ist hell- bis dunkelbraun, die Längsrippen schwärzen im Verlauf der Reifung des Fruchtkörpers. Der Stiel wird 4–8 cm lang und 1–3 cm breit, er ist hohl und dünnfleischig, zerbrechlich und an der Basis etwas verdickt. Er ist etwas grubig, zunächst weißlich und wird im Alter blass lederfarben.

Die Käppchen-Morchel wächst saprobiontisch in feuchten, humusreichen Wiesen, in Gärten, Parks, Wäldern und an Bächen. Die Fruchtkörper erscheinen in Mitteleuropa von April bis Mai.

  • MykIS_FO_KoordinatenKoordinaten in MykIS

Seit geraumer Zeit erfasse ich meine Pilzfunde mit MykIS, kurz für „Mykologisches Informationssystem“. Fundorte können in dem Microsoft-Access-basierten Programm unscharf über TK25-Quadranten und -Unterquadranten oder etwas genauer über (Mittelpunkt-)Koordinaten (X1/Y1 bzw. E1/N1) definiert werden. MykIS bietet zwar auch die Möglichkeit, einen Fundort über zwei Koordinaten (X1/Y1 und X2/Y2 bzw. E1/N1 und E2/N2) als Rechteck einzugrenzen, aber komplexere Flächenformen werden nicht unterstützt. Darüber hinaus unterstützt das im Programm eingebettete Geoinformationssystem PIA Pro keine Darstellung von Geometrieobjekten oder zumindest wurde diese Funktion in MykIS nicht umgesetzt. Dies wäre jedoch vor allem im Hinblick auf die Biotopkartierung von Arealen wünschenswert, um die einzelnen Teilflächen klar definieren und voneinander abgrenzen zu können.

Da eine entsprechende Funktion nicht geplant ist, habe ich mich auf die Suche nach einer ergänzenden Web-Anwendung begeben und bin schließlich beim kostenlosen My-Maps-Service von Google Maps gelandet. Damit lassen sich benutzerdefinierte Karten mit eigenen Webadressen erzeugen und mit anderen teilen. Nachstehend finden sie eine detaillierte Anleitung. Leider sehe ich mich aus rechtlichen Gründen außerstande, die einzelnen Schritte auf den Google-Maps-Seiten mit Bildschirmfotos zu illustrieren.


Die benutzerdefinierte Karte zeigt zwei Biotopflächen im Riedlinger Holz westlich von Donauwörth. Eine Beschreibung des Areals lässt sich über das (i)-Symbol in der Titelleiste einblenden. Ein Klick auf eine Biotopfläche öffnet eine kurze Biotopbeschreibung. Die Gliederung mit den Ebenen und Geometrieobjekten ist über das Listen-Symbol links oben unterhalb der Titelleiste zugänglich.

 

Direkt einsteigen:

Schritt 1: Neue benutzerdefinierte Karte erstellen.

Schritt 2: Name und Beschreibung der Karte ergänzen.

Schritt 3: Ebenen anlegen und bearbeiten.

Schritt 4: Biotopflächen als Formen hinzufügen.

Schritt 5: Karte freigeben und teilen.

Schritt 6: Biotopbeschreibung in MykIS erweitern.

Schritt 7: Geometrieobjekte der Karte sichern.

 

Schritt 1: Neue benutzerdefinierte Karte erstellen.

Alles was sie brauchen, um eine benutzerdefinierte Karte zu erstellen, ist ein kostenloses Google-Konto. Nach erfolgter Registrierung und Anmeldung öffnen sie einfach die My-Maps-Seite im Browser und klicken sie im Begrüßungskasten auf die Schaltfläche [Neue Karte erstellen]. Daraufhin wird links oben ein Kasten mit Steuerungselementen eingeblendet und in der Adresszeile des Browsers eine Webadresse zu dieser benutzerdefinierten Karte angezeigt.

 

Schritt 2: Name und Beschreibung der Karte ergänzen.

Klicken sie dort als erstes oben auf den Schriftzug „Unbenannte Karte“ und ersetzen sie den Text durch einen aussagekräftigen Titel. Dafür bietet sich die Bezeichnung des Untersuchungsgebiets und der nächstgelegene Ort an, in meinem Beispiel „Riedlinger Holz (Donauwörth)“. Ergänzen sie anschließend noch eine Beschreibung, die das Untersuchungsgebiet charakterisiert.

 

Schritt 3: Ebenen anlegen und bearbeiten.

Google My Maps hat bereits standardmäßig eine Ebene mit der Bezeichnung „Unbenannte Ebene“ angelegt. Klicken sie auf die Bezeichnung und ergänzen sie einen aussagekräftigen Namen. Hier kann man sich an der Standard-Biotoptypenliste für Deutschland (Riecken & BfN 2003) orientieren, um die Biotopflächen sinnvoll zu gruppieren – ein Entwurf der 2. Fassung (Riecken et al. 2002) ist online als PDF-Dokument verfügbar. Über die Schaltfläche [Ebene hinzufügen] lassen sich weitere Ebenen anlegen. In meinem Beispiel verwende ich die beiden Ebenen „Laub(misch)wälder/-forste“ und „Nadel(misch)wälder/-forste“.

 

Schritt 4: Biotopflächen als Formen hinzufügen.

