Inhaltsverzeichnis[Anzeigen]
  • Coprinopsis_stangliana_2011-09-24_1Junger und älterer Fruchtkörper
  • Coprinopsis_stangliana_2008-06-17_1Hut mit Velumfetzen besetzt.
  • Koebr_Hd_Auslichtung_2013-10-26Standortaufnahme

Funddaten

Kollektion: 1 von 2 Fruchtkörper   Bestimmung: Coprinopsis stangliana (Enderle, Bender & Gröger 1988) Redhead, Vilgalys & Moncalvo 2001   Funddatum: 24.9.2011   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Augsburg − Königsbrunn − NSG Stadtwald Augsburg, Königsbrunner Heide auf der Auslichtung zwischen „Kernheide“ und „Hasenheide“   Messtischblatt: 7731/1.4.2   Höhe über NN: ca. 510 m   Ökologie: Magerwiese mit Tendenz zum Halbtrockenrasen auf Kalkschotter mit teils ausgeprägter Erdschicht und Totholz (meist Wurzelreste von Nadelhölzern), im Halbschatten einiger Wald-Kiefern (Pinus sylvestris); zur Hauptblütezeit im Sommer massenhaft mit der weißblütigen Ästigen Graslilie (Anthericum ramosum) bedeckt; zwischen Gräsern im feuchten Moos eingebettet; Eutrophierung durch Hunde aufgrund das nahe verlaufenden Trampelpfads möglich

Merkmale

Hut: 2 cm breit, 2,8 cm hoch, jung kolbenförmig ähnlich dem Schopf-Tintling (Coprinus comatus), vollständig von weißlichen und vor allem in der Mitte mit bräunlichen angedrückten Velumschüppchen bedeckt, nach dem Aufschirmen stumpf-kegelig, vor allem in den Randbereichen mehr von der grauen und durchscheinend gerieften Huthaut erkennbar

Lamellen: angeheftet, mit Zahn herablaufend, dicht gedrängt, weiß, vom Rand her bald braun und zuletzt schwärzlich verfärbend, ehe sie durch Autolyse verflüssigen, Schneiden kontrastierend weiß beflockt

Stiel: 4,5 cm lang, 4 mm dick, basal bis zu 8 mm erweitert, zylindrisch, invers keulig, matt bis seidig glänzend, schwach längsfaserig

Fleisch: dünn, weißlich; im Hut praktisch nur im mittigen Drittel vorhanden, bis zu 2 mm dick, wässrig; im Stiel längsfaserig, hohl, mit bis zu 2 mm und basal bis zu 3,5 mm dicker Wandung

Geruch: dumpf, muffig

Anmerkungen

Artabgrenzung

Der Kleinsporige Specht-Tintling (C. stangliana) ähnelt einer Miniaturausgabe des Specht-Tintlings (C. picacea). Der „große Bruder“ kommt aber hauptsächlich in mesophilen Buchenwäldern sowie wärmebegünstigten Eichen- und Eichen-Hainbuchen-Wäldern vor, während C. stangliana vorwiegend trockenes Grasland besiedelt. Beide Arten zeigen kalkhaltige oder zumindest basenreiche Böden an. Ein weiterer Doppelgänger ist der seltene Sklerotien-Specht-Tintling (C. sclerotium), der sich auf das Zersetzen von Kuhdung spezialisiert hat. Wie der Name vermuten lässt, wachsen die Fruchtkörper aus Sklerotien. Mikroskopisch ist der Fall schnell abzusichern: Sowohl C. picacea (13−19[−20] x 9,5−13 µm) als auch C. sclerotium (13,5−17,5 x 10,5−12,5 x 9−10,5 µm) haben größere Sporen als C. stangliana (9−11,5 x 7−8 µm). [Ludwig 2007]

Naturschutz

C. stangliana zählt zu den 19 Verantwortungsarten unter den Großpilzen Deutschlands und ist dadurch naturschutzrechtlich den FFH-Arten gleichgestellt. (Lüderitz & Gminder 2014)

Untersuchte Kollektion

Die Beschreibung bezieht sich auf den jungen Fruchtkörper des ersten Fotos, dessen Hut nach der Lagerung über Nacht im Kühlschrank bereits aufgeschirmt, während er beim anderen Exemplar bereits zerflossen war. Das Foto mit dem Einzelfruchtkörper entstand bereits Mitte Juni 2008 lediglich ein paar Meter von der Fundstelle entfernt und soll die Variabilität der Art veranschaulichen.

Literatur

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