Pilzfunde

  • cf_Clavulina_cinerea_2014-09-24_1Junge und helle Fruchtkörper
  • cf_Clavulina_cinerea_2014-09-24_2...mit Falscher Rentierflechte
  • cf_Clavulina_cinerea_2014-09-24_3Ausgewachsenes Exemplar
  • cf_Clavulina_cinerea_2014-09-24_4Astenden mit dunklen Spitzen
  • cf_Clavulina_cinerea_2014-09-24_5Frk. seitlich und von oben
  • cf_Clavulina_cinerea_2014-09-24_6Habitat Trockenrasen auf Kalk

Funddaten

Kollektion: einige Fruchtkörper   Bestimmung: Clavulina cinerea (Bulliard 1791 : Fries 1821) J. Schröter 1889   Funddatum: 24.9.2014   Fundort: D − BY − Schwaben − Augsburg-Firnhaberau − Firnhaberauheide, nördlicher Teil   Messtischblatt: 7531/3.4.1   Höhe über NN: 463 m   Ökologie: Kalkhalbtrockenrasen mit Übergang zum Trockenrasen, sonnig exponierter Standort; im Windschatten einer Berberitze (Berberis vulgaris) in der niederen Krautschicht aus Falscher Rentierflechte (Cladonia rangiformis), Wilder Möhre (Daucus carota subsp. carota), Echtem Labkraut (Galium verum), Gelbem Sonnenröschen (Helianthemum nummularium), Gewöhnlichem Hufeisenklee (Hippocrepis comosa) und einem Fingerkraut (Potentilla sp.)

Merkmale

Fruchtkörper: 3−5 cm hoch, 1,5−5 cm breit, häufig ohne ausgeprägten Strunk, falls vorhanden bis zu 2 cm lang und 1,3 cm breit, Äste bis zu 1 cm dick, zylindrisch bis etwas abgeflacht, leicht gewellt bis stark geschlängelt, teils ineinander verschraubt, glatt, im Alter bisweilen mit Längsrillen und allenfalls schwach ausgeprägten Runzeln, Enden mit vielen kurzen und spitzen Fortsätzen (cristat), Basis schmutzig weißlich, stärkere Äste grau mit violettem Reflex und fein weiß bereift (Sporenpulver?), dünnere Äste schmutzig fleischrosa, Spitzen oft kontrastierend dunkelbraun eingetrocknet

Sporenpulver: kein Abwurfpräparat angefertigt

Fleisch: relativ biegsam, nicht so starr und brüchig wie bei Korallen (Ramaria sp.), wässrig weißlich

Geruch: unspezifisch, im Schnitt unangenehm chemisch

Literatur

  • Jülich, W. (1984): Die Nichtblätterpilze, Gallertpilze und Bauchpilze. Kleine Kryptogamenflora, Bd. IIb/1. Basidiomyceten, 1. Teil. Gustav Fischer, Stuttgart/New York: 93.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2000): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 2. Ständerpilze: Leisten-, Keulen-, Korallen- und Stoppelpilze, Bauchpilze, Röhrlings- und Täublingsartige. Eugen Ulmer, Stuttgart: 53−54.
  • Michael, E., B. Hennig & H. Kreisel (1986): Handbuch für Pilzfreunde, Bd. 2. Nichtblätterpilze (Basidiomyzeten ohne Blätter, Askomyzeten) 3. Aufl. VEB Gustav Fischer, Jena: 308.
  • Clitocybe_cf_vibecina_2012-11-18_01Braun gefärbte Fruchtkörper
  • Clitocybe_cf_vibecina_2012-11-18_02Hut trocken stark ausblassend
  • Clitocybe_cf_vibecina_2012-11-18_03Hutrand feucht gerieft

Funddaten

Bestimmung: Clitocybe cf. vibecina (Fries 1818) Quélet 1872   Funddatum: 17.11.2012   Fundort: D – BY – Oberbayern – München-Freimann – Fröttmaninger Heide Süd, ehem. Handgranatenwurfübungsplatz   Messtischblatt: 7735/4.3.2   Höhe über NN: 495 m   Ökologie: Kalkhalbtrockenrasen, am Grund mit Geneigtem oder Gekieltblättrigem Spiralzahnmoos (Tortella inclinata) bewachsen, Charakterarten des Standorts sind der Ockerblasse Jungfern-Ellerling (Cuphophyllus ochraceopallidus) und der Rinnigbereifte Trichterling (Clitocybe rivulosa).

Merkmale

Hut: 13–30 mm breit, 4–12 mm hoch, bereits jung deutlich trichterartig vertieft, Rand zum Stiel hin umgeschlagen und mit überstehender und unregelmäßig gesägter/gezackter Huthaut, kurz durchscheinend gerieft, Oberfläche glatt, glänzend, braun, hygrophan, konzentrisch grob zoniert hell milchkaffeebräunlich ausblassend

Lamellen: nicht bauchig sondern im spitzen Winkel am Stiel angewachsen, gerade bis bogig, dünn, dicht gedrängt, bisweilen am Hutrand wellig-gestaucht, mit Lameletten untermischt, Schneiden glatt und wie die Lamellenfläche gefärbt

Sporenpulver: kein Abwurfpräparat angefertigt

Stiel: 28–35 mm lang, 1,5–2 x 2–3,5 mm breit, geschwungen bis wellig verbogen, zylindrisch bis meist etwas abgeplattet, verdreht, in der unteren Hälfte gerne breiter und mit Mittelfurche, basal nicht verdickt, Stielrinde matt, eingewachsen-längsfaserig, braun wie der Hut gefärbt, allenfalls eine Nuance dunkler

Fleisch: im Stiel schmutzig weißlich, wattig ausgefüllt, Rinde längsfaserig und braun; im Hut bis zu 2 mm dick, auf Höhe der Lamellen hohl gekammert, je nach Durchfeuchtung schmutzig weißlich oder bräunlich gefäbt

Geruch: unspezifisch, im Anschnitt jedoch deutlich nach Mehl bzw. Salatgurke

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 209−210.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 458.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2001): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 3. Ständerpilze: Blätterpilze I (Hellblättler). Ulmer, Stuttgart: 195−196.
  • Ludwig, E. (2012): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 3. Die übrigen Gattungen der Agaricales mit weißem Sporenpulver. Fungicon, Berlin: 166−167.

  • cf_Cortinarius_acutus_2015-10-06_1Gesamte Kollektion
  • cf_Cortinarius_acutus_2015-10-06_2Ausschnittsvergrößerung

Funddaten

Kollektion: 9 Fruchtkörper   Bestimmung: Cortinarius acutus (Pers. 1801) Fries 1838   Funddatum: 6.10.2015   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Donau-Ries − Mertingen − Mertinger Forst   Messtischblatt: 7330/4.2.3   Höhe über NN: 443 m   Ökologie: Fichtenforst auf sandigem, saurem Boden; Randbereich einer Torfmoosinsel mit Schwarz-Erlen (Alnus glutinosa), Moor-Birken (Betula pubescens) und Fichten (Picea abies) durchsetzt, im Randbereich mit einigen Espen (Populus tremula) gesäumt   Begleitfunga: Trompetenpfifferling (Craterellus tubaeformis)

Merkmale

Hut: 5−20 mm breit, 2−10 mm hoch, jung kegelig bis halbkugelig gebuckelt, dann gewölbt bis flach ausgepreitet und überwiegend mit spitzem Buckel, rundlich, Rand bis zu 2/3 r deutlich gerieft, fuchsig- bis orange-braun, im Zentrum wie die kompletten Hüte junger Exemplare mit dunklen Brauntönen, hygrophan, ockerfarben ausblassend, Hutrand lange mit weißlichen Velumresten behangen

Lamellen: breit bis schwach ausgebuchtet angewachsen, bauchig, Abstand normal, mit Lameletten untermischt, am Grund queraderig verbunden, Schneiden feinschartig-gesägt und wie die Lamellenfläche braun gefärbt, hygrophan, ocker ausblassend

Sporenpulver: kein Abwurdpräparat angefertigt

Stiel: 20−40 mm lang, 1−3,5 mm dick, zylindrisch, geschwungen, seltener s-förmig verbogen oder gekniet, ocker- bis rot-bräunlich, etwas glasig, mit weißlichem Velum überfasert

Fleisch: im Hut kaum vorhanden, selten bis zu 3 mm dick, glasig braun, hygrophan, ocker ausblassend; im Stiel längsfaserig, voll, wie Hutfleisch gefärbt

Geruch: rettichartig

Literatur

  • Niskanen, T. & I. Kytövuori (2012): Key K: Subgen. Telamonia sects Obtusi Melot and Acetosi (Moënne-Locc. & Reumaux) Niskanen, Liimat. & Kytöv. In: Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 864−866.
  • Krieglsteiner, G. J. & A. Gminder [Hrsg.] (2010): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 5. Ständerpilze: Blätterpilze III (Dunkelblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 196−198.
  • Tremellodendropsis_tuberosa_2014-08-23_1Fruchtkörper korallenartig
  • Tremellodendropsis_tuberosa_2014-08-23_2...mit abgeplatteten Spitzen
  • Tremellodendropsis_tuberosa_2014-09-24_1Jüngere, bräunliche Exemplare
  • Tremellodendropsis_tuberosa_2014-09-24_2Habitat Kalkhalbtrockenrasen

Funddaten

Kollektion: 4 Fruchtkörper   Bestimmung: cf. Tremellodendropsis tuberosa (Greville 1825 : Fries 1828) D.A. Crawford 1954   Funddatum: 23.8.2014   Fundort: D − BY − Schwaben − Augsburg-Firnhaberau − Firnhaberauheide, südlicher Teil, nahe der Lärmschutzwand an der Autobahn   Messtischblatt: 7531/3.4.1   Höhe über NN: 463 m   Ökologie: initialer Trockenrasen auf Kalkschotter mit lückiger, kurzer Vegetation, in einem Kissen aus Echtem Tannen-Thujamoos (Abietinella abietina); sonnig exponierter Standort, vergesellschaftet mit dem Exzentrischen oder Marmorierten Rötling (Entoloma excentricum)

Merkmale

Habitus: korallenartig

Fruchtkörper: 3 cm hoch, Strunk 6−10 mm lang, 1−4 mm dick, dichotom verzweigt, Enden selten zugespitzt sondern überwiegend abgeplattet und bis zu 4 mm breit, schmutzig weißlich

Fleisch: dünn, weißlich

Geruch: unspezifisch, ebenso im Anschnitt

Anmerkungen

Erstnachweis in Bayern

Den Erstnachweis von Tremellodendropsis tuberosa in Bayern hatte Dr. Lothar Krieglsteiner in seiner Dissertation (1999) publiziert – an dieser Stelle besten Dank an den Autor für die Übersendung eines Literaturauszugs mit detailierten Hinweisen zu den Pflanzengesellschaften.

Namen

L. Krieglsteiner verwendet in der Überschrift seines Artporträts prominent das Epitheton tuberosum, im Fließtext gebraucht er hingegen tuberosa. Laut Eric Strittmatter (E-Mail vom 10.12.2012) ist das Suffix -opsis immer feminin, weshalb der zweite Bestandteil des wissenschaftlichen Namens tuberosa lauten muss. Es könnte sich demnach schlicht um einen Verschreiber handeln, der dann in Krieglsteiner & Kaiser 2000 in dem Hinweis gipfelte, bei tuberosa würde es sich um eine inkorrekte Schreibweise handeln.

Die Beschreibung bezieht sich auf die Bilder 1–2. Das dritte Foto stammt von einer anderen Kollektion (24.9.2014) vom selben Fundort und soll die Variabilität dieser Art verdeutlichen.

Literatur

  • Schild, E. (1970/71): Tremellodendropsis tuberosa (Grev.) Crawford var. helvetica var. nov. In: Jahn, H. (Hrsg.): Westf. Pilzbr. 8: 191–194.
  • Wells, K. et al. (2004): Observations on some species of Myxarium and reconsideration of the Auriculariaceae and Hyaloriaceae (Auriculariales). In: Agerer, R. et al. (Hrsg.): Frontiers in Basidiomycote Mycology. IHW-Verlag, Eching: 237–248.

  • Jülich, W. (1984): Die Nichtblätterpilze, Gallertpilze und Bauchpilze. Basidiomyceten 1. Teil: Aphyllophorales, Heterobasidiomycetes, Gastromycetes. Kleine Kryptogamenflora, Bd. IIb/1. Gustav Fischer, Stuttgart/New York: 626.

  • Krieglsteiner, G. J. & A. Kaiser (2000): Allgemeiner Teil. Ständerpilze: Gallert-, Rinden-, Stachel und Porenpilze. In: G. J. Krieglsteiner (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 1. Eugen Ulmer, Stuttgart: 127–128.

  • Krieglsteiner, L. (1999): T. tuberosum. Pilze im Naturraum Mainfränkische Platten und ihre Einbindung in die Vegetation. Regensb. Mykol. Schr. 9.
  • Davis, R. M. (2012): Field Guide to Mushrooms of Western North America. University of California Press, Berkeley and Los Angeles: 302–303.