Klicken sie im Kasten mit den Steuerungselementen zunächst auf das Pfeil-Symbol bei [Basiskarte] und wählen sie den Stil „Satellit“ aus. Dadurch werden künftig Satellitenfotos als Grundkarte angezeigt, was die Orientierung und Differenzierung von Biotopen (Laub- oder Nadelbäume, Kronendurchmesser/Alter der Bäume usw.) erleichtert. Wählen sie anschließend die Ebene aus, der eine Form hinzugefügt werden soll. Dazu klicken sie einfach in den jeweiligen Kastenbereich. Die aktive Ebene wird links mit einem blauen Streifen markiert.

Vergrößern sie die Karte durch Drehen des Mausrads, bis die Biotopfläche ausreichend groß zu erkennen ist. Klicken sie danach in der Symbolleiste unterhalb des Suchfelds auf das Linienwerkzeug-Symbol und wählen sie im Aufklappmenü die Option „Linie oder Form hinzufügen“ aus. Statt des Mauszeigers wird daraufhin ein Kreuz angezeigt. Beginnen sie jetzt die Biotopfläche durch Punkt-zu-Punkt-Verbindungen mittels Mausklicks zu umreißen. Positionieren sie zuletzt den Mauszeiger über dem initialen Punkt, bis statt dem Kreuz eine Hand mit ausgestrecktem Finger erscheint. Ein Klick auf den Punkt schließt die Zeichnung des Vielecks ab.
Daraufhin wird das Polygon mit semitransparentem Schwarz gefüllt und eine Sprechblase mit zwei Texteingabefeldern öffnet sich. In das erste Feld geben sie einfach den Namen der Biotopfläche ein, zum Beispiel „Teilfläche 01“. Das zweite und größere Feld eignet sich gut für eine kurze Biotopbeschreibung, beispielsweise „Fichtenforst mit fehlendem Unterwuchs auf oberflächlich abgesauertem Kalkboden“. Über das kleine Kamera-Symbol können sie sogar noch ein Foto oder Video hochladen, um das Biotop zu charakterisieren. Sichern sie die Änderungen durch einen Klick auf die [Speichern]-Schaltfläche.

Außer dem Namen und der Beschreibung des Geometrieobjekts zeigt die fertige Sprechblase auch das Flächenmaß und den Umfang an. Leider bekommen nur angemeldete Google-Benutzer, die die Karte bearbeiten dürfen, diese zusätzlichen Infos zu Gesicht. Wer die Daten auch anderen Benutzern zugänglich machen will, muss den Text erst in den Beschreibungstext kopieren. Die Füllfarbe des Vielecks und der Grad der Transparenz lassen sich über den Kasten mit den Steuerungselementen anpassen. Bewegen sie einfach den Mauszeiger über das jeweilige Geometrieobjekt und klicken sie auf das erscheinende Symbol mit dem Farbeimer. Über zwei Schieberegler können die beiden Parameter stufenlos justiert werden.

 

Schritt 5: Karte freigeben und teilen.

Um die Karte mit anderen zu teilen, klicken sie in der Box mit den Steuerungselementen auf die Option [Teilen]. Daraufhin öffnen sich die Freigabeeinstellungen. Ändern sie die Einstellung unter „Zugriffsberechtigt“ auf „Öffentlich im Web - jeder im Internet darf die Datei(en) finden und ansehen“. Wenn sie mögen, können sie noch über die Funktion „Personen einladen“ die Webadresse der Karte gezielt mit anderen Personen teilen. Achten sie aber darauf, wem sie Bearbeitungsrechte („Darf bearbeiten“ vs. „Darf Lesen“) einräumen. Es empfiehlt sich, die Option „Nur der Eigentümer darf die Berechtigungen ändern“ beizubehalten.

 

Schritt 6: Biotopbeschreibung in MykIS erweitern.

  • MykIS_FO_Biotop_BemerkungPlatz für die URL der Karte
  • MykIS_FO_Zusatz_GeometrietypGeometrietyp Fläche

Wer in MykIS einen Fundort klar und auch nach Jahren noch nachvollziehbar definieren will, braucht lediglich die Webadresse der erstellte Google-My-Maps-Karte ins Feld „Bemerkungen“ des Karteireiters „Biotopbeschreibung“ zu kopieren – in diesem Beispiel: https://www.google.com/maps/d/edit?mid=zPnCDEU1AgHk.ke6aXC1GlNyI. Abschließend ist im Karteireiter „Zusatzinformationen“ noch der passende Geometrietyp „Fläche“ auszuwählen.

 

Schritt 7: Geometrieobjekte der Karte sichern.

Die Flächenpolygone der Karte lassen sich als datenkomprimierte KML-Datei im ZIP-Format (Dateiendung .KMZ) exportieren. KML steht für Keyhole Markup Language. Dabei handelt es sich um eine durch Google Earth bekannt gewordene Auszeichnungssprache zur Beschreibung von Geodaten. Die Exportfunktion verbirgt sich hinter dem Symbol mit den drei untereinander angeordneten Punkten rechts neben den Optionen „Ebene hinzufügen“ und „Teilen“. Nach einem Klick auf das Icon klappt ein Menü auf, in dem der Eintrag „In KML exportieren“ auszuwählen ist. Im folgenden Dialog kann noch entschieden werden, ob die Objekte der gesamten Karte oder nur die Objekte einer bestimmten Ebene exportiert werden sollen. Die Option „Daten mit dem Netzwerk-Link-KML-Dokument aktuell halten (nur online möglich)“ bleibt deaktiviert. Mit einem Klick auf die Schaltfläche [Herunterladen] startet der Exportvorgang. Über den Speichern-unter-Dialog des Browsers kann die Datei schließlich auf einem Datenträger gespeichert werden.

