2013

  • Alnicola_geraniolens_2013-04-28_01Fragile, basal dunklere Stiele
  • Alnicola_geraniolens_2013-04-28_02Jung feinschuppiger Hutrand
  • Alnicola_geraniolens_2013-04-28_03Angeheftete, beige Lamellen...
  • Alnicola_geraniolens_2013-05-05_01...mit feinschartigen Schneiden
  • Alnicola_geraniolens_2013-05-05_02Eingestreute Erlen und Espe
  • Alnicola_geraniolens_2013-05-05_03Frk. zwischen den Spurrinnen

Funddaten

Kollektion: 14 Fruchtkörper   Bestimmung: Alnicola geraniolens Courtecuisse 1983   Funddatum: 28.4.2013   Fundort: D – BY – Schwaben – Lkr. Donau-Ries – Mertingen – Mertinger Forst   Messtischblatt: 7330/4.2.1   Höhe über NN: 444 m   Ökologie: beschattete Schneise zwischen zwei Fichtenparzellen (Picea abies) auf saurem, feuchtem und lehmigem Boden neben einzelner Zitter-Pappel (Populus tremula) und ein paar Erle (Alnus sp.); zwischen den beiden Fahrspuren an vergrabenen Astfragmenten inmitten von Laub, jungem Grasaufwuchs und Runzelpeter (Rhytidiadelphus sp.) fruktifizierend

Merkmale

Hut: (2–)6–21 mm breit, (1–)4–7 mm hoch, kegelig bis konvex und bisweilen mit stumpfem Buckel, auch flach kegelig mit vertikal abfallendem äußeren Drittel, eben bis bis vereinzelt unregelmäßig grubig, Rand ab und an eingekerbt sowie mit feinen und weißlichen Schüppchen besetzt, rotbräunlich mit Ockerton, hygrophan, von der Mitte beginnend ocker ausblassend, durchfeuchtete und ausgewachsene Exemplare am Rand schwach durchscheinend gerieft, ansonsten ungerieft, öfter dezentral gestielt

Lamellen: angeheftet bis ausgebuchtet angewachsen, eng stehend, untermischt, etwas bauchig, dünn, blass beige bis tabakbraun, Schneiden glatt, im Alter feinschartig und wie die Lamellenfläche gefärbt

Sporenpulver: rost- bis schmutzig braun (lt. Ludwig 2001 – kein Abdruck angefertigt)

Stiel: (7–)38–60 mm lang, (1–)2–5 mm dick, basal bis zu (2–)6 mm keulig erweitert, gerade bis geschlängelt, bisweilen auch unregelmäßig knotig verdickt, vereinzelt gekniet, jung weißlich bis blass ocker, später von der Basis her schwarzbraun verfärbend, einzelne Exemplare komplett schwarzbraun, jung vollständig weißlich überfasert

Fleisch: im Hut mittig 1–2 mm dick, im äußeren Drittel praktisch fehlend, blass ocker, partiell durchwässert und dort dunkler erscheinend; im Stiel längsfaserig, extrem brüchig, hohl, seidig glänzend, Rinde bis 1,5 mm dick, ockerfarben, basal mehr bräunlich

Geruch: intensiv nach Pelargonien

Anmerkungen

Merkmale und Ökologie

Markant sind die von der Stielbasis aus schwarzbraun verfärbenden Stiele ähnlich den Samtfußrüblingen (Flammulina sp.), das stark brüchige Fleisch, der pelargoniumartige Geruch und der feuchte Standort. Ludwig (2001) führt das Taxon in seinem Pilzkompendium als Varietät des Bitteren Sumpfschnitzlings (A. amarescens) – eine Art, die anders als A. geraniolens trockene und besonnte Brandstellen besiedelt. Der Mykologe stuft den Pilz als sehr selten ein und berichtet von Funden aus Frankreich, Holland, Norwegen, Österreich und Schweden. Ferner schreibt er, dass der Pilz sicher auch in Deutschland zu erwarten ist.

Martin Schmidt, der Verwalter der DGfM-Kartierungsdatenbank, teilte mir auf Anfrage (E-Mail vom 3. Mai 2013) mit, dass bereits zwei Funde existieren: Erstmals wurde der Geranien-Sumpfschnitzling am 7.10.2000 von Leo Schrimpl im Leimental (MTB 7714/3) auf submontaner Höhenlage nachgewiesen. Am 14.10.2004 ging der Pilz Klaus Wöldecke in Hannover-Eilenriede (MTB 3624/2) ins Netz.

Moreau (2005) gesteht dem Taxon in seiner auf rDNA-Sequenzierungen basierenden Revision der Gattung Alnicola übrigens Artrang zu. Deshalb und wegen den deutlich differierenden ökologischen Standortansprüchen schließe ich mich seiner Meinung an.

Literatur

  • Arrhenia_baeospora_2013-10-23_1Undeutlich zonierte Hüte
  • Arrhenia_baeospora_2013-10-23_2Stielbasis oft schwärzlich

Funddaten

Bestimmung: Arrhenia baeospora (Singer 1977) Redhead, Lutzoni, Moncalvo & Vilgalys 2002   Funddatum: 22.10.2013   Fundort: D − BY − Schwaben − Augsburg-Firnhaberau − Firnhaberauheide, südlicher Teil, nahe der Lärmschutzwand zur Autobahn   Messtischblatt: 7531/3.4.1   Höhe über NN: 463 m   Ökologie: initialer Trockenrasen auf Kalkschotter mit lückiger, kurzer Vegetation, Echtem Tannen-Thujamoos (Abietinella abietina) und einzelnen Büscheln aus Dorniger Hauhechel (Ononis spinosa); sonnig exponierter Standort

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Hut: 5 x 8−10 mm breit, knopfförmig, flach gewölbt, bald schon nach oben gebogen und gewellt, zoniert, allenfalls schwach und kurz durchscheinend gerieft, bisweilen kerbrandig, hellgrau feinfilzig auf grau-braunem Grund, hygrophan, vom Zentrum her bräunlich ausblassend

Lamellen: gerade angewachsen bis leicht herablaufend, gerade bis schwach bogig, dünn, ungegabelt, mit Lameletten untermischt, am Grund queraderig verbunden, grau

