2012

  • Clitocybe_cf_vibecina_2012-11-18_01Braun gefärbte Fruchtkörper
  • Clitocybe_cf_vibecina_2012-11-18_02Hut trocken stark ausblassend
  • Clitocybe_cf_vibecina_2012-11-18_03Hutrand feucht gerieft

Funddaten

Bestimmung: Clitocybe cf. vibecina (Fries 1818) Quélet 1872   Funddatum: 17.11.2012   Fundort: D – BY – Oberbayern – München-Freimann – Fröttmaninger Heide Süd, ehem. Handgranatenwurfübungsplatz   Messtischblatt: 7735/4.3.2   Höhe über NN: 495 m   Ökologie: Kalkhalbtrockenrasen, am Grund mit Geneigtem oder Gekieltblättrigem Spiralzahnmoos (Tortella inclinata) bewachsen, Charakterarten des Standorts sind der Ockerblasse Jungfern-Ellerling (Cuphophyllus ochraceopallidus) und der Rinnigbereifte Trichterling (Clitocybe rivulosa).

Merkmale

Hut: 13–30 mm breit, 4–12 mm hoch, bereits jung deutlich trichterartig vertieft, Rand zum Stiel hin umgeschlagen und mit überstehender und unregelmäßig gesägter/gezackter Huthaut, kurz durchscheinend gerieft, Oberfläche glatt, glänzend, braun, hygrophan, konzentrisch grob zoniert hell milchkaffeebräunlich ausblassend

Lamellen: nicht bauchig sondern im spitzen Winkel am Stiel angewachsen, gerade bis bogig, dünn, dicht gedrängt, bisweilen am Hutrand wellig-gestaucht, mit Lameletten untermischt, Schneiden glatt und wie die Lamellenfläche gefärbt

Sporenpulver: kein Abwurfpräparat angefertigt

Stiel: 28–35 mm lang, 1,5–2 x 2–3,5 mm breit, geschwungen bis wellig verbogen, zylindrisch bis meist etwas abgeplattet, verdreht, in der unteren Hälfte gerne breiter und mit Mittelfurche, basal nicht verdickt, Stielrinde matt, eingewachsen-längsfaserig, braun wie der Hut gefärbt, allenfalls eine Nuance dunkler

Fleisch: im Stiel schmutzig weißlich, wattig ausgefüllt, Rinde längsfaserig und braun; im Hut bis zu 2 mm dick, auf Höhe der Lamellen hohl gekammert, je nach Durchfeuchtung schmutzig weißlich oder bräunlich gefäbt

Geruch: unspezifisch, im Anschnitt jedoch deutlich nach Mehl bzw. Salatgurke

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 209−210.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 458.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2001): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 3. Ständerpilze: Blätterpilze I (Hellblättler). Ulmer, Stuttgart: 195−196.
  • Ludwig, E. (2012): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 3. Die übrigen Gattungen der Agaricales mit weißem Sporenpulver. Fungicon, Berlin: 166−167.
  • Arrhenia_rickenii_2012-11-18_1Eine Gruppe Fruchtkörper
  • Arrhenia_rickenii_2012-11-18_2Durchfeuchtet (li.) vs. trocken
  • Arrhenia_rickenii_2012-11-18_3Stiel filzig-flaumig bekleidet
  • Arrhenia_rickenii_2012-11-18_4Algeneinschlüsse im Stielfleisch
  • Arrhenia_rickenii_2012-11-18_5Einst Ziel für Handgranaten

Funddaten

Kollektion: 10 Fruchtkörper   Bestimmung: Arrhenia rickenii (Singer 1951 ex Hora 1960) Watling 1989 ('1988')   Finderin: Julia Kruse   Bestimmer: Anton Hausknecht, Andreas Kunze et al.   Funddatum: 18.11.2012   Fundort: D − BY − Oberbayern − München-FreimannFröttmaninger Heide, nördlich der beiden Stadtteile „Schwabing Nord“ und „Freimann“ unweit der Allianz Arena des FC Bayern (Münchner Schotterebene im Teilbereich der Garchinger Schotterzunge), ehem. Handgranatenwurfübungsplatz   Messtischblatt: 7735/4.3.2   Höhe über NN: 495 m   Ökologie: offene Ruderalstelle aus Split (Quarz, Ziegel und anderes zerkleinertes Gestein) partiell mit Geneigtem oder Gekieltblättrigem Spiralzahnmoos (Tortella inclinata) bewachsen, Charakterarten des Standorts sind der Gezonte oder Spatelförmige Adermoosling (Arrhenia spathulata) und der Rotbraune Nabeling (Omphalina cf. pyxidata)