  • Morchella_esculenta_agg_1_2010-05-01_01Braune Speise-Morchel
  • Morchella_esculenta_agg_1_2010-05-01_02Große, gleichmäßige Gruben
  • Morchella_esculenta_agg_2_2010-05-01_01Graue Speise-Morchel
  • Morchella_esculenta_agg_2_2010-05-01_02Zwei junge Fruchtkörper
  • Morchella_esculenta_agg_2_2010-05-01_03Irregulär strukturierte Gruben
  • Morchella_esculenta_agg_2010-05-22_01Gelbe Speise-Morchel
  • Morchella_esculenta_agg_2010-05-22_02Exemplar in der Nadelstreu
  • Morchella_esculenta_agg_2010-05-22_03An einem geschotterten Weg

Das Bestimmen von Morcheln auf Artniveau ist aufgrund der farben- und formenreichen Fruchtkörper sehr anspruchsvoll. Erbgutanalysen ergaben, dass sich allein hinter der Speise-Morchel in Deutschland und Frankreich eine Gruppe aus drei Arten verbirgt: Morchella crassipes, M. esculenta s. str. und M. spongiola. (Kellner at al. 2005) Leider ist eine Abgrenzung der Spezies anhand morphologischer Merkmale kaum möglich. Deshalb bin ich im Zuge meiner Recherchen mit dem deutschen Wissenschaftler Harald Kellner in Kontakt getreten. Er hat angeboten, zugesandte Speise-Morcheln im Winterhalbjahr zu sequenzieren, solange er an seinem Institut die Möglichkeit dazu hat. Aus diesem Grund habe ich einen bundesweiten Sammelaufruf gestartet – nachstehend einige Fragen und Antworten (Stand 30.4.2013)

 

1.) Welche Arten sollen gesammelt werden?
Die Sammelaktion betrifft ausschließlich Speise-Morcheln (siehe Bildergalerie am Seitenanfang), explizit keine Spitz-Morcheln im weiteren Sinne und Käppchen-Morcheln, keine Verpeln und auch keine Lorcheln.

2. Aus welchen Ländern müssen die Aufsammlungen stammen?
Gesucht werden Fruchtkörper von Fundorten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

3.) Wie viele Fruchtkörper sollen gesammelt werden?
Pro Aufsammlung genügen 2 bis 3 Exemplare, mehr als 5 brauchen es nicht zu sein.

4.) Wie alt sollen die Fruchtkörper sein?
Idealerweise umfasst eine Aufsammlung verschiedene Altersstufen – Primordien/unterirdische Fruchtkörperanlagen ausgenommen: jung und alt – aber nicht angegammelt – und ggf. ein Exemplar oder mehrere, dessen/deren Entwicklung dazwischen liegt.

5.) Was ist bei der Dokumentation zu beachten?

5.1) Idealerweise drei Fotos pro Kollektion:

- die Gruppe am Standort, also die Fruchtkörper in ihrer natürlichen Umgebung,
- die Gruppe im "Studio", sprich die ganzen Frk. und die Hälfte eines längs halbierten Exemplars zusammen mit einem Lineal, Meterstab o. ä. drapieren oder das Ganze einfach über kariertes Papier auslegen
- und ein Standortfoto, d. h. eine (Weitwinkel-)Aufnahme von der Umgebung mit den vergesellschafteten Pflanzen
Zusätzliche Detailfotos sind natürlich immer willkommen!

5.2) Beschreibung der Fruchtkörper und ökologischen Parameter:
Angaben über den Boden, die Meereshöhe und die Begleitpflanzen/ -pilze etc. können hilfreich sein, um Merkmalsunterschiede zu erkennen. Auf Anfrage versende ich gerne ein paar digitalisierte Beschreibungen per E-Mail zur Orientierung.

6.) Muss ich meine Fundstellen verraten?
Nein bzw. nur grob: Es reicht der nächstgelegene Ort ergänzend zur Beschreibung der Ökologie. Wer mag, kann selbstverständlich genauere Positionsdaten wie Messtischblatt, Quadrant und Unterquadranten oder GPS-Koordinaten angeben.

7.) Soll ich die Morcheln frisch oder getrocknet verschicken?
Ausschließlich getrocknet. Die Fruchtkörper bitte bei niedriger Temperatur dörren (30 bis maximal 40 Grad Celsius), und besser nicht erst ein oder mehrere Nächte lang im Kühlschrank lagern. Wer luftgetrocknetes Material versendet, möge der Sendung einen Zettel mit einem Hinweis beilegen, damit das Material ggf. nachgetrocknet werden kann.

8.) Wie sollen die Fotos und Beschreibungen übermittelt werden?
Am besten digital per E-Mail – bei umfangreichem Bildmaterial versende ich auf Anfrage die Zugangsdaten für einen FTP-Zugang, damit die Fotos und Beschreibungen direkt auf meinen Webserver hochgeladen werden können. Alternativ einfach die Daten auf eine CD brennen und den Datenträger der Sendung mit den Fruchtkörpern beilegen.

