2007

  • Calocybe_gambosa_2007-05-20Fruchtkörper schmutzig weiß
  • Calocybe_gambosa_2010-05-27_1Hüte unregelmäßig deformiert
  • Calocybe_gambosa_2010-05-27_2Lamellen weiß, dicht gedrängt

Funddaten

Bestimmung: Calocybe gambosa (Fries 1821 : Fries 1821) Singer 1951   Funddatum: 20.5.2007   Fundort: D – BY – Schwaben – Lkr. Donau-Ries – Mertingen – Mertinger Forst   Höhe über NN: 425 m   Messtischblatt: 7330/4.2.1   Ökologie: Fichtenforst (Picea abies) auf saurem, sandigen Boden; am schattigen Wegrand zwischen Steinen und Ziegelschutt

Merkmale

Habitus: ritterlingsartig (tricholomatoid)

Hut: 50–65 mm im Durchmesser, 15 mm hoch, konvex, kompakt, Rand nach unten gebogen, Huthaut überstehend und eingekrempelt, matt, Wasser wird von der Oberfläche wie bei einem Schwamm aufgesaugt, schmutzig weiß

Lamellen: breit angewachsen, dicht gedrängt, untermischt, cremefarben, Schneiden glatt

Sporenpulver: weiß

Stiel: 40–50 mm lang, 14–23 mm breit, kompakt, längsfaserig, basal verjüngt und gebogen, wie der Hut gefärbt, basal mit Braunton

Fleisch: fest, weiß, im Schnitt stellenweise leicht gilbend oder bräunend, Stiel- mit Hutfleisch verwachsen

Geruch: intensiv nach Mehl bzw. Salatgurke

Anmerkungen

Bildmaterial

Die Beschreibung bezieht sich auf die Fruchtkörper auf Bild 1. Die Exemplare auf Bild 2–3 wurden Ende Mai 2010 abgelichtet und stammen vom selben Fundort.

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 186.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 581−582.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2001): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 3. Ständerpilze: Blätterpilze I (Hellblättler). Ulmer, Stuttgart: 141−143.
  • Ludwig, E. (2001): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 1. Die kleineren Gattungen der Makromyzeten mit lamelligem Hymenophor aus den Ordnungen Agaricales, Boletales und Polyporales. IHW-Verlag, Eching: 45−46.
  • Cortinarius_orellanus_2007-07-06_1Kleiner und großer Fruchtkörper
  • Cortinarius_orellanus_2007-07-06_2Hut rotbraun, Rand rissig
  • Cortinarius_orellanus_2007-07-06_3Messingfarbene Stielspitze
  • Cortinarius_orellanus_2007-07-06_4Hutunterseite mit Lamellen
  • Cortinarius_orellanus_2007-07-06_5Schuppige Hutoberfäche
  • Cortinarius_orellanus_2007-07-06_6Lamellen eines jüngeren Frk.

Funddaten

Bestimmung: Cortinarius orellanus Fries 1838   Funddatum: 6.7.2007   Fundort: D – BY – Schwaben – Lkr. Augsburg – Bergheim – Rauher Forst, Langenberg (Bestandteil des „Naturparks Augsburg – Westliche Wälder”)   Messtischblatt: 7630/4.4.1+2   Höhe über NN: ca. 530 m   Ökologie: sonnig exponierte Südhänge, fester Boden mit Laubstreuauflage; unter Rot-Buche (Fagus sylvatica) und Stiel-Eiche (Quercus robur), gerne inmitten von Mooskissen

Merkmale

Hut: 32–56 mm im Durchmesser, 12–15 mm hoch, jung konvex, oft eingebuchtet und selten kreisrund, Rand nach unten gebogen bis fast eingerollt, später flach ausgebreitet, Rand horizontal ausgerichtet, rissig und überschuppt (an einen Risspilz erinnernd), zentral gestielt, Oberfläche filzig-rauh, rotbraun, am Rand freudiger durch orangen Beiton gefärbt

Lamellen: ausgebuchtet bis breit angewachsen, bisweilen mit Zahn ± herablaufend, bauchig, Abstand normal bis weit, mit Lameletten untermischt, orangebräunlich

Sporenpulverfarbe: braun

Stiel: 22–62 mm lang, in der unteren Stielhälfte 8–9 x 9–10 mm und oben 9–10 x 11–17 mm dick, basal verjüngt, apikal verdickt mit spärlichen und vergänglichen Schleierresten, zylindrisch, längsfaserig, hellgelb, apikal mit orangem Beiton, zur Basis hin bräunlicher und weniger freudig gefärbt

Fleisch: kompakt, faserig, cremefarben, meist madig

Geschmack: Geschmackstest aufgrund der Vergiftungsgefahr (Orellanin-Aufnahme über die Schleimhäute) nicht durchgeführt

Geruch: rettichartig

Anmerkungen

Geschichte

Der Orangefuchsige Raukopf gelangte Mitte des vorigen Jahrhunderts zu trauriger Berühmtheit, als er in Polen eine Massenvergiftung mit mehr als 100 Betroffenen verursachte, von denen 11 starben. (Skirgiello & Grzymala 1957) Bis zu diesem Zeitpunkt galt die Art als essbar. Verantwortlich für die Vergiftungen war das in den Fruchtkörpern enthaltene nierenschädigende Orellanin. Der Stoff wurde von Dr. Stanisław Grzymala (1962) isoliert und nach dem Epitheton der Pilzart benannt. In Tierversuchen wurde dieselbe toxische Wirkung wie beim Menschen nachgewiesen.