  • Alnicola_geraniolens_2013-04-28_01Fragile, basal dunklere Stiele
  • Alnicola_geraniolens_2013-04-28_02Jung feinschuppiger Hutrand
  • Alnicola_geraniolens_2013-04-28_03Angeheftete, beige Lamellen...
  • Alnicola_geraniolens_2013-05-05_01...mit feinschartigen Schneiden
  • Alnicola_geraniolens_2013-05-05_02Eingestreute Erlen und Espe
  • Alnicola_geraniolens_2013-05-05_03Frk. zwischen den Spurrinnen

Funddaten

Kollektion: 14 Fruchtkörper   Bestimmung: Alnicola geraniolens Courtecuisse 1983   Funddatum: 28.4.2013   Fundort: D – BY – Schwaben – Lkr. Donau-Ries – Mertingen – Mertinger Forst   Messtischblatt: 7330/4.2.1   Höhe über NN: 444 m   Ökologie: beschattete Schneise zwischen zwei Fichtenparzellen (Picea abies) auf saurem, feuchtem und lehmigem Boden neben einzelner Zitter-Pappel (Populus tremula) und ein paar Erle (Alnus sp.); zwischen den beiden Fahrspuren an vergrabenen Astfragmenten inmitten von Laub, jungem Grasaufwuchs und Runzelpeter (Rhytidiadelphus sp.) fruktifizierend

Merkmale

Hut: (2–)6–21 mm breit, (1–)4–7 mm hoch, kegelig bis konvex und bisweilen mit stumpfem Buckel, auch flach kegelig mit vertikal abfallendem äußeren Drittel, eben bis bis vereinzelt unregelmäßig grubig, Rand ab und an eingekerbt sowie mit feinen und weißlichen Schüppchen besetzt, rotbräunlich mit Ockerton, hygrophan, von der Mitte beginnend ocker ausblassend, durchfeuchtete und ausgewachsene Exemplare am Rand schwach durchscheinend gerieft, ansonsten ungerieft, öfter dezentral gestielt

Lamellen: angeheftet bis ausgebuchtet angewachsen, eng stehend, untermischt, etwas bauchig, dünn, blass beige bis tabakbraun, Schneiden glatt, im Alter feinschartig und wie die Lamellenfläche gefärbt

Sporenpulver: rost- bis schmutzig braun (lt. Ludwig 2001 – kein Abdruck angefertigt)

Stiel: (7–)38–60 mm lang, (1–)2–5 mm dick, basal bis zu (2–)6 mm keulig erweitert, gerade bis geschlängelt, bisweilen auch unregelmäßig knotig verdickt, vereinzelt gekniet, jung weißlich bis blass ocker, später von der Basis her schwarzbraun verfärbend, einzelne Exemplare komplett schwarzbraun, jung vollständig weißlich überfasert

Fleisch: im Hut mittig 1–2 mm dick, im äußeren Drittel praktisch fehlend, blass ocker, partiell durchwässert und dort dunkler erscheinend; im Stiel längsfaserig, extrem brüchig, hohl, seidig glänzend, Rinde bis 1,5 mm dick, ockerfarben, basal mehr bräunlich

Geruch: intensiv nach Pelargonien

Anmerkungen

Merkmale und Ökologie

Markant sind die von der Stielbasis aus schwarzbraun verfärbenden Stiele ähnlich den Samtfußrüblingen (Flammulina sp.), das stark brüchige Fleisch, der pelargoniumartige Geruch und der feuchte Standort. Ludwig (2001) führt das Taxon in seinem Pilzkompendium als Varietät des Bitteren Sumpfschnitzlings (A. amarescens) – eine Art, die anders als A. geraniolens trockene und besonnte Brandstellen besiedelt. Der Mykologe stuft den Pilz als sehr selten ein und berichtet von Funden aus Frankreich, Holland, Norwegen, Österreich und Schweden. Ferner schreibt er, dass der Pilz sicher auch in Deutschland zu erwarten ist.

Martin Schmidt, der Verwalter der DGfM-Kartierungsdatenbank, teilte mir auf Anfrage (E-Mail vom 3. Mai 2013) mit, dass bereits zwei Funde existieren: Erstmals wurde der Geranien-Sumpfschnitzling am 7.10.2000 von Leo Schrimpl im Leimental (MTB 7714/3) auf submontaner Höhenlage nachgewiesen. Am 14.10.2004 ging der Pilz Klaus Wöldecke in Hannover-Eilenriede (MTB 3624/2) ins Netz.

Moreau (2005) gesteht dem Taxon in seiner auf rDNA-Sequenzierungen basierenden Revision der Gattung Alnicola übrigens Artrang zu. Deshalb und wegen den deutlich differierenden ökologischen Standortansprüchen schließe ich mich seiner Meinung an.

Literatur

  • Arrhenia_baeospora_2013-10-23_1Undeutlich zonierte Hüte
  • Arrhenia_baeospora_2013-10-23_2Stielbasis oft schwärzlich

Funddaten

Bestimmung: Arrhenia baeospora (Singer 1977) Redhead, Lutzoni, Moncalvo & Vilgalys 2002   Funddatum: 22.10.2013   Fundort: D − BY − Schwaben − Augsburg-Firnhaberau − Firnhaberauheide, südlicher Teil, nahe der Lärmschutzwand zur Autobahn   Messtischblatt: 7531/3.4.1   Höhe über NN: 463 m   Ökologie: initialer Trockenrasen auf Kalkschotter mit lückiger, kurzer Vegetation, Echtem Tannen-Thujamoos (Abietinella abietina) und einzelnen Büscheln aus Dorniger Hauhechel (Ononis spinosa); sonnig exponierter Standort

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Hut: 5 x 8−10 mm breit, knopfförmig, flach gewölbt, bald schon nach oben gebogen und gewellt, zoniert, allenfalls schwach und kurz durchscheinend gerieft, bisweilen kerbrandig, hellgrau feinfilzig auf grau-braunem Grund, hygrophan, vom Zentrum her bräunlich ausblassend

Lamellen: gerade angewachsen bis leicht herablaufend, gerade bis schwach bogig, dünn, ungegabelt, mit Lameletten untermischt, am Grund queraderig verbunden, grau

Sporenpulver: kein Abwurfpräparat angefertigt

Stiel: 11−16 mm lang, 1−1,5 mm dick, überwiegend wellig verbogen, selten ± gerade, durchfeuchtet wässrig grau-braun, basal oft schwärzlich und weißfilzig bekleidet

Fleisch: dünn, hellgrau, im Hut zum Rand hin verjüngend, im Stiel wattig ausgefüllt

Geruch: unspezifisch, doch im Anschnitt deutlich mehlartig bzw. nach Salatgurke

Mikroskopische Merkmale

Sporen [95 % • 10 • LQP • v • H2O (nat)]: 3,6−7−10,4 x 1,5−3,3−5 µm, MW-Konfidenzgrenzen (95 %, l av x b av) = 7 ±1,07 x 3,3 ±0,53 µm; elliptisch bis tropfenförmig, hyalin, glattwandig

Legende:
95 % = Konfidenzintervall; Messwerte wurden statistisch mit Smaff ausgewertet
LQP = Lamellenquetschpräparat
V = vital
H2O (nat) = Präparation in Leitungswasser

Anmerkungen

Gefährdung

Aufgrund der winzigen und farblich unscheinbaren Fruchtkörper kann der Pilz leicht übersehen werden. Ludwig (2001) stuft den Kleinsporigen Adermoosling als sehr selten ein, wenngleich er die Verbreitung in Europa als unzureichend bekannt erachtet. Auch Karasch & Hahn (2010) bewerten Arrhenia baeospora in der Roten Liste gefährdeter Großpilze Bayerns als extrem selten (Kategorie R). Darunter verstehen die Autoren:

extrem seltene bzw. sehr lokal vorkommende Arten (derzeit in Bayern in weniger als 5 TKs nachgewiesen), deren Bestände in der Summe weder lang- noch kurzfristig abgenommen haben und die auch nicht aktuell bedroht, aber gegenüber unvorhersehbaren Gefährdungen besonders anfällig sind.

Sie raten deshalb zu:

einer engmaschigen Beobachtung, um ggf. frühzeitig geeignete Schutz- und Hilfsmaßnahmen einleiten zu können, da bereits kleinere Beeinträchtigungen zu einer starken Gefährdung führen können. Jegliche Veränderungen des Lebensraumes dieser Arten sind zu unterlassen.

Literatur

  • Arrhenia_rickenii_2012-11-18_1Eine Gruppe Fruchtkörper
  • Arrhenia_rickenii_2012-11-18_2Durchfeuchtet (li.) vs. trocken
  • Arrhenia_rickenii_2012-11-18_3Stiel filzig-flaumig bekleidet
  • Arrhenia_rickenii_2012-11-18_4Algeneinschlüsse im Stielfleisch
  • Arrhenia_rickenii_2012-11-18_5Einst Ziel für Handgranaten

Funddaten

Kollektion: 10 Fruchtkörper   Bestimmung: Arrhenia rickenii (Singer 1951 ex Hora 1960) Watling 1989 ('1988')   Finderin: Julia Kruse   Bestimmer: Anton Hausknecht, Andreas Kunze et al.   Funddatum: 18.11.2012   Fundort: D − BY − Oberbayern − München-FreimannFröttmaninger Heide, nördlich der beiden Stadtteile „Schwabing Nord“ und „Freimann“ unweit der Allianz Arena des FC Bayern (Münchner Schotterebene im Teilbereich der Garchinger Schotterzunge), ehem. Handgranatenwurfübungsplatz   Messtischblatt: 7735/4.3.2   Höhe über NN: 495 m   Ökologie: offene Ruderalstelle aus Split (Quarz, Ziegel und anderes zerkleinertes Gestein) partiell mit Geneigtem oder Gekieltblättrigem Spiralzahnmoos (Tortella inclinata) bewachsen, Charakterarten des Standorts sind der Gezonte oder Spatelförmige Adermoosling (Arrhenia spathulata) und der Rotbraune Nabeling (Omphalina cf. pyxidata)

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Hut: 4−9,5 mm im Durchmesser, 1−3 mm hoch, genabelt, gerieft und auch durchscheinend gerieft, hygrophan, am Rand nach unten gebogen, blass hellbraun, konzentrisch milchkaffeebräunlich bis weißlich ausblassend, rundlich bis unförmig im Alter, Rand im Alter gewellt, Huthaut matt, rau (Lupe!), Rand hell gesäumt

Lamellen: herablaufend, bogig, gegabelt und gerne queraderig verbunden, wellig, Schneiden glatt und wie die Lamellenfläche gefärbt, Flächen aderig-runzelig

Stiel: 9−12 mm lang, fast 1−1,5 mm dick, nach oben breiter werdend, blass hellbraun, vollständig mit feinen weißen Härchen besetzt, wodurch der Stiel zur Basis hin heller erscheint, Basis selbst weißfilzig, aber unverdickt, unteres Stieldrittel geschwungen

Fleisch: im Hut praktisch fehlend/häutig; im Stiel längsfaserig und etwas glasig

Geruch: schwach pelargonienartig

Mikroskopische Merkmale

Hyphen: Septen schnallenlos; untere Stieltrama mit Grünalgeneinschlüssen

Sporen [95 % • 15 • LQP • E • H2O (nat)]: 4,7−6,2−7,6(−8,2) x 3,7−4,8−5,9 µm, Q = 1,1−1,5; Mittelwert-Konfidenzgrenzen (95 %): 6,2 ±0,36 x 4,8 ±0,27 µm (Länge av x Breite av); Q av = 1,3 ±0,05; oval-tropfenförmig, hyalin, mit einem Öltropfen, glattwandig, mit deutlichem und 1 µm langem Apikulus

Basidien [95 % • 8 • LQP • E • H2O (nat)]: 21,6−26,6−31,6 x 4,4−5,9−7,4 µm; schlank keulig, (2−)4-sporig, ohne Basalschnallen

Legende:
95 % = Konfidenzintervall; Messwerte wurden statistisch mit Smaff ausgewertet
nonstat = Messwerte wurden nicht statistisch ausgewertet
LQP = Lamellenquetschpräparat
E = Exsikkat
H2O (nat) = Präparation in Leitungswasser
KOH = Präparation in Leitungswasser mit einem Tropfen 20%iger Kalilauge (Zellwände außerdem mit Kongorot [SDS] angefärbt)

Anmerkungen

Bestimmung

Trotz meines ersten Eindrucks, dass es sich bei der Kollektion um den Geröll-Adermoosling (Arrhenia rickenii) handeln dürfte, legte ich den Fund wegen der fein behaarten Stieloberfläche und des schwachen Geruchs nach Pelargonien als Samtfuß-Adermoosling (A. velutipes) ab. Aufkeimende Zweifel veranlassten mich schließlich zu einer Anfrage im Forum auf pilzepilze.de und wurden im Diskussionsverlauf bekräftigt. Irritiert wendete ich mich an den österreichischen Pilzexperten Anton Hausknecht, der unsere Aufsammlung wie folgt beurteilte (E-Mail vom 29.8.2013) – besten Dank an dieser Stelle:

Ihre Bilder entsprechen weitestgehend meiner Vorstellung von Arrhenia rickenii. Alle meine Funde stammen vom Spätherbst/Frühwinter, eine Kollektion beispielsweise vom 5.12.1986 aus der Lobau (Wien) bei leichten Minusgraden. Die Sporen dieses Fundes sind ein wenig größer (7-10 x 4-6.3 µm), alle anderen Mikrodaten passen zu Kühner & Romagnesis Omphalina rustica (= Mosers rickenii). Arrhenia velutipes ist viel dunkler, hat dichtere, nicht gegabelte Lamellen und wächst nicht so spät im Jahr.

