2008

  • Corticium_roseum_2008-02-09_1Weidenstumpf mit Überzug
  • Corticium_roseum_2008-02-09_2Bewuchs der Rinde und Zweige
  • Corticium_roseum_2008-02-09_3Mit weißlichen Zuwachsrändern

Funddaten

Bestimmung: Corticium roseum Persoon 1794   Funddatum: 9.2.2008   Fundort: D – BY – Schwaben – Lkr. Donau-Ries – Mertingen – Mertinger Forst   Messtischblatt: 7330/4.2.1   Höhe über NN: ca. 410 m   Ökologie: dunkler Fichtenforst auf saurem, frischem Boden unmittelbar an einem Waldbächchen   Substrat: östlich exponierte Seite eines ca. 1,5 m hohen Baumstumpfs inklusive der abgestorbenen Triebe einer Weide (Salix sp.)   Begleitfunga: Westseite mit etlichen resupinaten Frk. des Angebrannten Rauchporlings (Bjerkandera adusta) besiedelt

Merkmale

Fruchtkörper: blass rosa bis weißlich, häutig bis runzelig, fest mit dem Substrat verwachsen und deshalb nur schwer ablösbar

Anmerkungen

Bestimmung

Lt. Literatur sollen die Frk. bei Reibung röten oder sich zumindest intensiver rosa verfärben (nicht getestet)

Literatur

  • Jülich, W. (1984): Die Nichtblätterpilze, Gallertpilze und Bauchpilze. Kleine Kryptogamenflora, Bd. IIb/1. Basidiomyceten, 1. Teil. Gustav Fischer, Stuttgart/New York: 128.
  • Krieglsteiner, G. J. & A. Kaiser (2000): Laeticorticium roseum (Persoon: Fries1821) Donk1956. In: Krieglsteiner, G. J. (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 1. Allgemeiner Teil. Ständerpilze: Gallert-, Rinden-, Stachel- und Porenpilze: 251–252.
  • Laux, H. E. (2001): Der große Kosmos-Pilzführer. Franckh Kosmos, Stuttgart: 484.
  • Entoloma_ollare_2008-05-15_1Standortaufnahmen, montiert
  • Entoloma_ollare_2008-05-15_2Fruktifikation im Blumenkasten
  • Entoloma_ollare_2008-05-16_1Studioaufnahme, freigestellt
  • Entoloma_ollare_2008-05-16_Zeichnung_1Zeichnung Basidien
  • Entoloma_ollare_2008-05-16_Zeichnung_2Zeichnung Sporen
  • Entoloma_ollare_2008-05-16_Zeichnung_3Zeichnung Hutdeckschicht

Funddaten

Bestimmung: Entoloma ollare E. Ludwig & T. Rödig 1992 ex E. Ludwig & T. Rödig in Noordeloos 2004   Finderin: Slavenka Wittmann   Bestimmer: Andreas Staber & Andreas Kunze   Funddatum: 15.5.2008 (Wiederfund aus dem Vorjahr)   Fundort: D – BY – Schwaben – Lkr. Augsburg – Bobingen   Höhe über NN: ca. 520 m   Messtischblatt: 7731/1   Ökologie: Blumenkasten mit Pelargonien, teils bemooste Erde

Merkmale

Habitus: stummelfüßchenartig (crepidotoid)

Hut: 4–7 x 3–3 mm im Durchmesser, 3–4 mm hoch, flach ausgebreitet, zentral leicht eingesenkt, später trichterförmig, teils ungleich nach oben gefaltet, grau bis blau-grau, ausgeprägt weiß radialfilzig, Rand nach unten gebogen, im Alter bisweilen gerieft/undeutlich gekerbt, ± zentral gestielt, laut Finder bisweilen auch seitlich gestielt

Lamellen: angewachsen, untermischt, entfernt stehend, wellig verbogen, zum Rand hin ins Grau der Hutfarbe übergehend, sonst schmutzig gelblich rosa

Stiel: 2–4 mm lang, 1,5–2 mm dünn, hellbraun mit rötlichem Reflex, vollständig weiß kurzborstig behaart, zylindrisch bis selten rillig

Fleisch: weiß

Geruch: unauffällig

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 598.
  • Kunze, A. & A. Staber (2011): Entoloma ollare – ein seltener Rötling aus einem Blumenkasten bei Augsburg und der Erstnachweis in Bayern. Mycol. Bav. 12: 11–17.
  • Ludwig, E. (2007): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 2. Die größeren Gattungen der Agaricales mit farbigem Sporenpulver (ausgenommen Cortinariaceae). Fungicon, Berlin: 281.
  • Noordeloos, M. E. (2004): Entoloma s. l. (Supplement). Fungi Europaei, Vol. 5A. Edizioni Candusso, Alassio: 1139−1140.
  • Entoloma_sodale_2008-06-15_1Eine Gruppe Fruchtkörper
  • Entoloma_sodale_2008-06-15_2Zwei Fruchtkörper
  • Entoloma_sodale_2008-06-15_3Hut mit Sporenablagerung
  • Entoloma_sodale_2008-06-15_4Schuppig aufgerissene Huthaut
  • Entoloma_sodale_2008-06-15_5Lamellen und Stielansatz
  • Entoloma_sodale_2008-06-15_6Lamellentrama
  • Entoloma_sodale_2008-06-15_7Sporen
  • Entoloma_sodale_2008-06-15_8Basidie (Sporenständer)