Literatur

  • Flammer, R. & E. Horak (2003): Giftpilze – Pilzgifte. Pilzvergiftungen. Ein Nachschlagewerk für Ärzte, Apotheker, Biologen, Mykologen, Pilzexperten und Pilzsammler. Schwabe, Basel (CH): 42–44.
  • Gminder, G. et al. (2010): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 5. Ständerpilze: Blätterpilze III (Dunkelblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 40–41.
  • Grzymala, S. (1962): L'isolement de l'orellanine poison du Cortinarius orellanus Fries et l'étude de ses effects anatomopathologiques. Bull. Soc. mycol. Fr. 78: 394–404.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 767−768.
  • Skirgiello, A. & S. Grzymala (1957): Erfahrungen mit Dermocybe orellana (Fr.) in Polen. Z. Pilzk. 23 (3-4): 138–142.
  • Craterellus_lutescens_2007-07-16_1Junge Fruchtkörper
  • Craterellus_lutescens_2007-07-16_2Zweite Gruppe
  • Craterellus_lutescens_2007-07-17_1Faltig-aderiges Hymenophor
  • Craterellus_lutescens_2007-07-20_1Wuchs an morschem Holz
  • Craterellus_lutescens_2007-11-10_1Alte Exemplare
  • Craterellus_lutescens_2007-11-10_2Krauses, aderiges Hymenophor

Funddaten

Bestimmung: Craterellus lutescens (Persoon 1801 : Fries 1821) Fries 1838 (nom. cons.)   Funddatum: 16.7.2007   Fundort: D – BY – Schwaben – Lkr. Donau-Ries – Mertingen – Mertinger Forst   Messtischblatt: 7330/4.2.1   Höhe über NN: ca. 410 m   Ökologie: junger Fichtenforst auf sandigem, sauren und staunassen Boden (Schilfbewuchs und Torfmoos (Sphagnum sp.) in unmittelbarer Nähe); unter Fichten (Picea abies) auf dem mit Nadelstreu bedeckten Boden, aber auch auf morschem Nadelholz

Merkmale

Hut: 1–26 mm im Durchmesser, ±1 mm dünn, nahtlos in den Stiel übergehend, jung gerade ausgebreitet bis gewölbt und schuppig, bald schon gelappt, ausgeprägt wellig-verbogen und verkahlend, zentral zunächst genabelt, dann durchbohrt, am Rand angedrückt fein-schuppig und fransig, braun bis schwarzbraun, zart durchscheinend orange 

Hymenophor: faltig-runzelig, ohne ausgeprägte Leisten, gelb-rosa

Stiel: 10–40 mm lang, 1–10 mm dick, unregelmäßig verdreht-knotig, oft bauchig, hohl und wattig ausgefüllt, gerne büschelig-rasig verwachsen, innen cremefarben, außen orange-gelb, basal weiß

Geruch: angenehm nach Mirabellenfrüchten

Anmerkungen

Artabgrenzung

Sehr ähnlich sieht der „gewöhnliche“ Trompetenpfifferling aus, der jedoch auf der Hutunterseite deutlich ausgeprägte Leisten aufweist. C. lutescens hat dagegen eine glatte bis faltige, im Alter allenfalls aderige Unterseite. Typisch sind zudem die gelb-orange gefärbten Stiele. Zwar kann auch C. tubaeformis Fruchtkörper mit gelben Stielen bilden, aber stets ohne orangen Farbton. Neben der Typusvarietät kommen auch blasse Exemplare oder solche ohne gelbes/oranges Pigment (Stiel und Hutunterseite weiß) vor, die von einigen Autoren als Varietät axanthus abgegrenzt werden.

Bildmaterial

Die Beschreibung bezieht sich auf die jungen Fruchtkörper auf Bild 1–4. Das zusätzliche Bildmaterial soll die Variabilität dieser Art veranschaulichen.

Literatur

  • Jülich, W. (1984): Die Nichtblätterpilze, Gallertpilze und Bauchpilze. Kleine Kryptogamenflora, Bd. IIb/1. Basidiomyceten, 1. Teil. Gustav Fischer, Stuttgart/New York: 63–64.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2000): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 2. Ständerpilze: Leisten-, Keulen-, Korallen- und Stoppelpilze, Bauchpilze, Röhrlings- und Täublingsartige. Eugen Ulmer, Stuttgart: 8–9.
  • Dichomitus_campestris_2007-01-07_1Fruchtkörper an einem Erlenast
  • Dichomitus_campestris_2007-01-07_2Typische Schwärzung am Rand
  • Dichomitus_campestris_2007-01-07_3Basidien
  • Dichomitus_campestris_2007-01-07_4Sporen #1
  • Dichomitus_campestris_2007-01-07_5Sporen #2
  • Dichomitus_campestris_2007-01-07_6Generative Hyphen
  • Dichomitus_campestris_2007-01-07_7Verzweigte Skeletthyphen
  • Dichomitus_campestris_2007-01-27_1Polsterförmiges Exemplar
  • Dichomitus_campestris_2007-01-27_2Gestufte Porenschicht

