Geopora cf. nicaeensis – Spindelsporiger Sandborstling


 

Funddaten

Untersucht: 3 Fruchtkörper   Bestimmung: Geopora cf. nicaeensis (Boudier 1891) M. Torre 1975   Finderin: Julia Kruse   Funddatum: 18.11.2012   Fundort: D − BY − Oberbayern − München-FreimannNSG Südliche Fröttmaninger Heide, nördlich der beiden Stadtteile „Schwabing Nord“ und „Freimann“ unweit der Allianz Arena des FC Bayern, ehem. Handgranatenwurf-Übungsplatz   Messtischblatt: 7735/4.3.2   Höhe über NN: 495 m   Ökologie: offene Ruderalstelle mit Splittfüllung (Quarz, Ziegel und anderes Gestein) partiell mit Geneigtem oder Gekieltblättrigem Spiralzahnmoos (Tortella inclinata) bewachsen, aber nur an den vegetationsfreien Stellen fruktifizierend; keine Kiefern (Pinus sp.) im Einzugsbereich, sondern vorwiegend Purpur-Weiden (Salix purpurea), in größerem Abstand auch Korb-Weiden (S. viminalis)

 

Merkmale

Fruchtkörper: 12−24 mm lang, 9−15 mm breit, 6−17 mm hoch, elliptisch liegend, zu 4/5 im sandigen Boden eingesenkt, unterirdisch von einem „nestartigen Filz“ aus braunem Myzel und Sandpartikeln umschlossen, Scheitel lappig bis zackig aufreißend, Öffnung stets kleiner als der Durchmesser des jeweiligen Frk.

Außenfläche: braun feinsamtig-kleiig strukturiert, die helle Trama etwas durchscheinend

Innenfläche: weißlich gefärbt mit beigefarbenem Reflex, glatt, aber matt

Sporenpulver: weiß

Mikroskopie

Die Messwerte wurden mit dem Programm „Statistische Messreihenauswertung für Fungi“ (Smaff) von Jens Wilk ausgewertet.

Sporen [95 % • 15 • SAP • v • H2O (nat)]: 22,5−25,5−28,4 × 13,3−14,7−16,2 µm; leicht subfusoid

Legende:
95 % = Konfidenzintervall
SAP = Sporenabwurfpräparat
v = vital
H2O (nat) = Präparation in Leitungswasser

 

Bestimmung

Mangels Erfahrung mit Sandborstlingen wendete ich mich zur der Beurteilung der Sporen hilfesuchend an den Gattungsspezialisten Dieter Benkert, der mir wie folgt antwortete (E-Mail vom 3.12.2012):

Die Sporen Ihres Fundes sind leicht „subfusoid“, d. h. dass sie sich bereits von der Sporenmitte an allmählich verschmälern – bei den „breit abgerundeten“ Sporen verlaufen die Ränder länger fast parallel und beginnen sich erst nahe den Enden einzubiegen. Die häufigeren G. arenicola und G. sepulta kommen also nicht in Frage. Von den bei mir berücksichtigten Arten könnte allenfalls G. nicaeensis passen, die ich aber auch nur wenig kenne und somit die Variationsbreite nicht vollständig erfasst habe.

So kann ich also leider nicht mit einer sicheren Bestimmung dienen und nur empfehlen, die Art weiterhin zu beobachten und die Merkmale präzise zu erfassen; auch die begleitende Vegetation und vor allem auch die als Mykorrhizapartner in Frage kommenden Baumarten sowie das Areal. G. nicaeensis ist ja offensichtlich eine basiphile Art. Ganz ausschließen sollte man auch nicht, dass ein unbeschriebenes Taxon vorliegt.

 

Literatur

  • Benkert D (2010) Die Gattung Geopora Harkn. (Pezizales) in Deutschland – Erfahrungen und offene Fragen. Z. Mykol. 76(2): 129–152.
  • Hansen L, Knudsen H (2000) Nordic Macromycetes, Vol. 1. Ascomycetes. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 98.

 

Herzlich Willkommen!

Mein Name ist Andreas Kunze, ich bin ein Pilzkundler aus Donauwörth (Schwaben). Ich beschäftige mich gerne mit Wiesenpilzen wie Saftlingen und Zärtlingen. Als begeisterter Pilzfotograf finde ich einen Ausgleich zu meinem Job im IT-Support.

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