Ich bin mir also sicher, dass die Bestimmung als A. rickenii OK ist, zumal auch die Fundzeit gut mit meinen Beobachtungen übereinstimmt. Weitere mikroskopische Eigenschaften: Basidien ohne Basalschnalle, Pigment in der Huthaut inkrustierend.

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 406−407.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 257−258.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2001): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 3. Ständerpilze: Blätterpilze I (Hellblättler). Ulmer, Stuttgart: 487−488.
  • Ludwig, E. (2001): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 1. Die kleineren Gattungen der Makromyzeten mit lamelligem Hymenophor aus den Ordnungen Agaricales, Boletales und Polyporales. IHW-Verlag, Eching: 455.
  • Arrhenia_spathulata_2012-11-18_01Behaarte Oberseite
  • Arrhenia_spathulata_2012-11-18_02Feinrunzelige Unterseite

Funddaten

Kollektion: 1 Fruchtkörper   Bestimmung: Arrhenia spathulata (Fries 1828 : Fries 1828) Redhead 1984   Finderin: Julia Kruse   Funddatum: 18.11.2012   Fundort: D − BY − Oberbayern − München-FreimannFröttmaninger Heide, nördlich der beiden Stadtteile „Schwabing Nord“ und „Freimann“ unweit der Allianz Arena des FC Bayern (Münchner Schotterebene im Teilbereich der Garchinger Schotterzunge), ehem. Handgranatenwurfübungsplatz   Messtischblatt: 7735/4.3.2   Höhe über NN: 495 m   Ökologie: offene Ruderalstelle aus Split (Quarz, Ziegel und anderes Gestein) partiell mit Geneigtem oder Gekieltblättrigem Spiralzahnmoos (Tortella inclinata) bewachsen; nachgewiesene Arten in der Nähe des Fundorts sind der Geröll- oder Gefaltete Adermoosling (Arrhenia rickenii) und der Rotbraune Nabeling (Omphalina cf. pyxidata)

Merkmale

Hut: 6,5 mm breit, 6 mm tief, muschelförmig, grau-braun, hygrophan, fast häutig, Oberfläche fein filzig, zur Mitte und zum angedeuteten Stiel hin mehr striegelig weiß, Rand nach unten gebogen

Lamellen: fehlend, lediglich ein paar Falten/Runzeln längs der Breite nach auf der Unterseite des Frk.

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 180.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 254.
  • Ludwig, E. (2001): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 1. Die kleineren Gattungen der Makromyzeten mit lamelligem Hymenophor aus den Ordnungen Agaricales, Boletales und Polyporales. IHW-Verlag, Eching: 28−29.
  • Arrhenia_sp_1_Fm_Heide_Sued_HGrWUebPl_2012-11-18_1Fruchtkörper braun, hygrophan
  • Arrhenia_sp_1_Fm_Heide_Sued_HGrWUebPl_2012-11-18_2Lamellen kaum querverbunden
  • Arrhenia_sp_1_Fm_Heide_Sued_HGrWUebPl_2012-11-18_3Vegetationsarmes Habitat

Funddaten

Kollektion: 3 Fruchtkörper   Bestimmung: Arrhenia sp.   Finderin: Julia Kruse   Funddatum: 18.11.2012   Fundort: D − BY − Oberbayern − München-Freimann − Fröttmaninger Heide, nördlich der beiden Stadtteile „Schwabing Nord“ und „Freimann“ unweit der Allianz Arena des FC Bayern (Münchner Schotterebene im Teilbereich der Garchinger Schotterzunge), ehem. Handgranatenwurfübungsplatz   Messtischblatt: 7735/4.3.2   Höhe über NN: 495 m   Ökologie: offene Ruderalstelle aus Split (Quarz, Ziegel und anderes Gestein) partiell mit Geneigtem oder Gekieltblättrigem Spiralzahnmoos (Tortella inclinata) bewachsen, nachgewiesene Arten in der Nähe des Fundorts sind der Geröll- oder Gefaltete Adermoosling (Arrhenia rickenii), der Gezonte oder Spatelförmige Adermoosling (A. spathulata) und der Rotbraune Nabeling (Omphalina cf. pyxidata)

Merkmale

Hut: 4–8 mm im Durchmesser, 2–3 mm hoch, schokoladen- bis dunkelbraun, etwa 1/3 des Radius' durchscheinend gerieft, in der Mitte dunkler, Rand überstehend und umgeschlagen, Oberfläche radialfaserig eingewachsen, hygrophan, jung kaum genabelt sondern flach niedergedrückt, im Alter leicht genabelt, zentral fast feinschuppig aufgerissen, feucht etwas speckig glänzend

Lamellen: schwach herablaufend bis gerade angewachsen, etwas blasser als der Hut, fein weiß behaart, kaum queraderig verbunden, Abstand normal, gerade bis schwach bauchig, mit Lameletten untermischt, Schneiden glatt und etwas dunkler

Stiel: 10–12 mm lang, 2/3–1 1/3 mm dick, wie der Hut gefärbt, zylindrisch, nach unten verjünt, schwach s-förmig bis geschwungen

Fleisch: im Hut dünn, aber kaum häutig; im Stiel längsfaserig, etwas glasig

Geruch: unauffällig, unspezifisch

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 179 ff.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 252 ff.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2001): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 3. Ständerpilze: Blätterpilze I (Hellblättler). Ulmer, Stuttgart: 476 ff.
  • Ludwig, E. (2001): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 1. Die kleineren Gattungen der Makromyzeten mit lamelligem Hymenophor aus den Ordnungen Agaricales, Boletales und Polyporales. IHW-Verlag, Eching: 23 ff.
  • Arrhenia_sp_2_Froettmaninger_Heide_2012-11-19_1Hut alt trichterartig vertieft
  • Arrhenia_sp_2_Froettmaninger_Heide_2012-11-19_2Lamellen breit angewachsen

Funddaten

Kollektion: 7 Fruchtkörper   Bestimmung: Arrhenia sp.   Funddatum: 19.11.2012   Fundort: D – BY – Oberbayern – München-Freimann – Fröttmaninger Heide, nördlich der Landeshauptstadt unweit der Allianz Arena des FC Bayern (Münchner Schotterebene im Teilbereich der Garchinger Schotterzunge)   Messtischblatt: 7735/4.3.4   Höhe über NN: 496 m   Ökologie: niederer Halbtrockenrasen mit Hang zum Trockenrasen auf Kalkschotter mit dünner Lössauflage, sonnig exponiert; zwischen Gräsern und Echtem Tannen-Thujamoos (Abietinella abietina), nachgewiesene Pilzarten in der Nähe des Fundorts sind der Duftende Rötling (Entoloma ameides), der Exzentrische/Marmorierte Rötling (E. excentricum) und der Steppen- oder Kiesliebende Trichterling (Infundibulicybe glareosa)

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Hut: 8–15 mm im Durchmesser, 5–7 mm hoch, schon jung deutlich genabelt, im Alter trichterartig vertieft, Huthaut umgeschlagen, bis zu 1/3 des Radius' durchscheinend gerieft, matt, glatt, grau-braun, am Rand durch die semitransparente Huthaut haselnussbraun gefärbt, hygrophan, hell bräunlich-grau ausblassend, Huthaut am Rand mit dem Lamellen verwachsen

Lamellen: breit angewachsen bis kurz mit einem Zahn herablaufend, bogig bis gerade, schwach s-förmig (in Stielnähe bauchig, zum Hutrand hin bogig), selten gegabelt, gerne am Grund aderig verbunden, braun-grau, nur schwach blasser als der Hut gefärbt, Schneiden glatt und minimal dunkler als die Lamellenfläche, mit oftmals welligen Lameletten

Stiel: 13–17 mm lang, 1–1,5 mm dick, apikal auch bis zu 2 mm dick, zylindrisch, nach unten gleichmäßig verjüngt, am Lamellenansatz gleichmäßig erweitert, an der Basis geschwungen oder gekniet, selten gerade sondern allenfalls leicht wellig, glatt, unterhalb der Lamellen bisweilen fein gerillt, in der unteren Hälfte mit weißen Härchen striegelig besetzt, basal weiß-filzig und oft knollig verdickt, bräunlich-grau ohne viele Brauntöne

Fleisch: hellgrau, voll, im Hut fast bis an den Rand noch bis zu 1,5 mm dick, lediglich am Rand kurz häutig dünn, im Stiel an der Basis etwas dunkler

Geruch: nach Pelargonien (Pelargonium sp.)

Mikroskopische Merkmale

Lamellentrama: Hyphen (3–)5–11(–13) µm breit, zylindrisch bis dezent aufgeblasen, Septen mit Schnallen, Pigment inkrustierend, Wandung mit schwachen und dünnen Querbändern unregelmäßig inkrustiert

Basidien [95 % • 15 • LQP • E • KOH (2-5 %)]: 18,2–24,9–31,6(–32,7) x 5,9–7,3–8,6 µm; MW-Konfidenzgrenzen (95 %): Länge av = 24,9 ±1,72, Breite av = 7,3 ±0,33 µm; schlank keulig, fast ausschließlich 4-sporig, nur vereinzelt 2-sporig

Sporen [95 % • 15 • LQP • E • H2O]: 7,5–9,2–10,9 x 4,2–5,4–6,6 µm, Q = 1,1–2,3; MW-Konfidenzgrenzen (95 %): Länge av = 9,2 ±0,42, Breite av = 5,4 ±0,3 µm, Q av = 1,7 ±0,14; schwach tränenförmig bis oval, mit deutlichem Apikulus, glattwandig, bisweilen mit ein paar Tröpfchen gefüllt (unreif?)

Legende:
95 % = Konfidenzintervall; Messwerte wurden statistisch mit Smaff ausgewertet
LQP = Lamellenquetschpräparat
E = Exsikkat
H2O (nat) = Präparation in Leitungswasser
KOH = Präparation in Leitungswasser mit einem Tropfen 20%iger Kalilauge

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 179 ff.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 252 ff.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2001): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 3. Ständerpilze: Blätterpilze I (Hellblättler). Ulmer, Stuttgart: 476 ff.
  • Ludwig, E. (2001): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 1. Die kleineren Gattungen der Makromyzeten mit lamelligem Hymenophor aus den Ordnungen Agaricales, Boletales und Polyporales. IHW-Verlag, Eching: 23 ff.
  • Calocybe_gambosa_2007-05-20Fruchtkörper schmutzig weiß
  • Calocybe_gambosa_2010-05-27_1Hüte unregelmäßig deformiert
  • Calocybe_gambosa_2010-05-27_2Lamellen weiß, dicht gedrängt

Funddaten

Bestimmung: Calocybe gambosa (Fries 1821 : Fries 1821) Singer 1951   Funddatum: 20.5.2007   Fundort: D – BY – Schwaben – Lkr. Donau-Ries – Mertingen – Mertinger Forst   Höhe über NN: 425 m   Messtischblatt: 7330/4.2.1   Ökologie: Fichtenforst (Picea abies) auf saurem, sandigen Boden; am schattigen Wegrand zwischen Steinen und Ziegelschutt

Merkmale

Habitus: ritterlingsartig (tricholomatoid)

Hut: 50–65 mm im Durchmesser, 15 mm hoch, konvex, kompakt, Rand nach unten gebogen, Huthaut überstehend und eingekrempelt, matt, Wasser wird von der Oberfläche wie bei einem Schwamm aufgesaugt, schmutzig weiß

Lamellen: breit angewachsen, dicht gedrängt, untermischt, cremefarben, Schneiden glatt

Sporenpulver: weiß

Stiel: 40–50 mm lang, 14–23 mm breit, kompakt, längsfaserig, basal verjüngt und gebogen, wie der Hut gefärbt, basal mit Braunton

Fleisch: fest, weiß, im Schnitt stellenweise leicht gilbend oder bräunend, Stiel- mit Hutfleisch verwachsen

Geruch: intensiv nach Mehl bzw. Salatgurke

Anmerkungen

Bildmaterial

Die Beschreibung bezieht sich auf die Fruchtkörper auf Bild 1. Die Exemplare auf Bild 2–3 wurden Ende Mai 2010 abgelichtet und stammen vom selben Fundort.