9.) An wen soll ich die Morcheln schicken?
Die Sendungen bitte (anders als im Vorjahr 2013) direkt an Harald Kellner adressieren:

Harald Kellner
Umweltbiotechnologie
Internationales Hochschulinstitut Zittau, TU Dresden
Markt 23
D - 02763 Zittau

11.) Isst der Empfänger meine Morcheln auf?
Nein. Die Trockenpilze werden ausschließlich für die Forschung verwendet. Nach Abschluss der Bearbeitung ist eine Lagerung in einem öffentlichen Herbarium angedacht.

12.) Bekomme ich Geld für die Morcheln?
Nein. Es stehen leider weder fürs Sammeln, Dokumentieren, Trocknen noch fürs Versenden finanzielle Mittel zur Verfügung.

 

Bei weiteren Fragen zögern sie nicht, mich zu kontaktieren.
Wer lieber anonym etwas erfragen will, kann dies im Diskussionsforum auf pilzforum.eu tun.

Danke an alle Teilnehmer im Voraus für ihre Unterstützung!

  • Schwefelporlinge_paniert_1Portionierte Schwefelporlinge
  • Schwefelporlinge_paniert_2Panierte Fruchtkörper
  • Schwefelporlinge_paniert_3Frk. im Querschnitt

Zutaten: Schwefelporlinge (frisch oder blanchiert gefroren), Semmeln, Eier, Salz, Pfeffer, Butterschmalz, Zitronensaft

Zubereitung: Die Pilze putzen und dabei am Ansatz der Fruchtkörper auf eingewachsene Rindenstücke achten. Anschließend die gesäuberten Exemplare analog zu den Hähnchenteilen diverser Burger-Bräter in kleinere Stücke zerteilen. Wer lieber etwas Großes auf dem Teller liegen hat, kann die Pilze auch größer dimensioniert belassen – sie sollten lediglich in die Pfanne passen.

Als nächstes die Pilze etwa 5 Minuten lang in kochendem Salzwasser blanchieren. Derweil ein paar Semmeln in Scheiben schneiden, auf dem Grill oder im Toaster goldbraun backen und im Küchenhäcksler zu mehr oder weniger groben Bröseln verarbeiten. Die Pilze aus dem Wasser nehmen und abtropfen lassen. Je nach Menge ein paar Eier aufschlagen, mit einer Gabel etwas verquirlen, pfeffern und salzen. Obacht: Die Schwefelporlinge lagen bereits beim Blanchieren in Salzwasser. Wer mag, kann die Panade mit Chili etwas feuriger abschmecken.

Butterschmalz in eine heiße Pfanne geben, schmelzen lassen und darin schwimmend die panierten Fruchtkörper bei mittlerer Hitze knusprig goldbraun herausbraten. Zu guter Letzt auf Küchenpapier abtropfen lassen, mit etwas Zitronensaft beträufeln und servieren. Als Beilage bieten sich Kroketten oder Pommes an.

 

Gemeiner Schwefelporling – Laetiporus sulphureus

  • laetiporus_sulphureusGemeiner Schwefelporling

Der Schwefelporling bildet vorwiegend im späten Frühjahr bis in den Frühsommer hinein große und auffallend schwefelgelb bis orange gefärbte Fruchtkörper. Die flachen, überwiegend fächerförmig ausgebreiteten Hüte wachsen neben- und übereinander an Baumstämmen von Laubhölzern, gerne auch in größeren Höhen. Sie besitzen eine samtig behaarte und oftmals zonierte Oberseite mit einem herabgebogen Rand. Die schwefelgelb gefärbte, wellige Unterseite ist mit feinen, rundlichen Poren durchsetzt (3–5 Stück pro mm). Auf der Porenschicht entstehen häufig Guttationstropfen. Die Röhren bilden auf der Unterseite der Frk. eine ungefähr 5 mm dicke, nicht ablösbare Schicht. Frische, zum Verzehr geeignete Exemplare sind saftig-weich und lebhaft gefärbt. Geschmacklich erinnert der Schwefelporling an Putenfleisch – kein Wunder, dass der Pilz im englischen Sprachraum „Chicken of the Woods“ genannt wird. Ältere Fruchtkörper blassen weißlich aus, werden spröde und zerbröckeln schließlich kreide-/käseartig.

Pilzmotive als hölzerne Aufsteller eignen sich prima, um vor Ort Veranstaltungen wie Pilzausstellungen, Vorträge und mykologische Tagungen öffentlichkeitswirksam zu bewerben. Der Materialaufwand ist überschaubar und als Werkzeuge werden lediglich eine Stichsäge zum Aussägen der Motive sowie eine Oberfräse zum Entgraten der Kanten benötigt. Wer mag, überlässt Kindern das Bemalen der Aufsteller. So können die Kleinen ihre Kreativität ausleben und dabei spielerisch in die Welt der Pilze eintauchen. Nachstehende Anleitung führt sie Schritt für Schritt zum eigenen Pilzaufsteller – viel Erfolg beim Nachbau!

 

Direkt einsteigen:

Schritt 1: Vorlage auswählen und herunterladen.

Schritt 2: Vorlage großformatig ausdrucken und ausschneiden.

Schritt 3: Schablone auf Platte übertragen.

Schritt 4: Pilzmotiv entlang der Kontur aussägen.

Schritt 5: Kanten des Rohlings entgraten.

Schritt 6: Rohlinge grundieren und bemalen.

Schritt 7: Ständer herstellen und montieren.