Funddaten

Kollektion: 7 von ca. 30 Fruchtkörpern   Bestimmung: Entoloma sodale Kühner & Romagnesi 1954 ex Noordeloos 1982   Funddatum: 15.6.2008   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Augsburg − Königsbrunn − NSG Stadtwald Augsburg, Königsbrunner Heide auf der Auslichtung zwischen „Kernheide“ und „Hasenheide“   Messtischblatt: 7731/1.4.2   Höhe über NN: ca. 510 m   Ökologie: Magerwiese mit Tendenz zum Halbtrockenrasen auf Kalkschotter mit teils ausgeprägter Erdschicht und Totholz (meist Wurzelreste der gefällten Nadelhölzer), zur Hauptblütezeit im Sommer massenhaft mit der weißblütigen Ästigen Graslilie (Anthericum ramosum) bedeckt; gesellig im sonnig exponierten Bereich in der hohen Gras- und Krautschicht fruktifizierend

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Habitus: rüblingsartig (collybioid)

Hut: 8−28 mm im Durchmesser, 7−16 mm hoch, halbkugelig und stumpf gebuckelt bis glockig, braun, gerieft, angedrückt schuppig, vor allem im Zentrum, trocken hellgrau-ocker ausblassend, Huthaut marginal überstehend, am Rand teils eingerissen

Lamellen: fast frei, bauchig, untermischt, dünn, im Alter gerne gestaucht-wellig, Schneiden glatt, jung weißlich, bald durch das Spp. rosa getönt

Sporenpulver: rosa-bräunlich

Stiel: 5,3−7 cm lang, 1,5−1,5 x 3 mm, zylindrisch, teils gefurcht, glatt erscheinend, doch unter der Lupe mit fein längsfaseriger Struktur und kurzen sowie weißen Härchen (nicht poliert), blau-grau mit lila Reflex, apikal ausblassend, basal weißfilzig und bis zu 1/3 der Stiellänge hinauf bereift

Fleisch: im Hut extrem dünn, im äußeren Drittel praktisch fehlend, weiß; im Stiel längsfaserig, seidig glänzend, hohl, weiß

Geruch: unangenehm stechend chemisch

Mikroskopische Merkmale

Lamellentrama: regulär, Hyphen 4−5,5−7,5−(8) µm breit, hyalin, Septen ohne Schnallen, Hyphenwände an den Septen abgerundet

Basidien: (31−)34,5−36−38(−39) x 11,5−13−15(−16) µm, keulig, 4-sporig, dünnwandig, hyalin, ohne Basalschnallen

Sporen: (9−)9,5−10,5−11,5 x (6,5)−7−7,5−8(−8,5) µm, Quotient = 1,2−1,4−1,6; (6−)7(−8)-eckig, heterodiametrisch, mit einem großen oder mehreren kleineren Öltropfen gefüllt, dünnwandig, glatt, ohne Keimporus, rosa, inamyloid

Pleuro-Zystiden: keine gefunden

Cheilo-Zystiden: (17,5−)19−28−34,5(−38) x (17,5−)19−28−34,5(−38) µm, keulig, die Mehrzahl gestielt ballonförmig (sphaeropedunculat), dünnwandig, hyalin

Caulo-Zystiden: keine gefunden

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 575−576.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 536.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2003): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd 4. Eugen Ulmer, Stuttgart: 171.
  • Ludwig, E. (2007): Pilzkompendium, Bd. 2. Beschreibungen. Die größeren Gattungen der Agaricales mit farbigem Sporenpulver (ausgenommen Cortinariaceae). Fungicon, Berlin: 425–427.
  • Noordeloos, M. E. (1992): Entoloma s. l. Fungi Europaei, Vol. 5, Edizioni Candusso, Alassio: 532−534.
  • Vesterholt, J. (2002): Contribution to the knowledge of species of Entoloma subgenus Leptonia. Fungi non delineati XXI: 10, 40, 58−59.
  • Entoloma_cf_ameides_2008-04-20_01Drei Fruchtkörper im Moos
  • Entoloma_cf_ameides_2008-04-20_02Unten angeschwollene Stiele
  • Entoloma_cf_ameides_2008-04-20_03Weißlich längsfaserig bereift
  • Entoloma_cf_ameides_2008-04-20_04Wellig-faltiger Hut von oben
  • Entoloma_cf_ameides_2008-04-20_05Runzelig-aderige Lamellen
  • Entoloma_cf_ameides_2008-04-20_06Fruchtkörper im Längsschnitt