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 186.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 581−582.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2001): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 3. Ständerpilze: Blätterpilze I (Hellblättler). Ulmer, Stuttgart: 141−143.
  • Ludwig, E. (2001): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 1. Die kleineren Gattungen der Makromyzeten mit lamelligem Hymenophor aus den Ordnungen Agaricales, Boletales und Polyporales. IHW-Verlag, Eching: 45−46.
  • Clitocybe_cf_agrestis_2011-09-23_01Fruchtkörper am Standort

Funddaten

Kollektion: 2 Fruchtkörper   Bestimmung: Clitocybe cf. agrestis Harmaja 1969   Funddatum: 23.9.2011   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Augsburg − Königsbrunn − NSG Stadtwald Augsburg, Königsbrunner Heide im Teilbereich der „Kernheide“   Messtischblatt: 7731/1.4.2   Höhe über NN: ca. 510 m   Ökologie: Kalkschotter mit teils ausgeprägter Erdschicht und Totholz (meist Wurzelreste von Nadelhölzern), Magerwiese mit Tendenz zum Halbtrockenrasen; zur Hauptblütezeit mit einem Massenaspekt der Ästigen Graslilie (Anthericum ramosum), etwa 1 m neben dem nördlichen Waldrand, vergesellschaftet mit einem Kiefernzapfen-Nagelschwamm (Strobilurus stephanocystis oder S. tenacellus)

Merkmale

Hut: 15–22 mm im Durchmesser, 6 mm hoch, jung halbkugelig, später konvex, glatt, matt glänzend, feucht rostbraun, trocken zum Rand hin ocker ausblassend, Rand scharf und mit feinen weißen Velumflöckchen belegt

Lamellen: angeheftet, untermischt, Abstand normal, ockerbraun, Schneiden weißlich und fein-schartig gezähnelt

Stiel: 30–36 mm lang, 2,5–4,5 x 6–7 mm dünn, zylindrisch, basal keulig verdickt, weiß längs überfasert auf hellbraunem Grund, apikal mit kurzfaserigen Härchen besetzt, mit hängendem, gerieften und vergänglicher Manschette, Ring zum Teil auffällig weit unten am Stiel

Fleisch: im Hut dünn, schmutzig weißlich; im Stiel längsfaserig, hohl, bräunlich

Geruch: muffig

Merkmale

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 215−216.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 456.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2001): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 3. Ständerpilze: Blätterpilze I (Hellblättler). Ulmer, Stuttgart: 155−156.
  • Ludwig, E. (2012): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 3. Die übrigen Gattungen der Agaricales mit weißem Sporenpulver. Fungicon, Berlin: 182−183.
  • Conocybe_aurea_2009-09-06_1Gruppe mit jungen Exemplaren
  • Conocybe_aurea_2009-09-06_2Ältere Fruchtkörper
  • Conocybe_aurea_2009-09-06_3Hutunterseiten mit Lamellen
  • Conocybe_aurea_2009-09-06_4Fundstelle in der Totale
  • Conocybe_aurea_2009-09-06_5Fundstelle aus der Nähe
  • Conocybe_aurea_2011-08-17_1Zwei Fruchtkörper
  • Conocybe_aurea_2011-08-17_2Lamellen eines Fruchtkörpers

Funddaten

Kollektion: 4 von 6 Fruchtkörpern   Bestimmung: Conocybe aurea (Jul. Schäffer 1930) Hongo 1963   Funddatum: 17.8.2011   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Donau-Ries − Mertingen   Messtischblatt: 7330/2.4   Höhe über NN: ca. 400 m   Ökologie: Blumenerde im Topf eines Oleander (Nerium oleander), Standort im Freien – Überwinterung im Keller

Merkmale

Hut: 10,5−33 mm im Durchmesser, 9−18 mm hoch, kegelig/konisch, glatt, lebhaft gelb-ocker, hygrophan, bis zur Hälfte des Radius durchscheinend gerieft, bald vom Zentrum aus ocker ausblassend, aber nicht streifig, sondern ähnlich zoniert wie beim Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis), am Rand bisweilen schwach faltig, teils mit bräunlich angetrocknetem Saum, ± dezentral gestielt, stets geotrop ausgerichtet

Lamellen: angeheftet, fast frei, dicht gedrängt, untermischt, dünn, schwach bis deutlich bauchig, blass schmutzig cremefarben, im Alter durch das ausfallende Sporenpulver braun, Schneiden wie Lamellenfläche gefärbt

Sporenpulver: braun, ähnlich Vollmilchschokolade

Stiel: 32−45 mm lang, 2−4,5 mm im Durchmesser, basal bis zu 8 mm knollig verdickt, hell bräunlich, zum Hutansatz hin blass gelblich ausblassend und schwach verjüngt, gerade bis leicht geschwungen, gerne schief statt vertikal ausgerichtet, Stielrinde komplett mit Längsstreifen aus Kaulo-Zystiden bedeckt, basal weniger freudig als der übrige Stiel gefärbt

Fleisch: dünn, am Rand praktisch fehlend, vom Stiel abgesetzt, schmutzig weißlich; apikal zunächst ebenso gefärbt, aber seidig glänzend, längsfaserig, hohl, Stielrinde bis zu 1,5 mm stark, zur Basis hin braun gefärbt, unteres Stielende gerne aufgeblasen

Geruch: chemisch-aromatisch

Anmerkungen

Untersuchte Kollektion

Die Beschreibung bezieht sich auf die Bilder 6–7. Die Fotos 1–5 stammen von einer anderen Kollektion (6.9.2009), die im Vorfeld einer Exkursion mit den Ulmer Pilzfreunden auf dem Gelände einer Grünabfalldeponie entdeckt wurden, und sollen die Variabilität dieser Art verdeutlichen.

Literatur

  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 738.
  • Ludwig, E. (2007): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 2. Die größeren Gattungen der Agaricales mit farbigem Sporenpulver (ausgenommen Cortinariaceae). Fungicon, Berlin: 94−95.
  • Coprinopsis_stangliana_2011-09-24_1Junger und älterer Fruchtkörper
  • Coprinopsis_stangliana_2008-06-17_1Hut mit Velumfetzen besetzt.
  • Koebr_Hd_Auslichtung_2013-10-26Standortaufnahme

Funddaten

Kollektion: 1 von 2 Fruchtkörper   Bestimmung: Coprinopsis stangliana (Enderle, Bender & Gröger 1988) Redhead, Vilgalys & Moncalvo 2001   Funddatum: 24.9.2011   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Augsburg − Königsbrunn − NSG Stadtwald Augsburg, Königsbrunner Heide auf der Auslichtung zwischen „Kernheide“ und „Hasenheide“   Messtischblatt: 7731/1.4.2   Höhe über NN: ca. 510 m   Ökologie: Magerwiese mit Tendenz zum Halbtrockenrasen auf Kalkschotter mit teils ausgeprägter Erdschicht und Totholz (meist Wurzelreste von Nadelhölzern), im Halbschatten einiger Wald-Kiefern (Pinus sylvestris); zur Hauptblütezeit im Sommer massenhaft mit der weißblütigen Ästigen Graslilie (Anthericum ramosum) bedeckt; zwischen Gräsern im feuchten Moos eingebettet; Eutrophierung durch Hunde aufgrund das nahe verlaufenden Trampelpfads möglich

Merkmale

Hut: 2 cm breit, 2,8 cm hoch, jung kolbenförmig ähnlich dem Schopf-Tintling (Coprinus comatus), vollständig von weißlichen und vor allem in der Mitte mit bräunlichen angedrückten Velumschüppchen bedeckt, nach dem Aufschirmen stumpf-kegelig, vor allem in den Randbereichen mehr von der grauen und durchscheinend gerieften Huthaut erkennbar

Lamellen: angeheftet, mit Zahn herablaufend, dicht gedrängt, weiß, vom Rand her bald braun und zuletzt schwärzlich verfärbend, ehe sie durch Autolyse verflüssigen, Schneiden kontrastierend weiß beflockt

Stiel: 4,5 cm lang, 4 mm dick, basal bis zu 8 mm erweitert, zylindrisch, invers keulig, matt bis seidig glänzend, schwach längsfaserig

Fleisch: dünn, weißlich; im Hut praktisch nur im mittigen Drittel vorhanden, bis zu 2 mm dick, wässrig; im Stiel längsfaserig, hohl, mit bis zu 2 mm und basal bis zu 3,5 mm dicker Wandung

Geruch: dumpf, muffig

Anmerkungen

Artabgrenzung

Der Kleinsporige Specht-Tintling (C. stangliana) ähnelt einer Miniaturausgabe des Specht-Tintlings (C. picacea). Der „große Bruder“ kommt aber hauptsächlich in mesophilen Buchenwäldern sowie wärmebegünstigten Eichen- und Eichen-Hainbuchen-Wäldern vor, während C. stangliana vorwiegend trockenes Grasland besiedelt. Beide Arten zeigen kalkhaltige oder zumindest basenreiche Böden an. Ein weiterer Doppelgänger ist der seltene Sklerotien-Specht-Tintling (C. sclerotium), der sich auf das Zersetzen von Kuhdung spezialisiert hat. Wie der Name vermuten lässt, wachsen die Fruchtkörper aus Sklerotien. Mikroskopisch ist der Fall schnell abzusichern: Sowohl C. picacea (13−19[−20] x 9,5−13 µm) als auch C. sclerotium (13,5−17,5 x 10,5−12,5 x 9−10,5 µm) haben größere Sporen als C. stangliana (9−11,5 x 7−8 µm). [Ludwig 2007]

Naturschutz

C. stangliana zählt zu den 19 Verantwortungsarten unter den Großpilzen Deutschlands und ist dadurch naturschutzrechtlich den FFH-Arten gleichgestellt. (Lüderitz & Gminder 2014)

Untersuchte Kollektion

Die Beschreibung bezieht sich auf den jungen Fruchtkörper des ersten Fotos, dessen Hut nach der Lagerung über Nacht im Kühlschrank bereits aufgeschirmt, während er beim anderen Exemplar bereits zerflossen war. Das Foto mit dem Einzelfruchtkörper entstand bereits Mitte Juni 2008 lediglich ein paar Meter von der Fundstelle entfernt und soll die Variabilität der Art veranschaulichen.

Literatur

  • Corticium_roseum_2008-02-09_1Weidenstumpf mit Überzug
  • Corticium_roseum_2008-02-09_2Bewuchs der Rinde und Zweige
  • Corticium_roseum_2008-02-09_3Mit weißlichen Zuwachsrändern

Funddaten

Bestimmung: Corticium roseum Persoon 1794   Funddatum: 9.2.2008   Fundort: D – BY – Schwaben – Lkr. Donau-Ries – Mertingen – Mertinger Forst   Messtischblatt: 7330/4.2.1   Höhe über NN: ca. 410 m   Ökologie: dunkler Fichtenforst auf saurem, frischem Boden unmittelbar an einem Waldbächchen   Substrat: östlich exponierte Seite eines ca. 1,5 m hohen Baumstumpfs inklusive der abgestorbenen Triebe einer Weide (Salix sp.)   Begleitfunga: Westseite mit etlichen resupinaten Frk. des Angebrannten Rauchporlings (Bjerkandera adusta) besiedelt

Merkmale

Fruchtkörper: blass rosa bis weißlich, häutig bis runzelig, fest mit dem Substrat verwachsen und deshalb nur schwer ablösbar

Anmerkungen

Bestimmung

Lt. Literatur sollen die Frk. bei Reibung röten oder sich zumindest intensiver rosa verfärben (nicht getestet)

Literatur

  • Jülich, W. (1984): Die Nichtblätterpilze, Gallertpilze und Bauchpilze. Kleine Kryptogamenflora, Bd. IIb/1. Basidiomyceten, 1. Teil. Gustav Fischer, Stuttgart/New York: 128.
  • Krieglsteiner, G. J. & A. Kaiser (2000): Laeticorticium roseum (Persoon: Fries1821) Donk1956. In: Krieglsteiner, G. J. (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 1. Allgemeiner Teil. Ständerpilze: Gallert-, Rinden-, Stachel- und Porenpilze: 251–252.
  • Laux, H. E. (2001): Der große Kosmos-Pilzführer. Franckh Kosmos, Stuttgart: 484.
  • Cortinarius_orellanus_2007-07-06_1Kleiner und großer Fruchtkörper
  • Cortinarius_orellanus_2007-07-06_2Hut rotbraun, Rand rissig
  • Cortinarius_orellanus_2007-07-06_3Messingfarbene Stielspitze
  • Cortinarius_orellanus_2007-07-06_4Hutunterseite mit Lamellen
  • Cortinarius_orellanus_2007-07-06_5Schuppige Hutoberfäche
  • Cortinarius_orellanus_2007-07-06_6Lamellen eines jüngeren Frk.

Funddaten

Bestimmung: Cortinarius orellanus Fries 1838   Funddatum: 6.7.2007   Fundort: D – BY – Schwaben – Lkr. Augsburg – Bergheim – Rauher Forst, Langenberg (Bestandteil des „Naturparks Augsburg – Westliche Wälder”)   Messtischblatt: 7630/4.4.1+2   Höhe über NN: ca. 530 m   Ökologie: sonnig exponierte Südhänge, fester Boden mit Laubstreuauflage; unter Rot-Buche (Fagus sylvatica) und Stiel-Eiche (Quercus robur), gerne inmitten von Mooskissen

Merkmale

Hut: 32–56 mm im Durchmesser, 12–15 mm hoch, jung konvex, oft eingebuchtet und selten kreisrund, Rand nach unten gebogen bis fast eingerollt, später flach ausgebreitet, Rand horizontal ausgerichtet, rissig und überschuppt (an einen Risspilz erinnernd), zentral gestielt, Oberfläche filzig-rauh, rotbraun, am Rand freudiger durch orangen Beiton gefärbt

Lamellen: ausgebuchtet bis breit angewachsen, bisweilen mit Zahn ± herablaufend, bauchig, Abstand normal bis weit, mit Lameletten untermischt, orangebräunlich

Sporenpulverfarbe: braun

Stiel: 22–62 mm lang, in der unteren Stielhälfte 8–9 x 9–10 mm und oben 9–10 x 11–17 mm dick, basal verjüngt, apikal verdickt mit spärlichen und vergänglichen Schleierresten, zylindrisch, längsfaserig, hellgelb, apikal mit orangem Beiton, zur Basis hin bräunlicher und weniger freudig gefärbt

Fleisch: kompakt, faserig, cremefarben, meist madig

Geschmack: Geschmackstest aufgrund der Vergiftungsgefahr (Orellanin-Aufnahme über die Schleimhäute) nicht durchgeführt

Geruch: rettichartig

Anmerkungen

Geschichte

Der Orangefuchsige Raukopf gelangte Mitte des vorigen Jahrhunderts zu trauriger Berühmtheit, als er in Polen eine Massenvergiftung mit mehr als 100 Betroffenen verursachte, von denen 11 starben. (Skirgiello & Grzymala 1957) Bis zu diesem Zeitpunkt galt die Art als essbar. Verantwortlich für die Vergiftungen war das in den Fruchtkörpern enthaltene nierenschädigende Orellanin. Der Stoff wurde von Dr. Stanisław Grzymala (1962) isoliert und nach dem Epitheton der Pilzart benannt. In Tierversuchen wurde dieselbe toxische Wirkung wie beim Menschen nachgewiesen.