Funddaten

Bestimmung: Dichomitus campestris (Quélet 1872) Domański & Orlicz 1966   Funddatum: 7.1.2007   Fundort: D – BY – Oberbayern – Lkr. Weilheim-Schongau – Peißenberg – (neue) Bergehalde   Messtischblatt: 8232/1.2.2   Höhe über NN: ca. 600 m   Ökologie: Südhang; diverser, humusarmer und feuchter Boden aus Kalkschotter, Kohle und anderem Gestein; Erlenbruchwald mit bemoostem aber sonst kargem Bodenbewuchs, an der Hangoberseite durch einen Gürtel aus Kiefern (Pinus sp.) und westlich durch eine Parzelle Jungfichten (Picea abies) flankiert   Substrat: am Boden liegender Erlenast (Alnus sp.)

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Habitus: resupinat, polsterförmig

Maße: 18 mm im Durchmesser, 6 mm hoch

Fleisch: korkig-zäh, nahezu vollständig aus Röhren bestehend

Röhren: rundlich, ca. 1,5–2 Poren pro mm, gelb bis rostbräunlich, vom Rand her schwärzend

Geruch: fein-säuerlich

Mikroskopische Merkmale

Hyphensystem: dimitisch

Generative Hyphen: 2,5–3–4 µm breit; dünnwandig, gefüllt, mit kleinen Tröpfchen, Septen mit Schnallen

Skeletthyphen: 1,5–2,5–4 µm breit; dickwandig, hyalin, Septen ohne Schnallen, dichotom verzweigt

Basidien: 18–25,5–32 x 7–9,5–12 µm; keulig, 4-sporig, mit Basalschnallen

Sporen: 11–12–13 x 4–5–5,5 µm, Quotient = 2,8–2,4–2,3; schmal-elliptisch, glatt, hyalin, mit meist 1–2 Tröpfchen

Anmerkungen

Ökologie

Laut Krieglsteiner (2000) findet man die Art in unserem Nachbarland meist in Haselvorwäldern und -gebüschen, Hainbuchen-Eichenwäldern, Hartholzauen, wärmebedürftigen Eichenmischwäldern, an lichten Waldrändern und selten auch in Buchenwäldern mit eingemischter Eiche. Laux (2001) schreibt, dass die Art in Südfrankreich Eichen (Qercus sp.) bevorzugt. Der Pilz fruktifiziert auf abgestorbenen Stämmen und oft noch ansitzenden, selten wie in diesem Fall auch auf am Boden liegenden Ästen. Bevorzugtes Substrat ist Hasel (Corylus avellana), mit deutlichem Abstand gefolgt von Eiche. Aufgrund der Verwandtschaft von Hasel und Erle verwundert es nicht, dass das Substrat bei diesem Fund ein Erlenast war.

Bildmaterial

Die Beschreibung bezieht sich auf den Fruchtkörper und die mikroskopischen Merkmale auf den Fotos 1–7. Die letzten beiden Bilder zeigen einen Fund bei Unterirsingen am östlichen Wertachufer südlich der Straße und nördlich der Bahnlinie und dokumentieren zusätzlich die Variabilität dieser Art:

Funddatum: 27.1.2007   Fundort: D – BY – Schwaben – Lkr. Unterallgäu – Türkheim, Ortsteil Irsingen   Messtischblatt: 7929/4.2.2   Höhe über NN: 605 m   Ökologie: Auwaldartiger Ufersaum überwiegend aus Eschen (Fraxinus excelsior) und Grau-Erlen (Alnus incanum)   Substrat: luftig ansitzender Erlenast

Literatur

  • Jülich, W. (1984): Die Nichtblätterpilze, Gallertpilze und Bauchpilze. Kleine Kryptogamenflora, Bd. IIb/1. Basidiomyceten, 1. Teil. Gustav Fischer, Stuttgart/New York: 363.
  • Laux, H. E. (2001): Der große Kosmos Pilzführer. Franckh Kosmos, Stuttgart: 564.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2000): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 1. Allgemeiner Teil. Ständerpilze: Gallert-, Rinden-, Stachel und Porenpilze. Eugen Ulmer, Stuttgart: 608−609.
  • Ryvarden, L. & R. L. Gilbertson (1993): European Polypores, Part 1. Abortiporus-Lindtneria: 238−239.
  • Entoloma_cf_ameides_2007-05-17_01Bei Trockenheit ausblassend
  • Entoloma_cf_ameides_2007-05-17_02Bauchige Lamellen
  • Entoloma_cf_ameides_2007-05-17_03Exemplar mit kegeligem Hut
  • Entoloma_cf_ameides_2007-05-17_04Blick auf die Lamellen
  • Entoloma_cf_ameides_2007-05-17_05Habitat Fichtenforst