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Hut: 4−9,5 mm im Durchmesser, 1−3 mm hoch, genabelt, gerieft und auch durchscheinend gerieft, hygrophan, am Rand nach unten gebogen, blass hellbraun, konzentrisch milchkaffeebräunlich bis weißlich ausblassend, rundlich bis unförmig im Alter, Rand im Alter gewellt, Huthaut matt, rau (Lupe!), Rand hell gesäumt

Lamellen: herablaufend, bogig, gegabelt und gerne queraderig verbunden, wellig, Schneiden glatt und wie die Lamellenfläche gefärbt, Flächen aderig-runzelig

Stiel: 9−12 mm lang, fast 1−1,5 mm dick, nach oben breiter werdend, blass hellbraun, vollständig mit feinen weißen Härchen besetzt, wodurch der Stiel zur Basis hin heller erscheint, Basis selbst weißfilzig, aber unverdickt, unteres Stieldrittel geschwungen

Fleisch: im Hut praktisch fehlend/häutig; im Stiel längsfaserig und etwas glasig

Geruch: schwach pelargonienartig

Mikroskopische Merkmale

Hyphen: Septen schnallenlos; untere Stieltrama mit Grünalgeneinschlüssen

Sporen [95 % • 15 • LQP • E • H2O (nat)]: 4,7−6,2−7,6(−8,2) x 3,7−4,8−5,9 µm, Q = 1,1−1,5; Mittelwert-Konfidenzgrenzen (95 %): 6,2 ±0,36 x 4,8 ±0,27 µm (Länge av x Breite av); Q av = 1,3 ±0,05; oval-tropfenförmig, hyalin, mit einem Öltropfen, glattwandig, mit deutlichem und 1 µm langem Apikulus

Basidien [95 % • 8 • LQP • E • H2O (nat)]: 21,6−26,6−31,6 x 4,4−5,9−7,4 µm; schlank keulig, (2−)4-sporig, ohne Basalschnallen

Legende:
95 % = Konfidenzintervall; Messwerte wurden statistisch mit Smaff ausgewertet
nonstat = Messwerte wurden nicht statistisch ausgewertet
LQP = Lamellenquetschpräparat
E = Exsikkat
H2O (nat) = Präparation in Leitungswasser
KOH = Präparation in Leitungswasser mit einem Tropfen 20%iger Kalilauge (Zellwände außerdem mit Kongorot [SDS] angefärbt)

Anmerkungen

Bestimmung

Trotz meines ersten Eindrucks, dass es sich bei der Kollektion um den Geröll-Adermoosling (Arrhenia rickenii) handeln dürfte, legte ich den Fund wegen der fein behaarten Stieloberfläche und des schwachen Geruchs nach Pelargonien als Samtfuß-Adermoosling (A. velutipes) ab. Aufkeimende Zweifel veranlassten mich schließlich zu einer Anfrage im Forum auf pilzepilze.de und wurden im Diskussionsverlauf bekräftigt. Irritiert wendete ich mich an den österreichischen Pilzexperten Anton Hausknecht, der unsere Aufsammlung wie folgt beurteilte (E-Mail vom 29.8.2013) – besten Dank an dieser Stelle:

Ihre Bilder entsprechen weitestgehend meiner Vorstellung von Arrhenia rickenii. Alle meine Funde stammen vom Spätherbst/Frühwinter, eine Kollektion beispielsweise vom 5.12.1986 aus der Lobau (Wien) bei leichten Minusgraden. Die Sporen dieses Fundes sind ein wenig größer (7-10 x 4-6.3 µm), alle anderen Mikrodaten passen zu Kühner & Romagnesis Omphalina rustica (= Mosers rickenii). Arrhenia velutipes ist viel dunkler, hat dichtere, nicht gegabelte Lamellen und wächst nicht so spät im Jahr.