Literatur

  • Flammer, R. & E. Horak (2003): Giftpilze – Pilzgifte. Pilzvergiftungen. Ein Nachschlagewerk für Ärzte, Apotheker, Biologen, Mykologen, Pilzexperten und Pilzsammler. Schwabe, Basel (CH): 42–44.
  • Gminder, G. et al. (2010): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 5. Ständerpilze: Blätterpilze III (Dunkelblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 40–41.
  • Grzymala, S. (1962): L'isolement de l'orellanine poison du Cortinarius orellanus Fries et l'étude de ses effects anatomopathologiques. Bull. Soc. mycol. Fr. 78: 394–404.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 767−768.
  • Skirgiello, A. & S. Grzymala (1957): Erfahrungen mit Dermocybe orellana (Fr.) in Polen. Z. Pilzk. 23 (3-4): 138–142.

  • Cortinarius_varius_2015-11-02_1Gesamte Kollektion
  • Cortinarius_varius_2015-11-02_2Ein Pärchen im Moosbett
  • Cortinarius_varius_2015-11-02_3Blick auf die Hutunterseite
  • Cortinarius_varius_2015-11-02_4...mit den violetten Lamellen
  • Cortinarius_varius_2015-11-02_5Älteres vs. jüngeres Exemplar
  • Cortinarius_varius_2015-11-02_6Zwei jüngere Fruchtkörper

Funddaten

Kollektion: 6 von 9 Fruchtkörpern   Bestimmung: Cortinarius varius (Schaeffer 1774 : Fries 1821) Fries 1838   Funddatum: 2.11.2015   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Donau-Ries − Mertingen − Mertinger Forst   Messtischblatt: 7330/4.2.3   Höhe über NN: 443 m   Ökologie: Fichtenforst auf sandigem, saurem Boden am Rand eines durch einen kleinen Graben getrennten, geschotterten Waldwegs   Begleitfunga: Flatterige Fichten-Koralle (Ramaria flaccida)

Merkmale

Hut: 6,5−7,5(−12,5) cm breit, 1−2 cm hoch, gewölbt bis flach gewölbt, mit bis zu 8 mm breiter und nach unten gebogener sowie ungeriefter Randzone, mittig abgeflacht bis leicht eingedellt, rundlich bis nahezu kreisrund, bisweilen auch etwas gewellt, im Alter flach ausgebreitet, Oberfläche trocken matt, gummiert anfühlend, feucht schmierig-klebrig, semmelgelb (Name!), fuchsig gelb-braun, im Zentrum mit mehr Brauntönen, nicht hygrophan, in der Randzone bisweilen mit weißlichen Velumresten bedeckt

Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, bauchig bis s-förmig (zum Rand hin bogig und zum Stiel hin bauchig), 7−11(−15) mm breit, dünn, mäßig gedrängt, mit Lameletten untermischt, Schneiden glatt und wie die Lamellenfläche gefärbt, zunächst zart amethystfarben, dann intensiver lila bis blau-violett und lange so bleibend, zuletzt durch das ausfallende Sporenpulver zimtbraun gefärbt

Sporenpulver: rostbraun

Stiel: 6−9 cm lang, apikal 14−18(−27) × 12−14(−23) mm dick, selten völlig zylindrisch, überwiegend invers schlank keulig bis basal zwiebelartig bis zu 28 mm verdickt, gerade bis geschwungen, ein Exemplar zum oberen Drittel geknickt, weiß bis schmutzig weißlich, etwas seidig glänzend, im oberen Drittel mit ringartiger und durch das ausfallende Sporenpulver rostbraun gefärbter Schleierzone

Fleisch: weiß bis schmutzig weißlich; im Hut bis zu 14(−20) mm dick; im Stiel längsfaserig, voll oder bisweilen mittig bis zu 3 mm ausgehöhlt

Geruch: unspezifisch mit schwacher Honigkomponente

Anmerkungen

Artabgrenzung

Der Semmelgelbe Schleimkopf ist unter den Schleierlingen eine leicht kenntliche Art und darüber hinaus ein Speisepilz. Allerdings sei das Sammeln nur fortgeschrittenen Pilzsammlern geraten, da etliche für ungeübte Pilzfreundinnen und Pilzfreunde kaum unterscheidbare Arten existieren, teils mit unbekanntem Speisewert, aber auch giftige Spezies. Andreas Gminder (2008) schreibt hierzu in seinem „Handbuch für Pilzsammler“:

Häufig wird er (Anm.: der Semmelgelbe Schleimkopf) mit dem Amethystblättrigen Klumpfuß (Anm.: C. calochrous) vermengt, der oft gleichzeitig an denselben Standorten vorkommt. Besonders gefährlich wären Verwechslungen mit einigen der gelbfleischigen Arten, wie dem Leuchtendgelben Klumpfuß (Anm.: C. splendens).

Habitat

Obwohl der Semmelgelbe Schleimkopf als Kalkzeiger gilt, wuchs die hier vorgestellte Kollektion in einem bodensauren Fichtenforst – allerdings nahe eines geschotterten Waldwegs und von diesem lediglich durch einen schmalen Graben getrennt. Es ist anzunehmen, dass der Waldboden durch das Auswaschen des Kalkschotters bei Niederschlag mit Basen versorgt wird.

Literatur

  • Gerhardt, E. (2001): Der große BLV Pilzführer für unterwegs. BLV, München: 252−253.
  • Gminder, A. (2008): Handbuch für Pilzsammler. Kosmos, Stuttgart: 249.
  • Krieglsteiner, G. J. & A. Gminder [Hrsg.] (2010): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 5. Ständerpilze: Blätterpilze III (Dunkelblättler). Ulmer, Stuttgart: 181−182.
  • Laux, H.E. (2001): Der große Kosmos Pilzführer. Kosmos, Stuttgart: 374−375.
  • Niskanen, T. & I. Kytövuori (2012): Key G: Subgen. Phlegmacium: Stem ± cylindrical; KOH on flesh yellow, sometimes as a ring. In: Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 816.
  • Cortinarius_cf_bivelus_2015-09-26_1Komplette Kollektion
  • Cortinarius_cf_bivelus_2015-09-26_2Zwei junge Exemplare im Detail
  • Cortinarius_cf_bivelus_2015-09-26_3Blick auf Lamellen und Cortina
  • Cortinarius_cf_bivelus_2015-09-26_4Längs aufgeschnittener Frk.

Funddaten

Kollektion: 3 Fruchtkörper   Bestimmung: Cortinarius cf. bivelus (Fries 1818) Fries 1838   Funddatum: 26.9.2015   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Donau-Ries − Mertingen − Mertinger Forst   Messtischblatt: 7330/4.2.1   Höhe über NN: 421 m   Ökologie: zwischen einer Birke (Betula sp.) und einer Espe (Populus tremula), wenige Meter entfernt standen noch Rotbuchen (Fagus sylvatica) und Gemeine Fichten (Picea abies)

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Hut: 35−45(−85) mm breit, 11−20(−40) mm hoch, jung halbkugelig, dann gewölbt, rund, im Alter gewellt und mit dem Rand stark nach oben gebogen, rostbraun, hygrophan, ockerfarben ausblassend, Randbereiche weit mit hellgrauem Velum befasert

Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, mit Zahn marginal herablaufend, bauchig, entfernt stehend, mit Lameletten untermischt, Schneiden glatt, im Alter mit Rissen sowie vereinzelten Scharten und wie die Lamellenfläche zunächst grau, später braun bis orange-braun gefärbt, partiell mit rostfarbenen Sporenpulverablagerungen, beim überalterten Frk. teils weißlich bereift (Schimmelbefall?), hygrophan, ocker ausblassend   Cortina: deutlich ausgeprägt, hellgräulich

Sporenpulver: rostfarben

Stiel: 75−85 mm lang, 14−16 mm dick, zylindrisch, basal bis zu 21 mm keulig verdickt, gerade bis geschwungen, Oberfläche matt, grau bis schmutzig gräulich, mit hellgräulichem Velum längs überfasert

Fleisch: im Hut bis zu 7 mm dick, hellgrau mit ockerfarbener Nuance; im Stiel längsfaserig, voll, basal im Alter etwas schwammig, wie Hutfleisch gefärbt, apikal auch wässrig-dunkelgrau, basal jedoch mehr ockerfarben

Geruch: im Anschnitt deutlich nach Rettich

Mikroskopische Merkmale

Sporen [95 % • 20 • SAP • v • H2O (nat)]: 7,9−9,5−11,1(−11,7) x 4,9−5,9−6,8(−7,1) µm; mandelförmig, braun, warzig

Anmerkungen

Dokumentation

Siehe auch die Kollektion aus dem Folgejahr.

Literatur

  • Niskanen, T. & I. Kytövuori (2012): Key I: Subgen. Telamonia sects Belaustini Moënne-Locc. & Reumax, Lanigeri Melot and Niveoglobosi Kytöv., Liimat. & Niskanen. In: Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 860−862.
  • Krieglsteiner, G. J. & A. Gminder [Hrsg.] (2010): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 5. Ständerpilze: Blätterpilze III (Dunkelblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 216−217.
  • Craterellus_lutescens_2007-07-16_1Junge Fruchtkörper
  • Craterellus_lutescens_2007-07-16_2Zweite Gruppe
  • Craterellus_lutescens_2007-07-17_1Faltig-aderiges Hymenophor
  • Craterellus_lutescens_2007-07-20_1Wuchs an morschem Holz
  • Craterellus_lutescens_2007-11-10_1Alte Exemplare
  • Craterellus_lutescens_2007-11-10_2Krauses, aderiges Hymenophor

Funddaten

Bestimmung: Craterellus lutescens (Persoon 1801 : Fries 1821) Fries 1838 (nom. cons.)   Funddatum: 16.7.2007   Fundort: D – BY – Schwaben – Lkr. Donau-Ries – Mertingen – Mertinger Forst   Messtischblatt: 7330/4.2.1   Höhe über NN: ca. 410 m   Ökologie: junger Fichtenforst auf sandigem, sauren und staunassen Boden (Schilfbewuchs und Torfmoos (Sphagnum sp.) in unmittelbarer Nähe); unter Fichten (Picea abies) auf dem mit Nadelstreu bedeckten Boden, aber auch auf morschem Nadelholz

Merkmale

Hut: 1–26 mm im Durchmesser, ±1 mm dünn, nahtlos in den Stiel übergehend, jung gerade ausgebreitet bis gewölbt und schuppig, bald schon gelappt, ausgeprägt wellig-verbogen und verkahlend, zentral zunächst genabelt, dann durchbohrt, am Rand angedrückt fein-schuppig und fransig, braun bis schwarzbraun, zart durchscheinend orange 

Hymenophor: faltig-runzelig, ohne ausgeprägte Leisten, gelb-rosa

Stiel: 10–40 mm lang, 1–10 mm dick, unregelmäßig verdreht-knotig, oft bauchig, hohl und wattig ausgefüllt, gerne büschelig-rasig verwachsen, innen cremefarben, außen orange-gelb, basal weiß

Geruch: angenehm nach Mirabellenfrüchten

Anmerkungen

Artabgrenzung

Sehr ähnlich sieht der „gewöhnliche“ Trompetenpfifferling aus, der jedoch auf der Hutunterseite deutlich ausgeprägte Leisten aufweist. C. lutescens hat dagegen eine glatte bis faltige, im Alter allenfalls aderige Unterseite. Typisch sind zudem die gelb-orange gefärbten Stiele. Zwar kann auch C. tubaeformis Fruchtkörper mit gelben Stielen bilden, aber stets ohne orangen Farbton. Neben der Typusvarietät kommen auch blasse Exemplare oder solche ohne gelbes/oranges Pigment (Stiel und Hutunterseite weiß) vor, die von einigen Autoren als Varietät axanthus abgegrenzt werden.

Bildmaterial

Die Beschreibung bezieht sich auf die jungen Fruchtkörper auf Bild 1–4. Das zusätzliche Bildmaterial soll die Variabilität dieser Art veranschaulichen.