Funddaten

Kollektion: 3 Fruchtkörper   Bestimmung: Entoloma cf. ameides (Berkeley & Broome 1865) Quélet 1879   Funddatum: 17.5.2007   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Donau-Ries − Mertingen − Mertinger Forst   Messtischblatt: 7330/4.2.1   Höhe über NN: ca. 442 m   Ökologie: Fichtenforst auf saurem und sandigem Boden, am Rand einer Lichtung; bemooster Untergrund mit lichtem Bewuchs aus Fichtensprößlingen (Picea abies), kleinen Faulbäumen (Frangula alnus) sowie Brom- und Himbeerranken (Rubus sect. Rubus bzw. R. daeus)

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Habitus: risspilzartig (inocybeoid)

Hut: 11−29 mm im Durchmesser, 7−9 mm hoch, kegelig, Rand im Alter nach oben gebogen und rissig, aber stets mit zentralem Buckel, zentral gestielt, steif-spröde, hygrophan, braun

Lamellen: breit angewachsen, entfernt stehend, ausgeprägt bauchig, untermischt, steif-spröde, braun mit rosa Farbkomponente

Sporenpulver: rosa-bräunlich

Stiel: 30−41 mm lang, 4−5 x 6−8 mm breit, steif-spröde, längsfaserig, hygrophan, braun, eine Nuance heller als der Hut gefärbt

Geruch: ausgeprägt süßlich – an den Veilchenwurz-Rötelritterling (Lepista irina) erinnernd

Mikroskopische Merkmale

Lamellentrama: regulär

Hyphen: Septen mit Schnallen

Sporen: (9,5−) 10,5 +/-0,5 (−11,5) x (6,5−) 7,5 +/-0,5 (−8) µm, Quotient = 1,4 +/-0,1; heterodiametrisch, 6-7-eckig-abgerundet, glatt, mit einem großen Öltropfen, inamyloid

Anmerkungen

Artabgrenzung

Sind Cheilo-Zystiden vorhanden, handelt es sich um den Süßlichen Rötling (Entoloma sacchariolens).

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 524.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 566−567.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2003): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 4. Ständerpilze: Blätterpilze II (Hell- und Dunkelblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 203−204.
  • Ludwig, E. (2007): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 2. Die größeren Gattungen der Agaricales mit farbigem Sporenpulver (ausgenommen Cortinariaceae). Fungicon, Berlin: 387−388.
  • Noordeloos, M. E. (1992): Entoloma s. l. Fungi Europaei, Vol. 5, Edizioni Candusso, Alassio: 260−262.
  • Geoglossum_cookeanum_2007-10-01_01Frk. flach, oben verbreitert...
  • Geoglossum_cookeanum_2007-10-01_02...und wulstig längsgerippt
  • Geoglossum_cookeanum_2007-10-15_01Oberfläche rau und trocken

Funddaten

Bestimmung: Geoglossum cookeanum Nannfeldt 1942   Funddatum: 1.10.2007   Fundort: D – BY – Schwaben – Lkr. Augsburg – Königsbrunn – NSG Stadtwald Augsburg, Königsbrunner Heide, im Teilbereich „Hasenheide“ nahe des Ölbachquelltopfs   Messtischblatt: 7731/1.4.2   Höhe über NN: ca. 510 m   Ökologie: Halbtrockenrasen auf kalkhaltigem Lechschotter mit dünner Lössauflage; Schwerpunkt der Fruktifikation war eine um ca. 20 cm abfallende und etwa 3 m lange, der Sonne abgewandte Fläche (quasi eine halbe Mulde) mit relativ dichtem Grasbewuchs; in der Umgebung konnten Arten wie die Geweihförmige Wiesenkoralle (Clavulinopsis corniculata), der Braungrüne Zärtling (Entoloma incanum), der Dattelbraune Ellerling (Cuphophyllus colemannianus) und der [[Papageigrüner Saftling|Papageigrüne Schleimsaftling (Gliophorus psittacinus)

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Fruchtkörper: 3–4,5 cm lang, 3–4,5 cm breit, basal 2–5 x 2 mm verjüngt, zungenförmig, unregelmäßig verbogen/geschlängelt, überwiegend längs gerippt, wulstig und/oder faltig, Oberfläche matt und trocken, schwarz-braun

Mikroskopische Merkmale

Asci: 155–169,5 x 17–23 µm, hyalin, 8-sporig

Sporen: (61,5–)63–74,5 x (4–)5–5,5(–6,5) µm, Quotient = 12,5; länglich, geschwungen ähnlich einem Sensenblatt, an beiden Enden schmäler, jedoch mit einem stumpfen und einem zugespitzten Ende, glatt, überwiegend 7-fach septiert, Kammern jeweils mit einem großen Öltropfen gefüllt, braun pigmentiert; unreife Sporen mit wenigeren Querwänden und deshalb meist unregelmäßig großen Kammern, ganz jung septenlos und hyalin

Paraphysen: deutlich schlanker als die Asci, braun aber heller als die Sporen pigmentiert, verklebt wirkend, Enden septiert und an den Speten eingeschnürt, perlenkettenartig

Anmerkungen

Bestimmung

Die Länge der Asci weicht teilweise von Literaturangaben ab: Baral (2005) gibt in seinem Schlüssel 197–245 µm an, also deutlich längere Werte. Gerhardt (2002) liegt mit seinen Angaben von 180–200 µm schon näher an den Ergebnissen. Dennis (1978) beziffert die maximale Länge auf 180 µm, Hansen & Knudsen (2000) nennen 150–180 µm – letztere Angaben passen perfekt.