Material- und Werkzeugliste

Danksagung

 

Schritt 1: Vorlage auswählen und herunterladen.

  • 01_group_fungi-boardsGruppenfoto Pilztafeln

Als Vorlagen für die Pilztafeln können sie gerne die nachstehenden PDF-Dokumente herunterladen und kostenfrei nutzen. Einzige Bedingung, die ich daran knüpfe: Senden sie mir bitte Fotos ihrer Nachbauten und deren Herstellung für eine kleine „Hall of Fame“ auf meiner Website – die Erbauerin bzw. der Erbauer wird natürlich namentlich genannt. Auch Bilder von Aufstellern mit selbst kreiierten Pilzmotiven sind willkommen.

Tipp: Wer eigene Vorlagen erstellen will, kann zur Vektorisierung von Umrissen und zum Export als PDF-Dateien das vektorbasierte Zeichenprogramm Inkscape verwenden. Das Grafikwerkzeug ist kostenlos (Open Source), erfordert aber eine gewisse Einarbeitungszeit.

 

Amanita muscaria – Fliegenpilz (13,8 KB)
Gruppenfoto: obere Reihe, rechts innen

Amanita phalloides – Grüner Knollenblätterpilz (26,8 KB)
Gruppenfoto: obere Reihe, links außen

Boletus edulis – Gemeiner Steinpilz (22,2 KB)
Gruppenfoto: obere Reihe, rechts außen

Cantharellus cibarius – Echter Pfifferling (18,1 KB)
Gruppenfoto: obere Reihe, links innen

Clathrus archeri – Tintenfischpilz (8,75 KB)
Gruppenfoto: untere Reihe, rechts

Ramaria botrytis – Hahnenkamm-Koralle (57,0 KB)
Gruppenfoto: untere Reihe, links

 

Schritt 2: Vorlage großformatig ausdrucken und ausschneiden.

  • 02_template_transferringAusgeschnittene Schablone

Als nächstes benötigen sie eine Schablone. Am einfachsten wenden sie sich an den Grafiker oder CAD-Anwender ihres Vertrauens und bitten ihn, die Vorlage mit einem Großformatdrucker in einem Stück auszugeben. Auch ein Posterdienstleister kann eine Alternative darstellen, wenngleich oftmals teurer.

Wenn sie stattdessen ihren heimischen Drucker verwenden wollen, der in der Regel nur Papiergrößen bis DIN A4 oder maximal A3 verarbeitet, müssen sie den Druck auf mehrere Seiten splitten und die einzelnen Blätter der Schablone vor dem Ausschneiden zusammenkleben. Unterstützt der Druckertreiber keinen Posterdruck, können sie auf die kostenlose Freeware „Posteriza“ zurückgreifen.

Für eine möglichst stabile Schablone empfiehlt sich generell stärkeres Material als das herkömmliche Druckerpapier – siehe hierzu auch der Tipp bei Schritt 3. Zum Transport sollten sie die Schablone stets einrollen und nicht zusammenlegen, weil sonst störende Falze entstehen, wodurch die Schablone teils von der Platte absteht (siehe Abbildung).

 

Schritt 3: Schablone auf Platte übertragen.

  • 03_outline_transferredPlatte mit aufgezeichneter Kontur

Jetzt können sie den Umriss des Pilzmotivs mit Hilfe der Schablone auf die Holzplatte übertragen. Legen sie die Schablone flach auf den Werkstoff und fixieren sie die Vorlage mit ein paar Stecknadeln oder Reißnägeln, damit sie nicht verrutscht. Wenn sie die Oberfläche des Holzes nicht punktieren wollen, klemmen sie die Vorlage mit kleinen Schraubzwingen und kleinen Holzplättchen zum Schutz vor Druckstellen fest. Alternativ beschweren sie die Schablone zum Beispiel mit Holzresten und passen beim Zeichnen auf, damit sie diese nicht verschieben: Einfach mit einer Hand den Stift führen und die andere leicht auf den Teil der Schablone pressen, der gerade übertragen wird.

Hierzu ziehen sie einen Bleistift am Rand der Schablone entlang, um den Umriss auf die Platte zu zeichnen – ein Zimmermannsbleistift hinterlässt im Vergleich zu einem normalen Zeichengerät eine breitere, deutlichere Linie.

Tipp: Wer kein starkes Material für die Schablone vorrätig hat oder herkömmliches Druckerpapier mit Posterdruck kombinieren will, kann den Umriss auch mit Hilfe von Kohlepapier auf die Holzplatte übertragen und spart sich dabei auch noch das Ausschneiden der Schablone. Positionieren sie das Kohlepapier mit der abfärbenden Seite nach unten auf dem Werkstoff und legen sie die Schablone darüber. Anschließend fahren sie die Linien mit dem stumpfen Stielende eines Teelöffels oder einem anderen geeigneten Gerät nach und übertragen die Kontur mittels Druck auf die Holzoberfläche. Achten sie beim Umsetzen des Kohlepapiers, dass die Schablone nicht verrückt. Am besten fixieren sie die Vorlage an einer Seite mit Malerkrepp. Dann können sie die Schablone nach dem Scharnierprinzip aufklappen, das Kohlepapier verschieben und die Schablone wieder auf die vorherige Stellung zuklappen.

 

Schritt 4: Pilzmotiv entlang der Kontur aussägen.