Literatur

  • Jülich, W. (1984): Die Nichtblätterpilze, Gallertpilze und Bauchpilze. Kleine Kryptogamenflora, Bd. IIb/1. Basidiomyceten, 1. Teil. Gustav Fischer, Stuttgart/New York: 63–64.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2000): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 2. Ständerpilze: Leisten-, Keulen-, Korallen- und Stoppelpilze, Bauchpilze, Röhrlings- und Täublingsartige. Eugen Ulmer, Stuttgart: 8–9.
  • Craterellus_melanoxeros_2014-09-26_1Fruchtkörper oliv-gelblich
  • Craterellus_melanoxeros_2014-09-26_2Leisten im Alter deutlich genetzt
  • Craterellus_melanoxeros_2014-09-26_3Hutunterseite grau-violettlich
  • Craterellus_melanoxeros_2014-09-26_4Stielbasen gerne büschelig
  • Craterellus_melanoxeros_2014-09-26_5Fleisch im Anschnitt grauend
  • Craterellus_melanoxeros_2014-10-08Ältere Exemplare
  • Craterellus_melanoxeros_2014-09-26_6Fundstelle bei Eiche, Hainbuche
  • Craterellus_melanoxeros_2014-09-26_7Habitat: lichter Laubmischwald

Funddaten

Kollektion: 15 Fruchtkörper   Bestimmung: Craterellus melanoxeros (Desmazières 1830) Pérez-de-Gregorio 2000   Funddatum: 26.9. + 8.10.2014   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Donau-Ries − Donauwörth-Riedlingen − Riedlinger Holz   Messtischblatt: 7230/3.4.3   Höhe über NN: 503 m   Ökologie: lichter Buchen-Eichen-Hainbuchenwald auf Kalkboden   Begleitfunga: Grüngelbes Gallertkäppchen (Leotia lubrica), Gemeiner Schwefelritterling (Tricholoma sulphureum)

Merkmale

Hut: 9−52 x 8−42 mm breit, 2−33 mm hoch, unförmig, nie kreisrund, Rand herabgebogen und bisweilen eingeschnitten, auch geschlitzt, bald gewellt, im Alter niedergedrückt bis trichterartig vertieft mit flatterigem Rand, Hutdeckschicht faser-filzig, gerne mit runzeligen und teils mit Leisten bedeckten Verwachsungen, Hüte zweier Exemplare miteinander verwachsen, ocker, später ocker-braun

Leisten: bei jungen Exemplaren schwach ausgeprägt, fein aderig-runzelig, im Alter deutlich erhaben, mit vielen kleineren Queradern netzartig verbunden, nach unten feinmaschiger und allmählich in die glatte Stieloberfläche übergehend, Hymenium grau ohne freudige Violetttöne

Sporenpulver: kein Abwurfpräparat angefertigt

Stiel: 14−51 mm lang, 4−18 x 3−10 mm dick, basal oft etwas verdickt und mit bis zu fünf weiteren Exemplaren verwachsen, nicht zylindrisch sondern unförmig und gerne abgerundet-kantig, teils gewunden, geschwungen bis s-förmig gewellt, glatt, matt, ocker bis zitronengelb, Basis weißlich ausblassend

Fleisch: nahtlos vom Stiel in den Hut übergehend, weiß, basal schmutzig weißlich, Schnittflächen nach einigen Minuten grauend, Druckstellen nach einigen Stunden schwärzend, mit bis zu 0,5 mm dicker und ockerfarbener Wandung

Geruch: fruchtig mirabellenartig mit säuerlich-unangenehmer Komponente

Anmerkungen

Artabgrenzung

Die Schwärzende Kraterelle (C. melanoxeros) unterscheidet sich von der ähnlich aussehenden Violettgelben Kraterelle (C. ianthinoxanthus) durch düsterere Farben mit oliven und grauen Beitönen, das Schwärzen der Fruchtkörper im Alter sowie das grauende Fleisch bei Luftkontakt. Darüber hinaus beschreiben Neville & Alpago-Novello (1998) in ihrem Aufsatz über beide Taxa unterschiedliche Farbreaktionen bei Kontakt des Fleischs mit 2-prozentigem Phenol: Während C. melanoxeros rasch grau und dann allmählich rußschwarz verfärbt, beobachteten die Mykologen bei C. ianthinoxantus zunächst eine rosa-braune Verfärbung, die in weniger als einer Stunde schokoladenbraun umschlägt. Mangels Phenol konnte ich die Farbreaktion leider nicht verifizieren.

Literatur

  • Bon, M. (2005): Pareys Buch der Pilze. 1. Aufl. Kosmos, Stuttgart: 306.
  • Jülich, W. (1984): Die Nichtblätterpilze, Gallertpilze und Bauchpilze. Kleine Kryptogamenflora, Bd. IIb/1. Basidiomyceten, 1. Teil. Gustav Fischer, Stuttgart/New York: 62−63.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2000): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 2. Ständerpilze: Leisten-, Keulen-, Korallen- und Stoppelpilze, Bauchpilze, Röhrlings- und Täublingsartige. Eugen Ulmer, Stuttgart: 15−17.
  • Neville, P. & L. Alpago-Novello (1998): Two often and wrongly confused taxa, Cantharellus melanoxeros and C. ianthinoxanthus. Bull. Soc. mycol. Fr. 114(4): 1−28.
  • Crepidotus_lundellii_1_2006-12-26Muscheliger Fruchtkörper
  • Crepidotus_lundellii_2_2006-12-26Unterseite mit Lamellen

Funddaten

Bestimmung: Crepidotus lundellii Pilát in S. Lundell & Nannfeldt 1936   Funddatum: 26.12.2006    Fundort: D – BY – Schwaben – Lkr. Donau-Ries – Rain am Lech – westliches Lechufer nördlich der B 16   Messtischblatt: 7231/3.4.4   Höhe über NN: 400 m   Ökologie: Uferbereich mit feuchtem, kalkhaltigem und nährstoffreichem Schwemmsand, bei Hochwasser überflutet; unter Erlen (Alnus sp.), Pappeln (Populus sp.), Weiden (Salix sp.) und eingestreutem Schwarzen Holunder (Sambuca nigra)   Substrat: am Boden liegender Pappelzweig

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Hut: 26 mm lang, 21 mm breit, 12 mm hoch, muschelförmig, seitlich am Substrat angewachsen, dünnfleischig, bis zu einem gewissen Maß biegsam, dann brüchig, Rand umgebogen, Huthaut feinfilzig und nicht abziehbar, hygrophan, schmutzig-weißlich

Lamellen: untermischt, hellbräunlich

Sporenpulverfarbe: kein Abwurfpräparat angefertigt

Stiel: nicht vorhanden

Mikroskopische Merkmale

Lamellentrama: bilateral

Hyphen: mit Schnallen

Basidien: 24–31,5–41 x 6,5–7,5–9 µm; 4-sporig, keulig, seltener utriform, mit Basalschnallen

Sporen: 7–8–10 x 4,5–5–6 µm, Quotient = 1,6–1,6–1,7; elliptisch, glatt, ohne Keimporus, pigmentiert, inamyloid

Cheilo-Zystiden: 25–34–46 x 8–11–16 µm; keulenförmig-aufgeblasen, bisweilen bauchig, mit Basalschnallen

Hutdeckschicht: wirr verschlungene, 5–7,5–10 µm breite Hyphen

Literatur

  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 980.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2003): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 4. Ständerpilze: Blätterpilze II (Hell- und Dunkelblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 432–433.
  • Ludwig, E. (2001): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 1. Die kleineren Gattungen der Makromyzeten mit lamelligem Hymenophor aus den Ordnungen Agaricales, Boletales und Polyporales. IHW-Verlag, Eching: 82.
  • Cuphophyllus_ochraceopallidus_2013-10-22_1Gesamte Kollektion
  • Cuphophyllus_ochraceopallidus_2013-10-22_2Lamellen herablaufend
  • Cuphophyllus_ochraceopallidus_2013-10-22_3Hutoberfläche fettig-glänzend

Funddaten

Kollektion: 9 Fruchtkörper   Bestimmung: Cuphophyllus ochraceopallidus (P.D. Orton 1980) Bon 1985 ('1984')   Funddatum: 22.10.2013   Fundort: D − BY − Schwaben − Augsburg-Firnhaberau − Firnhaberauheide, südlicher Teil, nahe der Lärmschutzwand zur Autobahn   Messtischblatt: 7531/3.4.1    Höhe über NN: 463 m   Ökologie: initialer Kalkhalbtrockenrasen, in einem Polster aus Echtem Tannen-Thujamoos (Abietinella abietina) rings um ein Büschel aus Dorniger Hauhechel (Ononis spinosa)

Merkmale

Hut: 8−26 mm breit, 5−12 mm hoch, gewölbt-gebuckelt, blass karamellbraun, am Rand undeutlich durchscheinend gerieft, ocker, von der Mitte her ausblassend, mittig etwas intensiver gefärbt, Oberfläche glatt, fettig glänzend, Huthaut am Rand etwas überstehend

Lamellen: herablaufend, bogig, dicht gedrängt, untermischt, am Grund ein wenig queraderig verbunden, blass hellbräunlich, Schneiden glatt und wie die Lamellenfläche gefärbt

Sporenpulver: kein Abwurfpräparat angefertigt

Stiel: 30−60 mm lang, 3-5 mm dick, basal nach unten verjüngend bis ausspitzend, apikal bis zu 8 mm breit werdend, eingewachsen längsfaserig, schwach seidig glänzend, weißlich

Fleisch: weiß; im Stiel längsfaserig und wattig ausgefüllt, Hut- nahtlos ins Stielfleisch übergehend, in der Stielbasis des größten Frk. mit schwach-pinkfarbenem Ton

Geruch: säuerlich, etwas unangenehm müffelnd

Anmerkungen

Namen

Das Taxon wird heute als Varietät des Jungfern-Ellerlings (C. virgineus) aufgefasst und war hier zunächst in Ermangelung einer Umkombination auf Varietätniveau zu Cuphophyllus als Art geführt. Emanuele Campo vollzog schließlich die Umkombination im März 2015.

Die Umkombination zu Camarophyllus kann übrigens nicht verwendet werden, weil sich die Typusart von Camarophyllus als Schneckling entpuppte, was den Namen zu einem Synonym von Hygrophorus macht. Auch die häufig verwendete Umkombination zu den Saftlingen (Hygrocybe) scheidet aus, weil die Eigenständigkeit der Ellerlinge molekularbiologisch erwiesen ist. (Matheny et al. 2006)

Literatur

  • Boertmann, D. (2010): The genus Hygrocybe, 2nd ed. Fungi of Northern Europe, Vol. 1: 60−61.
  • Campo, E. (2015) Index Fungorum no. 232. 22.3.2015. Abgerufen am 9.11.2018.
  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 141.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 280.
  • Ludwig, E. (2012): Pilzkompendium, Bd. 3. Beschreibungen. Fungicon, Berlin: 307.
  • Matheny, P. Brandon, Valérie Hofstetter, M. Catherine Aime, Jean-Marc Moncalvo, Zai-Wei Ge, Zhu-Liang Yang, Jason C. Slot, Joseph F. Ammirati, Timothy J. Baroni, Neale L. Bougher, Karen W. Hughes, D. Jean Lodge, Richard W. Kerrigan, Michelle T. Seidl, Duur K. Aanen, Matthew DeNitis, Graciela M. Daniele, Dennis E. Desjardin, Bradley R. Kropp, Lorelei L. Norvell, Andrew Parker, Else C. Vellinga, Rytas Vilgalys, David S. Hibbett (2006): Major clades of Agaricales: A multilocus phylogenetic overview. Abschnitt Hygrophoroid clade (III), 3. Absatz. Mycologia 98(6): 982–995.
  • Cystodermella_granulosa_2012-10-11-1Gruppenfoto
  • Cystodermella_granulosa_2012-10-11-2Hutunterseite mit Lamellen

Funddaten

Kollektion: 10 Fruchtkörper   Bestimmung: Cystodermella granulosa (Batsch 1783 : Fries 1821) Harmaja 2002   Funddatum: 11.10.2012   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Donau-Ries − Mertingen − Mertinger Forst   Messtischblatt: 7330/4   Höhe über NN: ca. 420 m   Ökologie: sandiger und saurer Boden, auf einer frisch geschlagenen Schneise in einer schon etwas rausgewachsenen Fichtenschonung (Picea abies), auf der Nadelstreu zum angrenzenden älteren Baumbestand, vergesellschaftet mit dem Stachelbeer-Täubling (Russula queletii)

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Hut: 18−42 mm im Durchmesser, 7−14 mm hoch, stumpf kegelig, später flach ausgebreitet mit stumpfem Buckel, Rand mit etwas überstehender Huthaut und vergänglichen flockigen, weißlich bis blass cremefarbenen Velumresten besäumt, Oberfläche fein granuliert, Partikel zum Rand hin gröber werdend, rost- bis orangebraun gefärbt, in der Mitte dunkler

Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, bauchig, dünn, dicht gedrängt, Schneiden glatt und wie die Lamellenfläche blass cremefarben

Stiel: 35−47 mm lang, apikal 3−6,5 mm dick, basal 5−10 mm knollig verdickt und zum Hutansatz verjüngt, blass bräunlich, matt, mit flüchtiger flockiger Ringzone unter dem oberen Stieldrittel, darunter unregelmäßig flockig beschuppt, weißlich/blass cremefarben

Fleisch: sowohl im Hut als auch im Stiel voll und blass cremefarben, im Hut bis 8 mm dick, im Stiel längsfaserig mit 2 mm starker, hellbräunlicher Rinde, Huthaut weniger als einen halben Millimeter dick

Geruch: angenehm, fein säuerlich

Mikroskopische Merkmale

Cheilo-Zystiden: keine vorhanden

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 242−243.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 620.
  • Ludwig, E. (2001): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 1. Die kleineren Gattungen der Makromyzeten mit lamelligem Hymenophor aus den Ordnungen Agaricales, Boletales und Polyporales. IHW-Verlag, Eching: 96−97.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2001): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 3. Ständerpilze: Blätterpilze I (Hellblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 234−235.
  • Dacrymyces_stillatus_2006-12-12_01Hallimasch-Rhizomorphen (links)
  • Dacrymyces_stillatus_2006-12-12_02Gallerttränen daneben (rechts)
  • Dacrymyces_stillatus_2006-12-12_03Gegabelte Basidien
  • Dacrymyces_stillatus_2006-12-12_04Basidiolen
  • Dacrymyces_stillatus_2006-12-12_05Septierte Sporen
  • Dacrymyces_stillatus_2006-12-12_06Carotinoides Pigment

Funddaten

Bestimmung: Dacrymyces stillatus Nees 1817 : Fries 1822   Funddatum: 12.12.2006   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Donau-Ries − Mertingen − Mertinger Forst   Messtischblatt: 7330/2.3.2   Höhe über NN: 430 m   Ökologie: Fichtenforst auf saurem, sandigem Boden; seitlich auf der Rinde eines Fichtenstumpfs (Picea abies); aufgrund der schwärzlichen, schnürsenkelartigen Rhizomorphen augenscheinlich der Folgezersetzer eines Hallimaschs (Armillaria sp.)

