Andreas Kunze im Jahr 2015Ich heiße Andreas Kunze und wohne in Donauwörth. Ich komme aus der 10 km südlich davon gelegenen Gemeinde Mertingen, lebte einige Jahre in Augsburg und beschäftige mich seit meiner Kindheit mit Pilzen. Mein Interesse wurde durch meinen Cousin beim Sammeln von „Braunkappen“ im Mertinger Forst geweckt. Schließlich schenkte mir meine Tante den „Pilzkompaß“ von Rose Marie Dähncke – mein erstes Pilzbuch im Hemd- und Hosentaschenformat.

Schlagartig wurde mir bewusst, dass wir unter der Bezeichnung „Braunkappe“ gleich mehrere Arten gesammelt hatten: überwiegend Maronen-Röhrlinge (Imleria badia), aber auch Bereifte und Gemeine Rotfußröhrlinge (Xerocomellus pruinatus bzw. X. chrysenteron). Fortan wurde der Korb auch mit „exotischen“ Speisepilzen wie Wiesen-Champignons (Agaricus campestris), Gold-Röhrlinge (Suillus grevillei) und Schopf-Tintlinge (Coprinus comatus) gefüllt.

Naturfotografie und Pilze

Nach einigen Jahren Auszeit in der IT-Branche hatte ich Mitte 2004 über die Makrofotografie mein altes Hobby wiederentdeckt. Angefangen hatte alles mit einer digitalen Kompakten: die Olympus Camedia 5060 Wide Zoom. Sie besaß als eines der ersten Modelle in ihrer Geräteklasse ein klapp- und drehbares Display – ideal, wenn man nicht als potenzielles Zeckenopfer am Boden liegen und angestrengt durch den optischen Sucher schauen will. Anfang 2005 begann ich auf fotocommunity.de, von anderen Fotofreunden das Ablichten von Pilzfruchtkörpern zu lernen, denn nicht jeder Schnappschuss ist auch gleich ein gutes Bild.

Im September 2005, also mitten in der Hauptsaison, musste die Kamera 5 Wochen lang in Reparatur, weil sie während eines Shootings wiederholt in einen Regenschauer geriet und dadurch außer Gefecht gesetzt wurde. Unwillig die Zeit abzuwarten, investierte ich in eine zweite Digicam, die Nikon Coolpix 8800. Leider war das Modell wegen des manuellen Fokus ohne Zentimeterskala und ohne Lupenfunktion sowie des langsamen Speicherns der Fotos auf die CompactFlash-Speicherkarte für meine Zwecke praktisch unbrauchbar.

Deshalb wechselte ich 2006 zu einer digitalen Spiegelreflexkamera: die Olympus E-330 inklusive 14–54-mm-Zoom-Objektiv und 50er-Makro. Ausschlaggebend für die DSLR war der klappbare Suchermonitor. Zu guter Letzt hatte ich im September 2008 mit der Olympus E-3 einen neuen Body erstanden. Jetzt war außer den Objektiven auch die Kamera wasserdicht, sodass das System selbst bei strömendem Regen eingesetzt werden kann, ohne die Technik zu ruinieren. Darüber hinaus besitzt der Monitor eine Live-Belichtungsvorschau und wie die C-5060 WZ ein Dreh- und Klappgelenk.

Mykologische Aktivitäten

In Kursen, Diskussionsforen und autodidaktisch lernte ich, Pilze anhand ihrer Merkmale zu bestimmen – zunächst nur mit Hilfe einer Einschlaglupe, später zusätzlich mit einem Lichtmikroskop. Mein besonderes Interesse gilt den Großpilzen magerer Offengrasstandorte auf Kalkschotter. Im Fokus stehen dabei die Firnhaberauheide, die Kissinger Bahngruben und die die Königsbrunner Heide bei Augsburg sowie die Fröttmaninger Heide im Norden Münchens unweit der Allianz Arena des FC Bayern.

Wiederholt schreibe ich Fachbeiträge für Pilzzeitschriften wie Der Tintling, die Mycologia Bavarica und die Zeitschrift für Mykologie, um mein Wissen mit interessierten Pilzfreunden zu teilen (siehe Publikationen). Außerdem beteilige ich mich im WikiProjekt Pilze am Ausbau und an der Qualitätssicherung des Lebewesenbereichs Pilze in der deutschen, freien Online-Enzyklopädie „Wikipedia“.

Während den Jahren war ich in verschiedenen Vereinen organisiert, zunächst im Pilzverein Augsburg Königsbrunn, später im Verein für Pilzkunde München. In den regionalen Vereinen leitete ich Lehrwanderungen, hielt Vorträge, half bei diversen Frischpilzausstellungen und engagierte mich in Arbeitskreisen sowie bei der Pilzkartierung.

Überregionales Engagement

Von September 2008 bis August 2010 war ich als Gründungsmitglied im Präsidium der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Ich entwarf das Logo der Organisation, moderierte die zugehörige Diskussion innerhalb des Präsidiums und erstellte die Brief- und Visitenkartenvorlagen. Außerdem verfasste ich Pressemitteilungen und Zeitschriftenberichte, entwickelte neben einer Faltbroschüre das Kalenderblattlayout für einen Monatskalender und erstellte den Webauftritt basierend auf einem Content Management System inklusive eigener Diskussionsplattform. Besonders viel Spaß machte mir die Konzeption und Herstellung mehrerer Pilzaufsteller aus Holz, die später von Kindern bemalt wurden und seither als Blickfang bei Ausstellungen und Tagungen genutzt werden können. In dieser Zeit war ich freiberuflich als Feldgänger in das Bioklim-Forschungsprojekt der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald involviert.

Zuletzt war ich Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) und bin dort heute noch im Arbeitskreis Entoloma, der sich mit der artenreichen Gattung der Rötlinge beschäftigt, aktiv. Zum Beispiel stammt der Text auf dem Poster über den Pilz des Jahres 2013 (PDF; 5,2 MB), der Braungrüne Zärtling (Entoloma incanum), größtenteils aus meiner Feder.
Seit März 2016 unterstütze ich das Präsidium der DGfM als Berater, Redakteur und Kenner des eingesetzten Content Management Systems beim Aufbau der neuen Webpräsenz. Vor dem Relaunch am 23.11.2016 unterzog ich die Website einem intensiven Test, der in einem rund 20-seitigen Bericht mit Verbesserungsvorschlägen mündete. Um eine zusätzliche Datenbasis für die Weiterentwicklung der Website zu schaffen, entwarf ich einen Fragenkatalog und konzipierte eine Online-Umfrage mit Verlosung unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Darüber hinaus verstärke ich seit Mitte September 2014 das Administratoren-Team der im Juli 2012 gegründeten und mittlerweile auf mehr als 20.000 Mitglieder angewachsenen Facebook-Gruppe Pilze und Schwammerln - Bilder, Berichte und Bestimmungen.

Publikationen

Zuletzt veröffentlicht:

  • Kunze, A. (2016): Rettungsanker Torfmoosinsel. Der Tintling 102. Heft 5/2016: 19–25.

In Vorbereitung:

  • Bayerische Schotterpilze im Spätherbst II. Auf Entdeckungstour in der Fröttmaninger Heide

In Planung:

  • Tremellodendropsis tuberosa – ein seltener, entfernter Verwandter des Judasohrs auf einem initialen Kalkmagerrasen bei Augsburg
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