Funddaten

Kollektionen: 5 + 6 Fruchtkörper   Bestimmung: Entoloma cf. ameides (Berkeley & Broome 1865) Quélet 1879   Funddatum: 16.4. + 20.4.2008   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Donau-Ries − Mertingen − Mertinger Forst   Messtischblatt: 7330/4.2.1   Höhe über NN: ca. 442 m   Ökologie: Fichtenforst auf saurem und sandigem Boden, am Rand einer westlich exponierten Lichtung; bemooster Untergrund mit lichtem Bewuchs aus Fichtensprößlingen (Picea abies), kleinen Faulbäumen (Frangula alnus) sowie Brom- und Himbeerranken (Rubus sect. Rubus und R. idaeus)

Merkmale

Habitus: risspilzartig (inocybeoid)

Hut: 16−37 x 11−29 mm breit, kegelig-faltig, wellig, am Rand nach oben gebogen, Huthaut überstehend, Oberfläche fein seidig überfasert, Mitte runzelig, hygrophan, braun, von der Spitze her hellbraun/ocker ausblassend, danach radialstreifig der übrige Hut

Lamellen: angeheftet angewachsen, bogig, mit Lamelletten untermischt, eher gedrängt, Fläche vertikal fein faltig-runzelig,wie der Hut bräunlich gefärbt, mit zunehmender Reife mit fleischfarbenem Ton

Sporenpulver: rosa-bräunlich

Stiel: 45−85 mm lang, 6−11 x 3,5−5 mm dick, stark gefurcht und erweckt gerne den Eindruck zweier miteinander verwachsener Stiele, basal geschwungen bis gekniet, bisweilen etwas verdreht, basal verdickt, bereift

Fleisch: Stiel- mit Hutfleisch verwachsen; im Hut dünn, radialfaserig, etwas spröde, hygrophan; im Stiel ebenfalls dünn, hohl, aber durch die Furche stabilisiert, selten etwas wattig ausgestopft, längsfaserig, etwas spröde

Geruch: süßlich, mit an den Veilchenwurz-Rötelritterling (Lepista irina) erinnernder Komponente

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 524.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 566−567.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2003): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 4. Ständerpilze: Blätterpilze II (Hell- und Dunkelblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 203−204.
  • Ludwig, E. (2007): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 2. Die größeren Gattungen der Agaricales mit farbigem Sporenpulver (ausgenommen Cortinariaceae). Fungicon, Berlin: 387−388.
  • Noordeloos, M. E. (1992): Entoloma s. l. Fungi Europaei, Vol 5, Edizioni Candusso, Alassio: 260−262.
  • Entoloma_cf_clandestinum_2008-10-07_01Gruppenfoto
  • Entoloma_cf_clandestinum_2008-10-07_02Fruchtkörper im Profil
  • Entoloma_cf_clandestinum_2008-10-07_03Hutunterseite mit Lamellen

Funddaten

Kollektion: 6 von 8 Fruchtkörper   Bestimmung: Entoloma cf. clandestinum (Fries 1818 : Fries 1821) Noordeloos 1980   Funddatum: 7.10.2008   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Augsburg − Königsbrunn − NSG Stadtwald Augsburg, Königsbrunner Heide, Auslichtung zwischen den Teilbereichen „Hasenheide“ und „Kernheide“ nahe des Trampelpfads   Messtischblatt: 7731/1.4.2   Höhe über NN: ca. 510 m   Ökologie: Glatthaferwiese auf Kalkschotter mit dünner Humusauflage, teils oberflächlich abgesauert, halbschattiger Standort neben lichtem Saum aus Wald-Kiefer (Pinus sylvestris), im ca. 10 cm hohen Gras

Merkmale

Habitus: helmlingsartig (mycenoid)

Hut: 16−23 mm breit, 2−3 mm hoch, jung halbkugelig, bald flach ausgebreitet, bisweilen nach unten gefaltet/gedellt, im Alter auch dezent wellig verbogen, zentral schwach vertieft bis genabelt, selten mit kleiner Spitze, Rand gerieft und nach unten gebogen, Huthaut etwas überstehend und durch die Spannung der Lamellen fein gelappt (10x-Lupe), matt bis glänzend, fein radialfaserig, dunkelbraun, hygrophan, von der Mitte her flächig rötlich-braun ausblassend

Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, mit Zahn herablaufend, bauchig, leicht entfernt stehend, grau-bräunlich und heller als der Hut gefärbt, Schneiden bisweilen mit feinen kurzen Härchen (10x-Lupe)

Sporenpulver: kein Abwurfpräparat angefertigt

Stiel: 28−40 mm lang, unten 1,5−2,5 x 3 mm dick, zylindrisch abgeflacht, apikal verdickt und bereift, bisweilen gefurcht, basal weißfilzig und schlank knollig, verdreht längsfaserig

Fleisch: Hut- mit Stielfleisch verwachsen; im Hut extrem dünn bzw. fehlend, weißlich; im Stiel hohl, wattig ausgefüllt, dünn weißlich

Geruch: unspezifisch, angenehm pilzig

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 535.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 568.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2003): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 4. Ständerpilze: Blätterpilze II (Hell- und Dunkelblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 206.
  • Ludwig, E. (2007): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 2. Die größeren Gattungen der Agaricales mit farbigem Sporenpulver (ausgenommen Cortinariaceae). Fungicon, Berlin: 358−360.
  • Noordeloos, M. E. (1992): Entoloma s. l. Fungi Europaei, Vol. 5. Edizioni Candusso, Alassio: 230−232.
  • Entoloma_cf_sericeum_2008-10-08_01Hut radialstreifig ausblassend
  • Entoloma_cf_sericeum_2008-10-08_02Lamellen mit Sporenpulver