Ich bin mir also sicher, dass die Bestimmung als A. rickenii OK ist, zumal auch die Fundzeit gut mit meinen Beobachtungen übereinstimmt. Weitere mikroskopische Eigenschaften: Basidien ohne Basalschnalle, Pigment in der Huthaut inkrustierend.

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 406−407.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 257−258.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2001): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 3. Ständerpilze: Blätterpilze I (Hellblättler). Ulmer, Stuttgart: 487−488.
  • Ludwig, E. (2001): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 1. Die kleineren Gattungen der Makromyzeten mit lamelligem Hymenophor aus den Ordnungen Agaricales, Boletales und Polyporales. IHW-Verlag, Eching: 455.
  • Arrhenia_spathulata_2012-11-18_01Behaarte Oberseite
  • Arrhenia_spathulata_2012-11-18_02Feinrunzelige Unterseite

Funddaten

Kollektion: 1 Fruchtkörper   Bestimmung: Arrhenia spathulata (Fries 1828 : Fries 1828) Redhead 1984   Finderin: Julia Kruse   Funddatum: 18.11.2012   Fundort: D − BY − Oberbayern − München-FreimannFröttmaninger Heide, nördlich der beiden Stadtteile „Schwabing Nord“ und „Freimann“ unweit der Allianz Arena des FC Bayern (Münchner Schotterebene im Teilbereich der Garchinger Schotterzunge), ehem. Handgranatenwurfübungsplatz   Messtischblatt: 7735/4.3.2   Höhe über NN: 495 m   Ökologie: offene Ruderalstelle aus Split (Quarz, Ziegel und anderes Gestein) partiell mit Geneigtem oder Gekieltblättrigem Spiralzahnmoos (Tortella inclinata) bewachsen; nachgewiesene Arten in der Nähe des Fundorts sind der Geröll- oder Gefaltete Adermoosling (Arrhenia rickenii) und der Rotbraune Nabeling (Omphalina cf. pyxidata)

Merkmale

Hut: 6,5 mm breit, 6 mm tief, muschelförmig, grau-braun, hygrophan, fast häutig, Oberfläche fein filzig, zur Mitte und zum angedeuteten Stiel hin mehr striegelig weiß, Rand nach unten gebogen

Lamellen: fehlend, lediglich ein paar Falten/Runzeln längs der Breite nach auf der Unterseite des Frk.

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 180.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 254.
  • Ludwig, E. (2001): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 1. Die kleineren Gattungen der Makromyzeten mit lamelligem Hymenophor aus den Ordnungen Agaricales, Boletales und Polyporales. IHW-Verlag, Eching: 28−29.
  • Arrhenia_sp_1_Fm_Heide_Sued_HGrWUebPl_2012-11-18_1Fruchtkörper braun, hygrophan
  • Arrhenia_sp_1_Fm_Heide_Sued_HGrWUebPl_2012-11-18_2Lamellen kaum querverbunden
  • Arrhenia_sp_1_Fm_Heide_Sued_HGrWUebPl_2012-11-18_3Vegetationsarmes Habitat

Funddaten

Kollektion: 3 Fruchtkörper   Bestimmung: Arrhenia sp.   Finderin: Julia Kruse   Funddatum: 18.11.2012   Fundort: D − BY − Oberbayern − München-Freimann − Fröttmaninger Heide, nördlich der beiden Stadtteile „Schwabing Nord“ und „Freimann“ unweit der Allianz Arena des FC Bayern (Münchner Schotterebene im Teilbereich der Garchinger Schotterzunge), ehem. Handgranatenwurfübungsplatz   Messtischblatt: 7735/4.3.2   Höhe über NN: 495 m   Ökologie: offene Ruderalstelle aus Split (Quarz, Ziegel und anderes Gestein) partiell mit Geneigtem oder Gekieltblättrigem Spiralzahnmoos (Tortella inclinata) bewachsen, nachgewiesene Arten in der Nähe des Fundorts sind der Geröll- oder Gefaltete Adermoosling (Arrhenia rickenii), der Gezonte oder Spatelförmige Adermoosling (A. spathulata) und der Rotbraune Nabeling (Omphalina cf. pyxidata)