Sporenpulver: kein Abwurfpräparat angefertigt

Stiel: 11−16 mm lang, 1−1,5 mm dick, überwiegend wellig verbogen, selten ± gerade, durchfeuchtet wässrig grau-braun, basal oft schwärzlich und weißfilzig bekleidet

Fleisch: dünn, hellgrau, im Hut zum Rand hin verjüngend, im Stiel wattig ausgefüllt

Geruch: unspezifisch, doch im Anschnitt deutlich mehlartig bzw. nach Salatgurke

Mikroskopische Merkmale

Sporen [95 % • 10 • LQP • v • H2O (nat)]: 3,6−7−10,4 x 1,5−3,3−5 µm, MW-Konfidenzgrenzen (95 %, l av x b av) = 7 ±1,07 x 3,3 ±0,53 µm; elliptisch bis tropfenförmig, hyalin, glattwandig

Legende:
95 % = Konfidenzintervall; Messwerte wurden statistisch mit Smaff ausgewertet
LQP = Lamellenquetschpräparat
V = vital
H2O (nat) = Präparation in Leitungswasser

Anmerkungen

Gefährdung

Aufgrund der winzigen und farblich unscheinbaren Fruchtkörper kann der Pilz leicht übersehen werden. Ludwig (2001) stuft den Kleinsporigen Adermoosling als sehr selten ein, wenngleich er die Verbreitung in Europa als unzureichend bekannt erachtet. Auch Karasch & Hahn (2010) bewerten Arrhenia baeospora in der Roten Liste gefährdeter Großpilze Bayerns als extrem selten (Kategorie R). Darunter verstehen die Autoren:

extrem seltene bzw. sehr lokal vorkommende Arten (derzeit in Bayern in weniger als 5 TKs nachgewiesen), deren Bestände in der Summe weder lang- noch kurzfristig abgenommen haben und die auch nicht aktuell bedroht, aber gegenüber unvorhersehbaren Gefährdungen besonders anfällig sind.

Sie raten deshalb zu:

einer engmaschigen Beobachtung, um ggf. frühzeitig geeignete Schutz- und Hilfsmaßnahmen einleiten zu können, da bereits kleinere Beeinträchtigungen zu einer starken Gefährdung führen können. Jegliche Veränderungen des Lebensraumes dieser Arten sind zu unterlassen.

Literatur

  • Cuphophyllus_ochraceopallidus_2013-10-22_1Gesamte Kollektion
  • Cuphophyllus_ochraceopallidus_2013-10-22_2Lamellen herablaufend
  • Cuphophyllus_ochraceopallidus_2013-10-22_3Hutoberfläche fettig-glänzend

Funddaten

Kollektion: 9 Fruchtkörper   Bestimmung: Cuphophyllus ochraceopallidus (P.D. Orton 1980) Bon 1985 ('1984')   Funddatum: 22.10.2013   Fundort: D − BY − Schwaben − Augsburg-Firnhaberau − Firnhaberauheide, südlicher Teil, nahe der Lärmschutzwand zur Autobahn   Messtischblatt: 7531/3.4.1    Höhe über NN: 463 m   Ökologie: initialer Kalkhalbtrockenrasen, in einem Polster aus Echtem Tannen-Thujamoos (Abietinella abietina) rings um ein Büschel aus Dorniger Hauhechel (Ononis spinosa)

Merkmale

Hut: 8−26 mm breit, 5−12 mm hoch, gewölbt-gebuckelt, blass karamellbraun, am Rand undeutlich durchscheinend gerieft, ocker, von der Mitte her ausblassend, mittig etwas intensiver gefärbt, Oberfläche glatt, fettig glänzend, Huthaut am Rand etwas überstehend

Lamellen: herablaufend, bogig, dicht gedrängt, untermischt, am Grund ein wenig queraderig verbunden, blass hellbräunlich, Schneiden glatt und wie die Lamellenfläche gefärbt

Sporenpulver: kein Abwurfpräparat angefertigt

Stiel: 30−60 mm lang, 3-5 mm dick, basal nach unten verjüngend bis ausspitzend, apikal bis zu 8 mm breit werdend, eingewachsen längsfaserig, schwach seidig glänzend, weißlich

Fleisch: weiß; im Stiel längsfaserig und wattig ausgefüllt, Hut- nahtlos ins Stielfleisch übergehend, in der Stielbasis des größten Frk. mit schwach-pinkfarbenem Ton

Geruch: säuerlich, etwas unangenehm müffelnd

Anmerkungen

Namen

Das Taxon wird heute als Varietät des Jungfern-Ellerlings (C. virgineus) aufgefasst, hier jedoch in Ermangelung einer Umkombination zu Cuphophyllus auf Varietätniveau als Art geführt. Die existente Umkombination zu Camarophyllus kann nicht verwendet werden, weil sich die Typusart von Camarophyllus als Schneckling entpuppte, was den Namen zu einem Synonym von Hygrophorus macht. Auch die häufig verwendete Umkombination zu den Saftlingen (Hygrocybe) scheidet aus, weil die Eigenständigkeit der Ellerlinge molekularbiologisch erwiesen ist.

Literatur

  • Boertmann, D. (2010): The genus Hygrocybe, 2nd ed. Fungi of Northern Europe, Vol. 1: 60−61.
  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 141.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 280.
  • Ludwig, E. (2012): Pilzkompendium, Bd. 3. Beschreibungen. Fungicon, Berlin: 307.
  • Entoloma_cf_cetratum_agg_2013-05-05_01Frk. bei einem Fichtenstumpf
  • Entoloma_cf_cetratum_agg_2013-05-05_02Stiel drehwüchsig und bereift
  • Entoloma_cf_cetratum_agg_2013-05-05_03Hutunterseite mit Lamellen

Funddaten

Kollektion: 2 Fruchtkörper, abzüglich 1/2 Hut   Bestimmung: Entoloma cetratum (Fries 1818 : Fries 1821) M.M. Moser 1978   Funddatum: 5.5.2013   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Donau-Ries − Mertingen − Mertinger Forst, nahe der Waldkapelle   Messtischblatt: 7330/4.2.1   Höhe über NN: 441 m   Ökologie: Auslichtung im Fichtenforst auf saurem, sandigem Boden; ein Exemplar am Fuß eines Fichtenstubbens (Picea abies), das andere ca. 1 m davon entfernt auf dem bemoosten Boden zwischen etwas Reisig fruktifizierend