Literatur

  • Baral, H.-O. et. al (15.10.2005): In Vivo Veritas. DVD v3-1.
  • Dennis, R. W. G. (1978): British Ascomycetes. Gantner Verlag, Vaduz (LI): 95.
  • Gerhardt, E. (2002): BLV Handbuch Pilze. BLV, München: 574.
  • Hansen, L. & H. Knudsen (2000): Nordic Macromycetes, Vol. 1. Ascomycetes. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 180.
  • Hebeloma_circinans_2007-09-30_02Studioaufnahme #1
  • Hebeloma_circinans_2007-09-30_03Studioaufnahme #2
  • Hebeloma_circinans_2007-09-30_07Sporen
  • Hebeloma_circinans_2007-09-30_08Fokus auf das Ornament
  • Hebeloma_circinans_2007-09-30_09Dextrinoide Farbreaktion
  • Hebeloma_circinans_2007-09-30_10Cheilozystiden #1
  • Hebeloma_circinans_2007-09-30_11Cheilozystiden #2
  • Hebeloma_circinans_2007-09-30_12Cheilozystiden #3

Funddaten

Bestimmung: Hebeloma circinans (Quélet 1887) Saccardo 1891   Finder: Ulrich Schmidt (sämtliche Fotos der Fruchtkörper vom Finder)   Funddatum: 30.9. + 1.10.2007   Fundort: D – BY – Schwaben – Augsburg-Göggingen – „Gögginger Wäldchen“ südlich der B17 und westlich der Wertach   Messtischblatt: 7631/3.1.2   Höhe über NN: ca. 510 m

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Wuchs: in Hexenringen, Reihen und Gruppen, bisweilen lückenhaft, ansonsten dicht an dicht, selten auch einzeln stehende Fruchtkörper

Hut: konvex mit grubigen Vertiefungen, schmierig, Rand etwas eingerollt, deutlich gekerbt und heller als der restliche Hut gefärbt, gerne mit Grautönen, keine weißliche Bereifung

Lamellen: ohne Tröpfchen und Tränenflecken, Schneiden weiß und zum Teil gezähnelt

Stiel: am Grund gekrümmt, keulig verdickte Basis, bisweilen auch schwach spindelig wurzelnd

Geruch: schwach ausgeprägt, möglicherweise nach schwarzem Tee mit Zucker, aber weder nach Rettich noch süßlich

Mikroskopische Merkmale

Sporen [20]: 8,7–9,5–10,3 x 4,7–5,3–5,9 µm, Quotient = 1,6–1,8–2,2; amygdaloid, bisweilen fusiform, gelbbraun, mit großem Öltropfen, dünnwandig, ohne ablösendes Perispor, fein warzig ornamentiert, gratig erweitert bis netzig verbunden, ohne Keimporus, dextrinoid

Cheilo-Zystiden [10]: 30–35,3–42,2 x 4,7–5,1–5,6 µm; meist zylindrisch, bisweilen apikal leicht verdickt, jedoch nicht kopfig, teils abgewinkelt, aber nicht gegabelt, mit Basalschnallen

Anmerkungen

Kartierung

Eine Recherche in der „Augsburger Pilzflora“ (Stangl et al. 1985) verlief positiv: Der darin verzeichnete Fund (leider nicht mehr rekonstruierbar) liegt im Messtischblatt des Augsburger Stadtgebiets. Damit besteht sogar die Möglichkeit, dass es sich bei Schmidts Fund um Stangls damalige Stelle handelt.

Literatur

  • Gminder, G. et al. (2010): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 5. Ständerpilze: Blätterpilze III (Dunkelblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 352.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 915.
  • Stangl, J. & ARGE Pilzverein (1985): Pilzflora von Augsburg und Umgebung. Pilzverein Augsburg (Hrsg.): 94.
  • Versterholt, J. (2005): The genus Hebeloma. Fungi of Northern Europe, Vol. 3. Svampetryk, Tilst (DK): 110−111.
  • Lactarius_rufus_2007-07-14_01Verschiedene Altersstadien
  • Lactarius_rufus_2007-07-14_02Fleisch weiß milchend
  • Lactarius_rufus_2007-07-14_03Gebuckelte Hutmitte

Funddaten

Bestimmung: Lactarius rufus (Scopoli 1772 : Fries 1821) Fries 1838   Funddatum: 14.7.2007   Fundort: D – BY – Schwaben – Lkr. Donau-Ries – Mertingen – Mertinger Forst   Messtischblatt: 7330/4.2.1   Höhe über NN: ca. 420 m   Ökologie: junger Fichtenforst auf sandigem, saurem Boden; unter Fichten (Picea abies) und Birken (Betula pendula)