  • 04_fungi-boards_sawing_outAussägen mit einer Stichsäge
  • 05_saw_bladesSägeblätter im Vergleich

Sägen sie nun den Anriss auf der Platte mit einer Stichsäge aus. Hierzu wird in das Elektrowerkzeug ein dünnes Sägeblatt eingespannt, das durch schnelle Auf- und Abbewegungen durch den Werkstoff schneidet. Das schmale Kurvensägeblatt unten im Bild ist für detailreiche Motive ideal, weil es im Gegensatz zu normalen Blättern Schnitte mit engeren Radien erlaubt ohne zu verkanten. Die breite Ausführung in der Bildmitte eignet sich für gerade oder Kurven-Schnitte mit einem weiten Radius. Das Blatt mit der groben Zahnung oben im Bild dient zum schnellen Grobschnitt. Für das Aussägen der Pilztafeln verwenden sie am besten fein gezahnte Sägeblätter. Moderne, höherwertige Geräte verfügen zudem über einen Pendelhub: Dabei schwingt das Sägeblatt zusätzlich vor und zurück, was in einer größeren Sägegeschwindigkeit resultiert.

Vorsicht: Tragen sie zum Aussägen eine Schutzbrille, um die Augen vor wegschleudernden Holzsplittern zu schützen.

 

Schritt 5: Kanten des Rohlings entgraten.

  • 06_edges_deburringEntgraten mit einer Oberfräse
  • 07_cutting_headsFasen- vs. Abrundfräskopf

Die scharfen, partiell aufgefaserten und mit abstehenden Spreißeln besetzten Kanten sehen hässlich aus und bergen zudem ein Verletzungsrisiko. Um es zu minimieren, werden als nächstes die Kanten gebrochen. Am einfachsten geschieht dies mit einer Oberfräse. In dem Elektrowerkzeug ist ein Fräskopf eingespannt, der mittels Rotation den Werkstoff abschält. Je nach Typ des Fräskopfs wird die Kante in einem bestimmten Winkel abgeschrägt (Fasenfräser) oder sauber abgerundet (Abrundfräser). Hierzu wird das Gerät von oben auf das Werkstück gesetzt und mit der Hand gleichmäßig an den Kanten entlang geführt. Dabei wird ein leichter Druck auf die Seite der Maschine ausgeübt, die auf der Platte aufliegt. Ansonsten neigt die Oberfräse zum Kippen und fräst dort Dellen in die Kanten. Alternativ lassen sich die Kanten auch in Handarbeit mit Feilen und/oder Schleifpapier brechen. Diese Arbeit ist jedoch sehr mühsam und dauert ungleich länger als die maschinelle Variante.

Vorsicht: Zusätzlich zur Schutzbrille ist wegen des hohen Lärmpegels ein Gehörschutz Pflicht.

 

Schritt 6: Rohlinge grundieren und bemalen.

  • 08_fungi-boards_coloredKolorierte Pilztafeln als Muster

Grundieren sie die Rohlinge vor dem Bemalen, um die Poren der Platte auszufüllen und zu verschließen. So erzielen sie eine höhere Farbsättigung und eine gleichmäßige Farbverteilung. Ansonsten werden die Farben vom Holz unterschiedlich stark aufgesogen und wirken nach dem Trocknen schlimmstenfalls blass und fleckig. Tragen sie hierzu ein weißes Grundierungsmittel mit dem Pinsel oder der Spritzpistole auf. Alternativ können sie auch in Spraydosen abgefüllte Grundierungsmittel verwenden. Nach dem Trocknen schleifen sie die Oberfläche mit feinem Schleifpapier glatt und blasen die Pilztafel mit Druckluft ab. Besitzen sie keinen Kompressor mit entsprechendem Zubehör, können sie den Schleifstaub auch mit einem Staubsauger entfernen und gegebenenfalls mit einem Staubtuch nachwischen. Das Entfernen der feinen Partikel gewährleistet, dass sich die Farben beim Bemalen ideal mit der Holzoberfläche verbinden.

Verwenden sie zum Bemalen Acrylfarben. Anders als Nitro- oder Alkydharzlacke beinhalten sie deutlich wenigere gesundheitsschädliche Lösungsmittel. Verwenden sie je nach gewünschter Farbintensität mit Wasser verdünnte oder unverdünnte Farben. Deckt eine Farbe nicht richtig, können sie nach dem Trocknen eine zweite Lackschicht auftragen. Machen sie vor jeder neuen Lackschicht mit feinem Schleifpapier einen Zwischenschliff und Entfernen sie danach die Rückstände mit Druckluft. Als Malgerät empfehlen sich Pinsel und für größere, flächige Bereiche eine Malerrolle. Auch das Arbeiten mit einer Spritzpistole ist möglich, erfordert allerdings zusätzlich ein mehr oder minder aufwändiges Abkleben der Bereiche, die nicht mit der jeweiligen Farbe bedeckt werden sollen. Nachdem die Farben getrocknet sind, können sie mit einer Schicht oder mehreren Lagen Klarlack auf Acryl-Basis fixiert werden. Wenn sie die Aufsteller draußen platzieren wollen und die Pilztafeln auch einen Regenschauer unbeschadet überstehen sollen, achten sie beim Kauf der Acrylfarben und des Klarlacks auf eine Freigabe für den Außenbereich.

 

Schritt 7: Ständer herstellen und montieren.