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Habitus: helmlingsartig (mycenoid)

Hut: 20−28 mm im Durchmesser, 10−12 mm hoch, stumpf gebuckelt, Rand bis zur Hälfte des Radius' durchscheinend gerieft, bei einem Exemplar an einer Stelle eingebuchtet, Huthaut die Lamellen überragend, am Rand blasser und nach unten umgeschlagen, rötlich-braun, etwas glasig erscheinend, im Zentrum weißlich, hygrophan, zum Rand radialstreifig hellocker ausblassend

Lamellen: ausgebuchtet angeheftet bis frei, bauchig, mit Lamelletten untermischt, dicklich, an der Fläche gerunzelt, am Grund queraderig verbunden, vereinzelt gegabelt, rosa-bräunlich, Schneiden wellig-gesägt und wie die Fläche gefärbt

Sporenpulver: kein Abwurfpräparat angefertigt

Stiel: 5,5–9 cm lang, 5–6 x 3,5–4 mm dick, zylindrisch, basal abgeflacht, untere Hälfte mit Mittelfurche, ein Exemplar gekniet, drehwüchsig, längsfaserig, ockerbräunlich, glasig, Basis weiß überfasert, am Lamellenansatz weißflockig besetzt

Fleisch: im Stiel ocker-bräunlich, längsfaserig, hohl, Rinde bis zu 2 mm dick; im Hut am Stielansatz bis zu 3 mm dick, nach außen dünner, ocker-weißlich, am Rand praktisch fehlend

Geruch: etwas säuerlich mit schwach fruchtiger Komponente

Mikroskopische Merkmale

Basidien [95 % • 15 • LQP • v • H2O (nat)]: 30,0–36,5–43,5(–44,5) x 9,0–11,5–13,5 µm; keulig, 2–4-sporig, Basis von 2-sporigen Elementen schnallenlos, 4-sporige dagegen mit Basalschnallen

Sporen [95 % • 40 • LQP • v • H2O (nat)]: 9,0–11,0–13,0(–13,5) x 6,5–8,0–9,5(–9,5) µm, Quotient = 1,1–1,7; Mittelwert-Konfidenzgrenzen (95 %): 11 ±0,3 x 8 ±0,2 µm (Länge av x Breite av), Quotient av = 1,4 ±0,04; 5–6(–7)-eckig, heterodiametrisch, reif mit einem oder zwei größeren und unreif mit vielen kleineren Öltröpfchen gefüllt

Hutdeckschicht [nonstat • 10 • QPr • v • H2O (nat)]: Hyphen 3,5–8,0 µm breit, schnallenlos, Endzellen vereinzelt auf 17,5–39,5 µm im Durchmesser aufgeblasen, in der Form an einen Zeppelin erinnernd, Pigment intrazellulär

Legende:
95 % = Konfidenzintervall; Messwerte wurden statistisch mit Smaff ausgewertet
nonstat = Messwerte wurden nicht statistisch ausgewertet
LQP = Lamellenquetschpräparat
QPR = Quetschpräparat
v = vitales Untersuchungsmaterial
H2O (nat) = Präparation in Leitungswasser

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 530.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 562
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2003): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 4. Ständerpilze: Blätterpilze II (Hell- und Dunkelblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 204−206..
  • Ludwig, E. (2007): Pilzkompendium, Bd. 2. Beschreibungen. Fungicon, Berlin: 348–350.
  • Noordeloos, M. E. (1992): Entoloma s. l. Fungi Europaei, Vol. 5. Candusso, Saronno (I): 270–274.
  • Entoloma_sericeoides_2013-05-30_01Einzelexemplar
  • Entoloma_sericeoides_2013-05-30_02Lamellen und Stieloberfläche
  • Entoloma_sericeoides_2013-05-30_03Gruppenfoto

Funddaten

Kollektion: 8 Fruchtkörper (zzgl. 5 Exemplare vom 27.5.2013, selber Fundort)   Bestimmung: Entoloma sericeoides (J.E. Lange 1940) Noordeloos 1980   Funddatum: 30.5.2013   Fundort: D − BY − Schwaben − Augsburg − Firnhaberauheide, südlicher Teil, nahe der Lärmschutzwand zur Autobahn   Messtischblatt: 7531/3.4.1   Höhe über NN: 463 m   Ökologie: Magerwiese auf Kalkschotter mit dünner Lössauflage, sonnig exponierter Standort, Krautschicht ca. 20−30 cm hoch, im Moos; in der Nähe fruktifizierte der Safrangelbe Saftling (Hygrocybe acutoconica)

Merkmale

Habitus: rüblingsartig (collybioid)

Hut: 13−30 x 25 mm breit, 3−10 mm hoch, bereits jung trichterförmig vertieft, Huthaut am Rand zunächst umgeschlagen, im Alter gerade abstehend und die Lamellen überragend, glatt, fettig glänzend, braun und in der Mitte dunkelbraun gefärbt, 2/23/4 des Hutradius' durscheinend gerieft, hygrophan, radialstreifig von innen nach außen ocker ausblassend, dann ungerieft mit matter Oberfläche

Lamellen: breit angewachsen und mit einem Zahn am Stiel herablaufend, im Alter auch schwach herablaufend, dünn, dicht gedrängt, jung in Stielnähe bauchig und andere Hälfte zum Rand hin bogig, später komplett bauchig, junge Exemplare zum Rand hin gerne wellig verbogen, schmutzig weißlich, dann mit mehr Braun- und zuletzt durch das Sporenpulver mit mehr Rosabrauntönen, Lamellenfläche schwach runzelig, vor dem Hutrand auslaufend, Schneiden bei alten Exemplaren teils bräunlich pigmentiert

Sporenpulver: rosa-bräunlich

Stiel: 25−30 mm lang, 2−4 x 3 mm dick, basal auf 4 x 3−5,5 mm schlank-keulig erweitert, grau-bräunlich, weiß längs überfasert, kurz vor dem Lamellenansatz gerne mit angedeuteter Ringzone, basal weißfilzig, etwas glasig wie der Stiel des Schwärzenden Saftlings (Hygrocybe conica)