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Fruchtkörper: 2–4 mm große Pusteln, gerne flächig mehrere Zentimeter verwachsen, dann faltig bis gewunden, gallertig, feucht-glänzend, glatt, am Substrat flach aufsitzend, orange teils gelblich gefärbt

Geruch: säuerlich

Mikroskopische Merkmale

Hyphen: schnallenlos, mehrere mit intrazellulären, rundlichen und gelben Farbpigmenten

Sporen: 14–16,5–20 x 6–6,5–7 µm; hyalin, länglich-elliptisch (in etwa wie Bohnenkerne), reif 4-fach gekammert, an den Septen eingeschnürt, mit deutlichem Apendix

Basidien: 3 µm dünn, oben mit 4–5 µm etwas dicker, mit zwei diagonal abstehenden, bis zu 25 µm langen Epibasidien

Literatur

  • Jülich, W. (1984): Die Nichtblätterpilze, Gallertpilze und Bauchpilze. Kleine Kryptogamenflora, Bd. IIb/1. Basidiomyceten, 1. Teil. Gustav Fischer, Stuttgart/New York: 435−436.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2000): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 1. Allgemeiner Teil. Ständerpilze: Gallert-, Rinden-, Stachel und Porenpilze. Eugen Ulmer, Stuttgart: 74−76.
  • Dichomitus_campestris_2007-01-07_1Fruchtkörper an einem Erlenast
  • Dichomitus_campestris_2007-01-07_2Typische Schwärzung am Rand
  • Dichomitus_campestris_2007-01-07_3Basidien
  • Dichomitus_campestris_2007-01-07_4Sporen #1
  • Dichomitus_campestris_2007-01-07_5Sporen #2
  • Dichomitus_campestris_2007-01-07_6Generative Hyphen
  • Dichomitus_campestris_2007-01-07_7Verzweigte Skeletthyphen
  • Dichomitus_campestris_2007-01-27_1Polsterförmiges Exemplar
  • Dichomitus_campestris_2007-01-27_2Gestufte Porenschicht

Funddaten

Bestimmung: Dichomitus campestris (Quélet 1872) Domański & Orlicz 1966   Funddatum: 7.1.2007   Fundort: D – BY – Oberbayern – Lkr. Weilheim-Schongau – Peißenberg – (neue) Bergehalde   Messtischblatt: 8232/1.2.2   Höhe über NN: ca. 600 m   Ökologie: Südhang; diverser, humusarmer und feuchter Boden aus Kalkschotter, Kohle und anderem Gestein; Erlenbruchwald mit bemoostem aber sonst kargem Bodenbewuchs, an der Hangoberseite durch einen Gürtel aus Kiefern (Pinus sp.) und westlich durch eine Parzelle Jungfichten (Picea abies) flankiert   Substrat: am Boden liegender Erlenast (Alnus sp.)

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Habitus: resupinat, polsterförmig

Maße: 18 mm im Durchmesser, 6 mm hoch

Fleisch: korkig-zäh, nahezu vollständig aus Röhren bestehend

Röhren: rundlich, ca. 1,5–2 Poren pro mm, gelb bis rostbräunlich, vom Rand her schwärzend

Geruch: fein-säuerlich

Mikroskopische Merkmale

Hyphensystem: dimitisch

Generative Hyphen: 2,5–3–4 µm breit; dünnwandig, gefüllt, mit kleinen Tröpfchen, Septen mit Schnallen

Skeletthyphen: 1,5–2,5–4 µm breit; dickwandig, hyalin, Septen ohne Schnallen, dichotom verzweigt

Basidien: 18–25,5–32 x 7–9,5–12 µm; keulig, 4-sporig, mit Basalschnallen

Sporen: 11–12–13 x 4–5–5,5 µm, Quotient = 2,8–2,4–2,3; schmal-elliptisch, glatt, hyalin, mit meist 1–2 Tröpfchen

Anmerkungen

Ökologie

Laut Krieglsteiner (2000) findet man die Art in unserem Nachbarland meist in Haselvorwäldern und -gebüschen, Hainbuchen-Eichenwäldern, Hartholzauen, wärmebedürftigen Eichenmischwäldern, an lichten Waldrändern und selten auch in Buchenwäldern mit eingemischter Eiche. Laux (2001) schreibt, dass die Art in Südfrankreich Eichen (Qercus sp.) bevorzugt. Der Pilz fruktifiziert auf abgestorbenen Stämmen und oft noch ansitzenden, selten wie in diesem Fall auch auf am Boden liegenden Ästen. Bevorzugtes Substrat ist Hasel (Corylus avellana), mit deutlichem Abstand gefolgt von Eiche. Aufgrund der Verwandtschaft von Hasel und Erle verwundert es nicht, dass das Substrat bei diesem Fund ein Erlenast war.

Bildmaterial

Die Beschreibung bezieht sich auf den Fruchtkörper und die mikroskopischen Merkmale auf den Fotos 1–7. Die letzten beiden Bilder zeigen einen Fund bei Unterirsingen am östlichen Wertachufer südlich der Straße und nördlich der Bahnlinie und dokumentieren zusätzlich die Variabilität dieser Art:

Funddatum: 27.1.2007   Fundort: D – BY – Schwaben – Lkr. Unterallgäu – Türkheim, Ortsteil Irsingen   Messtischblatt: 7929/4.2.2   Höhe über NN: 605 m   Ökologie: Auwaldartiger Ufersaum überwiegend aus Eschen (Fraxinus excelsior) und Grau-Erlen (Alnus incanum)   Substrat: luftig ansitzender Erlenast

Literatur

  • Jülich, W. (1984): Die Nichtblätterpilze, Gallertpilze und Bauchpilze. Kleine Kryptogamenflora, Bd. IIb/1. Basidiomyceten, 1. Teil. Gustav Fischer, Stuttgart/New York: 363.
  • Laux, H. E. (2001): Der große Kosmos Pilzführer. Franckh Kosmos, Stuttgart: 564.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2000): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 1. Allgemeiner Teil. Ständerpilze: Gallert-, Rinden-, Stachel und Porenpilze. Eugen Ulmer, Stuttgart: 608−609.
  • Ryvarden, L. & R. L. Gilbertson (1993): European Polypores, Part 1. Abortiporus-Lindtneria: 238−239.
  • Entoloma_cf_cetratum_agg_2013-05-05_01Frk. bei einem Fichtenstumpf
  • Entoloma_cf_cetratum_agg_2013-05-05_02Stiel drehwüchsig und bereift
  • Entoloma_cf_cetratum_agg_2013-05-05_03Hutunterseite mit Lamellen

Funddaten

Kollektion: 2 Fruchtkörper, abzüglich 1/2 Hut   Bestimmung: Entoloma cetratum (Fries 1818 : Fries 1821) M.M. Moser 1978   Funddatum: 5.5.2013   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Donau-Ries − Mertingen − Mertinger Forst, nahe der Waldkapelle   Messtischblatt: 7330/4.2.1   Höhe über NN: 441 m   Ökologie: Auslichtung im Fichtenforst auf saurem, sandigem Boden; ein Exemplar am Fuß eines Fichtenstubbens (Picea abies), das andere ca. 1 m davon entfernt auf dem bemoosten Boden zwischen etwas Reisig fruktifizierend

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Habitus: helmlingsartig (mycenoid)

Hut: 20−28 mm im Durchmesser, 10−12 mm hoch, stumpf gebuckelt, Rand bis zur Hälfte des Radius' durchscheinend gerieft, bei einem Exemplar an einer Stelle eingebuchtet, Huthaut die Lamellen überragend, am Rand blasser und nach unten umgeschlagen, rötlich-braun, etwas glasig erscheinend, im Zentrum weißlich, hygrophan, zum Rand radialstreifig hellocker ausblassend

Lamellen: ausgebuchtet angeheftet bis frei, bauchig, mit Lamelletten untermischt, dicklich, an der Fläche gerunzelt, am Grund queraderig verbunden, vereinzelt gegabelt, rosa-bräunlich, Schneiden wellig-gesägt und wie die Fläche gefärbt

Sporenpulver: kein Abwurfpräparat angefertigt

Stiel: 5,5–9 cm lang, 5–6 x 3,5–4 mm dick, zylindrisch, basal abgeflacht, untere Hälfte mit Mittelfurche, ein Exemplar gekniet, drehwüchsig, längsfaserig, ockerbräunlich, glasig, Basis weiß überfasert, am Lamellenansatz weißflockig besetzt

Fleisch: im Stiel ocker-bräunlich, längsfaserig, hohl, Rinde bis zu 2 mm dick; im Hut am Stielansatz bis zu 3 mm dick, nach außen dünner, ocker-weißlich, am Rand praktisch fehlend

Geruch: etwas säuerlich mit schwach fruchtiger Komponente

Mikroskopische Merkmale

Basidien [95 % • 15 • LQP • v • H2O (nat)]: 30,0–36,5–43,5(–44,5) x 9,0–11,5–13,5 µm; keulig, 2–4-sporig, Basis von 2-sporigen Elementen schnallenlos, 4-sporige dagegen mit Basalschnallen

Sporen [95 % • 40 • LQP • v • H2O (nat)]: 9,0–11,0–13,0(–13,5) x 6,5–8,0–9,5(–9,5) µm, Quotient = 1,1–1,7; Mittelwert-Konfidenzgrenzen (95 %): 11 ±0,3 x 8 ±0,2 µm (Länge av x Breite av), Quotient av = 1,4 ±0,04; 5–6(–7)-eckig, heterodiametrisch, reif mit einem oder zwei größeren und unreif mit vielen kleineren Öltröpfchen gefüllt

Hutdeckschicht [nonstat • 10 • QPr • v • H2O (nat)]: Hyphen 3,5–8,0 µm breit, schnallenlos, Endzellen vereinzelt auf 17,5–39,5 µm im Durchmesser aufgeblasen, in der Form an einen Zeppelin erinnernd, Pigment intrazellulär

Legende:
95 % = Konfidenzintervall; Messwerte wurden statistisch mit Smaff ausgewertet
nonstat = Messwerte wurden nicht statistisch ausgewertet
LQP = Lamellenquetschpräparat
QPR = Quetschpräparat
v = vitales Untersuchungsmaterial
H2O (nat) = Präparation in Leitungswasser

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 530.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 562
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2003): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 4. Ständerpilze: Blätterpilze II (Hell- und Dunkelblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 204−206..
  • Ludwig, E. (2007): Pilzkompendium, Bd. 2. Beschreibungen. Fungicon, Berlin: 348–350.
  • Noordeloos, M. E. (1992): Entoloma s. l. Fungi Europaei, Vol. 5. Candusso, Saronno (I): 270–274.
  • Entoloma_excentricum_2014-08-23_01Fünf Exemplare der Kollektion
  • Entoloma_excentricum_2014-08-23_02Hüte teils mit Wasserflecken
  • Entoloma_excentricum_2014-08-23_03Lamellen dünn und bauchig

Funddaten

Kollektion: 9 Fruchtkörper   Bestimmung: Entoloma excentricum Bresadola 1881   Funddatum: 23.8.2014   Fundort: D − BY − Schwaben − Augsburg-Firnhaberau − Firnhaberauheide, südlicher Teil, nahe der Lärmschutzwand an der Autobahn   Messtischblatt: 7531/3.4.1   Höhe über NN: 463 m   Ökologie: initialer Trockenrasen auf Kalkschotter mit lückiger, kurzer Vegetation, in einem Kissen aus Echtem Tannen-Thujamoos (Abietinella abietina); sonnig exponierter Standort, vergesellschaftet mit dem Weißlichen Keulengallertpilz (Tremellodendropsis tuberosa)