  • 09_rack-elementsSteckbare Ständerelemente
  • 10_rack_mountedSteckprinzip des Ständers

Jede Pilztafel wird von einem Ständer mittels Klemmtechnik in aufrechter, vertikaler Position gehalten. Hierzu benötigen sie zwei Paar Leisten, die kreuzweise zusammengesteckt werden: Ein Paar der Leisten bildet die Füße und liegt flach auf dem Boden auf. Das andere Paar wird längs mit der schmalen, ausgesparten Seite um 90 Grad versetzt auf die beiden Füße gesteckt – dazwischen steckt die Pilztafel. Die Klemmleisten werden durch M-Schrauben und Flügelmuttern mit der Pilztafel verbunden, die Füße werden von unten mit Spanplattenschrauben befestigt. Für einen sichereren Stand können die Füße des Ständers mit Pflastersteinen, Sandsäcken und Ähnlichem beschwert werden. Das verhindert das Umfallen der Aufsteller, wenn sie zum Beispiel draußen bei windiger Witterung stehen.

 

Material- und Werkzeugliste für 1 Aufsteller

  • Multiplex-Platte, Birke, 15 mm stark, zum Beispiel 1.000 x 1.200 mm (Länge x Breite)
    (Standardgrößen: 2.500 x 1.250 mm, für ca. 2 Pilztafeln; 3.000 x 1.500 mm, für ca. 3 Pilztafeln)
  • 2 Leisten aus massivem Lärchenholz, Maße abhängig von der Größe der Pilztafel
    (Ausgesparte Klemmleisten mit Löchern für die Schrauben und Muttern)
  • 2 Leisten aus massivem Lärchenholz, Maße abhängig von der Größe der Pilztafel
    (Fußleisten, auf die die Klemmleisten gesteckt werden – Prototyp im Bild aus Tischlerplatte)
  • 2 Schrauben mit metrischem Gewinde, Flügelmuttern und jeweils 2 Beilagscheiben, Länge und Durchmesser abhängig von der Größe der Pilztafel
    (zur Befestigung der Pilztafel zwischen den beiden Klemmleisten)
  • 4 selbstschneidende Spanplattenschrauben, Länge und Durchmesser abhängig von der Größe der Pilztafel
    (zum Fixieren der Klemm- und Fußleisten des Ständers)
  • Grundierung für Holzoberflächen, weiß
    (als Untergrund für die Farben, damit sie decken)
  • Acrylfarben
    (zum Bemalen gemäß kolorierter Grafik bei Schritt 6)
  • Klarlack auf Acrylbasis
    (zum Fixieren der Farben, bedingter Schutz vor feuchter Witterung im Außeneinsatz)
  • Zimmermannsbleistift oder normaler Bleistift mit weicher HB-Mine
    (zum Anzeichnen des Pilzmotivs auf der Holzplatte)
  • alternativ Durchschreibe-/Kohlepapier und Malerkrepp
    (zum Durchpausen der Vorlage)
  • Stichsäge mit Kurvensägeblatt
    (zum Aussägen der Pilztafel)
  • Oberfräse mit Fasen- oder Abrundfräskopf
  • alternativ Feilen und/oder Schleifpapier
    (zum Entgraten der Kanten)
  • Pinsel oder Roller, alternativ Spritzpistole mit Zubehör
    (zum Anmalen bzw. Lackieren der Pilztafel)
  • Akku-Bohrschrauber
    (zur Montage des Ständers und der Pilztafel)

 

Danksagung

Abschließend danke ich meinem Vater, Norbert Kunze, für die Materialbeschaffung, die Leihstellung der Werkzeuge, die Konstruktion des Ständers und das geduldige Beantworten meiner vielen Fragen. Ein Dankeschön geht auch an meinen Bruder, Christian Kunze, für die Nachbearbeitung von Bildern, das Fotografieren von Arbeitsgeräten und die zahlreichen Tipps für diese Anleitung. Ohne euch wäre das Projekt in dieser Form nicht realisierbar gewesen.

 

Der Fliegenpilz ist zugleich Giftpilz und Glückssymbol.Nachstehend habe ich über 40 Sprüche und Weisheiten zusammengetragen, die mit Schwammerln oder dem Pilzesammeln zu tun haben. Sie regen zum Schmunzeln, aber auch zum Nachsinnen an.

Viel Vergnügen beim Lesen!

 

Zitate bekannter Autorinnen und Autoren

Der Mensch sollte ihnen mit Rücksicht begegnen,
seinen Sammeltrieb mäßigen
und sie keineswegs mutwillig zerstören,
auch wenn sie ihm alt, unbekannt,
ungenießbar oder giftig erscheinen.

Gottfried Amann (1901 - 1988), ein deutscher Forstwissenschaftler und Sachbuchautor, aus „Pilze des Waldes“

 

Der Eiche Wachstum
wird oft frech vom Pilz verlacht,
sie braucht Dezennien,
er nur eine Nacht.

Joseph Freiherr von Auffenberg (1798 - 1857), ein Theaterintendant in Karlsruhe und Schiller-Epigone

 

Erfahrungen sammelt man wie Pilze:
einzeln und mit dem Gefühl,
dass die Sache nicht ganz geheuer ist.

Erskine Caldwell (1903 - 1987), ein US-amerikanischer Schriftsteller

 

Wenn irgendwo Pilze schmoren,
wird der Kriminalist unwillkürlich hellhörig.