Fleisch: dünn, extrem brüchig; im Stiel längsfaserig, hohl mit bis zu 1 mm dicker Wand, wattig aufgefüllt, wässrig, glasig-braun, trocken grau; im Hut bis maximal 1 mm dick in der Mitte, am Rand praktisch fehlend, unmittelbar unter der Hutdeckschicht braun, darunter grau

Geruch: unspezifisch, jedoch im Anschnitt entweder mehlartig bzw. nach Salatgurke mit unangenehmer Komponente oder spermatisch

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 525.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 542.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2003): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd 4. Eugen Ulmer, Stuttgart: 218−219.
  • Ludwig, E. (2007): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 2. Die größeren Gattungen der Agaricales mit farbigem Sporenpulver (ausgenommen Cortinariaceae). Fungicon, Berlin: 382−383.
  • Noordeloos, M. E. (1992): Entoloma s. l. Fungi Europaei, Vol. 5. Candusso, Alassio (I): 259−260
  • Entoloma_cf_sepium_2013-05-20_01Standortfoto
  • Entoloma_cf_sepium_2013-05-20_02Studiofoto
  • Entoloma_cf_sepium_2013-05-20_03Rissige Hutoberfläche
  • Entoloma_cf_sepium_2013-05-20_04Hutunterseiten mit Lamellen
  • Entoloma_cf_sepium_2013-05-20_05Rotbraune Madenfraßgänge
  • Entoloma_cf_sepium_2013-05-20_06Fundort unter Spalieräpfel

Funddaten

Kollektion: 7 Fruchtkörper   Bestimmung: Entoloma cf. sepium (Noulet & A. Dassier 1838) Richon & Roze 1888   Funddatum: 20.5.2013   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Donau-Ries − Donauwörth-Rambergsiedlung − Tannenbergstraße   Messtischblatt: 7230/3.4.2   Höhe über NN: 433 m   Ökologie: Garten auf vermutlich kalkreichem und durch Mulch abgedeckten Boden, unter einer Spalieranpflanzung niederwüchsiger Apfelbäume (Malus sp.)

Merkmale

Habitus: ritterlingsartig (tricholomatoid) 

Hut: 24−26 x 68−85 mm breit, 11−22 mm, jung kegelig, später flach konvex mit zentralem Buckel, zuletzt an den Rändern wellig nach oben gewölbt, unförmig rundlich, bisweilen durch benachbarte Hüte verbogen/deformiert, zentral oder dezentral gestielt, Rand ungerieft, lange umgeschlagen, schließlich scharfrandig und dann gerne dunkelbraun gefärbt (Artefakt durch sonnig exponierten Standort?), Huthaut matt, fein radialfaserig eingewachsen, nicht die Lamellen überragend, mit zunehmendem Alter radialrissig, in der Mitte mehrere mm tief eingeschnitten, jung bräunlich-grau und später ockerbraun gefärbt

Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, gedrängt stehend, mit Lameletten untermischt, eher dünn, zunächst schwach und schließlich deutlich bauchig, Flächen fein aderig-runzelig, in Stielnähe gewellt und gerne zu mehreren verwachsen, jung blass grau, ein Drittel breit von der Schneide ausgehend durchfeuchtet und etwas dunkler, nach Sporenreife durch das ausfallende Sporenpulver mit rosa Beitönen, Schneiden glatt, teils dunkelbraun wie der Hutrand (Artefakt durch Trockenschaden?), sonst wie die Fläche gefärbt

Sporenpulver: rosa-bräunlich

Stiel: 5−8 cm lang, apikal 6−8 x 18−20 mm und basal 10−12 x 22−25 mm dick, zylindrisch, untere Stielhälfte manchmal gequetscht, längsfaserig, kaum verdreht, gerne gefurcht, geschwungen bis gekniet oder unregelmäßig gewellt, bis zu 3 Frk. basal miteinander verwachsen, schmutzig bis bräunlich weiß, an der Basis rein weiß

Fleisch: fest, kompakt, schnell madig, Fraßgänge braun verfärbt, aber ohne orange Töne; im Hut weiß, ohne ausgeprägte Faserrichtung, nahtlos in den Stiel übergehend, unter der Huthaut eine Nuance schmutzig weißlich/blass gelblich getönt

Geruch: unspezifisch, doch im Anschnitt nach Mehl bzw. Salatgurke

Anmerkungen

Untersuchte Kollektion

Mangels makrochemischen Farbreaktionen mit Anilin und Guajak blieb der Fund ungesichert.

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 494−495.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 554.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2003): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 4. Ständerpilze: Blätterpilze II (Hell- und Dunkelblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 194−195.
  • Ludwig, E. (2007): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 2. Die größeren Gattungen der Agaricales mit farbigem Sporenpulver (ausgenommen Cortinariaceae). Fungicon, Berlin: 306−307.
  • Noordeloos, M. E. (1992): Entoloma s. l. Fungi Europaei, Vol. 5. Candusso, Saronno (I): 136−138.
  • Entoloma_subg_Pouzarella_sp_1a_2013-10-26Einzelfruchtkörper
  • Entoloma_subg_Pouzarella_sp_1b_2013-10-26...mit Blick auf die Lamellen
  • Koenigsbrunner_Heide_Auslichtung_2013-10-26Auslichtung mit lichten Kiefern

Funddaten

Kollektion: 1 Fruchtkörper   Bestimmung: Entoloma subg. Pouzarella sp.   Funddatum: 26.10.2013   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Augsburg − Königsbrunn − NSG Stadtwald Augsburg, Königsbrunner Heide auf der Auslichtung zwischen „Kernheide“ und „Hasenheide“   Messtischblatt: 7731/1.4.2   Höhe über NN: ca. 510 m   Ökologie: Magerwiese mit Tendenz zum Halbtrockenrasen auf Kalkschotter mit teils ausgeprägter Erdschicht und Totholz (meist Wurzelreste von Nadelhölzern), im Halbschatten einiger Wald-Kiefern (Pinus sylvestris); zur Hauptblütezeit im Sommer massenhaft mit der weißblütigen Ästigen Graslilie (Anthericum ramosum) bedeckt; zwischen Gräsern im feuchten Moos eingebettet

Merkmale

Habitus: helmlingsartig (mycenoid)

Hut: 5 mm im Durchmesser, 4,5 mm hoch, glockig, dunkelgrau-braun, zum Rand hin weißlich ausblassend, vollständig mit haarigen und braunen Faserschüppchen bedeckt, Huthaut am Rand fein gelappt

