• Lentinus_tigrinus_01_2014-07-14Hüte verbogen, Oberfläche
  • Lentinus_tigrinus_02_2014-07-14...mit dunklen Faserschüppchen
  • Lentinus_tigrinus_03_2014-07-14Lamellen dicht gedrängt
  • Lentinus_tigrinus_04_2014-07-14Lamellenschneiden fein gesägt
  • Lentinus_tigrinus_05_2014-07-14Längs halbierter Fruchtkörper
  • Lentinus_tigrinus_06_2014-07-14Verschieden alte Exemplare
  • Lentinus_tigrinus_07_2014-07-14Radialfaserige Hutränder
  • Lentinus_tigrinus_08_2014-07-14...und Hutoberflächen
  • Lentinus_tigrinus_09_2014-07-14Fundstelle auf Rasen

Funddaten

Kollektion: 8 Fruchtkörper   Bestimmung: Lentinus tigrinus (Bulliard 1782 : Fries 1821) Fries 1825   Funddatum: 14.7.2014   Fundort: D − BY − Schwaben − Ldkr. Donau-Ries − Donauwörth-Riedlingen − Rambergstraße, Einfahrt zu den Parkplätzen des Kindergartens   Messtischblatt: 7230/3.4   Höhe über NN: 417 m   Ökologie: Rasen, sonnig exponierter Standort, an vergrabenem Holz (vermutlich Wurzelreste)

Merkmale

Wuchs: büschelig

Hut: 9−207 x 182 mm, gewölbt, bald schon zentral abgeflacht und eingedellt, im Alter trichterig vertieft und wellig verbogen, Rand lange eingerollt, im Alter rissig, Oberfläche jung einheitlich dunkel grau-braun und fein faser-schuppig bekleidet, später von den Randbereichen aus fransig-schuppig mit pinselartigen Spitzen aufreißend auf weißem Grund, wodurch die namensgebende getigerte Zeichnung entsteht, Faserschuppen im Zentrum gedrängter

Lamellen: mäßig herablaufend, dicht gedrängt, mit Lameletten untermischt, Schneiden unregelmäßig schartig gesägt und wie die Lamellenfläche gefärbt, Stielrinde fetzig die Lamellen am Stielansatz überragend, schmutzig weißlich bis blass ocker

Sporenpulver: kein Abwurfpräparat angefertigt

Stiel: 22-50 mm lang, jung 6 mm dick, basal schwach keulig bis 7 mm verdickt, alte Exemplar 15 mm dick und tütenartig nach oben bis 19 x 25 mm erweitert, oberer Atielbereich vor dem Lamellenansatz etwas angeschwollen, jung bis auf die weißliche Basis einheitlich grau-braun gefärbt, bald schon fein längs aufreißend und einr gebürsteten Oberfläche ähnelnd, dann genattert, später punktiert-genattert, angeschwollene Zone nahe den Lamellen ohne dunkle Faserschuppen

Fleisch: weiß, weich; im Hut bis zu 6 mm stark, zum Rand hin dünner und dort fast fehlend; im Stiel mit bis zu 2 mm dicker, zäher und schmutzig weißlich gefärbter Rinde

Geruch: angenehm säuerlich, wie gezüchtete Austernpilze

Anmerkungen

Merkmale

Der büschelige Wuchs der Fruchtkörper, die trockene Hutoberfläche mit den ± schwarzen, dicht stehenden und haarigen Schüppchen sowie die dicht gedrängten, kurzen Lamellen machen den Getigerten Sägeblättling unverkennbar.
 

Artabgrenzung und Verwandtschaft

Abgesehen von der Hutunterseite mit dem lamelligen Hymenophor ähneln ganz junge Exemplare auch dem Mai-Porling (Polyporus ciliatus) − letztere Art, der Weitlöcherige Stielporling (P. arcularius), der Winter-Stielporling (P. brumalis) und P. tricholoma werden von Seelan und Mitautoren (2015) aufgrund von molekularbiologischen Untersuchungen in der Gattung Polyporellus gruppiert. Die Hutunterseite von P. ciliatus würde durch die extrem feinen Poren jedoch glatt erscheinen.
 

Funde in den Tropen

Lentinus tigrinus (Sektion Tigrini) wurde scheinbar häufig in tropischen Regionen vor allem in Südostasien nachgewiesen. Allerdings ist die Art in erster Linie in der nördlich gemäßigten Zone verbreitet. Entsprechende Funde beruhen wohl auf Verwechslungen mit Lentinus squarrosulus, eine Art aus der Sektion Rigidi, die hauptsächlich in paleotropischen und australasiatischen Regionen vorkommt. Der Hauptgrund für die Verwechslung beider Arten ist ihre ähnliche schuppige Hutoberfläche. Inzwischen wurde auch molekularbiologisch bestätigt, dass L. tigrinus nur in Eurasien und der nördlich gemäßigten Zone verbreitet ist. (Seelan et al. 2015)
 

Ökologie

German J. Krieglsteiner klassifizierte die Art als „Stromtalelement“. (Krieglsteiner et al. 2001) Das trifft auch auf diesen Fund zu, der am südöstlichen Ausläufer der Schwäbischen Alb im Einzugsbereich der Donau und Wörnitz gemacht wurde.

 

Literatur

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