Agatha Christie (1890 - 1976), eine englische Kriminalschriftstellerin

 

Ging die Ilse Pilze pflücken,
musste sie sich sehr tief bücken.
Jetzt stillt se, die Ilse.
Scheiss Pilze...

Heinz Erhardt (1909 - 1979), ein deutsch-baltischer Komiker, Musiker, Komponist, Unterhaltungskünstler, Kabarettist, Schauspieler und Dichter

 

Ach, die Liebe lässt das Menschenherz zum Pilzgarten werden,
einem üppigen und unverschämten Garten,
in dem geheimnisvolle und freche Pilze stehen.

Knut Hamsun (1859 - 1952), ein norwegischer Schriftsteller, aus „Victoria: Eine Liebesgeschichte“

 

Der eine heiratet,
der andere isst gerne Pilze.
Jeder sucht so seine Grenzerfahrung.

Bruno Jonas (* 1952), ein deutscher Kabarettist und Autor

 

Mit Komplimenten ist es wie mit Pilzen:
Gerade die schönsten sind
mit besonderer Vorsicht zu genießen.

KarlHeinz Karius (* 1935), ein deutscher Werbeberater, Autor und Verleger

 

Argentum atque aurum facile est
lenamque togamque mittere,
boletos mittere difficile est.

(Silber und Gold, Mantel und Toga
kann man leicht verschenken,
schwer ist es aber,
auf Pilze zu verzichten.)

Marcus Valerius Martial, ein römischer Satiriker und Dichter im 1. Jahrhundert nach Christus

 

Der Mensch ist wie ein Pilz:
Schützt man ihn vor dem Regen,
kann er nicht wachsen und sich entwickeln.

Pavel Kosorin (* 1964), ein tschechischer Aphoristiker

 

Dreht im Wald der Harvester die Runden,
wird das Myzel im Boden stark geschunden.

Kommt viel Gülle auf die Wiese,
geht's den Saftlingen richtig miese.

Pilze wie Menschen:
Einige Exemplare sind ungenießbar.

Andreas Kunze (* 1978), ein bayerischer Pilzkundler

 

Die Trüffel ist fürwahr der Mozart der Pilze.
Zumal den „Don Juan“
kann ich nur mit der Trüffel vergleichen;
beide haben das eine gemeinsam:
Je öfter man sie genießt,
desto größere Reize entdeckt man.

Gioachino Antonio Rossini (1792 - 1868), ein italienischer Komponist

 

Seid giftig wie die Pilze,
dann frisst euch niemand.

Alexander Otto Weber (1868 - ca. 1935), ein deutscher Schriftsteller

 

Zitate unbekannter Autorinnen und Autoren

Alle Pilze kann man essen,
aber manche nur einmal.

 

Alle Pilze kann man nicht in den Korb legen.

Sprichwort aus Estland

 

Der frühe Vogel tappt im Dunkeln.

 

Die letzten Worte eines Pilzessers:
Diese Art ist mir neu...

 

Duckt euch, die Pilze schießen!

 

Ein Hügel, der nicht möchte,
dass man auf ihm herumtritt,
darf keine essbaren Pilze wachsen lassen.

Sprichwort der Mende (Afrika)

 

Ein Pilz ist ein Gemüse,
das an feuchten Plätzen wächst und
deshalb wie ein Regenschirm geformt ist.

 

Es gibt Glückspilze,
die fallen auf die Nase,
aber sie finden dabei noch etwas.

Sprichwort aus dem Senegal (Afrika)

 

Früher haben wir vor jedem Essen gebetet,
heute nur noch, wenn es Pilze gibt.

 

Hast du dich für einen Reizker ausgegeben,
so leg dich in den Pilzkorb.

Sprichwort aus Russland

 

Heiliger Antonius, du guter Mann,
führe mich an die Steinis ran!

Etwas abgewandelt von Andreas Kunze

 

Im Dunkeln leuchtet auch ein fauler Pilz.

Sprichwort aus Russland

 

Im Falle von 'wenn' und 'falls'
wüchsen im Munde Pilze (Bohnen)
und es wäre kein Mund,
sondern ein ganzer Gemüsegarten.

Sprichwort aus Russland

 

In des Neidischen Auge
wächst sich der Pilz zur Palme aus.

Sprichwort aus Russland

 

Je giftiger der Pilz,
desto schöner die Kappe.

 

Kein Pilz ist klein genug,
um nicht auch ein Glückspilz zu sein.

 

Liebschaften sind wie Pilzgerichte:
Beide sollte man nicht aufwärmen.

 

Manche Pilze sind keinen Pfifferling wert.

 

Mit der Liebe ist es wie mit Pilzen:
Man merkt erst hinterher,
ob sie einem bekommt.

 

Mit Dichtern, Malern und Musikern ist es wie mit den Pilzen:
Auf einen Guten kommen zehntausend Schlechte.

 

Pilze gibt es groß und klein,
mögest du ein Glückspilz sein!

 

Tony, Tony, look around.
My knife is lost and must be found!

Gebet an St. Anthony, den Patron der verlorenen Dinge; etwas abgewandelt von Andreas Kunze

 

Warmer Regen macht die Pilze groß.

 

Wenn das Jahr viel Schwämme bringt,
der Landmann mit dem Hunger ringt.

 

Wenn Dir das Leben einen Korb gibt:
Geh´ Pilze sammeln!

 

Wie wenig bleibt vom Waldzauber in der Pilzsuppe übrig!

 

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