Lamellen: herablaufend, bauchig, mit Lamelletten untermischt, ungegabelt, dick, Fläche schwach runzelig, grau-braun, Schneiden allenfalls schwach blasser, glatt, etwas uneben und vereinzelt feinschartig

Sporenpulver: kein Abwurfpräparat angefertigt

Stiel: 2,5 cm lang, 1 mm dick, zylindrisch, gekniet, braun-grau, etwas glasig, Stielrinde eingewachsen längsfaserig, spärlich mit feinen weißen Härchen bedeckt, apikal mit abstehenden weißen Faserschüppchen

Fleisch: dünn, im Hut praktisch fehlend, durchfeuchtet dunkelbraun-grau, beim Trocknen grau-ocker ausblassend

Geruch: nicht wahrnehmbar (Frk. evtl. zu klein)

Literatur

  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 539 ff.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 572−573.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2003): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 4. Ständerpilze: Blätterpilze II (Hell- und Dunkelblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 224−225.
  • Ludwig, E. (2007): Pilzkompendium, Bd. 2. Beschreibungen. Die größeren Gattungen der Agaricales mit farbigem Sporenpulver (ausgenommen Cortinariaceae). Fungicon, Berlin: 293–294.
  • Noordeloos, M. E. (1992): Entoloma s. l. Fungi Europaei, Vol. 5. Edizioni Candusso, Alassio: 339 ff.
  • Noordeloos, M. E. (2004): Entoloma s. l. (Supplement). Fungi Europaei, Vol. 5A. Edizioni Candusso, Alassio: 968 ff.
  • Helvella_cf_confusa_2013-05-05_01Frk. in diversen Altersstadien
  • Helvella_cf_confusa_2013-05-05_02Junge, teils blasse Exemplare
  • Helvella_cf_confusa_2013-05-05_03Geselliger Wuchs kleiner Frk.
  • Helvella_cf_confusa_2013-05-05_04Größere Frk. im moosigen Umfeld
  • Helvella_cf_confusa_2013-05-05_05Stiel gerippt und verbogen
  • Helvella_cf_confusa_2013-05-05_06Weg zwischen Fichtenparzellen

Funddaten

Kollektion: 15 Fruchtkörper   Bestimmung: Helvella confusa Harmaja 1977   Funddatum: 5.5.2013   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Donau-Ries − Mertingen − Mertinger Forst, nahe der Waldkapelle   Messtischblatt: 7330/4.2.1   Höhe über NN: 444 m   Ökologie: Beschattete Schneise zwischen zwei Fichtenparzellen (Picea abies) auf saurem, feuchtem und lehmigem Boden; sowohl auf als auch zwischen den beiden Fahrspuren in einem Teppich aus diversen Moosen fruktifizierend

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Habitus: gestielt becher- bis kelchförmig

Kopfteil: 5−31 x 6−34 mm breit, 2−20 mm hoch, becher- bis schüsselförmig, im Alter mit nach außen umgebogenem und schartig eingerissenem Rand, gerne dezentral gestielt, häufig mit Fraßspuren, junge Exemplare bzw. durch Moose und Gräser abgedunkelte Bereiche (auch die ± abgeschattete Unterseite) weißlich bis elfenbeinfarben, unter Lichteinfluss schwarz-braun verfärbend

Stiel: 7−21 mm lang, basal 7−11 x 10 mm dick, apikal 4−11 x 4 mm verjüngt, nahtlos in das Kopfteil übergehend, gerippt, unten gerne mit mehreren Exemplaren verwachsen, ansonsten überwiegend gesellig bis einzeln vorkommend

Außenseite: Übergang zum pigmentierten Bereich unregelmäßig und weich verlaufend, teils marmoriert erscheinend, weißlich feinkleiig besetzt

Innenseite: glatt bis uneben, matt und wärmer gefärbt, d. h. der Braunanteil überwiegt die grauen Farbtöne

Fleisch: Kopfteil am Stielansatz bis zu 1 1/3 mm dick, zum Rand hin dünner, 3-schichtig aufgebaut (20x-Lupe)

Geruch: unspezifisch, dumpf, allenfalls schwach unangenehm

Mikroskopische Merkmale

Sporen [95 % • 20 • SAP • v • H2O (nat)]: 20,3−22,6−24,9(−26,1) x 13,4−14,9−16,5 µm, Quotient = 1,3−1,7; Mittelwert-Konfidenzgrenzen (95 %): 22,6 ±0,5 x 14,9 ±0,3 µm (Länge av x Breite av), Quotient av = 1,5 ±0,03; elliptisch, glatt, ohne Anhängsel an den Polenden, hyalin, zentral mit großem Öltropfen und daneben mit einigen deutlich kleineren Öltröpfchen gefüllt

Legende:
95 % = Konfidenzintervall; Messwerte wurden statistisch mit Smaff ausgewertet
SAP = Sporenabwurfpräparat
v = vital
H2O (nat) = Präparation in Leitungswasser

Anmerkungen

Artabgrenzung

Zur Absicherung der Bestimmung ist das Vermessen der Sporen und das daraus resultierende Verhältnis aus Länge und Breite erforderlich. Bei einem Sporenquotienten unter 1,6 handelt es sich um H. confusa und darüber um H. leucomelaena.