Merkmale

Hut: 4–8 mm im Durchmesser, 2–3 mm hoch, schokoladen- bis dunkelbraun, etwa 1/3 des Radius' durchscheinend gerieft, in der Mitte dunkler, Rand überstehend und umgeschlagen, Oberfläche radialfaserig eingewachsen, hygrophan, jung kaum genabelt sondern flach niedergedrückt, im Alter leicht genabelt, zentral fast feinschuppig aufgerissen, feucht etwas speckig glänzend

Lamellen: schwach herablaufend bis gerade angewachsen, etwas blasser als der Hut, fein weiß behaart, kaum queraderig verbunden, Abstand normal, gerade bis schwach bauchig, mit Lameletten untermischt, Schneiden glatt und etwas dunkler

Stiel: 10–12 mm lang, 2/3–1 1/3 mm dick, wie der Hut gefärbt, zylindrisch, nach unten verjünt, schwach s-förmig bis geschwungen

Fleisch: im Hut dünn, aber kaum häutig; im Stiel längsfaserig, etwas glasig

Geruch: unauffällig, unspezifisch

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 179 ff.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 252 ff.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2001): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 3. Ständerpilze: Blätterpilze I (Hellblättler). Ulmer, Stuttgart: 476 ff.
  • Ludwig, E. (2001): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 1. Die kleineren Gattungen der Makromyzeten mit lamelligem Hymenophor aus den Ordnungen Agaricales, Boletales und Polyporales. IHW-Verlag, Eching: 23 ff.
  • Arrhenia_sp_2_Froettmaninger_Heide_2012-11-19_1Hut alt trichterartig vertieft
  • Arrhenia_sp_2_Froettmaninger_Heide_2012-11-19_2Lamellen breit angewachsen

Funddaten

Kollektion: 7 Fruchtkörper   Bestimmung: Arrhenia sp.   Funddatum: 19.11.2012   Fundort: D – BY – Oberbayern – München-Freimann – Fröttmaninger Heide, nördlich der Landeshauptstadt unweit der Allianz Arena des FC Bayern (Münchner Schotterebene im Teilbereich der Garchinger Schotterzunge)   Messtischblatt: 7735/4.3.4   Höhe über NN: 496 m   Ökologie: niederer Halbtrockenrasen mit Hang zum Trockenrasen auf Kalkschotter mit dünner Lössauflage, sonnig exponiert; zwischen Gräsern und Echtem Tannen-Thujamoos (Abietinella abietina), nachgewiesene Pilzarten in der Nähe des Fundorts sind der Duftende Rötling (Entoloma ameides), der Exzentrische/Marmorierte Rötling (E. excentricum) und der Steppen- oder Kiesliebende Trichterling (Infundibulicybe glareosa)

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Hut: 8–15 mm im Durchmesser, 5–7 mm hoch, schon jung deutlich genabelt, im Alter trichterartig vertieft, Huthaut umgeschlagen, bis zu 1/3 des Radius' durchscheinend gerieft, matt, glatt, grau-braun, am Rand durch die semitransparente Huthaut haselnussbraun gefärbt, hygrophan, hell bräunlich-grau ausblassend, Huthaut am Rand mit dem Lamellen verwachsen

Lamellen: breit angewachsen bis kurz mit einem Zahn herablaufend, bogig bis gerade, schwach s-förmig (in Stielnähe bauchig, zum Hutrand hin bogig), selten gegabelt, gerne am Grund aderig verbunden, braun-grau, nur schwach blasser als der Hut gefärbt, Schneiden glatt und minimal dunkler als die Lamellenfläche, mit oftmals welligen Lameletten

Stiel: 13–17 mm lang, 1–1,5 mm dick, apikal auch bis zu 2 mm dick, zylindrisch, nach unten gleichmäßig verjüngt, am Lamellenansatz gleichmäßig erweitert, an der Basis geschwungen oder gekniet, selten gerade sondern allenfalls leicht wellig, glatt, unterhalb der Lamellen bisweilen fein gerillt, in der unteren Hälfte mit weißen Härchen striegelig besetzt, basal weiß-filzig und oft knollig verdickt, bräunlich-grau ohne viele Brauntöne

Fleisch: hellgrau, voll, im Hut fast bis an den Rand noch bis zu 1,5 mm dick, lediglich am Rand kurz häutig dünn, im Stiel an der Basis etwas dunkler

Geruch: nach Pelargonien (Pelargonium sp.)