Funddaten

Kollektion: 2 Fruchtkörper   Bestimmung: Entoloma sericeum Quélet 1872   Funddatum: 8.10.2008   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Augsburg − Königsbrunn − NSG Stadtwald Augsburg, Königsbrunner Heide, im Teilbereich „Hasenheide“ nahe der Abzweigung des Trampelpfads in Richtung Ölbachquelltopf   Messtischblatt: 7731/1.4.2   Höhe über NN: ca. 510 m   Ökologie: Salbei-Glatthaferwiese auf Kalkschotter mit dünner Lössauflage, sonnig exponierter Standort, in niedriger Gras- und Krautschicht, Schafbeweidung seit ca. 1,5 Wochen

Merkmale

Habitus: helmlingsartig (mycenoid)

Hut: 9−10 x 25−30 mm breit, 3−15 mm hoch, jung konvex, später stumpf kegelig und unregelmäßig radialfaltig, Huthaut um bis zu 1 mm überstehend und umgeschlagen, grau-braun, am Rand durchscheinend gerieft, hygrophan, von der Mitte aus radialstreifig ocker ausblassend

Lamellen: angeheftet bis fast frei, mit Lamelletten unterwischt, bauchig, eher gedrängt, wellig verbogen, am Grund querverbunden, die Fläche teils runzelig, blass grau-braun, rosa-bräunliche Flecken durch angesammeltes Sporenpulver

Sporenpulver: rosa-bräunlich

Stiel: 20−35 mm lang, 1,5−3,5 x 5 mm dick, zylindrisch, zur Basis hin verjüngt, geschwungen und weißfilzig, übriger Stiel wie Hut gefärbt, im Alter unteres Drittel mit Mittelfurche, verdreht längsfaserig

Fleisch: Stiel- mit Hutfleisch verwachsen; im Hut etwa 1 mm dünn, am Rand praktisch fehlend; im Stiel längsfaserig, hohl und bisweilen wattig ausgefüllt, Rinde 1 mm dick

Geruch: unauffällig, im Schnitt deutlich nach Mehl

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 528−529.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 564.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2003): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 4. Ständerpilze: Blätterpilze II (Hell- und Dunkelblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 219−220.
  • Ludwig, E. (2007): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 2. Die größeren Gattungen der Agaricales mit farbigem Sporenpulver (ausgenommen Cortinariaceae). Fungicon, Berlin: 379−381.
  • Noordeloos, M. E. (1992): Entoloma s. l. Fungi Europaei, Vol. 5. Candusso, Alassio (I): 256−257.
  • Helvella_leucomelaena_2008-04-18_1Becherrand schartig und rissig
  • Helvella_leucomelaena_2008-04-18_2Stiel gerippt und weißlich
  • Helvella_leucomelaena_2008-04-18_3Fruchtkörper jung pokalartig
  • Helvella_leucomelaena_2008-04-18_4Frk. mit gezacktem Rand
  • Helvella_leucomelaena_2008-04-18_5Verflachtes, älteres Exemplar

Funddaten

Bestimmung: Helvella leucomelaena (Persoon 1822) Nannfeldt in S. Lundell & Nannfeldt 1941   Bestimmer: Andreas Staber   Finder: Ulrich Schmidt   Funddatum: 18.4.2008   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Augsburg − Königsbrunn − NSG Stadtwald Augsburg, Königsbrunner Heide auf der Auslichtung zwischen den Teilbereichen „Kernheide“ und „Hasenheide“   Messtischblatt: 7731/1.4.2   Höhe über NN: ca. 510 m   Ökologie: Kalkschotter mit teils ausgeprägter Erdschicht und Totholz (meist Wurzelreste von Nadelhölzern), Magerwiese mit Tendenz zum Halbtrockenrasen; zur Hauptblütezeit mit einem Massenaspekt der Ästigen Graslilie (Anthericum ramosum), etwa 1 m neben dem nördlichen Waldrand, vergesellschaftet mit einem der beiden Kiefernzapfen-Nagelschwämme (Strobilurus stephanocystis oder S. tenacellus)

Merkmale

Fruchtkörper: 2–3,5 cm hoch, 2–3,5 x 1,8–2,1 cm breit, gestielt-becher- bis pokalförmig, Stiel wurzelnd, mit 4–6 Rippen, gerippter Bereich etwa das untere Drittel der gesamten Höhe ausmachend, außen fein-kleiig besetzt, basal weißlich gefärbt, nach oben hin unregelmäßig in graubraun übergehend, Rand gerne eingerissen und bisweilen eckig-schartig ausgebrochen, innen glatt, teils wellig-uneben, vor allem am Grund

Fleisch: relativ spröde, im Schnitt weißlich, außen eine dünne, graubraune Schicht, innen eine doppelt so dicke, dunkelbraune Schicht

Fundnotiz von Andreas Staber

Makroskopische Merkmale

Becher Größe: Durchmesser: 35-40 mm

Höhe: 20 mm

Apotecien Form: trichterförmig, später pokalförmig mit nach außen gewölbtem Becherrand und auf rippigem Stiel aufsitzend

Stiel: rippig, zusammengezogen, gekammert, bis 20 mm lang und 10 mm im Durchmesser

Wachstum: einzeln, aber auch gedrängt in kleinen Gruppen mit 3–4 Frk.