Literatur

  • Hygrocybe_conica_agg_2013-09-22_01Hut kegelig, schwach faltig
  • Hygrocybe_conica_agg_2013-09-22_02Druckstellen schwärzend
  • Hygrocybe_conica_agg_2013-09-22_03Lamellen angeheftet, gelb
  • Hygrocybe_conica_agg_2013-09-22_04Rote Tupfen im lichten Grün
  • Hygrocybe_conica_agg_2013-09-22_05Initialer Kalkmagerrasen

Funddaten

Kollektion: 3 Fruchtkörper   Bestimmung: Hygrocybe conica agg. (Schaeffer 1774 : Fries 1821) P. Kummer 1871   Funddatum: 22.9.2013   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Aichach-Friedberg − Kissing − Kissinger Bahngruben, auf der Erweiterungsfläche südwestlich der beiden Gruben   Messtischblatt: 5142/2.2.1.3   Höhe über NN: 505 m   Ökologie: Kalkschotterfläche mit spärlicher Bodendeckung, von Westen etwas windgeschützt durch einen begrünten Erdwall

Merkmale

Hut: 17–25 mm breit, 10–19 mm hoch, kegelig, schwach unregelmäßig gefaltet, gelappt, Rand die Lamellen überragend, bei jungen Exemplaren zum Stiel hin gewölbt und später nach unten gebogen, gebördelt, nur kurz und schwach durchscheinend gerieft, Oberfläche glatt, matt, fein eingewachsen radialfaserig (20x-Lupe), ein wenig klebrig, orange bis kirschrot, an Druckstellen und Verletzungen schwärzend

Lamellen: angeheftet, deutlich bauchig, untermischt, zum Rand hin wellig verbogen, selten gegabelt, jung völlig gelb, im Alter am Hutboden blass orange und zur Schneide hin ins Gelb verlaufend, Schneiden glatt und gelb, auf Druck schwärzend

Sporenpulver: kein Abwurfpräparat angefertigt

Stiel: 37–45 mm lang, 3–4 mm dick, basal bis zu 5 mm keulig erweitert, dort mit Sandpartikeln behaftet, zylindrisch, bisweilen abgeflacht und gefurcht, eingewachsen längsfaserig (20x-Lupe), matt, orange, unteres Stielende weißlich ausblassend, auf Druck schwärzend

Fleisch: im Hut dünn, in der Mitte bis zu 2 mm dick, am Rand praktisch fehlend, wässrig, gelblich; Im Stiel längsfaserig, wässrig, gelblich mit orangfarbener Stielrinde, im Alter am Hutansatz hohl gekammert

Geruch: angenehm, etwas säuerlich

Literatur

  • Boertmann, D. (2010): The genus Hygrocybe, 2nd ed. Fungi of Northern Europe, Vol. 1. Svampetryk, Tilst (DK): 168 ff.
  • Candusso, M. (1997): Hygrophorus s. l. Fungi Europaei, Vol. 6. Edizioni Candusso, Alassio: 404 ff.
  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil I. Regensb. Mykol. Schr. 13: 145.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 266−267.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2001): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 3. Ständerpilze: Blätterpilze I (Hellblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 45 ff.
  • Ludwig, E. (2012): Pilzkompendium (Beschreibungen), Bd. 3. Die übrigen Gattungen der Agaricales mit weißem Sporenpulver. Fungicon, Berlin: 272 ff.
  • Inocybe_cf_dulcamara_01_2013-09-22Koll. aus älteren Exemplaren
  • Inocybe_cf_dulcamara_02_2013-09-22Fruchtkörper in der Krautschicht
  • Inocybe_cf_dulcamara_03_2013-09-22Habitat mit Birke und Silberdistel

Funddaten

Kollektion: 5 Fruchtkörper   Bestimmung: Inocybe cf. dulcamara (Persoon 1801) P. Kummer 1871   Funddatum: 22.9.2013 (Wiederfund vom 10.8.2011)   Fundort: D − BY − Schwaben − Lkr. Aichach-Friedberg − Kissing − Kissinger Bahngruben, Trampelpfad auf Höhe der nördlichen Bahngrube   Messtischblatt: 5142/2.2.1.3   Höhe über NN: 505 m   Ökologie: Halbtrockenrasen auf Kalkschotter neben einem Trampfelpfad, windgeschützt neben einer Hecke aus diversen Sträuchern, Fruktifikation neben einer Silberdistel (Carlina acaulis), einer jungen Hänge-Birke (Betula pendula) und Sal-Weide (Salix cf. caprea) und Gelbem Sonnenröschen, eingebettet in Langblättriges Tannenmoos (Abietinella abietina), im weiteren Umkreis wuchs noch die Dornige Hauhechel (Ononis spinosa)

Merkmale

Hut: 22−45 mm breit, rundlich, flach gewölbt, später flach ausgebreitet und wellig verbogen, Rand nach unten gebogen und selbst im Alter selten rissig, Huthaut die Lamellen etwas überragend, matt, vor allem im Zentrum filzig bis angedrückt feinschuppig, ocker-braun, in der Mitte mit mehr Brauntönen

Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, bauchig, untermischt, dünn, gedrängt, kakaobraun, Schneiden gleichfarbig und glatt

Sporenpulver: kein Abdruck angefertigt

Stiel: 35−43 mm lang, 3−5 mm dick, zylindrisch, gerne s-förmig verbogen, basal schlank-keulig, selten knollig gerandet, teils mit Scheinknolle aus anhaftenden Erd-/Sandpartikeln, fein längsfaserig, hellbräunlich, basal weißlich

Fleisch: in der Hutmitte bis zu 3 mm und am Rand weniger als 1 mm dick; im Stiel längsfaserig, innen wattig ausgefüllt, im Alter im oberen Stielbereich hohl; ocker-bräunlich bis blass braun

Geruch: angenehm säuerlich

Literatur

  • Gminder, G. et al. (2010): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 5. Ständerpilze: Blätterpilze III (Dunkelblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 395−396.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 984.
  • Stangl, J. (1989): Die Gattung Inocybe in Bayern. Hoppea. Denkschr. Regensb. Bot. Ges. 46: 37−38.
  • Inocybe_sp_2013-06-16_01Fruchtkörper dieser Kollektion
  • Inocybe_sp_2013-06-16_02Hutfarbe teils mit Rosttönen
  • Inocybe_sp_2013-06-16_03Lamellen mit weißen Schneiden
  • Inocybe_sp_2013-06-16_05Fruchtkörper im Längsschnitt
  • Inocybe_sp_2013-06-16_06Wuchs zwischen Sonnenröschen