Mikroskopische Merkmale

Lamellentrama: Hyphen (3–)5–11(–13) µm breit, zylindrisch bis dezent aufgeblasen, Septen mit Schnallen, Pigment inkrustierend, Wandung mit schwachen und dünnen Querbändern unregelmäßig inkrustiert

Basidien [95 % • 15 • LQP • E • KOH (2-5 %)]: 18,2–24,9–31,6(–32,7) x 5,9–7,3–8,6 µm; MW-Konfidenzgrenzen (95 %): Länge av = 24,9 ±1,72, Breite av = 7,3 ±0,33 µm; schlank keulig, fast ausschließlich 4-sporig, nur vereinzelt 2-sporig

Sporen [95 % • 15 • LQP • E • H2O]: 7,5–9,2–10,9 x 4,2–5,4–6,6 µm, Q = 1,1–2,3; MW-Konfidenzgrenzen (95 %): Länge av = 9,2 ±0,42, Breite av = 5,4 ±0,3 µm, Q av = 1,7 ±0,14; schwach tränenförmig bis oval, mit deutlichem Apikulus, glattwandig, bisweilen mit ein paar Tröpfchen gefüllt (unreif?)

Legende:
95 % = Konfidenzintervall; Messwerte wurden statistisch mit Smaff ausgewertet
LQP = Lamellenquetschpräparat
E = Exsikkat
H2O (nat) = Präparation in Leitungswasser
KOH = Präparation in Leitungswasser mit einem Tropfen 20%iger Kalilauge

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 179 ff.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 252 ff.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2001): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 3. Ständerpilze: Blätterpilze I (Hellblättler). Ulmer, Stuttgart: 476 ff.
  • Ludwig, E. (2001): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 1. Die kleineren Gattungen der Makromyzeten mit lamelligem Hymenophor aus den Ordnungen Agaricales, Boletales und Polyporales. IHW-Verlag, Eching: 23 ff.
  • Cystodermella_granulosa_2012-10-11-1Gruppenfoto
  • Cystodermella_granulosa_2012-10-11-2Hutunterseite mit Lamellen

Funddaten

Kollektion: 10 Fruchtkörper   Bestimmung: Cystodermella granulosa (Batsch 1783 : Fries 1821) Harmaja 2002   Funddatum: 11.10.2012   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Donau-Ries − Mertingen − Mertinger Forst   Messtischblatt: 7330/4   Höhe über NN: ca. 420 m   Ökologie: sandiger und saurer Boden, auf einer frisch geschlagenen Schneise in einer schon etwas rausgewachsenen Fichtenschonung (Picea abies), auf der Nadelstreu zum angrenzenden älteren Baumbestand, vergesellschaftet mit dem Stachelbeer-Täubling (Russula queletii)

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Hut: 18−42 mm im Durchmesser, 7−14 mm hoch, stumpf kegelig, später flach ausgebreitet mit stumpfem Buckel, Rand mit etwas überstehender Huthaut und vergänglichen flockigen, weißlich bis blass cremefarbenen Velumresten besäumt, Oberfläche fein granuliert, Partikel zum Rand hin gröber werdend, rost- bis orangebraun gefärbt, in der Mitte dunkler

Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, bauchig, dünn, dicht gedrängt, Schneiden glatt und wie die Lamellenfläche blass cremefarben

Stiel: 35−47 mm lang, apikal 3−6,5 mm dick, basal 5−10 mm knollig verdickt und zum Hutansatz verjüngt, blass bräunlich, matt, mit flüchtiger flockiger Ringzone unter dem oberen Stieldrittel, darunter unregelmäßig flockig beschuppt, weißlich/blass cremefarben

Fleisch: sowohl im Hut als auch im Stiel voll und blass cremefarben, im Hut bis 8 mm dick, im Stiel längsfaserig mit 2 mm starker, hellbräunlicher Rinde, Huthaut weniger als einen halben Millimeter dick