Apotecien pro Kollektion: 7

Substrat: im Erdreich bei Kiefer

Hymenium: dunkelbraun bis fast schwarz, matt, etwas uneben besonders am Bechergrund

Behaarung: nicht vorhanden

Excipulum: dunkelbraun, etwas heller als die Fruchtschicht; in den Bereichen wo der FK Erdkontakt hat bzw. im Erdreich eingesenkt ist, ist dieser rein weiß; feinstkleiig, durch die homogene Zellstruktur (birnen- bis keulenförmig aus mehreren Einzelelementen zusammengesetzt, immer mit abgerundeten Formen) wie samtig wirkend

Becherrand: Mit feinen Zähnchen, im Alter durch die Auswärtswölbung auch eingerissen

Fleisch: weiß, festfleischig und zäh, etwas brüchig, nicht geschichtet, d. h. die mittlere Hyphenlage (= Trama) fehlt

Geruch: unbedeutend

Mikroskopische Merkmale

Asci: 280–300 x 16–18 µm; 8-sporig, zylindrisch, Ascusspitze zum Teil leicht zur Seite geneigt

Paraphysen: über 300 x 3–3,5 µm; zylindrisch, schlank, fädig, mit keulig verdickter Spitze (7,5–9 µm); im unteren Bereich zum Teil mehrfach undeutlich septiert

Sporen: 21,7–22,6–25,3 x 12,7–13,7–14,5 µm; hyalin, glatt, breit elliptisch, meist mit einem großen Öltropfen aber auch mit zusätzlichen kleinen Tropfen (innen) an den Enden

Literatur

  • Hygrocybe_reidii_2008-08-23_1Einzelfruchtkörper
  • Hygrocybe_reidii_2008-08-23_2Auffallend gelappter Hutrand
  • Hygrocybe_reidii_2008-08-23_3Gewellte, verbundene Lameletten

Funddaten

Bestimmung: Hygrocybe reidii Kühner 1977 ('1976')   Funddatum: 23.8.2008   Fundort: D – BY – Oberbayern – Lkr. Starnberg – Gauting, OT Buchendorf – Forstenrieder Park, Eichelgarten   Messtischblatt: 7934/2.3.4   Höhe über NN: ca. 600 m   Ökologie: ehemalige Huteweide, im ungemähten Bereich am Waldrand

Merkmale

Hut: 22–33 mm im Durchmesser, rund, Rand ausgeprägt gelappt, Lappen abgestuft und bis zu 3 mm lang, flach gewölbt, Oberfläche trocken und matt, eingewachsen radialfaserig, zentral etwas filzig bis anliegend geschuppt, leuchtend orange-rot, hygrophan, trocken gelb-orange ausblassend

Lamellen: breit angewachsen, mit Zahn herablaufend, bauchig, untermischt, jeweils eine fast komplett vom Stiel bis zum Lappenrand durchgehende Lamelle, dazwischen kürzere und weniger tief nach unten hängende Lameletten, gerne geschlängelt oder querverbunden, wachsartig brüchig

Stiel: 40–50 mm lang, 4–6 mm dick, mittig etwas schmächtiger, geschwungen oder gebogen, basal verwachsen sowie schmutzig weiß filzig, fein längsfaserig (10x-Lupe), apikal im Alter etwas gefurcht, unregelmäßig zylindrisch bzw. zusammengedrückt

Fleisch: dünn, gelb, im Stiel hohl

Geruch: im ersten Moment honigartig, dann neutral, nach dem Dörren deutlich nach Honig

Literatur

  • Boertmann, D. (2010): The genus Hygrocybe, 2nd ed. Fungi of Northern Europe, Vol. 1. Svampetryk, Tilst (DK): 102–103.
  • Candusso, M. (1997): Hygrophorus s. l. Fungi Europaei, Vol. 6. Edizioni Candusso, Alassio: 534–538.
  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 137.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 274.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2001): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 3. Ständerpilze: Blätterpilze I (Hellblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 76.
  • Ludwig, E. (2012): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 3. Die übrigen Gattungen der Agaricales mit weißem Sporenpulver. Fungicon, Berlin: 333–335.
  • Imperator_rhodopurpureus_agg_2008-08-23_1Zwei junge Fruchtkörper
  • Imperator_rhodopurpureus_agg_2008-08-23_2Liegende Frk. mit Stielbasen
  • Imperator_rhodopurpureus_agg_2008-08-23_3Rotes, erhabenes Stielnetz
  • Imperator_rhodopurpureus_agg_2008-08-23_4Blauende Druckstellen
  • Imperator_rhodopurpureus_agg_2008-08-23_5Rote Poren/Röhrenmündungen
  • Imperator_rhodopurpureus_agg_2008-08-23_6Blauendes Fleisch im Schnitt
  • Imperator_rhodopurpureus_agg_2008-08-23_7Trama nach 12 Std. Liegezeit
  • Eichelgarten_2009-05-28_1Der Eichelgarten wurde einst...
  • Eichelgarten_2009-05-28_2...als Huteweide genutzt.