Merkmale

Hut: 21-47 mm im Durchmesser, 11-16 mm hoch, jung kegelig, später ausgebreitet, meist mit spitzem Buckel und Rand lange ± eingerollt/nach unten gebogen, zuletzt nach oben gerichtet und gewellt, Huthaut nicht abziehbar, matt, rot-braun, weißlich bereift

Lamellen: herablaufend, dicht gedrängt, bogig, untermischt, in Stielnähe gerne gegabelt, hellocker

Stiel: 30-45 mm lang, 9-12 mm dick, schwach knotig/unregelmäßig zylindrisch, basal und apikal verjüngt, blasser als der Hut gefärbt, bereift

Fleisch: kompakt, cremeweißlich, basal hellrotbräunlich, Milchsaft weiß, keine Farbveränderung beim Trocknen an der Luft

Geruch: unangenehm bitterlich, leicht zusammenziehend

Geschmack: brennend scharf

Literatur

  • Gröger, F. (2014): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil II. Regensb. Mykol. Schr. 17: 490.
  • Heilmann-Clausen, J. et al. (2000): The genus Lactarius. Fungi of Northern Europe, Vol. 2. Svampetryk, Tilst (DK): 176−177.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 140−141.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2000): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 2. Ständerpilze: Leisten-, Keulen-, Korallen- und Stoppelpilze, Bauchpilze, Röhrlings- und Täublingsartige. Eugen Ulmer, Stuttgart: 421−423.
  • Leucopaxillus_compactus_2007-09-02_1Hut mit großem Durchmesser
  • Leucopaxillus_compactus_2007-09-02_2Hutoberfläche (hell)bräunlich
  • Leucopaxillus_compactus_2007-09-02_3Stiel und Hutunterseite
  • Leucopaxillus_compactus_2007-09-02_4Lamellen jung grün-gelb
  • Leucopaxillus_compactus_2007-09-02_5Hutrand umgekrempelt, gerippt

Funddaten

Bestimmung: Leucopaxillus compactus (P. Karsten 1879) Neuhoff 1958   Bestimmerin: Dr. Birgit Weisel   Funddatum: 2.9.2007   Fundort: D – BY – Oberbayern – Lkr. Starnberg – Inning am Ammersee   Messtischblatt: 7932   Höhe über NN: ca. 570 m   Ökologie: wärmebegünstigter Standort auf kalkhaltigem Boden, unmittelbar an einem Seeufer unter Buchen (Fagus sylvatica) im Laub

Merkmale

Hut: 11–18,5 cm im Durchmesser, 3,5 cm hoch, konvex, im Alter wellig verbogen bzw. unregelmäßig gebuckelt, Rand umgekrempelt und gerippt, samtig, matt, hellbraun bis bräunlich, rissig, am Rand blass grün-gelb durchscheinend

Lamellen: breit angewachsen bis ± herablaufend, dicht gedrängt, mit Lameletten untermischt, grün-gelb, Schneiden grob schartig und wie die Lamellenfläche gefärbt

Sporenpulver: weiß

Stiel: 7,5 cm lang, 2,6 cm dick, voll, basal 5–6,5 cm zwiebelartig verdickt, Oberfläche samtig, im Alter gerne löchrig, weiß gefärbt, bisweilen bräunlich befleckt

Fleisch: kompakt/sehr fest, im Stiel längsfaserig, weiß

Geruch: säuerlich-würzig, erinnert an den Rotrandigen Baumschwamm (Fomitopsis pinicola)

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 286.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 475.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2001): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 3. Ständerpilze: Blätterpilze I (Hellblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 301.
  • Ludwig, E. (2001): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 1. Die kleineren Gattungen der Makromyzeten mit lamelligem Hymenophor aus den Ordnungen Agaricales, Boletales und Polyporales. IHW-Verlag, Eching: 275−276.
  • Melanoleuca_cognata_2007-05-17_01Standortaufnahme
  • Melanoleuca_cognata_2007-05-17_02Hutoberseiten
  • Melanoleuca_cognata_2007-05-17_03Lamellen
  • Melanoleuca_cognata_2008-04-20_01Dunkelhütes Exemplar
  • Melanoleuca_cognata_2008-04-20_02Lamellen und Hutoberseite

Funddaten

Kollektion: 6 Fruchtkörper   Bestimmung: Melanoleuca cognata (Fries 1838) Konrad & Maublanc 1927   Funddatum: 17.5.2007   Fundort: D – BY – Schwaben – Lkr. Donau-Ries – Mertingen – Mertinger Forst   Messtischblatt: 7330/4.2.1   Höhe über NN: 430 m   Ökologie: Fichtenforst (Picea abies) auf saurem, sandigen Boden; auf den begrünten Rändern und dem Mittelstreiften eines kaum genutzten Waldbewirtschaftungswegs

Merkmale

Hut: 43–78 mm im Durchmesser, 9–16 mm hoch, flach-konvex, kompakt, zentral gestielt, mit Stielfleisch verwachsen, Rand nach unten gebogen, Huthaut überstehend und fein gesägt, matt, schmutzig cremeweiß mit bräunlicher Mitte

Lamellen: ausgebuchtet und mit Zähnchen ± herablaufend angewachsen, dicht gedrängt stehend, kaum bauchig, untermischt, creme-orange, Schneiden glatt und wie Lamellenfläche gefärbt

Sporenpulver: cremefarben

Stiel: 24–45 mm lang, 5–9 x 7–15 mm breit, basal und apikal leicht verdickt, wie Hut gefärbt mit bräunlichen Längsfasern

Fleisch: voll, im Stiel längsfaserig

Geruch: unauffällig

Anmerkungen

Bestimmung

Die vergleichsweise bunte Lamellenfärbung ist arttypisch – einer der wenigen makroskopisch ansprechbaren Vertreter der auch als „Rüblingsritterlinge“ bezeichneten Gattung.