Merkmale

Habitus: ritterlingsartig (tricholomatoid)

Hut: 17−42 mm breit, gewölbt, gerne stumpf gebuckelt, selten abgeflacht, Rand lange umgebogen und ungerieft, Huthaut die Lamellen überragend, Oberfläche matt glänzend, schmutzig hellgrau, bisweilen mit konzentrisch angeordneten und bis zu 3 mm großen Wasserflecken

Lamellen: gerade bis überwiegend angewachsen, bauchig, dünn, mit Lameletten untermischt, hellgrau, bei Sporenreife rosa getönt, Schneiden glatt und wie die Flächen gefärbt

Sporenpulver: kein Abwurfpräparat angefertigt

Stiel: 30−45 mm lang, 4−7 mm dick, basal bis zu 8 mm knollig verdickt, gerade bis geschwungen, schmutzig hellgrau, matt

Fleisch: Hut- nahtlos ins Stielfleisch übergehend; im Hut bis zu 6 mm dick, weiß; im Stiel längsfaserig, im Alter apikal oder komplett hohl, weiß, bisweilen etwas hellgrau

Geruch: unspezifisch, auch im Anschnitt

Anmerkungen

Artabgrenzung

Der ähnlich aussehende Wurzelnde Rötling (E. pallideradicatum) aus der Nolanea-Claudopus-Klade (Noordeloos 2009) besitzt vergleichbar lange (~300 µm) Trama-Elemente, aber im Gegensatz zum Exzentrischen Rötling aus der Inocephalus-Cyanula-Klade ungeschnäbelte Cheilo-Zystiden. (Gröger 2006) Außerdem führt Ludwig (2007) in seinem Pilzkompendium noch E. eximium als kaum unterscheidbaren Doppelgänger an, das weder Zystiden noch Schnallen im Hymenium aufweist. Andere Arten mit ähnlichen Fruchtkörpern aus der Untergattung Entoloma haben kürzere Tramahyphen.

Zu den Kaulo-Zystiden von E. excentricum schreiben Senn-Irlet & Woltsche (2002), dass diese nicht nur bei der dunkelhütigen Varietät porphyrocephalum sondern auch bei anderen Farbausprägungen der Art vorkommen. Die Autoren weisen darauf hin, dass die dünnwandigen Elemente beim Trocknen leicht kollabieren und dann nur noch schwer zu erkennen sind.

Literatur

  • Entoloma_nitidum_2015-10-13_1Älteres und jüngeres Exemplar
  • Entoloma_nitidum_2015-10-13_2Struktur der Hutoberflächen
  • Entoloma_nitidum_2015-10-13_3Hutunterseiten mit Lamellen
  • Entoloma_nitidum_2015-10-13_4Gruppenfoto der Kollektion
  • Entoloma_nitidum_2015-10-13_5...aus anderer Perspektive

Funddaten

Kollektion: 4 von 5 Fruchtkörpern   Bestimmung: Entoloma nitidum Quélet 1883   Funddatum: 13.10.2015   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Donau-Ries − Mertingen − Mertinger Forst, südlich der Waldkapelle unweit der Torfmoosinsel   Messtischblatt: 7330/4.2.3   Höhe über NN: 443 m   Ökologie: lichter Fichtenforst auf saurem, anmoorigem Boden nahe eines Bachlaufs

Merkmale

Habitus: rüblingsartig (collybioïd)

Hut: 1,8−6 × 1,1−5,5 cm im Durchmesser, 8−13 mm hoch, zunächst konisch-glockig, dann flach ausgebreitet mit gewelltem Rand und stumpfem Buckel im Zentrum, Rand stets ungerieft, Huthaut die Lamellen überragend und nach unten umgeschlagen, mittig bisweilen radialrissig, Oberfläche matt glänzend und eingewachsen radialfaserig, dunkel grau-blau bis heller grau-blau

Lamellen: ausgebuchtet angeheftet bis frei, bauchig, mit Lamelletten untermischt, jung blass gelblich, später rosa-bräunlich, Schneiden wie die Fläche gefärbt

Sporenpulver: rosa-bräunlich

Stiel: 4–6 cm lang, apikal 3–6 mm dick, zylindrisch, bisweilen etwas knotig, zum unteren Stielende hin keulig bis zu 4–11 mm verdickt, ein Exemplar gekniet, drehwüchsig, längsfaserig, Basis schmutzig weißlich und weiß überfasert

Fleisch: im Stiel, längsfaserig, unterer Stielbereich wattig ausgefüllt, im Alter auf ganzer Länge wattig ausgefüllt und etwas hohl, weiß, basal schmutzig weißlich; im Hut am Stielansatz bis zu 1–4 mm dick, nach außen dünner, weiß, am Rand praktisch fehlend

Geruch: im Anschnitt leicht süßlich bis spermatisch

Anmerkungen

Bestand und Gefährdung

Zur Bestandssituation in Deutschland schreibt Ludwig (2007) in seinem Pilzkompendium, dass der Stahlblaue Rötling vor allem im Süden noch recht häufig, aber stark rückläufig und als gefährdet eingestuft ist (Rote Liste 3 – gefährdet).

Anfang Januar 2016 berichtete der Rötlingsspezialist Gerhard Wölfel im DGfM-Forum ebenfalls, dass der Stahlblaue Rötling in Westfalen sehr stark rückläufig sei. (Wölfel 2016) Die letzten Nachweise dieser Art lägen in dieser Region mehr als 10 Jahre zurück, wohingegen die Art dort früher weit verbreitet gewesen sei (Krieglsteiner 1991). Ein Vergleich mit den Pilzen Deutschlands (DGfM 2016) zeige im Norden (Niedersachsen, Schleswig-Holstein) ähnliche Tendenzen. Als Gefährdungsursache nennen Andreas Gminder und Peter Karasch vor allem Zunahme der Stickstoffeinträge in Nadelwälder (Kuyper 2013), des weiteren die Intensivierung der Forstwirtschaft, auch in feuchten Fichtenwäldern.

Dagegen merkt Wölfel an, dass E. nitidum in Bayern und Baden-Württemberg noch häufig zu sein scheint. Peter Karasch bestätigt seine Einschätzung mit einer grafischen Auswertung der bayerischen Funde. Auch Andreas Gminder schätzt die Bestandssituation im Thüringer Wald in den letzten 10 Jahren als in etwa gleichbleibend ein.

Zuletzt relativierte Axel Schilling Mitte April 2016 die Bestandssituation in Niedersachsen, weil schlicht die Funddaten für das Bundesland im Portal auf Pilze-Deutschland.de noch fehlen würden und diese erst im Laufe des Jahres eingepflegt werden sollen. Auf einer vorläufigen Verbreitungskarte visualisiert er lediglich drei Alteinträge an Quadranten vor 1980 und sechs Einträge aus den letzten zehn Jahren. Peter Karasch informierte mich am 13.6.2016, dass die Funde aus Niedersachsen inzwischen online sind.

Literatur und Weblinks

  • Entoloma_ollare_2008-05-15_1Standortaufnahmen, montiert
  • Entoloma_ollare_2008-05-15_2Fruktifikation im Blumenkasten
  • Entoloma_ollare_2008-05-16_1Studioaufnahme, freigestellt
  • Entoloma_ollare_2008-05-16_Zeichnung_1Zeichnung Basidien
  • Entoloma_ollare_2008-05-16_Zeichnung_2Zeichnung Sporen
  • Entoloma_ollare_2008-05-16_Zeichnung_3Zeichnung Hutdeckschicht

Funddaten

Bestimmung: Entoloma ollare E. Ludwig & T. Rödig 1992 ex E. Ludwig & T. Rödig in Noordeloos 2004   Finderin: Slavenka Wittmann   Bestimmer: Andreas Staber & Andreas Kunze   Funddatum: 15.5.2008 (Wiederfund aus dem Vorjahr)   Fundort: D – BY – Schwaben – Lkr. Augsburg – Bobingen   Höhe über NN: ca. 520 m   Messtischblatt: 7731/1   Ökologie: Blumenkasten mit Pelargonien, teils bemooste Erde

Merkmale

Habitus: stummelfüßchenartig (crepidotoid)

Hut: 4–7 x 3–3 mm im Durchmesser, 3–4 mm hoch, flach ausgebreitet, zentral leicht eingesenkt, später trichterförmig, teils ungleich nach oben gefaltet, grau bis blau-grau, ausgeprägt weiß radialfilzig, Rand nach unten gebogen, im Alter bisweilen gerieft/undeutlich gekerbt, ± zentral gestielt, laut Finder bisweilen auch seitlich gestielt

Lamellen: angewachsen, untermischt, entfernt stehend, wellig verbogen, zum Rand hin ins Grau der Hutfarbe übergehend, sonst schmutzig gelblich rosa

Stiel: 2–4 mm lang, 1,5–2 mm dünn, hellbraun mit rötlichem Reflex, vollständig weiß kurzborstig behaart, zylindrisch bis selten rillig

Fleisch: weiß

Geruch: unauffällig

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 598.
  • Kunze, A. & A. Staber (2011): Entoloma ollare – ein seltener Rötling aus einem Blumenkasten bei Augsburg und der Erstnachweis in Bayern. Mycol. Bav. 12: 11–17.
  • Ludwig, E. (2007): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 2. Die größeren Gattungen der Agaricales mit farbigem Sporenpulver (ausgenommen Cortinariaceae). Fungicon, Berlin: 281.
  • Noordeloos, M. E. (2004): Entoloma s. l. (Supplement). Fungi Europaei, Vol. 5A. Edizioni Candusso, Alassio: 1139−1140.
  • Entoloma_sericeoides_2013-05-30_01Einzelexemplar
  • Entoloma_sericeoides_2013-05-30_02Lamellen und Stieloberfläche
  • Entoloma_sericeoides_2013-05-30_03Gruppenfoto

Funddaten

Kollektion: 8 Fruchtkörper (zzgl. 5 Exemplare vom 27.5.2013, selber Fundort)   Bestimmung: Entoloma sericeoides (J.E. Lange 1940) Noordeloos 1980   Funddatum: 30.5.2013   Fundort: D − BY − Schwaben − Augsburg − Firnhaberauheide, südlicher Teil, nahe der Lärmschutzwand zur Autobahn   Messtischblatt: 7531/3.4.1   Höhe über NN: 463 m   Ökologie: Magerwiese auf Kalkschotter mit dünner Lössauflage, sonnig exponierter Standort, Krautschicht ca. 20−30 cm hoch, im Moos; in der Nähe fruktifizierte der Safrangelbe Saftling (Hygrocybe acutoconica)

Merkmale

Habitus: rüblingsartig (collybioid)

Hut: 13−30 x 25 mm breit, 3−10 mm hoch, bereits jung trichterförmig vertieft, Huthaut am Rand zunächst umgeschlagen, im Alter gerade abstehend und die Lamellen überragend, glatt, fettig glänzend, braun und in der Mitte dunkelbraun gefärbt, 2/23/4 des Hutradius' durscheinend gerieft, hygrophan, radialstreifig von innen nach außen ocker ausblassend, dann ungerieft mit matter Oberfläche

Lamellen: breit angewachsen und mit einem Zahn am Stiel herablaufend, im Alter auch schwach herablaufend, dünn, dicht gedrängt, jung in Stielnähe bauchig und andere Hälfte zum Rand hin bogig, später komplett bauchig, junge Exemplare zum Rand hin gerne wellig verbogen, schmutzig weißlich, dann mit mehr Braun- und zuletzt durch das Sporenpulver mit mehr Rosabrauntönen, Lamellenfläche schwach runzelig, vor dem Hutrand auslaufend, Schneiden bei alten Exemplaren teils bräunlich pigmentiert

Sporenpulver: rosa-bräunlich

Stiel: 25−30 mm lang, 2−4 x 3 mm dick, basal auf 4 x 3−5,5 mm schlank-keulig erweitert, grau-bräunlich, weiß längs überfasert, kurz vor dem Lamellenansatz gerne mit angedeuteter Ringzone, basal weißfilzig, etwas glasig wie der Stiel des Schwärzenden Saftlings (Hygrocybe conica)

Fleisch: dünn, extrem brüchig; im Stiel längsfaserig, hohl mit bis zu 1 mm dicker Wand, wattig aufgefüllt, wässrig, glasig-braun, trocken grau; im Hut bis maximal 1 mm dick in der Mitte, am Rand praktisch fehlend, unmittelbar unter der Hutdeckschicht braun, darunter grau

Geruch: unspezifisch, jedoch im Anschnitt entweder mehlartig bzw. nach Salatgurke mit unangenehmer Komponente oder spermatisch

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 525.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 542.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2003): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd 4. Eugen Ulmer, Stuttgart: 218−219.
  • Ludwig, E. (2007): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 2. Die größeren Gattungen der Agaricales mit farbigem Sporenpulver (ausgenommen Cortinariaceae). Fungicon, Berlin: 382−383.
  • Noordeloos, M. E. (1992): Entoloma s. l. Fungi Europaei, Vol. 5. Candusso, Alassio (I): 259−260
Zum Seitenanfang