Funddaten

Kollektion: 2 von 3 Fruchtkörpern   Bestimmung: Imperator rhodopurpureus (Smotl. 1952) Assyov, Bellanger, Bertéa, Courtec., Koller, Loizides, G. Marques, J.A. Muñoz, N. Oppicelli, D. Puddu, F. Rich. & P.-A. Moreau 2015   Funddatum: 23.8.2008   Fundort: D – BY – Oberbayern – Lkr. Starnberg – Buchendorf (Gauting) – Forstenrieder Park, Eichelgarten   Messtischblatt: 7934/2.3.4   Höhe über NN: ca. 600 m   Ökologie: gemähte ehemalige Huteweide, in einer Mulde - dadurch blieben die Frk. vom Mähwerk verschont, unter solitär stehender, alter Stiel-Eiche (Quercus robur), Baum mit mutmaßlicher Käferfalle, die per Seil heruntergelassen werden kann - es gab aber mindestens noch eine weitere Eiche mit Käferfalle), Stammgrund mit jungem Klapperschwamm-Fruchtkörper (Grifola frondosa), ringsum den Stamm ein Hainbuchentrieb (Carpinus betulus) und ein junger, kleinwüchsiger Weißdornbusch (Crataegus sp.)

Merkmale

Hut: 7–8 cm im Durchmesser, 3–3,5 cm hoch, konvex, unregelmäßig, gerne mit Einschnürungen verursacht durch quer über dem Hut gespannte Gräser, Rand nach innen gebogen, bisweilen eingerollt bzw. zum Stiel hin nach oben umgeschlagen, Huthaut überstehend, gerne wellig/gelappt, insbesondere an eingerollten Bereichen, dort auch undeutlich gerippt, Oberfläche matt, schmutzig rosa auf gelbem/ hellocker farbenem Grund, am Hutrand überwiegend ohne rosa Farbtöne, auf Druck rasch und deutlich blauend

Röhren: feinporig, gelb, mit roten bis purpurroten und zum Hutrand hin partiell auch mit vereinzelten gelben Enden (sichtbar als gelbe, bis zu 1 cm große Flecken auf der Hutunterseite), Röhrenboden gelb (im Längsschnitt eindeutig keine rote Linie zwischen Hutfleisch und Röhrenschicht), auf Druck rasch und deutlich blauend

Stiel: 5,5–6 cm lang, apikal 3,2–4 cm im Durchmesser, basal 3,8–5 cm verdickt, teils mit rübenartig wurzelndem, weniger als 1 cm langem Fortsatz, basal einfarbig rosa bis purpurrot gefärbt, nach oben hin rot bis purpurrot auf gelbem Grund genetzt, zunächst längsmaschig, am Hutansatz dann mit gleichmäßigen Maschen

Fleisch: kompakt, gelb, im Schnitt rasch und deutlich blauend, am intensivsten färbt die Röhrenschicht und das basale Stielfleisch, basal purpurrot, Fortsatz kaum bis gar nicht gefärbt, Schnittfläche nach mehreren Stunden schmutzig orange verfärbend

Geruch: säuerlich, aber angenehm, an den Maronen-Röhrling (Imleria badia) erinnernd

Anmerkungen

Bestimmung

Der deutsche Röhrlingsexperte Jürgen Schreiner schrieb mir auf Nachfrage (E-Mail vom 26.8.2008):

Die Fundstelle im Eichelgarten ist schon länger bekannt. Ich verweise auf http://www.pilzepilze.de/cgi-bin/webbbs/parchive2005.pl?read=82498 und die damalige, dort nachlesbare Diskussion. Am zutreffendsten ist sicher die Bestimmung als B. rhodopurpureus var. gallicus (vermutlich von B. luteocupreus nicht zu trennen, ich hatte an meiner Fundstelle auch schon Rosatöne im Hut).

Bildmaterial

Die Biotopfotos wurden nachträglich am 28. Mai 2009 angefertigt.

Literatur

  • Panellus_violaceofulvus_2007-02-09_1Junger und alter Fruchtkörper
  • Panellus_violaceofulvus_2007-02-09_2Muscheliger Habitus
  • Panellus_violaceofulvus_2007-02-09_3Fächerförmiges Exemplar
  • Panellus_violaceofulvus_2007-02-09_4Violett-rote Lamellen
  • Panellus_violaceofulvus_2007-02-09_5Filzig-striegelige Oberfläche

Funddaten

Bestimmung: Panellus violaceofulvus (Batsch 1783 : Fries 1821) Singer 1937   Funddatum: 9.2.2007   Fundort: D – BY – Schwaben – Lkr. Donau-Ries – Mertingen – Mertinger Forst   Messtischblatt: 7330/4.2.3   Höhe über NN: 447 m   Ökologie: Senke mit kalkhaltigem, nährstoffreichen Boden, unter Eschen (Fraxinus excelsior); auf einem Nadelholz-Stammstück mit 20,5 cm Umfang, vergesellschaftet mit dem Violetten Lederporling (Trichaptum abietinum)