Funddaten

Kollektion: 7 Fruchtkörper   Bestimmung: Inocybe cf. vulpinella Bruylants 1970   Funddatum: 16.6.2013   Fundort: D − BY − Schwaben − Augsburg-Firnhaberau − Firnhaberauheide, südlicher Teil   Messtischblatt: 7531/3.4.1   Höhe über NN: 463 m   Ökologie: Initialer Halb- bis Trockenrasen auf Kalkschotter mit dünner Lössauflage, teils vollständig ohne Oberboden mit blankem Schotter und lückiger Vegetation, sonnig exponierter Standort, gen Süden offen, westlich und östlich durch dichte stehende Bäume und Büsche gesäumt und im Norden durch die Lärmschutzwand zur Autobahn Stuttgart−München begrenzt; Fruktifikation inmitten von Kolonien des Gelben Sonnenröschens (Helianthemum nummularium), eingebettet in Langblättriges Tannenmoos (Abietinella abietina), im Umkreis wuchsen außerdem Nickendes Leimkraut (Silene nutans), Weidenblättriges Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium), Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias), Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare) und Dornige Hauhechel (Ononis spinosa). Etwa 8 m vom Fundort entfernt stand noch das ca. 2 m hohe Gebüsch einer Lavendel-Weide (Salix eleagnos)

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Hut: 12–23 mm breit, 6–8 mm hoch, bereits kurz nach dem Aufschirmen polsterförmig, bald flach konvex, teils dezentral und zentral gestielt, auf ockerfarbenem Grund mit feinen und zum ungerieften Rand hin mehr auffasernden, braunen Schüppchen bedeckt (20x-Lupe), jung insgesamt braun erscheinend mit rostfarbener Komponente, im Alter bis auf die Hutmitte mit mehr Ocker und dadurch entfernt an den Rostgelben Körnchenschirmling (Cystoderma jasonis) erinnernd, Huthaut die Lamellen etwas überragend, nur selten eingerissen, jung mit weißlichen Cortinaresten behangen

Lamellen: gerade am Stiel angewachsen, mit Lamelletten untermischt, s-förmig (am Rand bogig und in Stielnähe bauchig), braun, jung blass bräunlich-grau mit oliver Nuance, Schneiden weiß und feinschartig

Sporenpulver: kein Abwurfpräparat angefertigt

Stiel: 21–35 mm lang, 2–3 mm dick, schlank keulig, basal bis zu 4 mm erweitert, gerne gekniet, ein Exemplar invers, d. h. nach unten schmäler und oben am Hutansatz bis zu 6 mm aufgeblasen, fein längs überfasert, hell bräunlich-grau und mit dem Hut kontrastierend

Fleisch: im Stiel die oberen 2/3 oder komplett hohl mit einer bis zu 1,5 mm dicken Wand, Hohlraum auf Höhe des Hutansatzes am größten und wie ein auf der Spitze stehendes Dreieck geformt, ocker, seidig glänzend, längsfaserig, nahtlos ins Hutfleisch übergehend, im Hut etwas blasser ockerfarben, matt und ohne erkennbare Faserrichtung

Geruch: unspezifisch

Mikroskopische Merkmale

Lamellentrama: regulär

Hyphen: Septen mit Schnallen

Basidien: schlank keulig, 4-sporig

Sporen [95 % • 20 • LQP • E • H2O (nat)]: 8,8–10–11,3(–11,7) x 4,3–5,5–6,8(–7,4) µm; elliptisch-oval, selten etwas eingeschnürt, glatt, braun

Hutdeckschicht: Hyphen inkrustiert und intrazellulär braun pigmentiert, Septen mit Schnallen, liegende Hyphen mit abstehenden Büscheln

Legende:
95 % = Konfidenzintervall; Messwerte wurden statistisch mit Smaff ausgewertet
LQP = Lamellenquetschpräparat
QPR = Quetschpräparat
E = Exsikkat
H2O = Präparation in Leitungswasser

Literatur

  • Gminder, G. et al. (2010): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 5. Ständerpilze: Blätterpilze III (Dunkelblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 445−446.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 1003.
  • Stangl, J. (1989): Die Gattung Inocybe in Bayern. Hoppea. Denkschr. Regensb. Bot. Ges. 46: 234−236.
  • 2013-09-17_Inocybe_sp_1aRisspilz zwischen Sonnenröschen
  • 2013-09-17_Inocybe_sp_1bFrk. mit deformierten Hüten
  • 2013-09-17_Inocybe_sp_1cJung mit weißem Velum behangen.

Funddaten

Kollektion: 10 Fruchtkörper   Bestimmung: Inocybe cf. vulpinella Bruylants 1970   Funddatum:  17.9.2013 (Wiederfund vom 16.6.2013)   Fundort: D − BY − Schwaben − Augsburg-Firnhaberau − Firnhaberauheide, südlicher Teil   Messtischblatt: 7531/3.4.1   Höhe über NN: 463 m   Ökologie: Initialer Halb- bis Trockenrasen auf Kalkschotter mit dünner Lössauflage, teils vollständig ohne Oberboden mit blankem Schotter und lückiger Vegetation, sonnig exponierter Standort, gen Süden offen, westlich und östlich durch dichte stehende Bäume und Büsche gesäumt und im Norden durch die Lärmschutzwand zur Autobahn Stuttgart - München begrenzt; Fruktifikation inmitten von Kolonien des Gelben Sonnenröschens (Helianthemum nummularium) eingebettet in Langblättriges Tannenmoos (Abietinella abietina), im Umkreis wuchsen außerdem Nickendes Leimkraut (Silene nutans), Weidenblättriges Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium), Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias), Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare) und Dornige Hauhechel (Ononis spinosa). Etwa 8 m vom Fundort entfernt stand noch das ca. 2 m hohe Gebüsch einer Lavendel-Weide (Salix eleagnos)

Merkmale

Hut: (4−)11−31 mm breit, (2,5−)5−6 mm, gewölbt, rundlich, bisweilen etwas eingeschnitten, gerne auch wellig verbogen, insbesondere im Alter, bald flach ausgebreitet, Oberfläche rau, faserig-struppig, feinschuppig, teils schollig aufbrechend, rostbraun bis ockerbraun auf ocker-weißlichem Grund, Rand nach unten gebogen und kaum eingerissen − auch nicht im Alter, mit weißlichen Velumfasern behangen, Huthaut etwas die Lamellen überragend, teils dezentral gestielt

Lamellen: gerade angewachsen, teils schwach mit einem Zahn herablaufend, braun mit olivfarbenem Beiton, Schneiden gleichfarbig, fein gezähnelt, glitzernde Reflexe (20x-Lupe − winzige Gutationstropfen?), dünn, untermischt, leicht bauchig, Abstand normal