Geruch: angenehm, fein säuerlich

Mikroskopische Merkmale

Cheilo-Zystiden: keine vorhanden

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 242−243.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 620.
  • Ludwig, E. (2001): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 1. Die kleineren Gattungen der Makromyzeten mit lamelligem Hymenophor aus den Ordnungen Agaricales, Boletales und Polyporales. IHW-Verlag, Eching: 96−97.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2001): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 3. Ständerpilze: Blätterpilze I (Hellblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 234−235.
  • Entoloma_cf_longistriatum_var_sarcitulum_2012-10-24_1Eine Gruppe Fruchtkörper
  • Entoloma_cf_longistriatum_var_sarcitulum_2012-10-24_2Lamellen und Stielansatz

Funddaten

Kollektion: 6 Fruchtkörper   Bestimmung: Entoloma cf. longistriatum (Peck 1911) Noordeloos 1988 var. sarcitulum (P.D. Orton 1960) Noordeloos 1988   Funddatum: 24.10.2012   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Aichach-Friedberg − Kissing − Kissinger Bahngruben, auf der Erweiterungsfläche südwestlich der beiden Gruben   Messtischblatt: 5142/2.2.1.3   Höhe über NN: 505 m   Ökologie: Kalkschotterfläche mit wenig Bodendeckung, unmittelbar neben einem Grau-Erlen-Busch (Alnus incana), weitere Vegetation im Umkreis bestehend aus Blutwurz (Potentilla errecta), Hufeisenklee (Hippocrepis comosa) und Echtem Tannen-Thujamoos (Abietinella abietina), in etwa 1 m Entfernung fruktifizierte der Braungrüne Zärtling (Entoloma incanum)

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Habitus: rüblingsartig (collybioid)

Hut: 17−30 mm im Durchmesser, 5−11 mm hoch, flach konvex, niedergedrückt, häufig mit genabelter, kontrastierend dunkler Mitte, selten mit kleiner Papille, hygrophan, radialstreifig hellgraubraun ausblassend, schwach am Rand bis deutlich fast bis zur Hutmitte durchscheinend gerieft, Huthaut graubräunlich, am Rand schmal dunkelgraubraun (Artefakt durch Austrocknung/beginnende Zersetzung?), im Zentrum bis zu 1/2 des Radius' angedrückt schuppig auf etwas hellerem Grund aufreißend, sonst glatt, feucht fettig glänzend

Lamellen: breit angewachsen, mit Zahn herablaufend, dünn, bauchig, bisweilen gewellt, hellbraun, Schneiden auf ganzer Länge dunkelbraun gezähnelt

Stiel: 14−40 mm lang, 2−3 mm dick, gleich bis etwas weniger freudig als der Hut gefärbt, glatt, matt, zylindrisch bis leicht gequetscht, gerade und zur Basis hin leicht geschwungen, basal mit kleinem Knöllchen verdickt und etwas weißfilzig bekleidet

Fleisch: im Stiel längsfaserig, düster graubraun, wässrig/schwach glasig, hohl, überwiegend weiß-wattig ausgefüllt, Wandung bis zu 2/3 mm dick; im Hut zentral bis zu 1,5 mm dick, sonst praktisch nicht vorhanden

Geruch: widerlich infolge partiell beginnender Zersetzung, sonst neutral, im Anschnitt nach Mehl

Mikroskopische Merkmale

Lamellentrama: regulär

Hyphen [nonstat • 10 • LQP • E • KOH]: 5,5−17,5(−26) µm breit, mit zahlreichen lichtbrechenden Tröpfchen (brillant granules) gefüllt, Septen ohne Schnallen

Basidien [nonstat • 7 • LQP • E • KOH]: 28−42(−47) x 9,5−14 µm; keulig, dünnwandig, teils auch dickwandig mit einer Wandstärke von bis zu 1,5 µm, 4-sporig, ohne Basalschnallen

Sporen [95 % • 30 • LQP • E • H2O (nat)]: 8,9−10,9−12,9(−13,2) x 6,4−7,7−9(−9,4) µm, Q = 1,1−1,4−1,7; heterodiametrisch, (5−)6−7-eckig, mit einem großen oder seltener mit 2 oder mehr kleineren Öltröpfchen gefüllt