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Hut: 14–18 mm breit, 10–12 mm tief, muschelförmig, dezentral gestielt, dünnfleischig, feinfilzig, Rand nach unten gebogen und teils gelappt, violett

Lamellen: angewachsen, untermischt, relativ dick, hellviolett

Sporenpulverfarbe: weiß

Stiel: 3–5 mm lang, 4–5 mm im Durchmesser, stummelig, filzig-striegelig, von Violett ins Bräunliche übergehend

Mikroskopische Merkmale

Lamellentrama: irregulär

Hyphen: Septen mit Schnallen

Basidien: (28–) 31 ±1,5 (–34) x (4,5–) 5 ±0,5 (–6) µm; keulig, 4-sporig

Pleuro-Zystiden: keine vorhanden

Sporen: (8,5–) 9,5 ±1 (–11,5) x (3–) 3,5 ±0,5 (–4) µm, Quotient = 2,8; breit-zylindrisch, glatt, ohne Keimporus, hyalin, amyloid

Anmerkungen

Ökologie und Phänologie

Das bevorzugte Substrat dieser Rote-Liste-2-Art ist Weiß-Tanne (Abies alba), deutlich seltener findet man sie auch an Fichte (Picea abies) oder vereinzelt sogar an Wald-Kiefer (Pinus sylvestris). Die hauptsächliche Fruktifikationsperiode liegt zwischen dem Winter und dem Frühling, gerne kurz nach der Schneeschmelze - wie auch in diesem Fall.

Verbreitung

Zur Verbreitung geben Krieglsteiner et al. (2001) an, dass die Art in Deutschland auf Baden-Württemberg und Bayern beschränkt ist und dort in artenreichen Bergmischwäldern vorkommt. Ludwig (2001) spezifiziert die Verbreitung auf "südlich der Mainlinie". Für BaWü existieren lt. Krieglsteiner et al. (2001) 173 Fundpunkte zuzüglich einem Fund am 10.4.2004 (Schilling & Dobbitsch 2006).

Literatur

  • Pholiotina_aporos_2008-04-12_1Pilzhüte im Gras
  • Pholiotina_aporos_2008-04-12_2Gruppenfoto
  • Pholiotina_aporos_2008-04-12_3Stiel und Lamellen

Funddaten

Bestimmung: Pholiotina aporos (Kits van Waveren 1970) Clémençon 1976   Finder: Ulrich Schmidt   Funddatum: 12.4.2008   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Augsburg − Königsbrunn − NSG Stadtwald Augsburg, Königsbrunner Heide auf der Auslichtung zwischen den Teilbereichen „Kernheide“ und „Hasenheide“   Messtischblatt: 7731/1.4.2   Höhe über NN: ca. 510 m   Ökologie: Kalkschotter mit teils ausgeprägter Erdschicht und Totholz (meist Wurzelreste von Nadelhölzern), Magerwiese mit Tendenz zum Halbtrockenrasen; zur Hauptblütezeit mit einem Massenaspekt der Ästigen Graslilie (Anthericum ramosum), etwa 1 m neben dem nördlichen Waldrand, vergesellschaftet mit Kiefernzapfen-Nagelschwämmen (Strobilurus sp.)

Merkmale

Hut: 15–22 mm im Durchmesser, 6 mm hoch, jung halbkugelig, später konvex, glatt, matt glänzend, feucht rostbraun, trocken zum Rand hin ocker ausblassend, Rand scharf und mit feinen weißen Velumflöckchen belegt

Lamellen: angeheftet, untermischt, Abstand normal, ockerbraun, Schneiden weißlich und fein-schartig gezähnelt

Sporenpulver: rostbraun

Stiel: 30–36 mm lang, 2,5–4,5 x 6–7 mm dünn, zylindrisch, basal keulig verdickt, weiß längs überfasert auf hellbraunem Grund, apikal mit kurzfaserigen Härchen besetzt, mit hängendem, gerieften und vergänglicher Manschette, Ring zum Teil auffällig weit unten am Stiel

Fleisch: im Hut dünn, schmutzig weißlich; im Stiel längsfaserig, hohl, bräunlich

Geruch: muffig

Literatur

  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 756.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2003): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 4. Ständerpilze: Blätterpilze II (Hell- und Dunkelblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 332−333.
  • Ludwig, E. (2007): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 2. Die größeren Gattungen der Agaricales mit farbigem Sporenpulver (ausgenommen Cortinariaceae). Fungicon, Berlin: 513−514.
  • Psathyrella_piluliformis_2008-05-03_1Büscheliger Wuchs
  • Psathyrella_piluliformis_2008-05-03_2Fruchtkörper mit Velumfasern

