Naematelia encephala – Alabasterkernling, Kiefernzitterling


 

Funddaten

Bestimmung: Naematelia encephala (Willdenow 1788) Fries 1816   Funddatum: 29.2.2008   Fundort: D – BY – Schwaben – Lkr. Augsburg – Königsbrunn – NSG Stadtwald Augsburg, Königsbrunner Heide zwischen Auslichtung und Wasserhausweg nahe eines Trampelpfads   Messtischblatt: 7731/1.4.2   Höhe über NN: ca. 510 m   Ökologie: Forst mit Mischbestand hauptsächlich aus Fichten (Picea abies), Kiefern (Pinus sp.), jungen Eschen (Fraxinus excelsior) sowie eingestreuten Buchen (Fagus sylvatica) und Eiben (Taxus baccata)   Substrat: am einst oberen Stammabschnitt einer am Boden liegenden Wald-Kiefer (P. sylvestris)

 

Merkmale

Fruchtkörper: 18 mm lang, 12 mm breit und 9 mm hoch, faltig, uneben, matt, rosa (erinnert an einen gekauten Hubba-Bubba-Kaugummi mit Erdbeergeschmack)

Fleisch: knorpelig, großer weißer Kern (Name!), ummantelt von einer bis zu 1 mm dicken, rosa gefärbten und im Anschnitt glänzenden Schicht

 

Anmerkungen

Ökologie

Der Alabasterkernling oder Kiefernzitterling (Naematelia encephala) parasitiert wie die übrigen Gattungsvertreter auf anderen Pilzen. In diesem Fall muss der Blutende Nadelholzschichtpilz (Stereum sanguinolentum) als Wirt herhalten – frische Exemplare röten beim Rubbeln. Besonders deutlich wird die Vergesellschaftung der Arten im Querschnitt des Alabasterkernlings: Nur außen ist eine rosafarbene Schicht des Zitterlings zu sehen. Das Innere ist dagegen weiß gefärbt – dabei handelt es sich um umgewandelte Pilzfäden des Schichtpilzes (Jahn 1968/1969):

Der Kern besteht aus sehr dicht verflochtenen Hyphen, sie sind ziemlich dünnwandig, unregelmäßig verbogen und verzweigt, oft aufgeblasen-verdickt (stellenweise bis 8–10 µm), ohne oder mit erkennbarem Inhalt, oft septiert, ohne Schnallen; an Stereum-Hyphen erinnern sie kaum! Sie heben sich deutlich ab von den meist etwas dünneren, etwas regelmäßigeren Hyphen des gallertigen Teiles, also der Tremella, mit Schnallen an sämtlichen Septen. Man hat den Eindruck, als ob das lebende Stereum unter dem Einfluß des Parasiten zur Bildung des aus stark abweichend gestalteten Hyphen aufgebauten Kerns gezwungen wird.

 

Literatur

 

Herzlich Willkommen!

Mein Name ist Andreas Kunze, ich bin ein Pilzkundler aus Donauwörth (Schwaben). Ich beschäftige mich gerne mit Wiesenpilzen wie Saftlingen und Zärtlingen. Als begeisterter Pilzfotograf finde ich einen Ausgleich zu meinem Job im IT-Support.

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