Phänologie

Selten kommt die Art auch im Herbst vor, wie ein Fund zur Pilzausstellung 2006 im Königsbrunner Rathaus bewies.

Untersuchte Kollektion

Die Beschreibung bezieht sich auf die blasshütige Kollektion (Bild 1–4), die dunkelhütigen Fruchtkörper (Bild 5–6) stammen aus dem Folgejahr (20.4.2008) vom selben Fundort und dienen zur Veranschaulichung der Variabilität dieser Art.

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 320−321.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 479.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2001): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 3. Ständerpilze: Blätterpilze I (Hellblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 365−366.
  • Melanoleuca_rasilis_var_leucophylloides_2007-08-19_2bEinzelnes Exemplar
  • Melanoleuca_rasilis_var_leucophylloides_2007-08-19_1Eine Gruppe Fruchtkörper
  • Melanoleuca_rasilis_var_leucophylloides_2007-08-19_2Lamellen und Stielansatz
  • Melanoleuca_rasilis_var_leucophylloides_2007-08-19_3Sporen, untere Reihe angefärbt
  • Melanoleuca_rasilis_var_leucophylloides_2007-08-19_4Basidie, Kristallschopfzystiden

Funddaten

Bestimmung: Melanoleuca rasilis (Fries 1836) Singer 1930 var. leucophylloides Bon 1973, ss. Boekhout   Bestimmer: Rudolf Roglmeier   Funddatum: 19.8.2007   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Augsburg − Königsbrunn − NSG Stadtwald Augsburg, Königsbrunner Heide, im Teilbereich „Hasenheide“ nahe des Ölbachquelltopfs   Messtischblatt: 7731/1.4.2   Höhe  über NN: ca. 510 m   Ökologie: Magerrasen auf Kalkschotter mit dünner Humusauflage, Charakterarten des Standorts sind der Safrangelbe Saftling (Hygrocybe acutoconica), der Kalkliebende Filz-Saftling (Hygrocybe calciphila) und der Dattelbraune Ellerling (Cuphophyllus colemannianus).

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Hut: 17−40(−49) mm im Durchmesser, 6−9 mm hoch, jung konvex, gerne faltig und am Rand eingedellt, später flach ausgebreitet und stumpf gebuckelt, im Alter trichterförmig nach oben gebogen, leicht uneben, matt, gummiert anfühlend, hellocker/blass gelbbräunlich, zentral dunkler/bräunlich gefärbt

Lamellen: breit angewachsen, bisweilen mit einem Zahn ± herablaufend, dicht gedrängt, mit Querverbindungen, weißlich, im Alter mit ockerfarbenem Reflex

Stiel: 34−35 mm lang, 3−4 x 5 mm im Durchmesser, zylindrisch, längs bräunlich und verdreht überfasert auf hellockerfarbenem Grund, an der Spitze bereift, an der Basis schief und knollig-keulig verdickt, zur Basis hin dunkelbraun gefärbt − vor allem im Alter − und weißfilzig

Fleisch: Stiel- mit Hutfleisch verwachsen, im Hut weiß bis hellocker, im Stiel braun

Geruch: undefiniert unangenehm

Mikroskopische Merkmale

Lamellentrama: regulär, Hyphensepten ohne Schnallen

Basidien: 19,7−31,9 x 7,5−9,7 µm; keulig, dünnwandig, hyalin, mit feinkörnigem Inhalt und einigen Öltröpfchen, ohne Basalschnallen, 4-sporig

Sporen: 6,6−7,8 x 4,7−5,6 µm, Quotient = 1,4−1,6; breit-ellipsoid, fast isodiametrisch, hyalin, meist mit großem Öltropfen gefüllt, dünnwandig, oft mit verschieden großen, amyloiden Warzen, diese meist isoliert oder durch kurze Grate erweitert, aber nie netzig verbunden

Pleuro-Zystiden: keine gefunden

Cheilo-Zystiden: 28,1−50,6 x 4,1−8,4 x 1,9−3,8 µm; typisch brennhaarförmig, zahlreich, der schmal-zylindrische Halsteil ist vom Bauchteil mit einem Septum getrennt, Halsteil bisweilen gekrümmt, apikal spitz bis abgerundet, dort und teils an den Halswänden mit Calciumoxalatkristallen besetzt

Hutdeckschicht: locker und wirr verwobene, verklebte Hyphen, bisweilen mit schräg bis steil aufgerichteten Enden

Pileo-Zystiden: keine gefunden

Caulo-Zystiden: vereinzelt, wie die Cheilo-Zystiden typisch brennhaarförmig geformt, aber kürzer mit einer Länge um die 25 µm; könnten auch noch Ausläufer der Lamellen sein, wenngleich unmittelbar keine Basidien und Basidiolen vorhanden waren