Lamellenschneiden: steril

Cheilo-Zystiden [nonstat • 8 • LQP • E • KOH]: 29−43(−50) x (7−)9,5−12(−17,5) µm

Endzellen [5]: 17,5−23,5 µm lang; schlank-keulig, keulig, überwiegend 2−3-fach segmentiert, Endzellen breit keulig bis etwas aufgeblasen, braun intrazellulär pigmentiert

Hutdeckschicht: nicht untersucht

Legende:
95 % = Konfidenzintervall; Messwerte wurden statistisch mit Smaff ausgewertet
nonstat = Messwerte wurden nicht statistisch ausgewertet
LQP = Lamellenquetschpräparat
E = Exsikkat
H2O (nat) = Präparation in Leitungswasser
KOH = Präparation in Leitungswasser mit einem Tropfen 20%iger Kalilauge (Zellwände außerdem mit Kongorot [SDS] angefärbt)

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 561−562.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 527.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2003): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 4. Ständerpilze: Blätterpilze II (Hell- und Dunkelblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 233−234.
  • Ludwig, E. (2007): Pilzkompendium, Bd. 2. Beschreibungen. Die größeren Gattungen der Agaricales mit farbigem Sporenpulver (ausgenommen Cortinariaceae). Fungicon, Berlin: 497–499.
  • Noordeloos, M. E. (1992): Entoloma s. l. Fungi Europaei, Vol. 5. Edizioni Candusso, Alassio: 574−577.
  • Omphalina_pyxidata_2012-11-18_1Hüte durchscheinend gerieft
  • Omphalina_pyxidata_2012-11-18_3Habitat: Ruderalfläche

Funddaten

Kollektion: 7 Fruchtkörper   Bestimmung: Omphalina pyxidata (Persoon 1801 : Fries 1821) Quélet 1886   Finderin: Julia Kruse   Funddatum: 18.11.2012   Fundort: D − BY − Oberbayern − München-Freimann − Fröttmaninger Heide, nördlich der beiden Stadtteile „Schwabing Nord“ und „Freimann“ unweit der Allianz Arena des FC Bayern (Münchner Schotterebene im Teilbereich der Garchinger Schotterzunge)   Messtischblatt: 7735/4.3.2   Höhe über NN: 495 m   Ökologie: offene Ruderalstelle aus Split (Quarz, Ziegel und anderes Gestein) partiell mit Geneigtem oder Gekieltblättrigem Spiralzahnmoos (Tortella inclinata) bewachsen; nachgewiesene Arten in der Nähe des Fundorts sind Gefaltete Adermoosling/Geröllnabeling (Arrhenia rickenii) und der der Flockige Nabel-/Zwerg-Rötling (Entoloma cf. flocculosum)

Merkmale

Hut: 9−11 mm breit, 2−3 mm hoch, jung rundlich, aber nie kreisrund, zentral genabelt, Rand im Alter wellig deformiert, nach unten gebogen, gefurcht/gekerbt, Oberfläche glatt, matt glänzend, orange-bräunlich, nahezu vollständig durchscheinend gerieft

Lamellen: jung herablaufend, im Alter schwächer, dünn, gestaucht-wellig, bisweilen gegabelt, mit Lameletten untermischt, normal bis weit stehend, schmutzig-cremefarben, Schneiden glatt und gleichfarbig

Stiel: 18−21 mm lang, 1,5−1,5 x 2,5 mm dick, basal etwas knollig verdickt, gerade bis gewellt, manchmal auch abgeplattet und etwas verdreht, glatt, orange-bräunlich

Fleisch: im Stiel längsfaserig, Rinde durchfeuchtet, innen weiß; im Hut dünn, zum Rand hin praktisch fehlend

Geruch: angenehm, fein säuerlich

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 411.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 487.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2001): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 3. Ständerpilze: Blätterpilze I (Hellblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 486−487.
  • Ludwig, E. (2001): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 1. Die kleineren Gattungen der Makromyzeten mit lamelligem Hymenophor aus den Ordnungen Agaricales, Boletales und Polyporales. IHW-Verlag, Eching: 451.
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