Funddaten

Bestimmung: Psathyrella piluliformis (Bulliard 1783 : Fries 1832) P.D. Orton 1969   Finderin: Bettina Hanitzsch   Funddatum: 3.5.2008   Fundort: D – BY – Schwaben – Kaufbeuren – östliches Wertachufer   Messtischblatt: 8129/2.1.2   Höhe über NN: ca. 750 m   Ökologie: auwaldähnlicher Uferstreifen auf kalkhaltigem Boden, unmittelbar neben dem Weg   Substrat: rings um den Stamm eines abgestorbenen Ahorns (Acer sp.) zwischen Grasbüscheln und Moos fruktifizierend

Merkmale

Hut: 11–26 mm im Durchmesser, unförmig rundlich, zentral abgeflacht, im Alter genabelt, feucht fettig glänzend, glatt mit einzelnen und radial ausgerichteten Fasern bedeckt, Rand faltig, vertikal nach unten gebogen und mit weißen Velumfasern gesäumt sowie spinnwebartig mit dem Stiel verbunden, braun mit rötlicher Farbkomponente, hygrophan, von der Hutmitte zum Rand hin ocker ausblassend

Lamellen: breit angewachsen, bogig, untermischt, hellgrau, hygrophan, weißlich ausblassend; Schneiden gleichfarbig und feinschartig

Sporenpulver: dunkel; Farbe konnte aufgrund der geringen Menge nicht ermittelt werden

Stiel: 42–45 mm lang, 5–7 mm dick, zylindrisch, gerade gestreckt bis unregelmäßig geschwungen, bis weilen verdreht, längs weiß überfasert auf hellbraunem Grund, basal büschelig verwachsen oder einzeln bei geselligem Wachstum

Fleisch: im Hut dünn, blass hellbraun bis weiß; im Stiel längsfaserig, hohl mit einer bis zu 1 mm dicken Wandung und weiß; Stiel- mit Hutfleisch verwachsen

Geruch: angenehm, fein würzig

Literatur

  • Gminder, G. et al. (2010): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 5. Ständerpilze: Blätterpilze III (Dunkelblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 634−635.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 716.
  • Ludwig, E. (2007): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 2. Die größeren Gattungen der Agaricales mit farbigem Sporenpulver (ausgenommen Cortinariaceae). Fungicon, Berlin: 619−621.
  • Melzer, A. (2013): Provisorischer Schlüssel: Psathyrella. Stand 24.6.2014. Abgerufen am 11.7.2014.
  • Tremella_encephala_2008-02-29_1Alabasterkernling mit Wirt
  • Tremella_encephala_2008-02-29_2Im Querschnitt

Funddaten

Bestimmung: Tremella encephala Persoon 1801   Funddatum: 29.2.2008   Fundort: D – BY – Schwaben – Lkr. Augsburg – Königsbrunn – NSG Stadtwald Augsburg, Königsbrunner Heide zwischen Auslichtung und Wasserhausweg nahe eines Trampelpfads   Messtischblatt: 7731/1.4.2   Höhe über NN: ca. 510 m   Ökologie: Forst mit Mischbestand hauptsächlich aus Fichten (Picea abies), Kiefern (Pinus sp.), jungen Eschen (Fraxinus excelsior) sowie eingestreuten Buchen (Fagus sylvatica) und Eiben (Taxus baccata)   Substrat: am einst oberen Stammabschnitt einer am Boden liegenden Wald-Kiefer (P. sylvestris)

Merkmale

Fruchtkörper: 18 mm lang, 12 mm breit und 9 mm hoch, faltig, uneben, matt, rosa (erinnert an einen gekauten Hubba-Bubba-Kaugummi mit Erdbeergeschmack)

Fleisch: knorpelig, großer weißer Kern (Name!), ummantelt von einer bis zu 1 mm dicken, rosa gefärbten und geleeartig glänzenden Schicht

Anmerkungen

Ökologie

Der Alabasterkernling oder Kiefern-Zitterling (Tremella encephala) parasitiert wie die übrigen Gattungsvertreter auf anderen Pilzen. In diesem Fall muss der Blutende Nadelholzschichtpilz (Stereum sanguinolentum) als Wirt herhalten – frische Exemplare röten beim Rubbeln. Besonders deutlich wird die Vergesellschaftung der Arten im Querschnitt des Alabasterkernlings: Nur außen ist eine rosafarbene Schicht des Zitterlings zu sehen. Das Innere ist dagegen weiß gefärbt – dabei handelt es sich um umgewandelte Pilzfäden des Schichtpilzes (Jahn 1968/1969):

Der Kern besteht aus sehr dicht verflochtenen Hyphen, sie sind ziemlich dünnwandig, unregelmäßig verbogen und verzweigt, oft aufgeblasen-verdickt (stellenweise bis 8–10 µm), ohne oder mit erkennbarem Inhalt, oft septiert, ohne Schnallen; an Stereum-Hyphen erinnern sie kaum! Sie heben sich deutlich ab von den meist etwas dünneren, etwas regelmäßigeren Hyphen des gallertigen Teiles, also der Tremella, mit Schnallen an sämtlichen Septen. Man hat den Eindruck, als ob das lebende Stereum unter dem Einfluß des Parasiten zur Bildung des aus stark abweichend gestalteten Hyphen aufgebauten Kerns gezwungen wird.

Literatur

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