Sporenpulver: kein Abwurfpräparat angefertigt

Stiel: (6−)16−30 mm lang, (3−)4−5 mm dick, zum Hutansatz hin gequetscht und deshalb auf bis zu 6 mm verbreitert, gerne gekniet, Basis ohne ausgeprägte Knolle, ocker-braun, nach unten dunkler gefärbt, längsfaserig, jung mit weißlichen Velumfasern behangen

Fleisch: im Hut dünn, vor allem zum Rand hin, durchfeuchtet grau-braun, trocken ockerfarben ausblassend; im Stiel ebenso, aber zur Basis hin dunkler braun gefärbt, seidig glänzend, längsfaserig, hohl

Geruch: unspezifisch, weder süßlich noch spermatisch

Literatur

  • Gminder, G. et al. (2010): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 5. Ständerpilze: Blätterpilze III (Dunkelblättler). Eugen Ulmer, Stuttgart: 445−446.
  • Knudsen, H. & J. Vesterholt (2012): Funga Nordica, 2nd ed. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. Nordsvamp, Kopenhagen (DK): 1003.
  • Stangl, J. (1989): Die Gattung Inocybe in Bayern. Hoppea. Denkschr. Regensb. Bot. Ges. 46: 234−236.
  • Scytinostroma_portentosum_2013-04-21_1Überzug auf unberindetem Ast
  • Scytinostroma_portentosum_2013-04-21_2Stellenweise orange gefärbt
  • Scytinostroma_portentosum_2013-04-21_3Mehr Ockertöne und feine Risse
  • Scytinostroma_portentosum_2013-04-21_4Junges, weiß bereiftes Exemplar
  • Scytinostroma_portentosum_2013-04-21_5Älterer, dunklerer Fruchtkörper
  • Scytinostroma_portentosum_2013-04-21_6Karmin- bis weinrote Farben

Funddaten

Bestimmung: Scytinostroma portentosum (Berkeley & M.A. Curtis 1873) Donk 1956   Funddatum: 21.4.2013   Fundort: D – BY – Oberbayern – Lkr. Freising – Eching – NSG Echinger Lohe (Bestandteil des FFH-Gebiets „7735-371.06 Heideflächen und Lohwälder nördlich von München“   Messtischblatt: 7635/4.4.3   Höhe über NN: 468 m   Ökologie: unbewirtschafteter Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald (Galio-Carpinetum) auf feinerdereichem Kalkschotter; unter den Baumarten überwiegt die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior), beigemischt sind Stiel-Eiche (Quercus rubor), Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus), Hainbuche (Carpinus betulus) und Berg-Ulme (Ulmus glabra). Eine Strauchschicht ist nur partiell und verstärkt am Waldrand ausgebildet. Sie besteht hauptsächlich aus Hartriegel (Cornus sp.), Gemeine Hasel (Corylus avellana), Weißdorn (Crategus sp.), Heckenkirsche (Lonicera sp.), Schlehdorn (Prunus spinosa) und Wolligem Schneeball (Viburnum lantana). Zum Exkursionszeitpunkt bestand der Bodenbewuchs aus Giersch (Aegopodium podagraria), Bär-Lauch (Allium ursinum), Busch-Windröschen (Anemone nemorosa), Gefleckter Aronstab (Arum maculatum), Herbst-Zeitlose (Colchicum autumnale), Lerchensporn (Corydalis sp.) – in Blüte stehend an den Waldrändern aspektbildend, Echtem Seidelbast (Daphne mezereum), Hoher Schlüsselblume (Primula elatior), Lungenkraut (Pulmonaria sp.) und Veilchen (Viola sp.)   Substrat: entrindeter Laubholzast, luftig mit anderen Hölzern zu einem Kegel aufgerichtet

Merkmale

Fruchtkörper: Exemplar auf den Fotos um die 20 cm lang, an einer anderen Fundstelle im Süden des Areals einen am Boden liegenden Baumstamm unterseits auf einer Länge von mehr als 1,5 m und einer Breite von ca. 20 cm überziehend, lederig, vom Substrat ablösbar, flächig ausgebreitet am Substrat anliegend, glatt, selten mit knubbeligen Erhebungen, matt, stellenweise (infolge Trockenheit?) mit feinen Rissen durchsetzt, bisweilen wachsartig erscheinend und an die Frk. von Rindensprenger-Arten (Vuilleminia sp.) erinnernd, Rand scharf abgegrenzt und blasser, frische Zuwachskanten weißlich, das Farbspektrum reicht von Ocker, über Orange, Karmin- und Weinrot bis hin zu violettgrauen Tönen, junge Exemplare mit weißlich bereifter Oberfläche

Geruch: unangenehm stark nach Naphthalin bzw. die früher damit versehenen Mottenkugeln – auch nach dem Trocknen noch deutlich wahrnehmbar

Anmerkungen

Artabgrenzung

Die Art ist durch die bunten Farben, den oftmals großflächigen Wuchs sowie den besonderen Geruch gut charakterisiert und kann deshalb kaum mit einer anderen Spezies verwechselt werden. Durch die orangen Farbtöne könnte er allenfalls für den Fleischroten Zystidenrindenpilz (Peniophora incarnata) gehalten werden, doch dessen Fruchtkörper ist fest mit dem Substrat verwachsen, während sich der Mottenkugel-Lederrindenpilz als lederiger Belag abziehen lässt.

Ökologie und Phänologie

Laut Krieglsteiner et al. (2000) wächst die Art an stehenden und liegenden, sowohl be- als auch entrindeten Stämmen und Ästen von Laubbäumen in der späten Initial- und Optimalphase der Vermorschung. Sie soll vorwiegend Weide (Salix sp.) besiedeln, mit Abstand gefolgt von Buche (Fagus sylvatica), Eiche (Quercus sp.) und Esche. Fruchtkörper sollen das ganze Jahr über vorkommen, frische insbesondere im Frühjahr und Herbst.

Literatur

  • Jülich, W. (1984): Die Nichtblätterpilze, Gallertpilze und Bauchpilze. Kleine Kryptogamenflora, Bd. IIb/1. Basidiomyceten, 1. Teil., Gustav Fischer, Stuttgart/New York: 196.
  • Krieglsteiner, G. J. et al. (2000): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 1. Allgemeiner Teil. Ständerpilze: Gallert-, Rinden-, Stachel und Porenpilze. Eugen Ulmer, Stuttgart: 318−319.
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