Stielrinde: dicht gedrängte, vertikal verlaufende und zum Teil inkrustierte Hyphen ohne Schnallen, 2,8−9,4 µm breit

Basalhyphen: locker verschlungenes Geflecht mit partiell braun gefärbten Hyphen − hierbei handelt es sich aber um keine Inkrustierungen, d. h. die Pigmente befinden sich anscheinend in den Hyphen (vakuolär)

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 331−333.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 478.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2001): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 3. Ständerpilze: Blätterpilze I (Hellblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 375−376.
  • Mucronella_bresadolae_2007-11-02_1Junge, weißliche Fruchtkörper
  • Mucronella_bresadolae_2007-11-02_2Ältere, gelbliche Exemplare
  • Mucronella_bresadolae_2007-11-02_3Bewachsener Fenchelporling
  • Mucronella_bresadolae_2007-11-02_4Totale des Substrats

Funddaten

Bestimmung: Mucronella bresadolae (Quélet 1888) Corner 1970   Funddatum: 2.11.2007   Fundort: D – BY – Schwaben – Lkr. Augsburg – Bobingen, nördlich von Straßberg   Höhe über NN: ca. 560 m   Messtischblatt: 7730/2.1.4   Ökologie: Parzelle im Fichtenforst (Picea abies) mit jungen Eichen (Quercus sp.) und eingestreuten Buchen auf saurem Boden   Substrat: am Holz eines in der Finalphase der Vermorschung befindlichen Fichtenstumpfes, der vom Fenchelporling (Gloeophyllum odoratum) besiedelt ist (oder war), teils auch direkt an alten, bemoosten Porlingsfruchtkörpern

Merkmale

Fruchtkörper: meist gesellig oder dicht in Gruppen, selten einzeln, direkt aus dem Substrat wachsende, pfriemförmige oder schmal kegelförmig zugespitzte, unverzweigte, vertikal ausgerichtete und an Eiszapfen erinnernde Stacheln; etwa 1 cm lang, große Exemplare bis 2 cm, bis 1 mm dick, jung weiß, vom Ansatz her gilbend/bräunend, im Alter oder bei Trockenheit vollständig schmutzig gelb bis hellbräunlich gefärbt

Anmerkungen

Artabgrenzung

Verwechseln könnte man den Pilz mit dem Rasigen Pfriempilzchen (M. calva). Die Frk. jener Art sind jedoch deutlich schmächtiger und besitzen zudem schmälere Sporen sowie kleinere Basidien.

Literatur

  • Pholiota_highlandensis_2007-05-30_1Zwei Fruchtkörper
  • Pholiota_highlandensis_2007-05-30_2Gruppenfoto
  • Pholiota_highlandensis_2007-05-30_3Hutoberfläche

Funddaten

Bestimmung: Pholiota highlandensis (Peck 1872) Quadraccia & Lunghini 1990   Funddatum: 30.5.2007   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Donau-Ries − Mertingen − Mertinger Forst   Messtischblatt: 7330/4.2.1   Höhe über NN: 410 m   Ökologie: Kahlschlag am nordöstlichen Rand eines Fichtenforsts auf saurem, sandigem Boden; unmittelbar auf einer alten Brandstelle, vergesellschaftet mit Brandstellenmoos (Funaria sp.) und diversen Gräsern   Substrat: Wurzelausläufer eines angekokelten Fichtenstumpfs (Picea abies)

Merkmale

Hut: 7−37 mm im Durchmesser, 8−9 mm hoch, jung glockig, später flach ausgebreitet und ± stumpf gebuckelt, zentral gestielt, mit dem Stielfleisch verwachsen, Huthaut feucht glänzend, schmierig-klebrig, trocken matt, Rand nach unten gebogen, überstehend und bisweilen mit dunklen Velumresten behangen, äußere Bereiche blass gelb-bräunlich und zentral orangebraun gefärbt, fast bis zum Rand netzartig orangebraun gemustert

Lamellen: ausgebuchtet und mit Zahn herablaufend angewachsen, eher gedrängt stehend, untermischt, jung cremefarben, später gelb-oliv, Schneiden feinschartig

Sporenpulver: braun

Stiel: 25−45 mm lang, 5−7 mm breit, basal leicht verjüngt und gekrümmt, ohne Ring, apikal cremefarben und ab der Mitte zur Basis hin in einen braunen Farbton übergehend, ähnlich dem Graublättrigen Schwefelkopf (Hypholoma capnoides)

Fleisch: längsfaserig, jung voll, bald hohl und spärlich-faserig ausgefüllt, gelb bis schmutzig-gelb

Geruch: säuerlich

Literatur

  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 961.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2003): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 4. Ständerpilze: Blätterpilze II (Hell- und Dunkelblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 380−381.
  • Ludwig, E. (2001): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 1. Die kleineren Gattungen der Makromyzeten mit lamelligem Hymenophor aus den Ordnungen Agaricales, Boletales und Polyporales. IHW-Verlag, Eching: 554−555.
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